Social Networking
Aus WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki
S. auch Social Media und Web 2.0
Die Grundidee ist simpel: Eine Person entwirft von sich ein "reales" (öffentlich zugängliches, begrenzt einsehbares oder anonymisiertes) oder "fiktives" (virtuelles; falscher Name, falsche Identität) Profil und wird Teil eines begrenzt oder unbegrenzt grossen virtuellen Netzwerks, wo man Veränderungen der Profile (Interesse, Aktivitäten) von anderen Netzwerk-Teilnehmern beobachten und bei Interesse in Kontakt treten kann, um sich oder dem anderen einen Vorteil (=immaterieller oder materieller Nutzen) zu verschaffen.
Anders gesagt: In Sozialen Netzwerken können Kontakte geknüpft, neue Bekanntschaften gemacht und Menschen mit denselben Interessen gefunden werden.
Soziale Netzwerke sind Teil des Web 2.0: Internetnutzer präsentieren sich, erzeugen Inhalte, tauschen diese untereinander aus und verknüpfen ihre eigenen Profile mit denen ihrer Freunde, Bekannten und Kollegen. Durch die Verknüpfungen entstehen Netze, in denen fast jeder zu fast jedem über ein paar Ecken eine Beziehung herstellen kann. Jedes Mal, wenn ein Nutzer etwas tut, wird dies sogleich seinen Kontakten mitgeteilt - die Freunde nehmen am Leben der anderen virtuell teil. Der für den Einsatz im «Sozialen Web» optimierte Browser Flock, der auf dem Code des freien Browsers Firefox basiert, möchte die Nutzung von Sozialen Netzwerken wie MySpace und Facebook und verwandten Diensten wie del.icio.us und Twitter erleichtern. So können Nutzer beispielsweise mit der «People»-Funktion die Aktivitäten ihrer Kontakte über verschiedene Soziale Netzwerke hinweg direkt im Browser verfolgen, ohne diese Sites selbst ansteuern zu müssen und das eigene Blog per eingebautem Client befüttern. Eine Medienleiste sorgt für den schnellen Datei-Upload und eine Zwischenablage bewahrt Textschnipsel oder Bilder zur Weiterverwendung auf.
Im Prinzip gibt es unendliche viele Typen, was Design und Zusammensetzung von social networks angeht. Es lassen sich aber unterscheiden:
- "Single-Börsen": Single-Börsenvergleich
Im Projekt Socialstream schliesslich forschen Mensch-Maschine-Interaktion-Spezialisten der Carnegie Mellon University im Auftrag von Google an neuen Formen des Miteinanders im Web.
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Soziale Netzwerke im Web
Die Kontaktbörse MySpace ist für viele junge Menschen zur Schnittstelle des sozialen Lebens geworden. Nutzer veröffentlichen dort Fotos, schreiben Tagebücher und verknüpfen ihr Profil mit dem ihrer Bekannten. So entsteht ein riesiges soziales Netzwerken.
MySpace ist zudem eine Werbeplattform - vor allem für Musik, wo unbekannte Bands um Aufmerksamkeit ringen und Plattenfirmen Hörproben platzieren.
Auch beim deutschsprachigen studiVZ kann man Profile anlegen und Bekanntschaften pflegen. Anders als beim Original aus den USA richtet sich das Angebot ausdrücklich an Studenten. Im Rahmen einer umfangreichen Kooperation mit Yahoo! können Mitglieder der Online-Communities verschiedene Suchprodukte von Yahoo! auf studiVZ nutzen. Ergänzt wird dieses Angebot um eine Seitensuche, die es den registrierten Nutzern erleichtert, Informationen innerhalb der studiVZ-Webseiten zu finden. Auf den Suchergebnisseiten erscheinen kommerzielle Suchergebnisse, so genannte Sponsored Links, mit denen die Nutzer gezielt nach Produkten und Dienstleistungen suchen können - ein klarer Vorteil für die Werbekunden von Yahoo!, denn diese werden dadurch noch näher an die Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen gebracht.
Das 2004 gegründete US-amerikanische Studentenportal Facebook besitzt eine Programmierschnittstelle (API) mit eigener Markup-Sprache, die es Benutzern erlaubt, eigene Programm-Widgets in die Webseiten des Portals einzubinden. Die Facebook-API bietet tiefe Eingriffe in die Datenstrukturen des Systems und ermöglicht es, fast alle Standard-Applikationen zu ersetzen und neue Anwendungen in Facebook zu integrieren. Es können auch Funktionen aufgerufen werden, die externe Dienste wie Webradio oder Musikportale bereitstellen. Dabei erlauben die Betreiber auch die Werbung und Monetarisierung der Anwendungen, solange die Profilseiten werbefrei bleiben. Die Öffnung von Facebook im Mai 2007 mit der Möglichkeit der An- und Einbindung externer Dienstleister beendete die Zeit, wo soziale Netzwerke ausschliesslich als geschlossene Plattformen auftraten.
Ähnlich zu Facebook und MySpace, den Rivalen in dieser Kategorie, erlaubt es Netlog seinen Usern eine persönliche Homepage mit Präferenzen, Freunden und Klassenkameraden einzurichten. Die Pflege von Kontakten wird durch die Möglichkeit, das soziale Leben mit all seinen Beziehungen auf der Seite zu spiegeln erleichtert. Die Suchmaschinenanbieter Google und Lycos stellen mit orkut bzw. Jubii eigene Online-Community-Plattformen zur Verfügung.
Bebo (im März 2008 von AOL aufgekauft) ist eine auf Musik und Videos spezialisierte Online-Community und zählt zu den ersten Teilnehmern an Googles OpenSocial-Initiative (siehe weiter unten).
unndu.de ist ein deutschprachiger Dienst des Karlsruher Unternehmens Web.de, der dem Anwender nicht nur Platz für eine eigene Homepage bietet, sondern auch ein umfangreiches Rechtemanagement beinhaltet. So lassen sich beispielsweise Klassentreffen organisieren, Vereine verwalten oder Sites und Foren zu bestimmten Fachthemen oder Hobbys aufsetzen. Doch unndu.de ist mehr als ein Social-Networking-Dienst: Anwender können auch Seiten definieren, auf die nur sie selbst Zugriff haben, etwa für die eigene Linkliste, die man immer dabei hat oder für Daten, die nicht für Fremde bestimmt sind.
Near-Time integriert ein Gruppen-Weblog mit Wiki-Seiten, Team-Events und eine gemeinsame Dateiablage in einer gehosteten und sicheren kollaborativen Umgebung.
Plattformen mit Fokus auf Business-Kontakte und Stellenvermittlung sind durch LinkedIn und Xing (vormals OpenBC) vertreten.
Allgegenwärtiges Social-Networking
Die im November 2007 von Google unter dem Namen OpenSocial veröffentlichten offenen Programmierschnittstellen (APIs) ermöglichen es Entwicklern mit JavaScript Applikationen zu bauen und diese in viele verschiedene Social-Network-Plattformen integrieren zu können. Zuvor war das nicht möglich, da die meisten Plattformen proprietär waren (und auch heute noch sind). Googles offene API deckt die folgenden Kernfunktionalitäten ab:
- Verwaltung von Profildaten
- Beziehungen zu anderen Nutzern
- Aktivitäten der Nutzer
OpenSocial ist zudem ein Vertriebsnetzwerk für kleine Anwendungen (Widgets), die in die Portale eingebettet werden können. Genau diese Anwendungen haben maßgeblich zum Erfolg von Facebook nach dem Öffnen der Plattform für die Anwendungen Dritter beigetragen. Google stellt mit OpenSocial den Entwicklern standardisierte Tools zur Verfügung, mit denen Anwendungen, einmal entwickelt, in alle Partner-Plattformen eingebettet werden können. Zu den Unterstützern von Googles offener API gehört u.a. auch die bekannte Plattform Ning, welche Soziale Netzwerke für jeden Anlass und jeden Zweck zum Selberbauen erlaubt.
Google bietet zudem einen Baukasten für soziale Funktionen auf Webseiten. Der Dienst namens Friend Connect stellt ein Login bereit, über das man sich mit einem Benutzerkonto bei Google, Yahoo oder einem anderen OpenID-Provider anmelden kann. Registrierte Nutzer können Inhalte veröffentlichen oder kommentieren, Profilinformationen einsehen, Freundschaften schließen oder weitere Freunde einladen. Google stellt einige konfigurierbare Fertig-Widgets bereit, erlaubt aber auch die Entwicklung eigener Anwendungen. Durch seine große Flexibilität könnte Friend Connect zu einem ernsthaften Konkurrenten für soziale Netzwerke und insbesondere für Facebook werden, das sich wegen der Einbindung von Online-Anwendungen durchgesetzt hat.
Social-Software für Unternehmen
IBM hat mit Lotus Connections das industrieweit erste Social-Software-Angebot für Unternehmen auf den Markt gebracht. Mit dabei sind alle alten Bekannten, die man schon aus dem Endanwenderbereich kennt: Activities, Communities, Bookmarking, Profiles und Blogs. Angestellte sollen über Nutzer-Profile von Kollegen leichter und schneller Experten zu bestimmten Themen finden, Interessensgemeinschaften beitreten und gründen können sowie über Blogs und öffentliches Bookmarking Ideen und Ressourcen austauschen. Business-Partner sollen zudem eine kollaborative Umgebung bekommen, in der Partner ungeachtet von Standort, Größe oder Spezialgebiet Beziehungen aufbauen können, um Wissen und Geschäftsideen auszutauschen oder Geschäftsmöglichkeiten untereinander sowie gemeinsam mit IBM zu ermitteln.
Mobiles Networking
Im Ringen um die Vormachtstellung bei Web-2.0-Anwendungen im Mobilfunksektor hat sich Nokia mit Twango einen Anbieter von Sharing-Lösungen für die Verwaltung und den Tausch von Media-Daten geschnappt und möchte damit die Grenze zwischen Desktop und Handy überwinden. Mit Twango können neben Videos, Fotos und Audioinhalten auch Office-Dokumente ausgetauscht werden. Es sollen mehr als 100 Dateiformate unterstützt werden. 2004 von ehemaligen Microsoft-Mitarbeitern gegründet, hat Twango seinen Sitz noch immer in Redmond, und bezeichnet sich als "social media sharing service" der nächsten Generation.
Aber auch der weltgrößte Getränkehersteller Coca-Cola will mit seinem Social-Networking-Angebot "Sprite Yard", das über Mobiltelefone genutzt werden kann, eine Community aufbauen, wo die Nutzer ebenso wie bei den Online-Konkurrenten Profile anlegen und Fotos und kurze Texte posten können. Als effiziente und nachhaltige Marketingstrategie soll damit das Verhältnis zwischen dem Produkt und seinen Kunden personalisiert werden.
Quellen
Links
- Postings zu Social Networks, Roloblog
- "Wollen wir Freunde sein?", NZZ Online, 7.12.2008
- "Soziale Netzwerke sind Datenschutz-Fallen", Computerworld.ch, 26.9.2008
- "Netzwerk für Profis", Technology Review, 28.1.2008
- "Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship", boyd, d. m., & Ellison, N. B., Stand 18.11.2007
- "Social Networks for the Faithful", BusinessWeek.com, Stand 21.5.2007
- "Social Networks: Execs Use Them Too", BusinessWeek, Stand 28.8.2007
- Studie "Praktiken des Social Networking" (Inhaltsverzeichnis, PDF), Florian Renz, Verlag Werner Hülsbusch (vwh), Stand Februar 2007
- "IT-Giganten stricken am Menschen-Netz", Christian Stöcker, spiegel.de, Stand 25.9.2007
Links Social Network für Senioren
- Schweizer Seniorenportal, deutsch
- Mitgliederforen, Chats, deutsch
- Social Network, englisch
- Social Network, Expertendiskussionen, englisch
- Social Network, englisch, mit Verkaufsladen
- Blogs, Tipps, englisch
- Social Network, englisch
- Social Marketplace, Auktionsplattform mit Community-Funktion für Benutzer jeden Alters
