E-Learning
Aus WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki
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Begriff
Andrea Back et al. definieren E-Learning wie folgt:
- „E-Learning kann begriffen werden als Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien (Basis- und Lerntechnologien) respektive mit darauf aufbauenden (E-Learning-)Systemen unterstützt bzw. ermöglicht wird. E-Learning ist aber keineswegs auf diese Ebenen beschränkt, sondern vermag ebenso auf ganz unterschiedliche Aspekte und Phänomene auf der Prozess- und Strategieebene sowie auf der Ebene des Managements der Veränderungen abzuzielen.“
Technik
Laut Wikipedia kann E-Learning auf sehr unterschiedlichen Technologien basieren und in unterschiedlichen didaktischen Szenarien realisiert werden. Häufig diskutiert werden folgende Varianten:
CBT und WBT
Der Ausdruck CBT (Computer Based Training) bezeichnet Lernprogramme, die vom Lernenden zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden können und bei dem die Lernenden nicht in direktem Kontakt mit dem Lehrenden und anderen Lernenden stehen. Diese Programme können multimediale Lerninhalte (wie z.B. Animationen oder Videodokumente) beinhalten und werden meist auf CD-ROM oder DVD vertrieben. Beim CBT handelt es sich um eine in erster Linie nichttutorielle Form des E-Learning, bei dem das Selbststudium im Vordergrund steht und die Kommunikation, wenn überhaupt, auf asynchrone Weise erfolgt. CBT existiert bereits seit den 80er-Jahren.
Den grundlegenden Baustein netzbasierter Lernangebote bildet das so genannte WBT (Web Based Training) – eine Weiterentwicklung des CBT. Hierbei werden Lerneinheiten nicht auf einem Datenträger verbreitet, sondern von einem Webserver online mittels des Internets oder eines Intranets abgerufen. Die Einbettung ins Netz bietet vielfältige weiterführende Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion des Lernenden mit dem Dozenten/Tutor bzw. seinen Mitlernern. So können neben den klassischen Mails, News, Chats und Diskussionsforen neu auch Web 2.0-Anwendungen mit dem WBT verknüpft werden.
Autorensysteme
Autorensysteme sind Entwicklungswerkzeuge für die Erstellung von digitalen Lernangeboten. Ihr Zweck besteht darin, Inhalte für ein Lernangebot zu erstellen und aufzubereiten. Sie bieten beispielsweise Dozenten die Möglichkeit, Inhaltsunterlagen für das Netz oder eine CD-ROM zu entwickeln.
Ein großer Teil der verfügbaren Autorensysteme ist darauf ausgelegt, Kurse für Festrechner und Laptops herzustellen. Einige Programme ermöglichen es aber auch, Lernprogramme speziell für andere Systeme – beispielsweise PDAs oder Handys - aufzubereiten. Es werden verschiedene Medien- und Dateitypen wie Text, Grafik, Video und Audio unterstützt. Spezielle Autorensysteme sind auf sogenannte Lernumgebungen abgestimmt und ermöglichen es, ausschließlich für diese Lernsysteme Inhalte zu erstellen. Daneben existieren Autorensysteme, die spezielle Standards (z.B. SCORM, AICC oder IMS) unterstützen. Diese Autorensysteme können Inhalte für alle Lernumgebungen erzeugen, die diese Standards unterstützen.
Je einfacher ein Autorensystem zu bedienen ist, desto eingeschränkter ist man im Regelfall bei der Gestaltung der Inhalte. Systeme, die einem Ersteller grosse kreative Freiheiten lassen, sind oft sehr komplex und erfordern eine längere Einarbeitungszeit.
Simulationen
Simulationen sind Modelle, welche bedeutsame Eigenschaften der Realwelt abzubilden versuchen, um Lernenden durch freies oder gezieltes Experimentieren oder Beobachten Wissen über strukturelle oder funktionale Eigenschaften des Originals zu vermitteln. Komplizierte Sachverhalte und Prozesse der Wirklichkeit können so vereinfacht und auf das Wesentliche reduziert dargestellt werden, besonders dann, wenn Realexperimente zu teuer oder zu gefährlich sind.
Videokonferenz / Teleteaching
Die Videokonferenz schafft virtuelle Hörsäle, indem sie räumlich verteilte Lernende und Vortragende miteinander kommunizieren lässt. Diese als Teleteaching bezeichnete Variante des E-Learnings ist in erster Linie durch die Übertragung von Bild und Ton gekennzeichnet. Sie ermöglicht eine der Präsenzlehre ähnliche Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden, die auf verbale Äußerungen ebenso zurückgreifen kann wie auf Gestik und Mimik. Eingeschränkt wird das Teleteaching durch die relativ hohen technischen Anforderungen. Mit zunehmender Bandbreite der Internet-Verbindungen entwickeln sich aus dieser Technologie neue eVideo-Formate.
Learning Management Systeme
Als LMS (Learning Management System) werden Systeme bezeichnet, die für das Online- und / oder Präsenz-Kursangebot den kompletten (oder Teile des) Workflow des Veranstaltungsmanagements von Buchungsprozessen, Lehr- und Lernprozessen bis zur Ressourcenadministration unterstützen können.
In manchen LMS ist eine Lehrer- und Raumverwaltung enthalten, die auch nachträglich Termine und Personen tauschen kann und ggf. Terminkonflikte meldet. Diese Funktionalitäten können recht umfangreich werden, z.B. bei integrierter Arbeitszeit-/Urlaubsverwaltung der Lehrer, Speicherung von Raumdaten (Anzahl von Plätzen, vorhandenen Ressourcen wie Beamern oder Overheadprojektoren), etc. Aus den vorhandenen Daten können später umfangreiche Reportings erstellt werden wie beispielsweise Raumbelegungsdaten, Stundenpläne oder Lernfortschritte einzelner Personen.
Learning Content Management Systeme
Die Aufgabe eines LCMS (Learning Content Management System) ist das Erstellen, Wiederverwenden, Auffinden, Nachbearbeiten und Ausliefern von Lerninhalten (Content). Der Content wird oft in einem zentralen Repository in Form von Lernobjekten vorgehalten. Objekte können aus mehreren verschiedenen Kursen referenziert werden, so dass im Falle einer Anpassung nur eine einmalige Änderung notwendig ist, um sämtliche Inkarnationen auf den aktuellen Stand zu bringen. Das LCMS verfügt (im Gegensatz zu Autorentools) über eine Userverwaltung, die es ermöglicht, verschiedenen Personen und Personengruppen bestimmte Rechte zuzuweisen, so dass z.B. für fachspezifische Experten, Mediengestalter, Projektadministratoren jeweils unterschiedliche Zugriffsfunktionen definiert/realisiert werden können.
Eine Multi-User-Funktionalität erlaubt es, konkurrierende Zugriffe zu verwalten, so dass es nicht dazu kommen kann, dass zwei Benutzer gleichzeitig (widersprüchliche) Änderungen am selben Objekt vornehmen können. Weiterhin verfügen LCMS in der Regel über eine Versionskontrolle, die es ermöglicht, vorgenommene Änderungen nachzuvollziehen.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines LCMS ist die Unterstützung von wiederverwertbaren Lernobjekten. Ziel ist es, ungewollte Redundanzen und widersprüchliche Informationen weitgehend zu verhindern.
Content-Kataloge
Content-Kataloge unterstützen den Austausch von Lernobjekten - von kompletten Kursen bis hin zu Rohmaterialien. Bereitsteller können Angebotsbedingungen spezifizieren. Zugriffe werden dokumentiert und gegebenenfalls abgerechnet. Diese Kataloge sind oft sehr spezifisch auf eine bestimmte Schulstufe (hier Hochschulen) ausgerichtet.
Quellen
- E-Learning, Wikipedia, Stand 21.1.2008
- Back, Andrea / Bendel, Oliver / Stoller-Schai. Daniel (2001). E-Learning im Unternehmen: Grundlagen – Strategien - Methoden - Technologien. Zürich, Seite 28
Links
- «Die Technik ist im Zuge der 2.0-Revolution sozial geworden», Interview mit Dr. Andréa Belliger, Netzwoche 3/2008, Stand 13.2.2008
- E-Learning-Portal der Europäischen Kommission
- Deutscher Bildungsserver: E-Learning
- eLearning, E-Learning, Blended Learning Psychologisch-pädagogische Perspektiven des E-Learning
- E-Learning-Portal BMBWK Austria
- Berlern: E-Learning in der Berliner Wissenschaftslandschaft
- checkpoint-elearning
- elearning-expo
- "E-Learning konnte sich noch nicht durchsetzen", Infoweek.ch, 17.1.2008
Literatur
- Michael Kerres: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. München 2001, ISBN 3-486-25055-8
- Claudia Wiepcke: Computergestützte Lernkonzepte und deren Evaluation in der Weiterbildung. Blended Learning zur Förderung von Gender Mainstreaming. Hamburg 2006 ISBN 3-8300-2426-6
- Andrea Back, Oliver Bendel, Daniel Stoller-Schai: E-Learning im Unternehmen: Grundlagen - Strategien - Methoden - Technologien. Zürich 2001 ISBN 3-280-02749-7
- Oliver Bendel, Stefanie Hauske: E-Learning: Das Wörterbuch. Oberentfelden/Aarau 2004 ISBN 3-0345-0111-0
- Beate Bruns und Petra Gajewski: Multimediales Lernen im Netz: Leitfaden für Entscheider und Planer. 3. Aufl. Berlin 2002. ISBN 3-540-42477-6
- Peter Baumgartner, Hartmut Häfele, Kornelia Maier-Häfele: E-Learning. CD Austria, Sonderheft des bm:bwk, 05/2002, PDF
- Rüdiger Keller, Live E-Learning im Wissensmanagement - Neue Formen des Wissenszugangs durch Lernen in Organisationen und Unternehmen, in Dagmar Lück-Schneider und Stephan Maninger (Hrsg.) Wissensmanagement - Eine interdisziplinäre Betrachtung, Wissenschaftsverlag, Berlin 2006, ISBN 3-938407-14-X
- Andreas Kladroba, E-learning in der Statistik - Ein Vergleich verschiedener Lernsoftwareangebote, in: Allgemeines Statistisches Archiv 90 (2006), S. 323 - 340
- Bernd Kleimann, Klaus Wannemacher: E-Learning an deutschen Hochschulen. Von der Projektentwicklung zur nachhaltigen Implementierung. Hannover 2004. ISBN 3-930447-56-8
- Andreas Holzinger: Basiswissen Multimedia Band 2 Lernen: Kognitive Grundlagen multimedialer Informationssysteme. Vogel-Verlag, 2000, ISBN 3-8023-1857-9
- Alfons Rissberger, Günther Serfas: Eine kleine Zeitreise – Ein Schultag im Jahr 2004. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. März 1995
- Athabasca University, Theory and Practice of Online Learning, unter Creative Commons Lizenz
- Niegermann et al. (2004). Kompendium. E-Learning. Springer-Verlag
- Wolfgang Schmale, Martin Gasteiner, Jakob Krameritsch, Marion Romberg: E-Learning Geschichte. Böhlau, Wien 2007, ISBN 978-3-205-77496-9
- Silvia Nossek/Christoph Hieber (2004), Sie haben Post! Effektiver Einsatz neuer Kommunikationsmedien in Organisationen, Carl Auer Verlag, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-89670-455-9
- Hohenstein, Andreas/ Wilbers, Karl (Hrsg.) (2005): Handbuch E-Learning, Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis Deutscher Wirtschaftsdienst. Köln 2005. https://shop.wolters-kluwer.de/WKD/dwd/details.html?artID=4285
- Issing, Ludwig J./ Klimsa Paul (Hrsg.) (2002): Information und Lernen mit Multimedia und Internet: Lehrbuch für Studium und Praxis: 3. vollständig überarbeitete Auflage: Psychologie Verlags Union. Weinheim 2002, ISBN 978-3-621-27449-4
