Implizites Wissen

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Implizites Wissen oder Stilles Wissen (vom englischen tacit knowledge) bezeichnet nicht formalisiertes Wissen, also solche Kenntnisse oder Fähigkeiten, die nicht explizit formuliert sind und sich möglicherweise auch nicht erklären, sondern nur zeigen lassen. Der oder die Betreffende kann praktisch zeigen, was er oder sie weiß, das solcherart Gekonnte aber nicht verbalisieren. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Fähigkeit, am Fahrrad das Gleichgewicht zu halten. Wer das vermag, kennt - aber eben nur implizit - eine sehr komplexe physikalische Regel, die Neigungswinkel, aktuelle Geschwindigkeit und Lenkeinschlag berücksichtigt.

Der auf Michael Polanyi zurückgehende Begriff tacit knowing verdeutlicht, dass das Interesse nicht primär dem Wissen, vielmehr der „Könnerschaft“ gilt, nicht kognitiven Strukturen also, sondern Prozessen. Der Blick richtet sich auf Wahrnehmungs-, Entscheidungs- und Handlungsdispositionen und die ihnen entsprechenden Formen der Performanzregulation (knowing). Erst von dort her wird auf die Beziehung zwischen explizitem Wissen (knowledge) und Können mit der Antwort zurückgefragt, dass das theoretische Wissen das praktische Können niemals vollständig einholen kann. "Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen", meinte Michael Polanyi.

Mit unterschiedlichem Erfolg wird versucht, implizites Wissen über Methoden des Knowledge Engineering über eine Prozesskette Externalisierung, Strukturierung, Formalisierung und Kodierung in explizites Wissen umzuwandeln.

Im Wissensmanagement wurde das Konzept des impliziten Wissens besonders im Ansatz nach Nonaka/Takeuchi rezipiert.

Quellen

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