Web 3.0

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S. auch Zukunftsbetrachtungen

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung zum Web 3.0

Bereits 1987 beschrieb John Scully (ehemaliger CEO von Apple) seine Visionen für zukünftige Computer. Er nannte ihn Knowledge Navigator. Er legt dem Knowlegde Navigator 5 Schlüsseltechnologien zu Grunde:

1. „fortschrittliche Kommunikations-Technologie, die weltweit Rechner und Datenbanken miteinander verbindet und den Anwendern breitere Informationspfade zur Verfügung stellt“

Diese Möglichkeit steht uns bereits seit mehreren Jahren zur Verfügung.

2. „Echtzeit-Animationen in 3D, die es erlauben, komplexe Modelle zu visualisieren“

Die Bandbreite der Datennetze ist kontinuierlich gestiegen, so dass wir mit 3D Applikationen im Internet arbeiten und spielen können. Ein schönes Beispiel dazu ist Second Life (http://de.secondlife.com/).

3. „verbesserte Datenbank-Technologien als Schlüssel zu umfassenden Informationssystemen"

Die Firmen, die Suchmaschinen betreiben arbeiten laufend an der Verbesserung dieser Technologien.

4. Hypermedia, die Verbindung von Text, Grafiken, Ton und bewegten Bildern, die den zukünftigen Computer-Anwendern intuitiv den Weg durch riesige Informations-Sammlungen weist"

Die grosse Herausforderung ist das Auffinden von brauchbaren Informationen geworden.

5. „künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Die künstliche Intelligenz erlaubt die Verwendung von „Agenten“, die sowohl persönliche Vorlieben der Anwender erkennen als auch Strategien vorschlagen und damit zur Steigerung der Produktivität beitragen.“

Die Thematik der künstlichen Intelligenz tritt in Verbindung mit Informationstechnologien immer wieder ins Rampenlicht. Bereits 1966 programmierte Joseph Weizenbaum „Eliza“ (http://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA), ein Programm, welches glaubwürdig die Antworten eines Psychiaters simuliert. Die Antworten des Computers haben für die fragende Person eine solche Echtheit und Bedeutung, dass nicht mehr zwischen Antworten vom Menschen und den Antworten vom Psychiater unterschieden werden kann. Die derzeitige Entwicklung zum Web 3.0 befasst sich mit dem selben Teilbereich der künstlichen Intelligenz (http://de.wikipedia.org/wiki/Künstliche_Intelligenz). Computersysteme sollen Informationen mit Bedeutung anreichern und den Usern nur diejenigen Informationen präsentieren, die für die User von Bedeutung sind. Genannt wird dies semantisches Web.


Das Video Knowledge Navigator kann unter dem Link http://www.billzarchy.com/clips/clips_apple_nav.htm angeschaut werden.

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Knowledge_Navigator

Definitionen

Der Guardian-Artikel "Web 3.0 is all about rank and recommendation" veranlasste ReadWriteWeb im Beitrag "Web 3.0: Is It About Personalization?" zu einem Exkurs über die Definition(en) von Web 3.0. In diesem Zusammenhang wird Web 3.0 als "dezentrales asynchrones Ich" beschrieben und folgendermassen begründet:

"Web 1.0: Centralized Them. Web 2.0: Distributed Us. Web 3.0: Decentralized Me," he wrote. "[Web 3.0 is] about me when I don't want to participate in the world. It's about me when I want to have more control of my environment particularly who I let in. When my attention is stretched who/what do I pay attention to and who do I let pay attention to me. It is more effective communication for me!"

Oder anders: Dank semantischer Funktionalität splitten sich die Kommunikationsmöglichkeiten sowohl thematisch als auch zeitlich auf. Verschiedene Facetten der Persönlichkeit können zu verschiedenen Zeitpunkten mit inhaltlich passenden Gegenstellen kommunizieren.


Im Bericht „Semantic Wave 2008 Report: Industry Roadmap to Web 3.0 and Multibillion Dollar Market Opportunities“ von Mills Davis (Executive Summary kostenloser Download: http://project10x.com/dispatch.php?task=exsum&promo=stc2008001) wird die Entwicklung aus der heutigen Perspektive dargestellt. Es wird aufgezeigt, wie sich das Web auf den zwei Achsen Wissensvernetzung und logischen Schlussfolgerung und soziale Vernetzung entwickelt hat und entwickeln wird:

„Web 1.0: Das Web vernetzt Informationen“

Informationen werden von Personen mit Programmierkenntnissen ins Internet gestellt. Alle User können auf diese Informationen zugreifen. Es entstehen unzählige Websites und Portale. Zur Bewältigung der vielen Informationen werden Suchmaschinen entwickelt.

„Web 2.0: Das soziale Web vernetzt Personen“

Alle User, auch diejenigen ohne Programmierkenntnisse, können Informationen ins Internet stellen. Gruppen tragen Informationen an einem Ort zusammen und ermöglichen damit neues Wissen. Wiki, Weblog und Social Tagging sind einige dieser Möglichkeiten.

„Web 3.0: Das semantische Web vernetzt Wissen“

„The basic shift occuring in Web 3.0 is from information-centric to knowledge-centric patterns of computing.“ Das Internet wird sich vom informationszentrierten Netz zum wissenszentrierten Netz wandeln. Zusätzlich zu menschlichem Wissen werden Maschinen Wissen generieren indem sie zum Beispiel Muster erkennen und Schlüsse daraus ziehen, aus sprachlichen Gegebenheiten die gewünschten Informationen herausfiltrieren und weitergeben oder Lösungen für ungeklärte Fragen vorschlagen. Das Web 3.0 wird mit dem Begriff semantisches Web verbunden. Tim Berners-Lee beschriebt dies als „Anreicherung der Informationen mit Bedeutung (Semantik)“.

„Web 4.0: Das allgegenwärtige Web vernetzt Intelligenz“

„Im Netz bewegen sich künstliche Agenten, die lernen und denken wie Menschen.“ Der Traum, künstliche Menschen zu erschaffen, ist schon alt. Es sei an dieser Stelle eine kritische Frage erlaubt: Wollen wir das wirklich?


Weitere Fachartikel

Passend in diesem Zusammenhang auch eine Passage aus dem Fachartikel "Wissensgesellschaft 2.0 – mitmachen oder verlieren!":

"(...) Wie sieht die Wissensgesellschaft im Jahr 2012 aus? David J. Krieger, Co-Leiter des Instituts für Kommunikationsforschung (IKF) in Luzern, antwortet: «Die Wissensgesellschaft in fünf Jahren wird ein riesiges Netzwerk aus Menschen und intelligenten Informationssystemen sein, dessen Vernetzung sehr intensiv sein wird.» Er ergänzt, dass künftig ein Grossteil der Gebrauchsgegenstände permanent Informationen von der Umwelt abliest, speichert, miteinander austauscht und mit den Menschen zusammenarbeitet.
Diese Form der Vernetzung ist unter dem Begriff «Pervasive Computing» bekannt. Seine Zukunftsbetrachtung geht noch einen Schritt weiter: «Das Netzwerk als Ganzes ist eine weltumspannende Wissensmanagement-Maschine.» Da die Menschen ein Teil davon seien, folgert er: «Das Ganze ist folglich keine eigentliche Maschine, sondern viel eher ein Cyborg, ein bio-kybernetisches Wesen. Sein ‹Leben› besteht darin, Wissen in allen Formen zu schaffen, zu bewahren, zu verteilen und zu nutzen.»

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