12.08.2010

"Web 2.0 wird Hierarchien aushebeln"

... titelt CIO.de und bezieht sich im Artikel auf die Ende Juli von Deutsche Bank Research publizierte Studie "Wie Unternehmen das Web 2.0 für sich nutzen". CIO.de fokussiert u.a. auf das SLATES-Konzept von Harvard Business School-Professor Andrew McAfee. Demnach sollten Enterprise 2.0-Projekte folgenden Grundsätzen folgen:

  • Search: einfache Recherche von Inhalten über die Suchfunktion,
  • Links: Verweis auf zusätzliche, relevante Inhalte, wobei die von den Nutzern als besonders wertvoll eingeschätzten Seiten am häufigsten verlinkt werden,
  • Authoring: einfaches Veröffentlichen oder Editieren von Inhalten,
  • Tags: Vergabe von Schlagworten durch die Nutzer, wodurch sich eine nutzergesteuerte Kategorisierung und Priorisierung von verwendeten Seiten entwickelt, eine sogenannte Folksonomy,
  • Extensions: Extrapolation von beobachtetem Verhalten im Netz, um Empfehlungen für zukünftiges Verhalten auszusprechen und
  • Signals: durch Abo-Funktionen werden Nutzer auf neue Inhalte aufmerksam gemacht (z.B. durch RSS-Feeds).
Was den Titel betrifft, schreibt CIO.de:
"DB Research gibt zu Bedenken, dass Web 2.0 die Firmenkultur verändert. (...) "Web 2.0-Instrumente reduzieren grundsätzlich die Fähigkeit des Managements, Kontrolle auszuüben", so Stobbe. (...)

Die Analystin beschreibt andererseits die Vorteile von Web 2.0. Insbesondere Wissens-Management und Kommunikation profitieren von Blogs und Wikis, denn die produzierten Inhalte sind offen zugänglich und permanent sichtbar. (...) Informationen werden verdichtet und firmenweit sichtbar gemacht."

Verfasst von Hans Fischer um 17:15

26.07.2010

Verstehen und Lesegenuss dank "Text 2.0"

Andrea Back, Direktorin des Learning Centers an der Universität St. Gallen, macht im jüngsten Newsletter auf einen - nicht mehr ganz neuen, nachwievor aber hoch interessanten - Film des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) über "Text 2.0" aufmerksam.

Besagter Film beschreibe die so zukunftsträchtige Vision spielerisch und zeige insbesondere auf, dass "Text 2.0" bisherige Verständnisprobleme "mit ergänzenden Informationen lösen und den Lesefluss beispielsweise durch das Ausblenden irrelevanter Informationen" erhöhen könne.

Verfasst von Hans Fischer um 09:48

06.07.2010

Juristisches zu Social Media im Unternehmen

Im Mai haben wir im Posting "Social Media im Unternehmen - regeln statt verbieten" geschrieben, dass es für den Einsatz von Social Media im Unternehmen keine Verbote, sondern vielmehr Regeln und Strategien brauche. Zeit Online bringt nun ein interessantes Interview mit dem Juristen Carsten Ulbricht (u.a. Blog Rechtzweinull) zum Thema. Ein Auszug aus "Soziale Netzwerke - 'Verbote sind keine Lösung'":

"Es wird noch sehr lange dauern, bis auch im Graubereich zwischen Privatleben und Arbeitswelt rechtliche Grundlagen geschaffen sind, die den Interessen des Arbeitgebers, des Arbeitnehmers und auch dem Datenschutz angemessen Rechnung tragen. Ich halte es daher für vorausschauend, wenn Unternehmen eigene Regeln einführen, statt sich vor den Arbeitsgerichten einem ungewissen Ergebnis auszusetzen. Auch Arbeitnehmern nützen klare Regelungen. Sie können die Transparenz fördern und bei den Mitarbeitern mehr Kompetenz im Umgang mit sozialen Netzwerken schaffen. Ohnehin entstehen die meisten Konflikte nicht durch böse Absicht, sondern durch Unwissenheit und die unbedachte Veröffentlichung von Inhalten im Internet. Die Mitarbeiter, die mit einem anonymen Kommentar ihrem Arbeitgeber schaden wollen, wird man mithilfe der Richtlinien sowieso nicht davon abhalten können. Entsprechende Regeln können aber als Leitplanken dienen, um den überwiegenden Teil der Mitarbeiter rechtliche Grenzen aufzuzeigen."

Verfasst von Hans Fischer um 13:36

05.07.2010

Corporate Twitter, Corporate Blog und Topposts

Eine kleine Recherche, inwiefern Corporate Twitter (s. auch „Social Media ist der nächste große Schritt") sich auf die Zugriffszahlen des Corporate Blogs (s. auch "Corporate Blogs - still alive and kicking") auswirkten, führte zu zwei Ergebnissen: Zumindest im Falle der Rolotec führen Corporate Twitter und Corporate Blog eine recht eigenständige, erfolgreiche Koexistenz mit relativ wenig Referenzen. Und, quasi als Nebenprodukt der Recherche, folgende Posts wurden seit dem Roloblog-Start im September 2005 am häufigsten angeklickt:

  1. Was ist eigentlich eine Rezession?, 22.01.2008

  2. Sicherheitsrisiko USB-Sticks, 22.6.2006

  3. Negroponte kontert Kritik am 100-Dollar-Laptop, 4.5.2006

  4. Brunanet - Plattform für die Kuh, 7.10.2005

  5. Am 1. April soll Conficker-Virus loslegen, 23.3.2009

  6. Web 2.0 zwischen Bashing und Euphorie, 9.1.2006

  7. Bang - und die Cyborgs rücken näher, 29.05.2006

  8. "Im Bikini gegen das miese Image", 11.07.2006

  9. Tasten-Kombinationen zur Mausentlastung, 9.1.2006

  10. Arbeit, Kapital, Boden und Wissen, 23.01.2007

Verfasst von Hans Fischer um 16:20

30.06.2010

Social Wissensmanagement-Wiki 2.0-Evergreen

Als wir vor gut 3 Jahren mit der Gestaltung des WM 2.0-Wikis gestartet haben, lautete die Formel noch: Wissensmanagement + Web 2.0 = Wissensmanagement 2.0. Obwohl "Social Media" und "Social Networking" den Term "Web 2.0" mittlerweile verdrängt haben, stehen Userinteraktion, User generierte Inhalte, Transparenz und die Verabschiedung vom klassischen Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell nach wie vor im Zentrum; das Ganze auf der Basis leicht zugänglicher und bedienbarer Web-Applikationen.

Trotz etwas Patina, haben die Wiki-Inhalte noch immer Gültigkeit. Bezüglich Wissensmanagement 2.0 - eine zunehmend überlebenswichtige Notwendigkeit für viele Unternehmen übrigens - haben wir damals u.a. festgehalten:

"In den 1990er Jahren wurde das Wissensmanagement vorrangig als Aufgabe der Informationstechnologie (IT) gesehen. Es ging darum, das Wissen aus den Köpfen der Menschen in Datenbanken zu übertragen. Diese Datenbanken erwiesen sich bald als Datenfriedhöfe: Das dort gespeicherte "Wissen" wurde selten gepflegt und noch seltener abgerufen.

(...) Auch das bestbefüllte Content-Repository löst eines der gravierendsten Probleme aber nicht: Das wertvollste Wissen steckt nicht in Dokumenten, sondern in den Köpfen der Mitarbeiter (siehe Explizites/Implizites Wissen). Ohne Menschen ist Wissensmanagement-Software nutzlos.

Die Erkenntnis daraus für Wissensmanagement 2.0: Wissen wird vor allem im Austausch von Menschen geschaffen und kommuniziert."

Und welche Potenziale und Chancen Social Media und Social Networking diesbezüglich bieten, liegt nun wirklich auf der Hand.

Verfasst von Hans Fischer um 17:26

28.06.2010

"80 Prozent der Führungskräfte nutzen soziale Medien"

... titelt FAZ.net und basiert den Artikel auf einer "Online-Umfrage der Deutschen Telekom, der defacto.x und der Selbst-GmbH unter 477 Führungskräften in Deutschland". 80 Prozent? Autor und "Netzökonom" Holger Schmidt relativiert:

"Allerdings ist die Mehrheit der Befragten eher passiv im sozialen Web unterwegs. Die große Mehrheit nutzt das Geschäftsnetzwerk Xing, um sich mit Kollegen zu vernetzen oder sich zumindest die Kontakte der Kollegen anzuschauen. Aber immerhin jeder dritte Befragte kommuniziert aktiv in den sozialen Medien und etwa jede vierte Führungskraft veröffentlicht Nachrichten oder stellt sein Wissen in Projekten - zum Beispiel in Wikis - zur Verfügung, hat die Umfrage ergeben."
Ein früheres Posting "Müssen oberste Chefs wirklich twittern?" schloss damals mit einer Feststellung, die durch die aktuellen Umfrageergebnisse keinesfalls obsolet geworden ist:
"Guten CEOs traue ich persönlich aber durchaus zu, Strategiekonformität, Opportunitäten und Nachhaltigkeit von Twitter & Co. aus theoretischer Warte beurteilen zu können. Was natürlich nicht heissen soll, dass C-Level-Verantwortliche nicht Bloggen, Twittern oder sonstwie Social Networken sollen, wenn sie mögen.

Viel wichtiger als twitternde Chefs sind meines Erachtens Vorgesetzte, die offen sind für den Einsatz von Social Media und befähigten Mitarbeitenden genügend Spielraum für die Umsetzung lassen."

Verfasst von Hans Fischer um 15:01

15.06.2010

„Social Media ist der nächste große Schritt"

... titelt das FAZ.net-Blog "Netzökonom" und leitet das sehr lesenswerte Posting wie folgt ein:

"In einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft hängen Produktentwicklung, Innovation und Marketing, aber auch das Personalwesen immer stärker von einer effektiven internen und unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit der Menschen ab. Soziale Medien wie Unternehmensblogs und Wikis, aber auch Facebook und Twitter spielen in diesen Collaborations-Strategien der Unternehmen eine schnell wachsende Rolle, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Avanade unter 538 Managern in 17 Ländern herausgefunden hat. „Social Media ist der nächste große Schritt in der Collaboration. Nur 9 Prozent der Befragten haben Social Media als Collaboration-Tool nicht auf der Agenda."
Weitere Beiträge zu (Corporate) Social Media: Wir twittern @Rolotec

Verfasst von Hans Fischer um 11:08

11.06.2010

Von der User-Oberflächlichkeit 2.0 zum Wissens-Cyborg

Computerwoche.de schreibt im Artikel "Irreversibel - Das Internet produziert oberflächliche Leser":

"Das Echtzeitweb hat den Nachrichtenkonsum markant verändert. Der Aufstieg von Twitter und Co hat die Masse an Online-Informationen noch einmal vergrößert und vor allem beschleunigt.

Für den Nutzer ergibt sich daraus eine schier unbewältigbare Menge an News, die ohne Unterbrechung Nachschub liefert. Netzexperte Nicholas Carr sieht im Real-Time-Web eine Art Überforderung. Es reduziere die Fähigkeit der User, Content noch tiefgreifend zu erfassen, schreibt Carr in einem Gastbeitrag für 'WIRED'."

Computerwoche.de führt weiter aus, dass sich die Informationsflut nicht nur auf den einzelnen User auswirke, sondern volkswirtschaftliche Relevanz habe, ein Umdenken auf breiter Ebene erfordere und zudem zur wichtigen Kulturtechnik werde:
"Schulen, Medien und Wirtschaft wären gut beraten, ihre Schützlinge fit für den Umgang mit dem Real-Time-Web zu machen."
Nun, die Aussagen sind zweifelsohne richtig. Neben der quantitativen Aussage gilt es auch das Ende des klassischen Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell zu berücksichtigen: Nicht mehr Kommunikationskontrolle steht im Zentrum, sondern Kritik- und Kooperationsfähigkeit.

Liest man Artikel wie den geannten von Computerwoche.de, wird klar, warum das Semantische Web (s. "Einstiegsmöglichkeiten ins Semantische Web") so wichtig für die Zukunft ist. Und wo führt es hin? David J. Krieger, Co-Leiter des Instituts für Kommunikationsforschung (IKF) in Luzern, hat im Fachartikel "Wissensgesellschaft 2.0 - Mitmachen oder Verlieren!" festgehalten:

"'Das Netzwerk als Ganzes ist eine weltumspannende Wissensmanagement-Maschine.' Da die Menschen ein Teil davon seien, folgert er: 'Das Ganze ist folglich keine eigentliche Maschine, sondern viel eher ein Cyborg, ein bio-kybernetisches Wesen. Sein ‹Leben› besteht darin, Wissen in allen Formen zu schaffen, zu bewahren, zu verteilen und zu nutzen.'"

Verfasst von Hans Fischer um 13:30

08.06.2010

Einstiegsmöglichkeiten ins Semantische Web

Dass "Semantik" und "Semantisches Web" grösste Zukunftsrelevanz haben, ist kaum bestritten. WM 2.0 Wissensmanagement Wiki hält fest:

"Dieses Semantische Web stellt die nächste Phase in der Evolution des menschlichen Wissensaustausches dar. Wie damals bei der Erfindung des Mobilletterndruckes durch Gutenberg, haben heute die Entwickler dieser neuen Technologie keine Möglichkeit zur Vergegenwärtigung der endgültigen Folgen ihrer Arbeit. Es gibt jedoch die gemeinsame Überzeugung, dass die Fähigkeit zum Erfassen von Wissen in einer für Maschinen lesbaren Form, dieses Wissen online zu veröffentlichen, Agenten zu entwickeln, die dieses Wissen zusammenführen, daraus Schlussfolgerungen herleiten können und die Resultate sowohl Menschen als auch anderen Agenten kommunizieren können, die Art und Weise revolutionieren wird, wie Menschen Informationen nutzbar machen und verteilen werden."
Wie geht man vor, wenn man Begrifflichkeiten verstehen und sich in die Thematik einarbeiten will? Semantic Web hat im Beitrag "The Best Introductions To The Semantic Web" einige sehr gute Einstiegsmöglichkeiten beschrieben und verlinkt. Schmökern lohnt sich auf jeden Fall.

Im Roloblog finden sich unter anderem folgende Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 11:27

03.06.2010

Medien & Social Media: Paid Content-Debatte

Die Zeit bringt mit dem Interview "Ihr seid so mutig, so tapfer, viel Glück!" einen sehr lesenswerten Beitrag zur Medienzukunft, unter anderem mit folgender Antwort von "Times"-Chefredakteur James Harding:

"Es ist ganz sicher richtig, dass wir es heute mit einer globalen Kommunikation zu tun haben und dass englischsprachiger Journalismus nie zuvor ein solch glorreiches Zeitalter erlebt hat. (...) Das glorreiche Zeitalter geht leider mit einem destruktiven Geschäftsmodell einher. Der Bereich frei gesendeter, lediglich werbefinanzierter Inhalte hat bestimmt zugelegt, vor allem rund um die Suchmaschinen, bloß nicht annähernd genug bei Nachrichten und Informationen. Wir wollen, dass die Times wieder eine profitable Nachrichtenorganisation wird. Ich bin Journalist und will sicherstellen, dass wir weiterhin in Journalismus investieren. Die Frage ist: Glauben Sie, dass das digitale Anzeigengeschäft schnell genug wächst und sich auf unserem Feld schnell genug ausdehnt, um unsere Reporter in aller Welt zu finanzieren? Wenn die Antwort Nein lautet, muss man die Leute bitten, zu zahlen."
Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 13:18

03.05.2010

Social Media im Unternehmen - regeln statt verbieten

Im Artikel "Web-2.0-Knigge - 10 Ratschläge für Xing, Linkedin und Facebook" nimmt CIO.de Bezug auf die 10 Handlungsempfehlungen des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. im "Social Media-Leitfaden für Unternehmen und Mitarbeiter". Die zehn Tipps lauten:

  1. Definieren Sie Ziele
  2. Geheimnisse sind geheim und Interna bleiben intern
  3. Mitarbeiter müssen authentisch sein
  4. Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung
  5. Interne Kritik ist erlaubt, bleibt aber intern
  6. Gehen Sie mit Fehlern offen um
  7. Schonen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen
  8. Beachten Sie geltendes Recht
  9. Private Nutzung von Social Media während der Arbeit einschränken
  10. Social Media erfordert kontinuierliches Engagement
Eines ist klar: Auf Dauer braucht es für den Einsatz von Social Media im Unternehmen keine Verbote, sondern vielmehr Regeln und Strategien.

Weitere Beiträge zum Thema:

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 10:35

29.04.2010

Generation Y - BerufskollegInnen 2.0 ticken anders

"Zwischen iPod und Learning 2.0" titelt Financial Times Deutschland und fasst zusammen:

"Die Berufseinsteiger von heute lernen und arbeiten anders als vorige Generationen. Das müssen Arbeitgeber berücksichtigen, wenn sie neue Mitarbeiter einstellen. Gleichzeitig gilt es, ihre Eigenheiten als Chance für das Unternehmen zu nutzen."
Der Artikel ist eine detaillierte und sehr lesenswerte Auseinandersetzung mit der Generation Y. Eine Auseinandersetzung, die im Sinne des nachhaltigen Unternehmenserfolges keinesfalls verdrängt werden darf.

Bisherige Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 14:56

23.04.2010

Lesetipp: "Wie das Internet Machtverhältnisse verändert"

Social Networks und Social Media sind in aller Munde, laufen auf allen Kanälen und sind Teil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Gestern haben wir (mal wieder) über den Einfluss auf die Finanzwelt geschrieben, einige Tage vorher über Wissensmanagement-Auswirkungen. Einen übergeordnet interessanten Aspekt beleuchtet heute Welt Online im Artikel "Wie das Internet Machtverhältnisse verändert":

"Nach dem auf Faszination basierenden "Zugangsboom" der späten 90er-Jahre (...) und dem Nutzungsboom der späten 00er-Jahre mit der rasanten Verbreitung der Sozialen Netzwerke folgt jetzt eine Welle, in der sich Internetnutzer machtvoll zu Bewegungen zusammenschließen. Sie hätten die politische Agenda gesetzt, und zwar ohne einen Rückgriff auf etablierte Strukturen und die etablierten Massenmedien, sagte Kruse."
Besagter "Kruse" ist Peter Kruse, Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. In besagtem Artikel gibt er abschliessend zu bedenken:
"'Die Social Software des Web 2.0 ist ein Angriff auf die etablierten Regeln der Macht und erzwingt ein grundlegendes Umdenken', sagt der Professor. Er rät Politikern oder Managern: Raus aus Expertengremien. Rein in die Netze. 'Das soziale Web ist eine Lawine, die bereits zu Tal donnert', ist seine Mahnung."

Verfasst von Hans Fischer um 10:34

22.04.2010

Bank der Zukunft: Traditionsbank oder Social Network?

Nach dem Beitrag "Derivate-Emittenten erobern Soziale Netzwerke" mit vielen weiterführenden Links auf Finance 2.0-Themen heute nun der Hinweis auf den sehr interessanten Beitrag "Banking: Online, Social, Facebook?", geschrieben von Marcel Bernet für den Extrablog auf NZZ Online. Die Ausgangslage:

"Drei Stufen der Evolution bedrohen Margen und Marktanteile der Banken: 1. Online Banking, 2. Social Banking, 3. Facebook, Google, Sonstwer. Die dritte Stufe scheint im Augenblick noch die visionärste, auf Stufe eins startet gleich Wegelin durch und Stufe zwei ist schon ziemlich verbreitet."
Der Autor stellt bezüglich der 3. Stufe die finale Frage, wer sein Geld einem Technologiekonzern oder einer Sozialen Plattform anvertrauen würde? Nun, klassische Banken sind selber zu spezifischen "Technologiekonzernen" geworden und Soziale Netzwerk-Projekte sind vielerorts Thema (s. unter anderem Fachartikel "Finance 2.0 - User machen Druck oder springen ab").

Zentral sind die sich fundamental verändernden Kundenbedürfnisse und Kommunikationsverhalten. Wer sich am besten daran anpasst, gewinnt die Zukunft und Kundenvertrauen - egal ob ursprünglich Traditionsbank, Social Netzwerk oder Fusionsprodukt.

Verfasst von Hans Fischer um 14:05

19.04.2010

"Derivate-Emittenten erobern Soziale Netzwerke"

... titelt Financial Times Deutschland und schreibt:

"Videos gibt es auch auf Youtube. Formate wie Bosse & Meinel von der Deutschen Bank oder eine tägliche Chartanalyse des Dax finden sich im World Wide Web überdies auch von BNP Paribas. Neben Youtube setzen die Franzosen mit ihrer Präsenz auf Twitter und Facebook neue Standards um auch jüngere Anleger anzusprechen. "Für uns ist das ein Versuch zu testen, wie es beim Nutzer ankommt und um frühzeitig in den neuen Kanälen positioniert zu sein", sagt Grégoire Toublanc, Derivatefachmann der BNP Paribas."
Wer zweifelt da noch grundsätzlich ob Potenzial und Notwendigkeit für die ganze Branche?

Weitere Beiträge zu Finance 2.0:

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 09:22

13.04.2010

Benchmark für twitternde Unternehmen

CNBC.com hat "The Top 10 Companies on Twitter" veröffentlicht. Trotz US-Fokus sind die Beispiele und Kommentare durchaus auch für Unternehmen in unserem Sprachraum interessant. Warum? Viele Unternehmen werden sich dereinst Mikroblogging zuwenden oder bereits bestehende Accounts professionalisieren müssen. Da scheint guter Rat teuer (genug).

Verwandte Beiträge:

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 14:34

08.04.2010

"Mit Marketing 2.0 Kunden gewinnen" & Handlungstipps

"Wissensmanagement - Das Magazin für Führungskräfte" hat mit "Mediennutzung - Mit Marketing 2.0 Kunden gewinnen" einen interessanten Artikel frei zugänglich publiziert. Der Artikel beginnt mit der Feststellung, dass ohne passende Strategie kein Blumentopf zu gewinnen sei. Deren Essenz lautet:

  1. Lerne alles über Digitale und Soziale Medien
  2. Entwickle einen eigenen Web-2.0-Marketingplan
  3. Nutze „Word-of-mouth-Marketing“
  4. Öffne Deine Kommunikation! Genieße den Austausch mit Kunden
  5. Mache etwas Neues, an das sich Kunden erinnern
  6. Vergiss nicht, aus Deinen Aktivitäten zu lernen (Tracking, Monitoring, Learning)
Und das Fazit?
"Die Zukunft der Kundengewinnung liegt in der Integration realer und virtueller Kundengewinnungsstrategien. Die Verschmelzung beider Marketingwelten wird künftig in immer mehr Unternehmen Realität sein. Die nächste Herausforderung lautet: die Marken für das mobile Internet attraktiv machen."
Diverse Artikel mit weiterführenden Links zum Thema Social Media Marketing finden Sie auch in unserem Archiv. Zur Erinnerung noch mal unsere konkreten Handlungstipps für corporate Social Media-Aktivitäten:

Potenzialanalyse: Den Einsatz von Social Media-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.

Zieldefinition: Social Media-Anwendungen sind mittlerweile so bekannt, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.

Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielsetzung und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.

Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.

Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.

Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Social Media-Einsatzes, steigt damit entscheidend.

Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte

Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.

Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.

Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Social Media nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 16:25

06.04.2010

Corporate Twitter kostet jährlich rund CHF 16,4 Milliarden

"Zeitverschwendung", nannte ein Bekannter an einem Osteranlass Twitter und zeigte sich überzeugt, dass die "unproduktive Twitterei" die Milliarden kosten würde. Ohne auf den Nutzen von corporate Twitter wie Markenführung, Marktforschung, Kommunikation oder Wissensmanagement (s. auch "Vermeintliche Gretchenfrage: Wann sollen Unternehmen twittern?") einzugehen, wenden wir uns den Zahlen und einer kleinen - maximal reduzierten und keinesfalls allzu ernst zu nehmenden - Überschlagsrechnung zu:

Ende Februar ging die News um die Welt, dass täglich rund 50 Millionen Tweets verfasst würden. Nehmen wir nun (grosszügig) an, dass davon ein Drittel entweder im Auftrag von Unternehmen oder aber während der Arbeitszeit geschrieben werden. Das entspricht folglich rund 16,7 Millionen "corporate" Tweets weltweit. Werden für jeden Tweet 2 Minuten gerechnet, ergibt das täglich 556'667 Stunden. Bei einem (ebenfalls grosszügig gerechneten) internationalen (Netto-)Durchschnittsstundensatz von CHF 40.- erreichen wir Kosten von täglich CHF 22,3 Millionen. Berücksichtigt man noch die Zeit der Follower fürs Lesen während der Arbeitszeit, dürfte eine Verdoppelung auf insgesamt täglich rund CHF 45 Mio. in etwa hinkommen. Der Betrag entspricht alles in allem rund 4 Prozent der täglichen Werbeaussagen weltweit. Beachtet man die Öffentlichkeitswirkung von Twitter, dann scheint der Return on Investment ziemlich gut sein - doch das ist wiederum ein ganz anderes Thema (s. auch "Wie Marketing-Budgets effektiv arbeiten").

Noch zur einleitend erwähnten Milliardenbehauptung des Bekannten: Gemäss Überschlagsrechnung sind es (ohne Infrastrukturkosten etc.) jährlich rund CHF 16,4 Milliarden.

Wir twittern unter @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 10:05

23.03.2010

Die besten IT-Blogs (aus Deutschland)

... listet Computerwoche.de auf und schreibt:

"Dabei haben Blogs in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen - sie sind mehr geworden als reine Online-Tagebücher und Bildbände. Gerade bei schnelllebigen Themen, wie beispielsweise der IT oder der Technik-Markt, stellen Blogs eine sehr gute Informationsquelle dar. So können aktuelle Geschehen direkt aufgeriffen und kommentiert werden."
Eine Aussage, die wir bejahen und jüngst im Posting "Corporate Blogs - still alive and kicking" thematisiert hatten. Was die Auswahl der angeblich besten IT-Blogs Deutschlands angeht, wären andere Nennungen - weniger populär, dafür inhaltlich spezialisierter - durchaus auch möglich gewesen. Egal, wer mit Keywords wie "Top Blogs", "Blog Ranking", "Blog Award" etc. sucht, findet eine Unmenge an solchen Listen und in beinahe jeder neue Newsreader-Kandidaten (s. auch "Ein Loblied auf (unverzichtbares) RSS").

Verfasst von Hans Fischer um 08:52

18.03.2010

Corporate Blogs - still alive and kicking

2004 war "Blog" das Wort des Jahres in den USA. Als wir 2005 starteten, galt Corporate Blogging noch als ziemlich avandgardistische Art der Unternehmenskommunikation. Dann wurde der Unternehmensblog zum must have und seit Twitter, Facebook & Co. gelten Weblogs als Web 2.0-Relikte. Im Internet rast die Zeit.

Eine Kollege und ehemaliger Wirtschaftsjournalist hat heute gemeint, dass die Abwanderung von Blogs hin zu Twitter, Facebook und Co. logisch sei, da Bloggen von der Themenwahl bis hin zu schreiberischen und orthographischen Fähigkeiten anspruchsvoller sei. Nun, auch Tweets und Facebook-Inhalte müssen gefallen. Bei Blogs sind inhaltliche und schreiberische Mängel aber in der Tat sehr viel auffällliger.

Unter dem Strich ergänzen sich Corporate Blog und Corporate Twitter aber ganz ausgezeichnet. Twitter sorgt für ein Markenführungsgrundrauschen und hat hervorragende "Headliner"-Qualitäten. Demgegenüber können Themen via Blogs ausführlich behandelt und unternehmerische Kompetenz manifestiert werden. Am Rande bemerkt: Ob Twitter, Blog, Facebook oder was auch immer, ohne eingehende Planung, Analyse und Überwachung bringt der Einsatz von Corporate Social Media überhaupt nichts. Diesbezüglich haben wir 10 konkrete Handlungstipps im Beitrag "Vermeintliche Gretchenfrage: Wann sollen Unternehmen twittern?" veröffentlicht.

Zurück zum Titel. Dass Weblogs noch lange nicht zum vernachlässigbar alten Eisen gehören, hat heute auch Search Engine Journal im Beitrag "Blogging in 2010: What You Need To Know" geschrieben:

"In spite of all the claims that Blogging is dead, the numbers show Blogs are still a great way to get your message out there and to gain exposure and credibility in your industry".
In besagtem Posting wird aus "2009 State of the Blogosphere by Technorati" zitiert. Anbei einige der Punkte:
  • 77% of Internet users read blogs according to Universal McCann
  • 14% are Corporate Bloggers
  • 51% of Corporate Bloggers – 58 respondents – report receiving a salary for blogging
  • 56% say that their blog has helped their company establish a positioning as a thought leader within the industry
  • 58% say that they are better-known in their industry because of their blog

Verfasst von Hans Fischer um 15:12

16.03.2010

"Trading 2.0 – die nächste Generation des Tradens"

Daytrading.de beschreibt im Beitrag "Trading 2.0 – die nächste Generation des Tradens" Aktuelles und Zukünftiges sowie eingesetzte Anwendungen wie RSS, Twitter, Community Scanning, Blogs, Social Daytrading etc. Wer sich bisher noch nichts unter "Finance 2.0" vorstellen konnte, findet in besagtem Beitrag einen praxisbezogenen Ansatz. Ein Auszug:

"Heute tradet man direkt aus dem Chart und lässt Trades automatisch verwalten. Wenn man wichtige Newsletter verfolgen will, kann man dies mittels RSS-Technologie übers Handy oder vom PC aus machen. Alle wichtigen Alarmsignale kommen selbstverständlich übers Handy, so dass einem keine Swing-Trading-Signale entgehen können (...). Der Vorteil des Trading 2.0 liegt darin, schneller an wichtige Informationen zu kommen und Tendenzen auf dem Markt zu erkennen. Durch Social Communities entstehen hier Synergieeffekte. (...) Ein Beispiel bietet das Web-Based-Community-Scanning. Durch das Teamwork seitens ihrer Benutzer können Onlinegruppen gezielt verschiedene Marktveränderungen, Titel und Bewegungen im Auge behalten und sich gegenseitig über bedeutende Veränderungen informieren."
=> Bisherige Finance 2.0-Beiträge

Verfasst von Hans Fischer um 10:46

12.03.2010

"Online-Banking gewinnt zunehmend an Bedeutung"

... titelt der Netzticker, bezieht sich dabei auf die "Bankenstudie 2015" von Accenture und Verband Schweizer Kantonalbanken und schreibt:

"Online- und Direktbanken verschärfen den Verdrängungswettbewerb im Retail Banking: Sinkende Erträge und steigende Kosten würden Online-, Direkt- und Low-Cost-Banken das Feld öffnen und die Banken dazu zwingen, sich wegen Margendrucks, erhöhter Regulierungsdichte und veränderten Kundenbedürfnisse auch in der Zeit nach der Krise neu zu positionieren, so die Bankenstudie 2015."
Tipp: Diverse Postings zu Finance 2.0.

Verfasst von Hans Fischer um 12:43

Corporate Twitter: Von Profis, Posern, Kuschlern und Unsozialen

"Macht ein Corporate Twitter Account Sinn?", fragte sich ein Freund und beobachtete in Folge das Micro Blogging-Geschehen während knapp eines Jahres. Er fokusierte dabei auf Corporate Accounts der Sektoren Banken, ICT, Konsumgüter und Medien in gemischten Sprachgruppen. Gestern hat er über die Erkenntnisse seiner Privatinitiative informiert. Als Essenz unterteilt er die beobachteten Accounts, ohne repräsentativen Anspruch natürlich, in vier Hauptgruppen:

  • Die Profis: Meistens mit journalistischem Background oder profunden PR-Kenntnissen. Tipp: Einfach weiter so.
  • Die Poser: Missbrauchen Corporate Twitter meist für Ego-Trips. Tipp: Besser privat twittern.

  • Die Kuschler: Informieren relativ breit und gut, drehen sich bezüglich Interaktion aber auf Schmusekurs in den immergleichen Kreisen. Tipp: Etwas cooler.

  • Die Unsozialen: Twittern professionell, halten sich an Unternehmensrichtlinien, kümmeren sich dabei aber kaum um Interaktion. Tipp: Den Begriff "Social Media" reflektieren.
Selbstverständlich gibt es viele Mischformen - die beschriebenen Grundtendenzen haben aber auf jeden Fall was an sich.

Ps. Die Eingangs gestellte Frage haben wir unter anderem im Beitrag "Vermeintliche Gretchenfrage: Wann sollen Unternehmen twittern?" behandelt.

Verfasst von Hans Fischer um 11:21

04.03.2010

Das schleichende Sterben von Social Media-Initiativen

Der Titel ist nicht allgemeingültig. Etablierte Social Media-Anwendungen erfreuen sich respektabler Vitalität und - im Sinne des Namens - regelmässig eingestellter Inhalte durch die User. Abseits der Massen, ob im Internet oder in Intranets, fristen Social Media-Initiativen oftmals aber ein kümmerliches Dasein. Gestartet mit grossem Trara, viel Einsatz, Enthusiasmus und häufig auch unter wohlwollendem User-Beifall werden Projekte lanciert und warten dann meist vergeblich auf das Einsetzen der für Social Media kennzeichnenden Kollaboration. Wenn sich in solchen Fällen nicht Einzelpersonen unermüdlich um die Inhalte zu Gunsten der teilweise durchaus sehr zahlreichen Konsumenten solcher Angebote kümmern, schläft die Sache schnell ein und setzt Patina an.

Mit dem WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki erleben wir das sehr direkt. 2006 im Rahmen einer MBA-Ausbildung mit drei Kollegen gestartet, wurde das Wiki mit einem Kraftakt ins Web gehoben, 2008 von einer Nachfolgeklasse weiterbearbeitet und seither inhaltlich kaum mehr weiterbearbeitet. Trotz hohen Zugriffsraten, vielen Verlinkungen und teilweise hervorragenden Inhalten, z.B. zur Symbiose von Wissensmanagement und Web 2.0 zu Wissensmanagement 2.0, wurde die inhaltliche Arbeit nie sozial mitgetragen. Dann veralten Links, steht nachwievor "Web 2.0" statt "Social Media", respektive "Social Networking" und das schleichende Social Media-Sterben setzt ein. C'est la (fin de la) vie.

Verfasst von Hans Fischer um 11:05

01.03.2010

"Der schwerfällige Weg der Banken in das 2.0-Zeitalter"

... titelt Blicklog und schreibt über die CeBIT-Veranstaltung "Finanzsektor & das Web 2.0":

"Aktuell spricht wieder viel dafür, dass sich die Geschichte wiederholt. Die etablierten Institute ignorieren den Social Media-Prozess zu 99%. Sie übersehen dabei, dass derzeit eine Generation heranwächst und in Entscheidungspositionen drängt, für die Social Media nichts mit Sozialleistungen, sondern mit Einbeziehung, Transparenz und Beteiligung der Kunden zu tun hat (...).

Und mit Bloomberg existiert sein vielen Jahren die größte 2.0-Finanzcommunity, die bei geringerer Nutzerzahl mächtiger ist als Google, Twitter, Facebook und Microsoft zusammen. Über diese “Community” werden Informationen in Echtzeit verbreitet, Finanztitel gehandelt und natürlich miteinander kommuniziert. Und längst gibt es hier mobile Service für Blackberry oder IPhone. (...) Das einzig für 2.0 fehlende konstituierende Merkmal ist eigentlich die Offenheit für weitere Teilnehmer."


Weitere Beiträge zur Thematik:

Verfasst von Hans Fischer um 09:37

19.02.2010

Sicherheitsfallen 2.0, Einbrecher 2.0, Wurm 2.0, Schwarze Liste 2.0

Jüngst kumulierten sich im Newsreader (s. auch "Ein Loblied auf (unverzichtbares) RSS") Security-Meldungen im Zusammenhang mit Social Media und Social Networking. Anbei eine Auswahl:

  • Goldene Regeln für Web-2.0-Sicherheit, CHIP Online
    "Soziale Netzwerke sind im Geschäftsleben Chance und Gefahr zugleich. Deshalb hat die EU-Sicherheitsbehörde Enisa jetzt einen Leitfaden veröffentlicht, der die schlimmsten Fehler benennt und zeigt, wie man sie vermeidet."

  • Datenschutzaktion: Web-2.0-Dienst für Einbrecher, ORF.at
    "Als harte Warnung an allzu arglose User von Diensten wie Twitter, Google Buzz und Foursquare haben drei besorgte US-Entwickler die Website Pleaserobme.com ("Bitte rauben Sie mich aus") ins Netz gestellt."

  • Sicherheitsfachleute warnen vor gefaehrlichem Spybot.AKB Wurm , Virenschutz.info
    "Sicherheitsexperten warnen derzeit vor einer neuen Internet-Wurm-Variante. Besonders gefährdet, sich den Wurm auf seinen Rechner zu laden, sind zur Zeit Nutzer von Online Tauschbörsen wie Bittorrent oder Internet-Nutzer sich bei sozialen Netzwerken a la facebook anmelden möchten. Der Wurm Spybot.AKB wird als Einladung zu sozialen Netzwerken oder als Nachricht von Google, Amazon und weiteren getarnt."

  • Web-Fallen enttarnt - Die schwarze Liste des Internets, Computerwoche.de
    "Nepper, Schlepper, Bauernfänger - sie lauern nicht nur im echten Leben, sondern auch im Web. Sie haben alle ein gemeinsames Interesse: Geld zu verdienen – an Ihnen. Die Methoden dazu sind höchst unterschiedlich. Die einen versuchen es ihren Opfern direkt aus der Tasche zu ziehen, andere verkaufen ihre Adressdaten weiter. Im Folgenden zeigen wir die dreisten Methoden und geben Tipps zum Schutz."

Verfasst von Hans Fischer um 14:08

18.02.2010

Publi Panel zu Social Banking

Finance 2.0, respektive Social Media in der Finanzbranche, ist nicht nur bei uns ein heisses Thema. "Schweizer Bank" widmet das Publi Panel der Mai-Ausgabe der Thematik und schreibt:

"Hallo, hier ist Ihre Bank! Eine Studie von Steria Mummert Consulting zeigt auf, dass zwei von drei Banken in Deutschland in den kommenden Jahren in die Kundenkommunikation investieren wollen. Der Fokus liegt dabei v.a. auf den sozialen Netzwerken, von wo aus die Kunden unmittelbar Zugriff auf ihr Konto haben und ihre Finanzen managen sollen. Die Finanzinstitute konzentrieren sich dadurch auf ihre Kernkompetenzen Beratung und Vertrieb und holen die Facebook-Generation dort ab, wo sie zuhause ist: im WWW."
Gegen eine nicht ganz unbescheidene Gebühr werden sieben Antworten der teilnehmenden Unternehmen (und ein Inserat) publiziert. Mal sehen, wer sich wie äussern wird.

Auswahl früherer Beiträge zur Thematik:

Verfasst von Hans Fischer um 14:05

17.02.2010

Ein Loblied auf (unverzichtbares) RSS

Ohne RSS (Really Simple Syndication) wäre dieser Blog - und wohl auch viele andere Corporate Blogs - nicht möglich. Dank RSS sucht ein Newsreader "automatisch" nach passenden Postings oder Artikeln und sorgt für verhältnismässig geringen Suchaufwand und teilweise auch für Resultate, die ansonsten kaum gefunden würden. Im Artikel "Flinke Nachrichtentransporter" nimmt Sueddeutsche.de die Thematik auf und schreibt:

"RSS ist das ideale Instrument, um Nachrichten zu empfangen. Doch viele Nutzer halten den Dienst für kompliziert - zu Unrecht."
In der Tat "zu Unrecht". Detaillierte Informationen finden sich in besagtem Artikel oder auch im RSS-Verzeichnis.

RSS dient selbstverständlich nicht bloss zur Nachrichtenaggregation. Unternehmen können unter anderem auch ihre Neuigkeiten via RSS extern publizieren (z.B. als Newsletter-Alternative), neue Dokumente oder Inhalte in Corporate Wikis oder Blogs zielgerichtet pushen, den Wissensaustauch fördern oder das digitale Archiv effizient strukturieren.

Verfasst von Hans Fischer um 14:33

16.02.2010

Twitter mit vielfältigen Olympia-Hintergründen

Selbstverständlich müssen die fachliche Kompetenz der etablierten Redaktionen und entsprechend aufbereitete Olympia-Berichterstattung in höchstem Masse respektiert werden. Ihnen steht aber ein mächtiges Medium zur Seite: Wer Twitter bisher vorab als Blah-Blah-Sammelsurium abgetan hat, sollte versuchsweise mal Namen von Olympioniken oder von Sportarten ins Twitter-Suchfenster eingeben. Auch wenn man kein Norwegisch versteht, sind aktuell zum Beispiel die Aussagen zu Petter Northug unmisserverständlich. Man liest auch, dass sich sein derzeit wohl stärkster Gegner, Dario Cologna, bei Twitter zum Mädchenschwarm entwickelt, Didier Cuche in den nächsten Wettbewerben grenzüberschreitend Gold gegönnt wird oder Meinungen aus der ganzen Welt zum tragischen Rodel-Unfall.

Des Cyberspace' Stimme zu Olympia-Fragmenten mit teilweise erstaunlichen Erkenntnissen und weiterführenden Links, die via gängige Suchmaschinen wohl nie gefunden würden.

Verfasst von Hans Fischer um 13:31

10.02.2010

Medienhäuser brauchen Social Network-Bypass

Am heutigen Google Buzz-Tag - erste Eindrücken via iPhone haben den Pulsschlag noch nicht erhöht- widmen wir uns übergeordneter Veränderung, respektive dem Posting "The Information Divide: The Socialization of News" von Brian Solis.

Der Social Media-Vordenker geht davon aus, dass die rasch wachsende Menge von News und vor allem deren Verbreitungsgeschwindigkeit die Massenmedien-Infrastruktur derzeit schlicht überfordert. Dies, weil aktuelle Ereignisse via Social Graphen (~Repräsentation der jeweiligen Netzwerkkontakte einzelner User) rasend schnell verbreitet werden.

Die laut Solis durch Verwirrung, Furcht und Ignoranz paralisierten klassischen Medienhäuser müssten für die Revitalisierung ihrer Geschäftsfelder weit mehr tun, als auf den Erfolg von iPad, Kindle & Co. zu hoffen. Grund:

"(...) News no longer breaks, it tweets - demonstrating the efficiency, momentum, and influence of the human network. With every new iterative update, social graphs transform into a highly organized information distribution system that resembles an “Amber Alert” network for the social Web – with far greater speed, reach, impact, and resonance."
Da News durch Soziale Netzwerke so schnell distribuiert werden, ist ein Graben zwischen der schieren Vermeldung und der (nachwievor wertvollen und geschätzten) journalistischen Aufbereitung von Ereignissen entstanden:
"The information divide describes the chasm that exists between information as it rapidly spreads through attention dashboards of connected individuals and the primary reporting of news by mainstream media reinforced through the emergence of trending topics within each network. It is distanced by the time required to discern, document, fact check, and publish material information, competing with citizen media whether or not it is completely or only partially based on facts."
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich Medienunternehmen in die Sozialen Netzwerke einklinken müssen, damit sie, seismographenähnlich, (r)echtzeitig die neuesten Trends realisieren. Letztere müssen dann sehr viel schneller als heute journalistisch bearbeitet und publiziert werden. Oder anders: Die klassischen Medien müssen sich veränderten Kommunikationsformen anpassen, die vom (ehemaligen oder potenziellen) Publikum initiiert und gestaltet werden.

Verfasst von Hans Fischer um 15:26

03.02.2010

Kernaussagen zu Social Media im Finanzbereich

Unter "Social Media: Twitter & Co. in der Finanzindustrie" haben wir jüngst Finance 2.0-Beiträge aufgelistet. Bank 2.0 bringt im Posting "Banking 2.0 Lernen mit Social Software - Teil 1" nun interessante Aspekte aus dem Workshop der Uni Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz zum Thema “Banking 2.0- Lernen mit Social Software“. Die Kernaussagen lauten:

  • Es gibt Pilotanwendungen; Banken nähern sich Social Media aber relativ zögerlich an.

  • Insbesondere im Bereich des Ideenmanagements wurden erfolgreiche Initiativen registriert.

  • Uneinigkeit herrscht ob der Kulturgrundsatzfrage, ob sich Banking und Social Media vertragen oder nicht.

  • Killerkriterien sind oftmals regulatorischer Natur.

  • Der Respekt vor möglichen Reputationsschäden ist relativ gross.
Qualitativ hochstehende Lösungen verursachen nie Reputationsschäden, die gesetzlichen Vorgaben sind weit genug gesteckt und dienen gelegentlich auch einfach als Innovationsbremsen, die Unternehmenskultur passt sich dank neuen Mitarbeitenden automatisch dem Zeitgeist an und das Ideenmanagement könnte sehr effizient auch auf Wissensmanagement ausgedehnt werden.

Es gibt viele Argumente pro und natürlich auch einige contra Social Media im Finanzbereich. Die Essenz bleibt aber unverändert: Webbasierte Kommunikation wird für den nachhaltigen Unternehmenserfolg unabdingbar.

Verfasst von Hans Fischer um 14:47

26.01.2010

Social Media: Twitter & Co. in der Finanzindustrie

Auf GoldwynReports ist unser aktualisierter Fachartikel "Social Media: Twitter & Co. in der Finanzindustrie" zu finden. Ein Auszug:

"Twitter, Facebook, Blogs oder andere Social-Media-Anwendungen haben gemein, dass sie insbesondere von den kommenden Kundengenerationen sehr ernst genommen werden. Es ist kein Geheimnis, dass User der Meinung anderer User mehr vertrauen als den unkommentierten Aussagen von Unternehmen – Hochglanzpostille hin oder her. Der Einsatz von Social Media im Unternehmensbereich dürfte für viele Finanzinstitute deshalb von vitalem Interesse sein. Die Implementierung ist aber keinesfalls einfach. Sie sollte gut geplant sein (s. Handlungstipps unten). Zeit dazu ist noch vorhanden: Gemäss der Bankentrendstudie des Fraunhofer Innovationsforums Bank&Zukunft verfügen derzeit erst gut 25 Prozent der befragten deutschen Banken über Social Media-Anwendungen im Test- oder Live-Einsatz. Eine Übersicht über internationale Finance 2.0-Initiativen findet sich unter anderem im Roloblog."

Auswahl früherer Beiträge zur Thematik:

Verfasst von Hans Fischer um 14:40

Corporate Twitter leidet an virtuellem ADS

Coporate Twitter hier, Berater-Heerscharen da. Grundaussagen zur Notwendigkeit und zur Unternehmensstrategie haben wir unter anderem im Beitrag "Vermeintliche Gretchenfrage: Wann sollen Unternehmen twittern?" geäussert.

Angesichts der täglich zunehmenden Statements zum Thema, meistens basierend auf mantrahafter Wiederholung ewiggleicher Aussagen, interessierten Zahlen. Essenz: Nimmt man z.B. den Rolotec-Webauftritt (Website und Blog) der letzten drei Monate, dann verhalten sich die Durchschnittswerte der Parameter Besuchsdauer und Besuchstiefe verschiedener Zugangsquellen wie folgt:


ZugangVerweildauerIntensität
Direkt2.35 Minuten3.59 Seiten
Externer Link2.15 Minuten1.71 Seiten
Suchmaschine2.20 Minuten1.80 Seiten
Twitter1.12 Minuten1.50 Seiten

Via Twitter kommende Blog- oder Sitebesucher nehmen sich also sehr viel weniger Zeit, referenzierte Unternehmenswebsites und -blogs zu besuchen. Eine kleine Recherche bei befreundeten Twitter-Usern bestätigten die Richtgrösse dieser Werte (die Besuchslängen* und Seitenaufrufe variierten zwar relativ stark, die Verhältniszahlen präsentierten sich aber erstaunlich ähnlich).

Nun, dass Twitter sehr oberflächlich ist und der Grossteil der Beiträge kaum gelesen wird, ist ja bekannt. Genauso wie die Potenziale, die Corporate Twitter trotzdem bietet. Als flankierendes Kommunikationsmedium und für Monitoringzwecke eignet sich die Anwendung hervorragend. Für alles andere leidet Twitter - ohne probate Mustererkennung und Inhaltsfilter - aus Unternehmenssicht zu sehr noch am virtuellen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

*Der Tiefstwert der twitter-referenzierten durchschnittlichen (!) Besuchslänge lag bei 19 Sekunden.

Wir twittern unter @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 10:32

15.01.2010

Vermeintliche Gretchenfrage: Wann sollen Unternehmen twittern?

Kaum ein Tag, an dem nicht die Frage "Wann sollen Unternehmen twittern?'" gestellt wird. Ist ja gut und recht. Wir haben unter anderem im Beitrag "Müssen oberste Chefs wirklich twittern?" auch schon zu ähnlicher Fragestellung gegriffen. Die jüngst massiv steigende Quantität der Fragen korreliert aber keinesalls positiv mit der Qualität der Antworten. Häufig zielen letztere einzig auf den Hinweis, dass Unternehmen unbedingt die schreibenden Einzelexperten oder Agenturen mit der Corporate Twitter-Konzeption beauftragen müssten, ansonsten Imageschäden und weiss Gott was alles drohten.

Quatsch! Hey, es geht hier "nur" um Twitter, eine Microblogging-Anwendung. Für den Unternehmenseinsatz ist folgende Grundlage unabdingbar: Die Offenheit und Unterstützung der Unternehmensleitung sowie entsprechend motivierte und befähigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das reicht für den Anfang, der ohnehin bescheiden sein sollte. Ausser natürlich, Twitter ist Versuchsballon im Rahmen eines konzentrierten, marketingstrategisch abgestimmten Einsatzes verschiedener Social Media-Anwendungen. Dann braucht es eingehende Vorbereitungen, für die unter anderem folgende Handlungsempfehlungen ein mögliches Raster bilden:

Potenzialanalyse: Den Einsatz von Social Media-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.

Zieldefinition: Social Media-Anwendungen sind mittlerweile so bekannt, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.

Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielsetzung und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.

Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.

Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.

Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Social Media-Einsatzes, steigt damit entscheidend.

Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte

Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.

Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.

Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Social Media nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 09:30

14.01.2010

Finance 2.0 (Social Finance) nimmt Fahrt auf

Obwohl der Begriff "Web 2.0" im Sinne eines Komplexes aus sozialen Nutzungsmustern und modernen Online-Technologien nachwievor passend wäre, wird heute vorab von Social Media, respektive Social Media-Anwendungen gesprochen, geschrieben, gebloggt und gezwitschert. Finance 2.0 hin, Social Finance her, über den Einfluss auf die Finanzbranche schreiben wir unter dem Stichwort "Finance 2.0" wir ja schon eine ganze Weile; unter anderem auch im "Fachartikel über Finance 2.0 & Corporate Twitter".

In jüngster Zeit hat die publizitische Tätigkeit in dieser Sache spürbar zugenommen. Aus inhaltlicher Sicht wird aktuell vor allem die Wichtigkeit mobiler Anwendungen betont. Gestern fokussierten zum Beispiel Computerwoche.de im Artikel "Mobile Banking - Wie Banken sich App-setzen" und finews.ch im Beitrag "Online-Banking war vorgestern" (der Beitrag ist besser als der Titel) auf diesen Aspekt.

Weltweite Finance 2.0-Aktivitäten werden unter anderem bei VisibleBanking im "The Directory of Social Media Initiatives in Financial Services" aufgelistet.

Verfasst von Hans Fischer um 14:22

13.01.2010

Wie sichert man das Wissen beim Jobwechsel?

Das Swiss Knowledge Management Forum führt am 20. Januar an der Uni Basel einen interessanten, kostenlosen Round-Table zum Thema "Wissenssicherung bei Jobwechsel" durch. Die Veranstalter schreiben:

"Ein Mitarbeiter verlässt einen Betrieb und mit ihm auch sein Wissen und seine Erfahrungen.

Wie kann ein Nachfolger auf das Wissen des zurückgreifen?

An diesem Roundtable diskutieren wir die Herausforderungen, die sich dabei für Organisationen und Vorgesetzte stellen. Ausserdem werden Methoden und Prozesse vorgestellt, mit denen sich das Wissen gezielt sichern und transferieren lässt."

In der Wissensgesellschaft (s. "Schwerpunkt Denken und Wissen") eine sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer höchst interessante Fragestellung.

Wie Social Media-Anwendungen den Wissenstransfer unterstützen oder gar initiieren können, habe ich unter anderem im Beitrag "Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0" geschrieben.

Verfasst von Hans Fischer um 12:56

08.01.2010

Macht Social Media blöd? Zwei substanzielle Antworten

Andy Oram nimmt im O'Reilly Radar-Beitrag "Pew Research asks questions about the Internet in 2020" die nachfolgend aufgeführten Fragen auf. Für die eiligen Leserinnen und Leser ist ein Kurzfazit angefügt. Da die Antworten aber sehr interessant sind, empfehle ich die ausführliche Variante.

  • Will Google make us stupid? => nein

  • Will we live in the cloud or the desktop? => sowohl als auch

  • Will social relations get better? => ja und nein (individuell)

  • Will the state of reading and writing be improved? => nein

  • Will those in GenY share as much information about themselves as they age? => ja

  • Will our relationship to key institutions change? => ja

  • Will online anonymity still be prevalent? => ja

  • Will the Semantic Web have an impact? => ja (theoretisch)

  • Are the next takeoff technologies evident now? => ja

  • Will internet still be dominated by the end-to-end principle? => ja
Wenn wir schon bei Empfehlungen interessanter Beiträge sind, dann möchte ich auch auf "How Social Media Has Changed Us" von Mike Laurie für Mashable aufmerksam machen. Die Eckpfeiler lauten (zusammengefasst und frei übersetzt):
  • Child Literacy - Die Benutzung von Social Media-Anwendungen und die Affinität zu Literatur korreliert bei Kindern. Desweitern zeigten Studien auch auf, dass sich Online-Aktivität auch auf Offline-Aktivitäten positiv auswirken kann.

  • Ambient Intimacy - Im Gegensatz zu früheren Kommunikationstechnologien wie Telefon, Morsen etc. sind die aktuellen Möglichkeiten viel präsenter. Sie erlauben ortsunabhängig regelmässige und intensive Interaktion.

  • Knowledge Was Power - Lord Francis Bacon prägte die Weisheit "Wissen ist Macht". Durch die Demokratisierung des Wissens durch Social Media-Anwendungen können viel mehr Menschen auf notwendiges Wissen zurückgreifen. Zu Bacons Zeit hatten verhältnismässig wenige Zugriff auf Wissensquellen.

  • The Reinvention of Politics - Laut einer PEW-Studie fördert Social Networking das politische Interesse jüngerer Menschen. Unter anderem hätten das Blog-Initiativen und Twitter-Aktivitäten im Zusammenhang mit den Wahlen im Iran etc. gezeigt.

  • Marketing Flux - Marketing und Marketing Kommunikation müssen sich dem veränderten Konsumentenverhalten mit deren Interaktionsbedürfnissen anpassen. Das bedingt unter anderem eher kleinere, klar segmentierte Aktivitäten.

  • News as Cultural Currency - News werden nicht (mehr) passiv konsumiert. Das von den Usern kreierte Netzwerk beeinflusst die Inhalte.
Die Konklusion im Originalwortlaut:
"Clearly there are skeptics. Susan Greenfield thinks that social networking is turning us into babies, shrinking our attention spans, our ability to empathize, and eroding our identity. She even suggests a correlation between the rise in prescriptions for drugs used to treat ADHD with an increase of time spent at computers. Similarly, Vincent Nichols, the Roman Catholic Archbishop of Westminster recently suggested that social networking causes increasingly “transient relationships,” is “dehumanising” community life and, as a consequence, we are 'losing social skills.'

I think they couldn’t be further from the truth. Anyone with the slightest experience of using social media knows that it’s about being more social. We are more engaged with friends, we are more literate, more connected, more open to creating new relationships, and generally more interested in the world around us."

Verfasst von Hans Fischer um 14:42

08.12.2009

Twitter: Follower-Übersicht mit RSS-Feed

Wer mit einem Newsreader arbeitet, findet mit der Anwendung RSSFriends eine so einfache wie effiziente Möglichkeit, die Bewegungen bei den Followern des Twitter-Accounts zu beobachten.

Klar, es gibt Anwendungen wie Refollow, Twitter Karma und Co. RSSFriends ist aber sehr schlank und dynamisch - RSS-like halt. So schlank und dynamisch, dass man Follow-/Unfollow-Muster zeitlicher und inhaltlicher Natur erkennt. Sie reichen von hochprofessionell cool bis krampfhaft um Anerkennung (respektive Followers) ringend.

Verfasst von Hans Fischer um 16:29

04.12.2009

Megatrends: Finance 2.0 und Finance-KM

Electrouncle schreibt im Posting "Chancen und Risiken für Volksbanken und Raiffeisenbanken":

Wie Social Media auf die Finanzdienstleistungsindustrie Einfluss nimmt und welche Auswirkungen dies gerade auch für Bankenmärkte haben kann, zeigen folgende Beispiele:
  • Facebook und andere soziale Plattformen experimentieren mit eigenen sozialen Währungen.
  • Immer mehr Banken integrieren Inhalte oder ihre gesamte Onlinebanking Anwendung in Facebook (mymoneyApp).
  • Neue Geschäftsmodelle entstehen (zum Beispiel Fidor Bank AG oder Plattformen zur Kreditvergabe zwischen Privatpersonen wie smava) und können Geldinstitute als Finanzintermediäre ersetzen.
Für Interessierte: Die Thematik haben wir u.a. im Fachartikel "Finance 2.0 – unumgänglich und trotzdem nicht dringlich" und in vielen Blog-Beiträgen aus unterschiedlicher Warte betrachtet und beschrieben.

Apropos Megatrends: Im Beitrag "Guck, der Unterschied von Informations- und Wissensmanagement" habe ich auf die erweiterte Wissenstreppe von Thomas Auer, Herausgeber des Standardwerks „ABC der Wissensgesellschaft", hingewiesen. Der Inhaber von Auer Consulting & Partner machte mich auf das sehr interessante und kostenlos zugängliche Dossier "Wissen in der Finanzwelt" aufmerksam. Thomas Auer hält darin einleitend fest:

"Immaterielle Unternehmenswerte gewinnen zunehmend mehr Beachtung in der Finanzwelt. Nachstehend finden Sie einige Beiträge zum Spannungsfeld «Corporate Finance und buchhalterisch nicht erfassbare Werte»."
Das "KM" im Titel steht übrigens für Wissensmanagement. In Zeiten von Micro Blogging und Short Messaging müssen sich halt auch die Titel dem Zeitgeist beugen. BTW: Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 11:02

02.12.2009

"Das Web 2.0 hat seine besten Tage hinter sich"

... titelt Welt Online und schreibt:

"Es mehren sich die Hinweise darauf, dass das zumal von seinen Aktivposten gefeierte Web 2.0 in eine Akzeptanz-Krise geraten ist. Grund für den ruchbaren Niedergang des Mitmach-Netzes ist nicht das kulturpessimistische Lamento des "FAZ"-Herausgebers Frank Schirrmacher, der in seinem neuen Buch "Payback" das Internet generell zeiht, es mache süchtig, sei der Konzentration abträglich und zermansche das Hirn wie sonst nur harte Drogen. Grund für die miese Sozialprognose, die virtuellen Netzwerken gestellt wird, sind vielmehr Zahlen, die vom Niedergang interaktiver Beteiligung künden."
Nun, Argumente und weiterführende Links zu dieser Einschätzung habe ich jüngst im Beitrag "Twitter-Gegner freuen sich (umsonst) zu früh" aufgeführt - "Twitter" steht selbstverständlich für "Web 2.0", respektive für "Social Media".

Egal, die Situation lässt sich auch mit dem "Hype Cycle Special Report 2009" von Gartner, respektive dessen typischer Visualisierung widerlegen. Teilweise sind Social Media-Anwendungen noch voll im Hype. So zum Beispiel Micro Blogging. Andere, wie Corporate Blogging, haben den Absturz und die Desillusionierung bereits hinter sich und befinden sich auf dem Weg zur Produktivität.

Der Eindruck, dass Web 2.0-, respektive Social Media-Anwendungen kurzer aber heftiger Spuk ohne Nachhaltigkeit sein werden, ist definitiv falsch. Wie mehrfach schon geschrieben (s. auch "Dresscode für corporate Avatare"), ist it-basierte Sozialisierung und Interaktion insbesondere für jüngere User-Generationen Teil des Alltags. Angebote und Medien werden sich wandeln, die Grundfesten nicht.

hypecycle09.jpg
(Klick ins Bild für Grossansicht; Bildquelle: Computerwoche)

Verfasst von Hans Fischer um 13:59

24.11.2009

Twitter-Gegner freuen sich umsonst (zu früh)

"Twitter im Sinkflug", "Jetzt beginnt der Twitter-Abschwung". So und ähnlich lauteten jüngste Schlagzeilen. Kamen sich Twitter-Gegner wohl zunehmend immer mehr auf verlorenem Posten vor, muss diese Meldung wie ein Befreiungsschlag gewirkt haben: Minus 27,8 Prozent an Traffic von September auf Oktober. Dass dabei von Nielsen die Zugriffe via Smartphones nicht berücksichtigt wurden, lassen wir so stehen, denn so oder so war ein Rückgang festzustellen. Ausserdem muss auch berücksichtigt werden, dass nur die Spitze des Twitter-Eisbergs länger als einen Monat lang aktiv zwitschert. Aber auch diese Spitze hat eine stattliche Grösse. Und zum Tagesgeschäft übergehen, können die Twitter-Verhinderer sowieso nicht: Das Kommunikationsverhalten hat sich definitiv verändert und wird dies noch weiter tun.

Twitter steht für Micro Blogging, respektive die Möglichkeit, sehr einfach relativ klar zu bestimmende Segmente anzusprechen. Dieses Bedürfnis wird sich weder im privaten noch im unternehmerischen Bereich wieder zurückbilden - egal, ob das nun via Twitter, Facebook, LinkedIn, Intranet, private Netzwerke, virtuelle Welten oder was auch immer geschieht. Technisch einfache, Interaktion initiierende, direkte Kommunikation ist die Essenz der Entwicklung der letzten Jahre. Twitter und Co. sind nur Ausprägungen. Die ändern stetig.

Weitere Beiträge zur Thematik:

Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 11:03

16.11.2009

Dresscode für Corporate Avatare

Da diskutieren viele Unternehmen noch darüber, ob sie Social Media-Anwendungen einsetzen sollten (s. "Müssen oberste Chefs wirklich twittern?"), da kommt Gartner laut Computerwoche.de mit der Steigerung und der für viele verwirrenden Aussage "Unternehmen müssen Avatare kontrollieren":

"Social Networking wird laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner für Unternehmen immer wichtiger (...). Als Repräsentanten der Unternehmen fungieren dabei so genannte Avatare. Diese virtuellen Mitarbeiter präsentieren die Unternehmen in der virtuellen Gesellschaft. (...). Daher müssen diese virtuellen Kollegen den gleichen Regeln unterworfen werden, die auch für real existierenden Mitarbeiter gelten. Laut Gartner-Prognosen werden bis Ende 2013 etwa 70 Prozent der Unternehmen, die in virtuellen Umgebungen vertreten sind, auch Verhaltensregeln für Avatare aufgestellt haben. Das umfasst Dress-Codes, aber auch konkrete Empfehlungen für die passenden IT-Plattformen."
Da scheinen wir mit folgender Aussage aus dem Posting "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" nicht allzu falsch zu liegen:
"Es kann durchaus sein, dass «Second Life» wieder von den Bildschirmen verschwinden wird. Es steht aber kaum zur Debatte, dass neue virtuelle Parallelwelten entstehen werden. Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gern wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfiguren, die so genannten Avatare. Die Identifikation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden.

Es braucht nicht viel Fantasie, die Folgen dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel."

Verfasst von Hans Fischer um 15:58

12.11.2009

Müssen oberste Chefs wirklich twittern?

"Ja", erklärte laut Kleinreport die Social Media-Spezialistin Nicole Simon gestern an der Trendtagung Fach- und Spezialmedien in Zürich. Sie begründete:

"Noch bis vor kurzem sei das Internet nicht wirklich allgemein anerkannt gewesen, was jetzt definitiv anders sei. Es sei darum nötig, dass alle Verlagsfachleute, die ihr Publikum wirklich erreichen wollen, sich mit dem Internet und seinen Möglichkeiten gründlich befassen. «Es genügt nicht, wenn sich die IT-Abteilung mit Online befasst, auch die obersten Manager müssen twittern, um zu verstehen, was da abgeht», betonte sie."
Nun, meines Erachtens ist das Internet schon ziemlich lange allgemein anerkannt. Mit Social Media-Anwendungen verhält es sich natürlich anders. Guten CEOs traue ich persönlich aber durchaus zu, Strategiekonformität, Opportunitäten und Nachhaltigkeit von Twitter & Co. aus theoretischer Warte beurteilen zu können. Was natürlich nicht heissen soll, dass C-Level-Verantwortliche nicht Bloggen, Twittern oder sonstwie Social Networken sollen, wenn sie mögen.

Viel wichtiger als twitternde Chefs sind meines Erachtens Vorgesetzte, die offen sind für den Einsatz von Social Media und befähigten Mitarbeitenden genügend Spielraum für die Umsetzung lassen. Wenn dabei noch folgende Handlungstipps, die wir bei anderer Gelegenheit schon propagiert haben, beachtet werden, bestehen gute Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg:

Potenzialanalyse: Den Einsatz von Social Media-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.

Zieldefinition: Social Media-Anwendungen sind mittlerweile so bekannt, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.

Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielsetzung und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.

Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.

Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.

Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Social Media-Einsatzes, steigt damit entscheidend.

Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte

Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.

Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.

Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Social Media nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 14:05

09.11.2009

Intranet wird dreidimensional - und vital

Im Fachartikel "Finance 2.0 - unumgänglich und doch nicht dringlich" ist festgehalten, dass "Generationen an potenziellen Nutzern von virtuellen Bankwelten heranwachsen". Und:

"Wird ein heute Jugendlicher finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute, virtuelle Welt dem Gang in eine reale Bankfiliale vorziehen. Die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft wird Begegnungszonen für Kunden und Interessierte genauso bieten wie Diskussionsebenen mit Bankangestellten."
Meldungen wie "Betatest von Second Life für Firmen gestartet" (ZDNet.de), die am Wochenende die Runde machten, deuten in ebendiese Richtung. Ok, die virtuelle Welt dient in diesem Kontext noch nicht als Begegnungszone für bestehende und potenzielle Kunden mit Mitarbeitenden. Der erste Schritt ist vielmehr die Wandlung des Intranets vom gepimpten White Board zur virtuellen Unternehmenswelt. MIt Second Life Enterprise steht demnächst ein sehr gutes Übungsfeld zur Verfügung: Second Life für's Intranet, virtueller Meetingraum für corporate Avatare hinter der Firefall. Linden Lab schreibt zur Beta-Version:
"Unternehmen und Regierungsbehörden können Second Life jetzt direkt in ihre IT-Infrastruktur einbinden und auf diese Weise die Ressourcen, die sie in den Bau ihrer virtuellen Präsenz investiert haben, optimal nutzen. Unternehmen und Organisationen wie IBM, Northrop Grumman, Intel, New Media Consortium, Case Western Reserve, das Naval Undersea Warfare Center und zahlreiche weitere Militär- und Nachrichtendienstbehörden, verwenden gegenwärtig Second Life Enterprise Beta, um Besprechungen und Veranstaltungen abzuhalten und Trainingsumgebungen zu simulieren."

Verfasst von Hans Fischer um 10:20

30.10.2009

Fachartikel über Finance 2.0 & Corporate Twitter

... im neuesten Netzguide IT in Finance unter dem Titel "Finance 2.0 - unumgänglich und doch nicht dringlich":

Banken twittern, sind auf Social Networks aktiv, führen Wikis, produzieren Podcasts oder publizieren via RSS-Feeds. Wird auf User als Kunden abgezielt, geht es nicht anders. Finance 2.0. bleibt aber eine Gratwanderung zwischen Opportunitäten und Risiken.

Web 2.0 lässt sich in der Finanzbranche in vielerlei Hinsicht einsetzen. Für den Community-Aufbau genauso wie für Marketing, Kommunikation, Public Relations, Mitarbeitermotivation, Kundenservice oder Wissensmanagement. Richtig eingesetzt, bedient Twitter, die Anwendung mit den derzeit grössten Zuwachsraten, gleich alle aufgezählten Bereiche. Die 140-Zeichen-Micro-Blogging-Anwendung ist aber heikel für den Bankeneinsatz. Langweilige Beiträge ziehen, wenn überhaupt, Hohn nach sich. Allzu fetzige Tweets gelten dagegen schnell als nicht authentisch. Wer sich für Corporate Twitter entschliesst, braucht trotz der Flüchtigkeit des Mediums gute Inhalte respektive entsprechend befähigtes Personal. Dazu kommt die passende Managementeinstellung: Im Gegensatz zur klassischen Unternehmenskommunikation mit meist umfangreichen Freigabevorschriften sollten die Twitter-Verantwortlichen direkt und selbst über die Inhalte entscheiden können. Wenn das aus unternehmenspolitischen oder regulatorischen Gründen nicht geht, ist aktive Zwitscherei keine Option. Zumindest passiv aber muss Twitter zwingend verfolgt werden. Unendlich schnell verbreiten sich die Tweets – positive wie negative. Wer nicht auf dem Laufenden ist, verliert wertvolle Zeit für entsprechende Massnahmen, falls das eigene Unternehmen ins Twitter-Fadenkreuz geraten sollte. Beispiele gibt es ausreichend.

Massiv gesteigerte Akzeptanz

Twitter, Facebook, Blogs oder andere Social-Media-Anwendungen haben gemein, dass sie insbesondere von den kommenden Kundengenerationen sehr ernst genommen werden. Es ist kein Geheimnis, dass User der Meinung anderer User mehr vertrauen als den unkommentierten Aussagen von Unternehmen – Hochglanzpostille hin oder her. Der Einsatz von Social Media im Unternehmensbereich dürfte für viele Finanzinstitute deshalb von vitalem Interesse sein. Die Implementierung ist aber keinesfalls einfach. Sie sollte gut geplant sein. Zeit dazu ist noch ausreichend vorhanden: Gemäss der aktuellen Bankentrendstudie des Fraunhofer Innovationsforums Bank&Zukunft verfügen derzeit erst gut 25 Prozent der befragten deutschen Banken über Web-2.0-Anwendungen im Test- oder Live-Einsatz.

Anwendungsspektrum

Das Spektrum der möglichen Anwendungen reicht von Intranet-Wikis bis hin zum Aufbau von bankeigenen virtuellen Welten. Letzteres ist nach dem «Niedergang» von Second Life nicht wirklich angesagt. Dass aber Generationen an potenziellen Nutzern von virtuellen Bankwelten heranwachsen, steht ausser Zweifel. Denn die kommenden Kunden – auch Millenials oder Digital Natives genannt – bewegen sich gekonnt in virtuellen Welten. Die Konsequenz: Wird ein heute Jugendlicher finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute, virtuelle Welt dem Gang in eine reale Bankfiliale vorziehen. Die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft wird Begegnungszonen für Kunden und Interessierte genauso bieten wie Diskussionsebenen mit Bankangestellten. Das aber ist Zukunftsmusik – doch sie wird erklingen.
Aktuell sind neben Micro Blogging insbesondere Social Networks wie Facebook, Xing oder BoerseZV angesagt. Es handelt sich um virtuelle Gemeinschaften von Usern mit ähnlichen Interessen oder Bedürfnissen. Insbesondere in Intranets sind Social Networks teilweise bereits etabliert. Vorteil gegenüber klassischen Foren oder Chat-Rooms ist die Tatsache, dass bei Social Networks verschiedenste Verknüpfungen von Kontaktangaben mit Interessengebieten oder Diskussionsbeiträgen erstellt werden können. Treten Bankangestellte via Social-Network-Anwendung miteinander in Kontakt, geschieht das Ganze zwar nach wie vor virtuell, die Diskutierenden verfügen aber über eine gegenseitig ausreichende Informationsbasis, deren Inhalte dokumentiert und von geeigneter Software als kontextspezifische Suchresultate angezeigt werden können.

Zehn konkrete Handlungstipps

  • Potenzialanalyse: Der Einsatz von Web-2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.

  • Zieldefinition: Web-2.0-Anwendungen sind mittlerweile so etabliert, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.

  • Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.

  • Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.

  • Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Web-2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.

  • Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Corporate-Web 2.0-Einsatzes, steigt damit entscheidend.

  • Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte

  • Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.

  • Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.

  • Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

Verfasst von Hans Fischer um 14:14

27.10.2009

Schweizer Banken tun sich schwer mit Finance 2.0

"Die Jugend lebt im Netz - Finance 2.0 wird Pflicht", haben wir jüngst geschrieben. Eine Pflicht, die Bankverantwortliche aller Länder angeht. In den Postings "Konkreter Schritt in die (Twitter-)Banken-Zukunft", "Finance 2.0: Eine weitere Bank auf Twitter" oder "Social Media im Bankeneinsatz" wird auf Entwicklungsschritte in diese Richtung aufmerksam gemacht. Die Beiträge haben eine Gemeinsamkeit: Schweizer Banknamen tauchen darin nicht auf.

Eine Feststellung, die finnews.ch im Beitrag "Mobile Banking: Verpassen die Schweizer den Trend?" recherchiert hat und schreibt:

"Beim Einsatz von neuen Internet-Technologien wie Corporate-Twitter oder iPhone-Apps sind viele Schweizer Banken noch zögerlich. (...) Viele Banken ziehen den Einsatz von Twitter erst gar nicht in Betracht, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Die Kundensicherheit habe Vorrang, heisst es bei den meisten Instituten. (...) Einzig die ZKB hält sich die Corporate–Twitter-Option offen: «Wir beobachten die Szene und könnten jederzeit am Markt auf diesem Kanal aktiv werden», heisst es von der Pressestelle. (...) Dass mobile Geräte kein grösseres Sicherheitsrisiko als das konventionelle Online-Banking darstellen, hat eine Schweizer Bank bereits erkannt: Swissquote. Diese bietet seit wenigen Monaten eine iPhone-Applikation an. Über diese können die Bankgeschäfte von Apples Mobiltelefon verrichtet werden."
Und im Schlussabschnitt wird auf die kommenden Kundengenerationen verwiesen. Diesbezüglich haben wir im Beitrag "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" festgehalten:
"Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel."

Verfasst von Hans Fischer um 14:52

23.10.2009

Viel Geschwafel um Web 2.0 alias Social Media

Den Begriff Web 2.0 erwähnten wir hier zum ersten Mal am 9. Januar 2006 im Beitrag "Web 2.0 zwischen Bashing und Euphorie". Das war nicht besonders früh, aber auch nicht besonders spät und sorgte im Umfeld für einiges Stirnrunzeln über eine angebliche Laune des Webs, die sich sehr schnell wieder verflüchtigen würde.

Hey, da haben sich viele Protagonisten, Journalisten, (Pseudo-) Evangelisten und Puristen aber schwer getäuscht. Knapp vier Jahre und unter anderem ein Web 2.0-spezifisches Wiki später, sind die unter dem Kunstbegriff Web 2.0 subsumierten Sozialisierung, Interaktion und das entsprechend veränderte Kommunikations- und Konsumationsverhalten so etabliert, dass Google Alerts zum Thema kaum mehr was bringen, weil so viel Schrott und Halbwissen mitangezeigt wird, dass man schnell mal die Lust am Durchstöbern verliert und sich unter anderem wieder auf die Qualitäten der guten alten Newsreader besinnt.

Erstaunlich sind auch menschliche Veränderungen: Plötzlich schwirren ganze Heerscharen von Web 2.0-Experten, sie nennen sich heute eher Social Media- und Social Media Marketing-Spezialisten, durch's Web und Lande. Und unter ihnen befinden sich nicht wenige der einstmals grössten Skeptiker. Aus Nasenrümpfern wurden Twitter-Enthusiasten, aus Kommunikationskontroll-Freaks Viral-Experten. Man könnte sich jetzt Gedanken über Opportunismus und echte oder unechte Expertise machen, doch eigentlich ist das doch völlig egal. Denn das ganze Gewusel 2.0 ist unter dem Strich absolut super. Was soll man gegen Interaktion, Web-Sozialisierung, Wissensaustausch und userfreundliches E-Business denn auch haben? Eben.

Ausserdem warten schon die nächsten Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel einer im Beitrag "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" festgehalten ist. Und hat man mit Solcherlei und Ähnlichem zu tun, trifft man plötzlich auch wieder auf Nasenrümpfer und Ultra-Skeptiker. Zyklisch halt, das Ganze.

Verfasst von Hans Fischer um 09:54

20.10.2009

Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!

Für Schnellleser die Essenz vorneweg genommen: (...) dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können.

Und nun von Anfang an: Gestern habe ich in einem Tweet zum Computerwoche-Beitrag "Zweite Chance für Second Life und Co.?" als Kurzantwort auf die Frage festgehalten: "Virtuelle Spielwelten sind etabliert, die Biz-Welt folgt." Eine Meinung, die einige Gesprächspartner seither nicht teilten. Nun, ich habe keinen Zweifel und gehe sogar davon aus, dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können. Die Überlegungen dazu habe ich unter anderem im Fachartikel "Drei virtuelle Thesen zum Bankkunden von morgen" festgehalten - der Artikel ist zwei Jahre alt, der Inhalt scheint mir immer noch stimmig zu sein.

"Es kann durchaus sein, dass «Second Life» wieder von den Bildschirmen verschwinden wird. Es steht aber kaum zur Debatte, dass neue virtuelle Parallelwelten entstehen werden. Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gern wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfi guren, die so genannten Avatare. Die Identifi kation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden.

Es braucht nicht viel Fantasie, die Folgen dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel."

Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 14:14

19.10.2009

Corporate Social Media brauchen Strategie & Regeln

Bill Ives analyisiert im Beitrag "More on Taking Social Media Policies Inside Enterprise 2.0 - Eight Issues to Consider" die zehn Thesen zum Social Media-Einsatz in Unternehmen von Tech Republic ("10 things you should cover in your social networking policy"):

  1. A clear company philosophy - This is one of the most relevant (...) The company should encourage the use of social media for business within the enterprise but it needs to convey that in the policy. It still needs to define how it is best used and why it should be used, as well as the benefits.

  2. The definition of “social networking” - I would make this one number one and the current top one number two. Tech Republic writes, “It may seem obvious, but it is important that your policy define what is meant by “social networking” or “social media,” since the term means different things to different people.” (...)

  3. Identifying oneself as an employee of the company - This one should not be an issue but people should be identified through the company’s Active Directory or other similar means. This automated identification is one of the benefits of moving inside the enterprise.

  4. Recommending others - Employees should use common sense here but it does not have to be an explicit part of the internal policies.

  5. Referring to clients, customers, or partners - While this is very important on the Web because of client confidentiality issues, it remains an issue inside as many contractual arrangements call for only discussing the client and it’s issues on a “need to know” basis. I remember that some clients of my former employer required all presentations and discussions to use a pseudonym for the client, even when the project team was the only audience for them.

  6. Proprietary or confidential information - Like item five above this remains an issue inside the organization. The power of social media can take information way beyond those who need to know it.

  7. Terms of Service - While those who purchase and bring software inside the enterprise should be responsible for this, employees should be aware of it. Even inside the organization, your policy should hold employees responsible for reading, knowing, and complying with the ToS of the tools they use.

  8. Copyright and other legal issues - Again, this applies to internal use for several reasons. Social media activities can be discoverable if the company is being contested for violation of legal issues. (...)

  9. Productivity impact - This remains an issue inside the enterprise. These policies should not be oppressive and should not discourage use. They should assume that social media is a positive business activity, not a waste of time. However, like anything there can be too much of a good thing. Addressing this issue can reduce the fears of those who are concerned about social media use, as well as provide some clear guidelines for users.

  10. Disciplinary action - Tech Republic writes that the policy should spell out that violation of the policy can result in disciplinary action, up to and including termination, and reference other company policies that lay out the appeals process and other relevant information. I think this applies to any policy guidelines.

Ergänzend: Im Beitrag "Warum scheitern corporate Blogs (und Twitter)?" haben wir 10 Praxistipps für eine erfolgreiche Umsetzung erläutert:
Potenzial-Analyse
Der Einsatz von Web 2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Marketingstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen zu analysieren. Grundsätzlich gilt zu ergänzen, dass die bis anhin verwendeten Zielgruppendefinitionen zur gezielten Ansprache mittels Massenmedien den Anforderungen nicht mehr genügen. Vielmehr hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension „online Affinität“ zu erfolgen, um sicherzustellen, dass die angepeilten Käufergruppen auch tatsächlich mit diesen Web 2.0-Tools erreicht werden. Und noch eine generelle Feststellung: Komplexität und Dynamik der möglichen Web 2.0-Anwendungen erfordern, dass sich die Geschäftsleitung über die mögliche Tragweite des Einsatzes von Web 2.0-Tools bewusst ist und Marketing 2.0 zur Chefsache erklärt.

Ziel-Definition
Trial and Error macht im Internet Sinn. Web 2.0 und Marketing 2.0 sind aber mittlerweile so etabliert, dass diese Vorgehensweise nicht mehr zu empfehlen ist. Spott und Hohn ergiessen sich in der virtuellen Welt deutlich schneller über ungeschickt agierende Marketingabteilungen als im Offline-Geschehen. Wir erachten es deshalb als unumgänglich, konkrete Ziele für die Marketing 2.0-Vorhaben zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren. Drei mögliche Ziele unter Hunderten könnten lauten:

  • Der Webseiten-Traffic soll nach 3 Monaten Einführungszeit monatlich um 5 Prozent zunehmen.
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf der Website soll bis in sechs Monaten auf mindestens 2 Minuten angehoben werden.
  • Nach 12 Monaten Einführungszeit werden monatlich 10 qualifizierte Leads erwartet.
Tool-Evaluation
Wenn Geschäftsleitungsmitglieder schon beim Wort „Weblog“ die Stirnen in Falten legen, macht es wenig Sinn, einen Auftritt in Second Life vorzuschlagen. Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur – Marketing 2.0 bedingt immer auch Change Management! – sind individuell passende Tools zu evaluieren. Grösstmehrheitlich werden Weblogs oder Wikis für Internet, Intranet oder Extranet gewählt werden. Gelegentlich machen auch offene oder geschlossene Social Networks Sinn. Die wenigsten Unternehmen werden sich von Beginn weg mit viralem Marketing oder mit RSS-Feed-Werbung auseinandersetzen – ausser, sie kooperieren mit externen Agenturen. Letzteres empfehlen wir aber nicht, da die Durchbrechung des klassischen Sender-/Empfänger-Kommunikationsmodells immer auch mit einem Kontrollverlust einhergeht. Es ist sicherlich besser, wenn sich Unternehmen die Marketing- und Web 2.0-Kompetenz selber aufbauen und sich nicht externen Stellen ausliefern.

Risiko-Bewusstsein
Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Ausserdem ist es relativ einfach, sich mit ungeschickten Kommunikationsmassnahmen ins virtuelle Abseits zu stellen. Im besten Fall ist man wie BMW nach einigermassen stümperhaftem Suchmaschinenmarketing lediglich kurzzeitig Weg vom Fenster – respektive aus dem Google-Index –, im schlechtesten Fall ziehen ungelenke Aktionen massive Geschäftsschädigungen wie beim Klingeltonanbieter Jamba nach sich: Als die Blogosphäre festgestellt hatte, dass Jamba-Mitarbeitende unter Pseudonymen die eigenen Produkte lobten, donnerte eine virtuelle Schmählawine auf das Unternehmen ein, die noch heute Nachwirkungen zeitigt. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Für Marketing 2.0-Anwendungen zuständige Mitarbeitende ohne entsprechende Ausbildungen verwenden nicht selten ungefragt Personenbilder oder copyrightgeschützte Inhalte ohne entsprechende Abklärungen. Insbesondere in Deutschland und Österreich haben sich Juristen auf solche Belange – respektive auf Abmahnungen – spezialisiert. Generell ist festzustellen, dass im Bereich des Immaterialgüterrechtes ungleich grössere Toleranz gegenüber privaten Anwendern (zum Beispiel Bloggern oder Video-Produzenten) herrscht, als gegenüber Corporate Bloggern & Co. Letztere müssen besondere Vorsicht walten lassen. Was die eingangs erwähnte kriminelle Energie betrifft, sind Internetbetrug (zum Beispiel Nigeria-Connection), Phishing, Virenattacken oder Spionageangriffe hinlänglich bekannt. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen diesbezüglich weitreichende Gedanken machen und die Resultate bevorzugt auch in Form von verbindlichen Richtlinien für die (angestellten) Web 2.0-Anwender festhält.

Personal-Schulung
Es gibt nichts langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Wikis oder andere Web 2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn Marketing 2.0 nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden betrieben wird. Werden die Anwendungen vor allem für internes Marketing im Intranetbereich (zum Beispiel für Diskussionen unter Technikern und Vertrieb, etc.) eingesetzt, ist der Mitarbeiter-Know-how-Faktor sehr viel weniger wichtig als bei Anwendungen im öffentlichen Bereich. Nichtsdestotrotz braucht auch internes Marketing 2.0 Aufmerksamkeit, Kompetenz und entsprechende Ressourcen – wenn nicht, steht von Vornherein mit allergrösster Sicherheit fest, dass die Anwendungen kaum genutzt würden.

Pilot-Anwendungen
Im Sinne der bisher beschriebenen Handlungsempfehlungen liegt auf der Hand, dass strategie- und zielkonforme Anwendungen ausgiebig getestet werden müssen. Aus eigener Erfahrung ist hierfür ein möglichst heterogener Teilnehmerkreis zu wählen, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert oder zumindest simuliert. Bei Tests erkennen die zuständigen Mitarbeitenden, die teilnehmenden (künftigen) Konsumenten und die zuständigen Verantwortlichen in aller Regel viel Optimierungspotenzial – was als angenehmer Nebeneffekt die gefühlte Toleranz gegenüber diesen neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann.

Lösungs-Etappierung
Strategie- und Zielabklärungen laufen idealerweise auf einer inhaltlich breiten Linie. Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenslage aufdrängen. Verschiedene konkrete Erfahrungen im Gruppenbereich haben klar aufgezeigt, dass die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung wenig Sinn macht. Marketing 2.0 steht auch für Dynamik und laufende Weiterentwicklung. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln ist Grundlage der möglichen Erfolgsgeschichte. Externe Beratungsunternehmen, die das Gegenteil behaupten, dürfen unseres Erachtens durchaus sehr kritisch hinterfragt werden.

Mitarbeiter-Einbezug
Wird hauptsächlich internes Marketing 2.0 betrieben, müssen die tangierten Mitarbeitenden zwingend, eingehend instruiert und geschult (E-Learning drängt sich in dem Zusammenhang auf) werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Unter anderem geht es um freiwilliges Preisgeben von Wissen – was häufig mit dem Gefühl des Machtverlustes einhergeht. Mentale Blockaden können nur aufgebrochen werden, wenn die Mitarbeitenden über Sinn, Zweck, Erwartungen, Chancen und Gefahren der Anwendungen informiert wurden und die Usability sehr gut ist. Komplizierte Anwendungen haben keine Chance auf Breitenwirkung. Werden die Marketing 2.0-Anwendungen hauptsächlich für externe Kommunikation und Interaktion eingesetzt, hat dieser Punkt der Instruktion und Information der Belegschaft nach wie vor volle Gültigkeit: Die Mitarbeitenden müssen strategie- und zielkonform Auskunft geben können, wenn sie von Aussenstehenden auf die Marketing 2.0-Anwendungen angesprochen werden.

Zielgruppen-Kommunikation
Dieser Punkt könnte von der Bedeutung her gesehen auch der erste sein. Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Marketing 2.0 basiert auf Interaktion. Wenn User-Anregungen, -Fragen oder was auch immer nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet und beantwortet werden, verpufft der ganze Marketing 2.0-Effekt, respektive kann sich sehr schnell eine Imageproblematik ausbilden. Unter diesem Gesichtspunkt verdeutlicht sich vorgängig formulierte Forderung nach ausreichend viel und kompetentem Personal.

Ziel-Überprüfung
Nichts ist für die Ewigkeit und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. Das Internet als massentaugliche Plattform gibt es seit wenigen Jahren. Und trotzdem hat es sich zum Leitmedium emporgeschwungen. Diese ungeheure Dynamik setzt sich fort, weil eine riesengrosse Masse an der Weiterentwicklung mitwirkt, weil zukunftsträchtige Businessmodelle Start-ups initiieren und weil wenigstens ansatzweise das emergente Prinzip der Wisdom of Crowds zu funktionieren scheint. In diesem Kontext ist völlig klar, dass auch webbasierte Marketinglösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Marketing 2.0-Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder wenigstens Kapital) verbrennen.


Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 11:12

16.10.2009

Social Media bieten KMU enormes Potenzial

Zweifler (s. auch "Die fünf Phasen des Social Media-Leid(en)s") finden u.a. im BBC News-Artikel "Twitter and Facebook aid small firms" konkrete Beispiele und die übergeordnete Aussage:

"Companies that have jumped on the Twitter and Facebook bandwagon are reporting a surge in customers while others struggle.

With minimal marketing budgets available to many small businesses, social networking sites offer a quick and, more importantly, free means of promoting their wares to a global audience.

In the face of stiff competition and a global economic downturn, it is a route more and more companies are going down."


Weitere Beiträge zur Thematik:

Verfasst von Hans Fischer um 14:20

14.10.2009

Die Jugend lebt im Netz - Finance 2.0 wird Pflicht

Finance 2.0 ist aktuell wichtig und in näherer Zukunft wohl auch überlebenswichtig. Kurz: Finanzunternehmen, welche die Netzgewohnheiten und -bedürfnisse der jüngeren Generationen - aus Kunden- und Mitarbeitersicht - nicht berücksichtigen, dürfen entweder nicht auf Neuakquisitionen angewiesen sein oder bugsieren sich unweigerlich ins Abseits. Die Meinung, "Ach, die kommen dann schon zu uns an den Schalter oder arbeiten, das war schon immer so", geistert nicht ganz selten noch in den Führungsetagen rum. Meldungen wie diese von BBC News (via Golem.de) "Britische Studie: Jugendliche leben im Netz - 75 Prozent könnten nicht auf das Internet verzichten", sollten aber eindeutig klar machen, dass Passivität - oder z.B. auch die Sperrung von Social Media-Angeboten (s. u.a. "Für Facebook während der Arbeitszeit") - keine erfolgversprechenden Mittel für die Zukunftsbewältigung sind.

Verfasst von Hans Fischer um 15:58

12.10.2009

"Für Facebook während der Arbeitszeit"

Gesperrte Social Media-Seiten wie Facebook oder Twitter gibt es relativ häufig. Sicherheitsaspekte oder allfällige Unproduktitvität werden als Hauptgründe genannt. Nun, die Social Media-Interessierten weichen ganz einfach auf Smart Phones aus oder umgehen die Sperre via zahlreichen Dienstleistungsseiten im Web.

Es liegt auf der Hand, dass Verbote in eine Sackgasse führen und die Diskussion ernsthaft(er) geführt werden müsste. Inbesondere da jüngere Arbeitnehmer schlicht und einfach nicht mehr bereit sind, auf Social Media-Anbebote während der Arbeitszeit zu verzichten. Warum? Weil das Teil ihres Kommunikationsverhaltens ist, wie unter anderem auch Beratungsunternehmen vor einiger Zeit schon festgestellt haben (s. auch Beitrag "Mitarbeiter-Loyalität dank Web 2.0-Toleranz").

Einen interessanten Beitrag zur Diskussion trägt die Computerwoche im Artikel "E-Mail stirbt: Für Facebook während der Arbeitszeit", respektive der zitierte "Wikinomics"-Autor Don Tapscott, bei:

"Ein großes Problem in Europa ist der fehlende Nachwuchs. Der Kampf um Fachkräfte wird sich weiter verstärken. Gewinnen werden ihn die Unternehmen, die sich auf die jetzt in die Arbeitsgesellschaft eintretenden "Digital Natives" einstellen. Das heißt in erster Linie, ihre auf das Internet und dessen Möglichkeiten fokussierte vernetzte Denk- und Arbeitsweise verstehen zu lernen. Das fängt schon damit an, dass die Unternehmen aufhören müssen, die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook während der Arbeitszeit zu verbieten."
Und das den im Titel erwähnten Tod der E-Mail anbelangt, ist Tapscott überzeugt:
"Die E-Mail ist eine sehr primitive Art, sich miteinander auszutauschen - ich nutze sie seit 1977. Sie hat nur so lange überlebt, weil modernere Kommunikationsformen erst in den vergangenen Jahren entstanden sind."
Im Frühling wird sein neues Buch zur Thematik erscheinen.

Verfasst von Hans Fischer um 10:19

07.10.2009

10 Jahre Blogger (im 140-Zeichen-Zeitalter)

"Blogger marks 10 year milestone", titelt BBC News und sinniert:

"In an age when online dialogue lasts no more than 140 characters, some have pondered just how relevant the business of blogging remains."
Nun, Blogger, 2002 von Google übernommen, hat die 10-Jahresmarke erreicht und generierte während dieser Zeit laut BBC mehr als 300 Millionen aktive Leser und Beiträge, die Worte für 3,2 Millonen Romane liefern würden. Das entspricht 270'000 Wörter pro Minute oder 388 Millionen gepostete Wörter pro Tag. Zur einleitend erwähnten, auf Blogs allgemein ausgeweiten, Zukunftsfrage schreibt BBC:
"Blogging has become part of the air on the internet. And I believe we will see a bit of a renaissance in blogging where whole new groups of people will understand this gives them a lot more control and flexibility in what they share and how they share it." (...)

"If you can express an idea in 140 characters, Twitter is great. But there are a significant number of ideas and stories that don't fit that format and blogs are simply a better outlet for that."

Die eigenen Erfahrungen kurz eingebracht: Twitter ist schnell und eignet sich hervorragend für dynamischen Publizieren und persönliches Wissensmanagement (u.a. als Ersatz für das eher umständliche Social Bookmarking). Twitter ist aber unglaublich oberflächlich - in allen Belangen. Weblogs verlangen mehr Aufmerksamkeit und Know-how bezüglich Inhaltserstellung und auch beim Auswählen und Lesen. Demgegenüber kann die Wertigkeit sehr viel höher sein als bei Twitter. Im Idealfall ergänzen sich die beiden Anwendungen. Synergiepotenzial gibt es ausreichend.

Verfasst von Hans Fischer um 10:40

01.10.2009

Konkreter Schritt in die (Twitter-)Banken-Zukunft

Die Finance 2.0-Beiträge werden heute mit dem Posting "Kontoinformationen und Überweisungen per Twitter" von Finance 2.0 (electrouncle) erweitert. Es geht dabei um die Dienstleistung TweetMyMoney der Vantage Credit Union. Finance 2.0 (electrouncle) schreibt:

"Vantage Kredit Union aus den USA wartet mit einem spannenden Twitter Dienst auf, der andeutet, welches Potential in Social Media Plattformen und Diensten wie twitter liegt. Während viele Banken noch darüber nachdenken ob und wie sie twitter im Kundendialog einsetzen können, bietet die Vantage Kredit Union ihren Kunden die Möglichkeit über Twitter Kontostände abzufragen und Geld zu überweisen. Twitter wird damit Teil der vorhandenen Bankprozesse und fungiert als Anwendung, um Finanztransaktionen auszuführen."
The Financial Brand publiziert Videos zur Twitter-Finanz-Applikation und zählt folgende sieben Basisfunktionalitäten auf:
#bal – Reports balances for as many as five different types of deposit accounts
#15d – Returns the last 5 deposits, including the date posted.
#15w – Returns the last 5 withdrawals, including the date posted.
#15c – Returns the last 5 checks to clear, including the check number and date cleared.
#15t – Returns the last 5 transactions, including the date posted.
#holds – Reports any active point-of-sale (POS) holds on the account, including the name of the merchant and the amount of the hold. Hotels are one type of merchant that commonly put holds on debit cards. The amount of the hold counts against your balance, which, if you didn’t know about it, could trigger overdraft fees.
#tran – Allows a member to transfer money between their deposit accounts. A transfer can only be make between various accounts held by a specific member. Money cannot be transferred to any external third-party.

Verfasst von Hans Fischer um 11:21

30.09.2009

Die 5 Phasen des Social Media-Leid(en)s

Scott Monty (The Social Media Marketing Blog) hat im Beitrag "Fear and Loathing in Social Media" in Analogie zu den fünf Phasen des Sterbens von Elisabeth Kübler-Ross unter anderem "The 5 Stages of Social Media Grief" veröffentlicht. Es sind dies:

  • Denial - first stage of social media grief in which the marketer refuses to acknowledge the existence of social media. This was the case early on in the industry's development. Luckily, I don't think there are many companies left that think like this.
    Common phrases: "It's just a kid's thing," or "It's just a fad."
    Common behaviors: avoiding the Internet, putting hands over ears and singing "I can't heeeeeaaaarr yoooouuuuu. La la laaaaa."

  • Anger - In the second stage, jealousy and rage are misplaced and rage ensues.
    Common phrases: "This is stupid," "I've got better things to do with my time."
    Common behaviors: full-fledged slave to work email; increase in print or television media buy to show effectiveness and superiority.

  • Bargaining -Anger gives way to hope that incremental adoption of social media will be enough to make a difference.
    Common phrases: "If we have a Facebook page, we should be covered," "Let's just create a blog," or "Let the agency figure it out."
    Common behaviors: the use of social media only in time-limited campaigns; half-hearted efforts on a limited number of social sites.

  • Depression -The fourth stage manifests itself in an understanding that the inevitable cannot be delayed and the marketer becomes doleful.
    Common phrases: "Twitter/Google/Facebook is taking over the world," or "We're overwhelmed with choices."
    Common behaviors: moping; pacing; complaining to friends on Facebook.

  • Acceptance -With the final stage, the marketer finally realizes that social media is here to stay and begins to determine ways to integrate activities and craft strategies that are truly integrated.
    Common phrases: "Let's craft a comprehensive social media strategy," or "Let's spend some time listening to what consumers are saying about us."
    Common behaviors: integration of marketing and communications functions, determination of measurement goals, online and offline alignment from the beginning of projects.

Verfasst von Hans Fischer um 13:10

28.09.2009

Finance 2.0: Eine weitere Bank auf Twitter

Am Freitag hat der Tweet "Artikel über #Finance 2.0 für den nächsten Netzguide abgeschickt. Kurzfazit: Social Media sind für Banken unumgänglich aber nicht dringlich." zu einer interessanten Diskussion mit @danielebneter, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der FHNW, geführt. Er hakte bezüglich Dringlichkeit nach. Es gibt keine eindeutige Antwort. Ausser, dass grundsätzlich alle Finanzinstitute Social Media und insbesondere Twitter zumindest beobachten müssten. Denn wer nicht auf dem Laufenden ist, verliert wertvolle Zeit für entsprechende Massnahmen, falls das eigene Unternehmen ins Twitter-Fadenkreuz geraten sollte. Und das kann schnell passieren.

Die aktive Teilnahme in Social Networks oder bei Twitter hängt von vielen Faktoren wie der Unternehmens- und Marketingstrategie oder den Personal-Ressourcen ab. Eine gut etablierte Privatbank hat sicherlich sehr viel weniger Handlungsdruck als eine Bank, die insbesondere jüngere Kunden akquirieren will. Letztere können kaum mehr ohne entsprechende Social Media-Anwendungen begeistert werden - Tendenz massiv steigend.

Einen Überblick über Social Media-aktive Banken gibt u.a. Visible Banking. Ein aktuelles Beispiel einer twitternden Bank liefert heute die Computerwoche mit dem Artikel "SEB bei Twitter - Die Bank mit dem Vogel". Eine ganze Reihe an weiterführenden Texten und Links zum Thema Finance 2.0 findet sich im Roloblog-Archiv.

Verfasst von Hans Fischer um 13:59

25.09.2009

Gebloggte Twitter-Splitter

Machen wir es einmal umgekehrt und erwähnen im Blog einige Tweets der auslaufenden Arbeitswoche:

  • "Intuitives Wissensmanagement mit semantischer Sprachtechnologie", innovations report
    "Wissenschaftler von der TU Darmstadt entwickeln derzeit im Forschungsprojekt "Wikulu - Selbstorganisierende Wikis" eine auf semantischer Sprachtechnologie beruhende Software, die das Problem unübersichtlicher und redundanter Wissenssammlungen etwa in Unternehmen lösen helfen soll."


  • Are you Twitter or Bitter?, webcredible
    "Reputation management is an important part of social media marketing, especially Twitter, and we’ve heard plenty of stories about how brands have made mistakes and damaged their reputation online. But what about the flipside - Twitter squatting? Twitter has grown to a point where, like domain names, it’s worth registering your name even if you’re not going to use it to protect from third parties taking your Twitter identity and using it in detriment to your brand."


  • Social Networking nimmt immer größeren Teil des Internets ein, IT Times
    "Das Marktforschungsunternehmen Nielsen gab in einer heute veröffentlichten Studie bekannt, dass im Durchschnitt 17 Prozent der gesamten im Internet verbrachten Zeit auf Social Networking- und Blogseiten zugebracht wird. Die Zahl bezieht sich auf eine im August 2009 durchgeführte Studie. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert damit fast verdreifacht."


  • Börsenpsychologie - Die nächste größere Blase entsteht gerade, FAZ.net
    "Die Tendenz, solche phantastischen Geschichten – wie Finanzprodukte ohne Risiko – zu finden, sei immer da, meint Tuckett. „Das ganze System ist jederzeit unstabil.“ Deshalb ist er überzeugt, dass die nächste größere Blase gerade entsteht. Allerdings könne man noch nicht sagen, welche phantastische Geschichte es sein werde, die die Anleger überzeugen werde. „Es wird etwas Neues geben, was die Leute nicht verstehen, vielleicht hat es mit Umwelt zu tun“, sagt Tuckett."


  • Web explodiert in die reale Welt, Persoenlich.com
    "Im Zuge der technologischen Evolution explodiert das Internet in die reale Welt. Der Mensch wird immer online sein und die Möglichkeit haben, die Realität in Echtzeit um eine Ebene digitaler Inhalte zu erweitern." Zu diesem Schluss kam der Trendforscher Daniel Bischoff bei der von Future Network organisierten 3. Konferenz zu Technologieoutlook und IT-Trends an der Universität Zürich."


  • Briten würden Paid Content weiträumig umfahren, Computerwoche
    "Nur fünf Prozent der Internetnutzer in Großbritannien sind grundsätzlich dazu bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Harris Interactive, für die im Zeitraum von 26. August bis 2. September insgesamt 1.188 Personen in Großbritannien zum derzeit weltweit diskutierten Thema "Paid Content" im Auftrag des "Guardian" befragt wurden. Pläne zu weitreichenden Bezahlinhalte-Angeboten, wie sie allen voran von Medienmogul Rupert Murdoch vertreten werden, haben nach dieser Befragung nur minimale Chancen auf Erfolg."

Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 14:55

23.09.2009

Web 2.0 mit messbar positiver Marketing-Wirkung

Perspektive Mittelstand nimmt eine vor knapp einer Woche präsentierte Mc Kinsey-Studie auf und schreibt im Artikel "Web 2.0-Anwendungen wirken positiv aufs Business" über die Messbarkeit von Web 2.0-Einsatz in Marketing. Das Fazit:

"(...) Web 2.0-Anwendungen können im Marketing messbar die Leistungseffizienz erhöhen und ein wirkungsvoller Hebel zur Steigerung der Kundenzufriedenheit sowie zur Senkung der Marketingkosten sein.

(...) Ungeachtet der augenscheinlichen unternehmerischen Nutzenpotenziale, die das Web 2.0 für Unternehmen bietet, geht aus der Studie allerdings auch klar hervor, dass die Implementierung bzw. Nutzung von Web 2.0-Anwendungen alleine nicht zum Ziel führt: Befragt nach zentralen Erfolgsfaktoren hinsichtlich Web 2.0-Aktivitäten, gaben drei Viertel der in diesem Bereich bereits erfolgreichen Unternehmen an, dass es wichtig sei, die jeweiligen Web 2.0-Instrumente mit anderen Formen der Kundeninteraktion zu verknüpfen (74%). Rund die Hälfte dieser Unternehmen sieht einen weiteren Schlüssel zum Erfolg in der Vermarktung der Web 2.0-Initiativen selbst."

Und nicht zu vergessen: Viele scheitern wegen mangelnder Inhalte (s. "Warum scheitern Corporate Blogs (und Twitter)?").

Verfasst von Hans Fischer um 10:14

17.09.2009

Blog-Kommentare, Follower-Wahn und Krämpfe 2.0

"Ich finde ihren Blog sehr ...", mailte jüngst ein Leser und ergänzte: "Aber warum kann man nicht kommentieren?". Gretchenfrage?

Obwohl Inhalte entscheidend sind (s. "Warum scheitern Corproate Blogs (und Twitter)?"), sind für viele Anzahl Kommentare bei Blogs - oder neuerdings auch Anzahl Followers bei Twitter - gleichbedeutend für Akzeptanz. Wer dann aber Kommentare nach substanziell wichtig und weniger wichtig untersucht, wird seine Bewertungskritieren wohl revidieren. Ähnlich bei Twitter: Tausende Followers und die ganzen 06baby79loveU-Accounts mit dabei. Bringt das was? Bei einer solchen Community bietet selbst klassische Zeitungswerbung weniger Streuverlust. Diese Get More Follower-Dienste kann man getrost vergessen. Wie bei Corporate Blogs gilt die Devise: Authentizität der Community ist entscheidend, nicht die Geschwindigkeit der Vermehrung. Alles andere wäre dann eher unter Egotrip 2.0 abzubuchen.

Noch zur einleitend festgestellt fehlenden Kommentarfunktion: In der Tat ist das ein Makel. Aber nach einschlägigen Erfahrungen haben wir beschlossen, das knappe Zeitbudget in Inhalte und nicht in Kommentarinteraktionen und Spamabwehr zu investieren. Interaktion via E-Mail oder Telefon ist zwar old fashioned, funktioniert aber nachwievor ganz gut.

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 09:09

14.09.2009

Warum scheitern Corporate Blogs (und Twitter)?

... fragt ein Leser? Nun, es gibt mittlerweile unendlich viele Ratgeber, wie Unternehmens-Blogs oder -Twitter-Accounts aufzusetzen, welche Sicherheitsaspekte zu beachten und wie Marketingstrategien zu adaptieren sind. Praktisch nie aber wird erwähnt, dass die schönsten Strategien und Applikationen nichts nützen, wenn die inhaltliche Substanz und Ausdauer fehlt. Wären Auswählen, Gewichten und Verfassen von Inhalten einfach, dann wäre Journalismus, bei dem es um ebendiese Kernkompetenzen geht, konsequenterweise ein Kinderspiel. Privat ist schnell gebloggt und getwittert. Genauso schnell verwaisen die meisten dieser Accounts denn auch wieder. Im Unternehmenseinsatz ist das heikler. Nachhaltig interessante Inhalte tragen wesentlich zu Markenführung und Image bei. Negativpropaganda in eigener Sache ist ebenso gut möglich - Beispiele gibt es genügend.

Bezüglich der Grundlagen von erfolgreichen Web 2.0- oder Social Media-Anwendungen im Unternehmenseinsatz haben wir im Februar 10 konkrete Praxistipps (s. "Die Essenz des interaktiven Marketings") publiziert:

Potenzial-Analyse
Der Einsatz von Web 2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Marketingstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen zu analysieren. Grundsätzlich gilt zu ergänzen, dass die bis anhin verwendeten Zielgruppendefinitionen zur gezielten Ansprache mittels Massenmedien den Anforderungen nicht mehr genügen. Vielmehr hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension „online Affinität“ zu erfolgen, um sicherzustellen, dass die angepeilten Käufergruppen auch tatsächlich mit diesen Web 2.0-Tools erreicht werden. Und noch eine generelle Feststellung: Komplexität und Dynamik der möglichen Web 2.0-Anwendungen erfordern, dass sich die Geschäftsleitung über die mögliche Tragweite des Einsatzes von Web 2.0-Tools bewusst ist und Marketing 2.0 zur Chefsache erklärt.

Ziel-Definition
Trial and Error macht im Internet Sinn. Web 2.0 und Marketing 2.0 sind aber mittlerweile so etabliert, dass diese Vorgehensweise nicht mehr zu empfehlen ist. Spott und Hohn ergiessen sich in der virtuellen Welt deutlich schneller über ungeschickt agierende Marketingabteilungen als im Offline-Geschehen. Wir erachten es deshalb als unumgänglich, konkrete Ziele für die Marketing 2.0-Vorhaben zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren. Drei mögliche Ziele unter Hunderten könnten lauten:

  • Der Webseiten-Traffic soll nach 3 Monaten Einführungszeit monatlich um 5 Prozent zunehmen.
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf der Website soll bis in sechs Monaten auf mindestens 2 Minuten angehoben werden.
  • Nach 12 Monaten Einführungszeit werden monatlich 10 qualifizierte Leads erwartet.
Tool-Evaluation
Wenn Geschäftsleitungsmitglieder schon beim Wort „Weblog“ die Stirnen in Falten legen, macht es wenig Sinn, einen Auftritt in Second Life vorzuschlagen. Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur – Marketing 2.0 bedingt immer auch Change Management! – sind individuell passende Tools zu evaluieren. Grösstmehrheitlich werden Weblogs oder Wikis für Internet, Intranet oder Extranet gewählt werden. Gelegentlich machen auch offene oder geschlossene Social Networks Sinn. Die wenigsten Unternehmen werden sich von Beginn weg mit viralem Marketing oder mit RSS-Feed-Werbung auseinandersetzen – ausser, sie kooperieren mit externen Agenturen. Letzteres empfehlen wir aber nicht, da die Durchbrechung des klassischen Sender-/Empfänger-Kommunikationsmodells immer auch mit einem Kontrollverlust einhergeht. Es ist sicherlich besser, wenn sich Unternehmen die Marketing- und Web 2.0-Kompetenz selber aufbauen und sich nicht externen Stellen ausliefern.

Risiko-Bewusstsein
Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Ausserdem ist es relativ einfach, sich mit ungeschickten Kommunikationsmassnahmen ins virtuelle Abseits zu stellen. Im besten Fall ist man wie BMW nach einigermassen stümperhaftem Suchmaschinenmarketing lediglich kurzzeitig Weg vom Fenster – respektive aus dem Google-Index –, im schlechtesten Fall ziehen ungelenke Aktionen massive Geschäftsschädigungen wie beim Klingeltonanbieter Jamba nach sich: Als die Blogosphäre festgestellt hatte, dass Jamba-Mitarbeitende unter Pseudonymen die eigenen Produkte lobten, donnerte eine virtuelle Schmählawine auf das Unternehmen ein, die noch heute Nachwirkungen zeitigt. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Für Marketing 2.0-Anwendungen zuständige Mitarbeitende ohne entsprechende Ausbildungen verwenden nicht selten ungefragt Personenbilder oder copyrightgeschützte Inhalte ohne entsprechende Abklärungen. Insbesondere in Deutschland und Österreich haben sich Juristen auf solche Belange – respektive auf Abmahnungen – spezialisiert. Generell ist festzustellen, dass im Bereich des Immaterialgüterrechtes ungleich grössere Toleranz gegenüber privaten Anwendern (zum Beispiel Bloggern oder Video-Produzenten) herrscht, als gegenüber Corporate Bloggern & Co. Letztere müssen besondere Vorsicht walten lassen. Was die eingangs erwähnte kriminelle Energie betrifft, sind Internetbetrug (zum Beispiel Nigeria-Connection), Phishing, Virenattacken oder Spionageangriffe hinlänglich bekannt. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen diesbezüglich weitreichende Gedanken machen und die Resultate bevorzugt auch in Form von verbindlichen Richtlinien für die (angestellten) Web 2.0-Anwender festhält.

Personal-Schulung
Es gibt nichts langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Wikis oder andere Web 2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn Marketing 2.0 nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden betrieben wird. Werden die Anwendungen vor allem für internes Marketing im Intranetbereich (zum Beispiel für Diskussionen unter Technikern und Vertrieb, etc.) eingesetzt, ist der Mitarbeiter-Know-how-Faktor sehr viel weniger wichtig als bei Anwendungen im öffentlichen Bereich. Nichtsdestotrotz braucht auch internes Marketing 2.0 Aufmerksamkeit, Kompetenz und entsprechende Ressourcen – wenn nicht, steht von Vornherein mit allergrösster Sicherheit fest, dass die Anwendungen kaum genutzt würden.

Pilot-Anwendungen
Im Sinne der bisher beschriebenen Handlungsempfehlungen liegt auf der Hand, dass strategie- und zielkonforme Anwendungen ausgiebig getestet werden müssen. Aus eigener Erfahrung ist hierfür ein möglichst heterogener Teilnehmerkreis zu wählen, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert oder zumindest simuliert. Bei Tests erkennen die zuständigen Mitarbeitenden, die teilnehmenden (künftigen) Konsumenten und die zuständigen Verantwortlichen in aller Regel viel Optimierungspotenzial – was als angenehmer Nebeneffekt die gefühlte Toleranz gegenüber diesen neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann.

Lösungs-Etappierung
Strategie- und Zielabklärungen laufen idealerweise auf einer inhaltlich breiten Linie. Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenslage aufdrängen. Verschiedene konkrete Erfahrungen im Gruppenbereich haben klar aufgezeigt, dass die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung wenig Sinn macht. Marketing 2.0 steht auch für Dynamik und laufende Weiterentwicklung. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln ist Grundlage der möglichen Erfolgsgeschichte. Externe Beratungsunternehmen, die das Gegenteil behaupten, dürfen unseres Erachtens durchaus sehr kritisch hinterfragt werden.

Mitarbeiter-Einbezug
Wird hauptsächlich internes Marketing 2.0 betrieben, müssen die tangierten Mitarbeitenden zwingend, eingehend instruiert und geschult (E-Learning drängt sich in dem Zusammenhang auf) werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Unter anderem geht es um freiwilliges Preisgeben von Wissen – was häufig mit dem Gefühl des Machtverlustes einhergeht. Mentale Blockaden können nur aufgebrochen werden, wenn die Mitarbeitenden über Sinn, Zweck, Erwartungen, Chancen und Gefahren der Anwendungen informiert wurden und die Usability sehr gut ist. Komplizierte Anwendungen haben keine Chance auf Breitenwirkung. Werden die Marketing 2.0-Anwendungen hauptsächlich für externe Kommunikation und Interaktion eingesetzt, hat dieser Punkt der Instruktion und Information der Belegschaft nach wie vor volle Gültigkeit: Die Mitarbeitenden müssen strategie- und zielkonform Auskunft geben können, wenn sie von Aussenstehenden auf die Marketing 2.0-Anwendungen angesprochen werden.

Zielgruppen-Kommunikation
Dieser Punkt könnte von der Bedeutung her gesehen auch der erste sein. Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Marketing 2.0 basiert auf Interaktion. Wenn User-Anregungen, -Fragen oder was auch immer nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet und beantwortet werden, verpufft der ganze Marketing 2.0-Effekt, respektive kann sich sehr schnell eine Imageproblematik ausbilden. Unter diesem Gesichtspunkt verdeutlicht sich vorgängig formulierte Forderung nach ausreichend viel und kompetentem Personal.

Ziel-Überprüfung
Nichts ist für die Ewigkeit und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. Das Internet als massentaugliche Plattform gibt es seit wenigen Jahren. Und trotzdem hat es sich zum Leitmedium emporgeschwungen. Diese ungeheure Dynamik setzt sich fort, weil eine riesengrosse Masse an der Weiterentwicklung mitwirkt, weil zukunftsträchtige Businessmodelle Start-ups initiieren und weil wenigstens ansatzweise das emergente Prinzip der Wisdom of Crowds zu funktionieren scheint. In diesem Kontext ist völlig klar, dass auch webbasierte Marketinglösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Marketing 2.0-Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder wenigstens Kapital) verbrennen.


Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 14:25

11.09.2009

Social Media im Bankeneinsatz

Lon S. Cohen hat für Mashable "5 Ways Banks Are Using Social Media" aufgezeigt. Sehr lesenswert. Die Überschriften lauten:

  1. Community Building
  2. Product Research
  3. Customer Service
  4. Marketing & Promotion
  5. Transparency
=> Weitere Artikel und Linktipps zum Thema Finance 2.0.

Verfasst von Hans Fischer um 16:51

07.09.2009

Internet-Manifest

In verschiedenen Beiträgen (z.B. "Der K(r)ampf der Medien" oder "The New York Times setzt konsequent auf Web 2.0") wurde im Roloblog auf das keinesfalls friktionsfreie Nebeneinander von Online- und Offline-Medien hingewiesen. Deutsche Journalisten und Blogger haben nun das "Internet-Manifest" veröffentlicht. Die Welt Online schreibt dazu im Artikel "Online-Experten veröffentlichen 'Internet-Manifest":

"Prominente Journalisten und Online-Experten haben ein "Internet-Manifest" veröffentlicht. Mit "17 Behauptungen" wollen die Autoren den Journalismus im digitalen Zeitalter erklären. Die Thesen sind offenbar auch eine Antwort auf die Pläne von großen Medienunternehmen und Politikern. (...)

Die 17 relativ allgemein gehaltenen Thesen lesen sich wie eine Zusammenfassung dessen, was viele der Autoren in den letzten Monaten wiederholt geäußert hatten. So wird unter anderem gefordert, dass Medien „ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen“ müssten, anstatt sie zu ignorieren. Zudem entlarve das Internet "gleichförmige Massenware". Wer auf Dauer ein Publikum gewinnen wolle, müsse "herausragend" und "glaubwürdig" sein."

Verfasst von Hans Fischer um 17:22

04.09.2009

Der Hauptnachteil von Corporate Twitter ...

... man bloggt weniger. In aller Kürze ein Link empfohlen, ein interessanter Beitrag retweeted oder neue Tweeps begrüsst. Ruckzuck, öffentlich und grösstmehrheitlich unverbindlich. Eine von Twitter's Hauptstärken (s. auch frühere Beiträge) liegt zweifelsohne in der Unmittelbarkeit. Bei einem coporate Blog ist das anders. Regelmässige Leser gewinnen nur Inhalte mit einem Mindestmass an qualitativer und quantitativer Substanz. Gegenüber Twitter zweifelsohne ein Mehraufwand. Die passende Mischung muss wohl gefunden werden: Twitter für den Moment und die Kontaktpflege, Blogging für Unternehmensnachrichten und Hintergrundberichterstattung.

Wir twittern @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 09:58

27.08.2009

Dax-Getwitter, OTTO-Beispiel und Telemedizin

Rolotec twittert nach einer relativ langen theoretischen Vorphase seit einiger Zeit @rolotec ja selber. Keine grosse Sache eigentlich, denn laut Zeit Online gehört Corporate Twittering zum guten Ton und jedes zweite DAX-Unternehmen sei mit von Micro Blogging-Partie.

"Unternehmen wie die Allianz, Daimler oder Lufthansa verwenden den Dienst überwiegend für den Themenaustausch, berichtet die Berliner Zucker.Kommunikation am Donnerstag. Für 32 Prozent der beobachteten Unternehmen steht die Übermittlung von Nachrichten im Vordergrund. Aber auch für Werbung wird der Kommunikationskanal fleißig genutzt."
Die Möglichkeiten des Twitter-Einsatzes im Unternehmensbereich zeigt multimediablog im Artikel ("Unternehmenskommunikation mit Twitter bei Otto") sehr anschaulich.

Einen weiteren, interessanten Twitter-Aspekt bieten Topnews heute im Beitrag "Twitter als medizinischer Helfer":

"Bei der Kopplung von Twitter und moderner Medizin könnten Menschen in ihrem häuslichen Umfeld leben und sich beispielsweise einmal täglich oder wöchentlich bei ihrem Arzt melden.

Auch die Kontaktaufnahme mit einem Notrufcenter wäre laut des Experten im Fachjournal der American Telemedicine Association denkbar. Darüber hinaus lassen sich mit Twitter mehrere Menschen gleichzeitig erreichen, das heißt, eventuelle Notrufe könnten nicht nur von einer entsprechenden Notfalleinrichtung, sondern auch von Verwandten oder Freunden empfangen werden."

Keinesfalls weltbewegend, aber richtungsweisend für viele kommende Entwicklungsschritte auf jeden Fall.

Verfasst von Hans Fischer um 16:59

17.08.2009

"Mitzwitschern lohnt sich"

... titelt Financial Times Deutschland einen Gastkommentar und schreibt:

"(...) Die Verbreitung von Twitter-Meldungen gewinnt auch für Unternehmen schnell an Brisanz. Das gilt beispielsweise für sensible Ergebnisse von Betriebsversammlungen, vertrauliche Gespräche unter Führungskräften oder strategische Überlegungen für das nächste Jahr. Selbst wenn die Inhalte nicht der Wahrheit entsprechen, könnte sich die Verbreitung via Twitter auf Investoren, Kooperationen oder bevorstehende Fusionen negativ auswirken. Das Web 2.0 hat die Reputation von Unternehmen angreifbarer gemacht, und zwar über einen Kanal, der bisher unterschätzt wurde. Mediennutzer werden zunehmend zu Programmdirektoren und Unternehmen schnell zu deren Spielball."
Und wie reagiert man als Unternehmen? Indem man sich mit dem neuen Medium übt. Zu diesem Schluss kommt nicht nur der FTD-Kommentator, sondern auch viele andere Experten (s. auch bisherige Beiträge über (corporate) Twitter).

See you @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 10:44

12.08.2009

"20 Must Read Beginner Twitter Tips for Small Business"

Die durchaus lesenswerten Tipps von TwiTip für corporate Twitter-Neulinge lauten:

  1. Twitter is first and foremost a place to connect, learn, and listen.

  2. Define your goals if you have any (e.g. business promotion, socializing, etc).

  3. If you’re confused about where to begin on Twitter, but are interested in learning, take a look at the previously done Twitip post that highlights key people for beginners to follow.

  4. Twitter allows you to interact with individuals who you might not normally come into contact with. If you want to interact with a celebrity or a person with a huge following then send a simple @ message or comment on something they are doing. If you get a response you can then take it from there.

  5. Don’t be offended if folks don’t follow you back. It’s not personal. (Even if it is, it doesn’t really matter.)

  1. Use a photo of yourself or your business logo in you profile.
  2. If you’re interested in connecting with someone you might want to try ReTweeting some of their messages before you introduce yourself.
  3. It’s probably going to take a good 3 to 6 months to get a following.
  4. Find out who the influencers are in your industry and see if they are on Twitter. If they are, follow them.
  5. Always follow Jeff Pulver’s rule of giving 95% of the time and asking only 5% of the time.
  6. Utilize a Twitter photo-sharing site like TwitPic or Yfrog to share cool photos from your typical business day, or while plying your craft, so that people get to know you. It helps to build social trust.
  7. Use Twitter Search with keywords to find information and conversations that are relevant to your business. It’s also a good way to find out if anyone is talking about you or your company.
  8. If you are not part of a particular conversation that concerns your area of business, but you would like to participate, approach with caution.
  9. If you are sending DM’s to your followers with something related to your business, make sure to use your social capital wisely. Overwhelming folks with DM’s can result in a rapid loss of followers.
  10. Don’t Tweet anything that you would not want to see on the front page of a newspaper or wildly famous website.
  11. Do interact and connect and don’t hesitate to @ message folks who have 10x or 100x the number of followers you have.
  12. Employ sites like Digg, StumbleUpon, and Reddit to find, and share amongst your followers, interesting stories from your particular area of business.
  13. Create connections don’t spam. You most likely would not just walk into a crowded venue where you don’t know anyone and say, “Hi my name is Bob and I replace window screens and have great prices.” This method does not work very well on Twitter. (Should be a given but you still see it every day!)
  14. Twitter is only one area online where you can begin to build a distributed social media footprint for your business. Do NOT rely solely on Twitter as your social media business promotion tool.
  15. It takes a long time to build up a following and develop trust, but it only takes one Tweet to alienate every one of your followers.
Rolotec twittert @Rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 09:32

07.08.2009

Twitter: Attacke auf politisiertes Gezwitscher

Die Empörungs-Tweets vieler User über den Twitter-Ausfall gestern Abend und den teilweise etwas ruppigen Betrieb heute Morgen sind nicht relevant. Interessant ist aber die Vermutung, dass der Ausfall auf dem Abchasien-Konflikt basiert. Times Online schreibt unter "Russians launched Twitter attack to hit Georgian blogger Cyxymu":

"(...) Hackers from Russia may have attacked Google, Twitter and Facebook in an attempt to silence a pro-Georgian blogger, it has emerged. (...)

A Georgian blogger by the name of Cyxymu has accounts on all the websites and was the target, according to a senior security executive at Facebook."

Spiegel Online schreibt unter "Facebook, Twitter, YouTube wurden Kollateralschäden gezielter Attacke":
"Wie auch immer die Attacke abgewickelt wurde - dass die Motivation der Urheber die russisch-georgischen Streitigkeiten sind, ist sehr wahrscheinlich. Blogger Cyxymu (Russisch für Suchumi, die Hauptstadt der international nicht anerkannten Republik Abchasien an der Schwarzmeerküste, um die Russland und Georgien streiten) ist Georgier. 2007 erinnerte er laut einer Übersetzung der Stiftung Global Voices Online (...) an den georgisch-abchasischen Konflikt."
Rolotec twittert @rolotec

Verfasst von Hans Fischer um 15:11

06.08.2009

Social Media-Boom, Facebook-Shops und Web-Agents

News aus dem Cyberspace mit realen Auswirkungen:

  • "Soziale Netze lassen alle alt aussehen"; ECIN:
    "(...) Sie [die Sozialen Netzwerke] wachsen von allen Web-Phänomenen am schnellsten, nicht nur bezüglich der Anzahl der teilnehmenden Anwender, sondern auch in der Bedeutung für Werbung, Marketing und dem Umgang der Menschen untereinander. Alle Interessen werden hier bedient, sei es nur die Kommunikation an sich, Selbstdarstellung, Trendinformationen, Geschäftskontakte oder die Abwicklung von Transaktionen. Dazu passt die Feststellung der Forrester-Analysten, dass eCommunities mittlerweile beliebter sind als Internet Radios oder Instant Messaging, beispielsweise per ICQ oder MSN."

  • "Digitale Generation - schon wieder?"; ECIN:
    "(...) Es ist schwierig bis unmöglich, das Leben und Treiben im Internet nach Generationen zu segmentieren. In Wirklichkeit verschwimmen die Grenzen: 60jährige kaufen online ein, Endvierziger bloggen, die Altergruppe ab 30 nutzt eifrig das Web 2.0 und steht den unter 20jährigen in punkto Nutzungsintensität kaum noch nach. Denn nicht nur „wir Krisenkinder“ (noch eine Generation) nutzen das Internet oder das Web 2.0 exklusiv – es ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen geworden."

  • "E-commerce and Facebook: Friends or foes?; BusinessWeek":
    "(...) an early example of online shopping merging with social media, a trend we’re likely to see more of as retailers look to retain their relevance on the Web. “A lot of people are telling us they like to do things in the same environment; they don’t like to hop around on the Web,” says Jim McCann, founder and CEO of 1-800-FLOWERS.com. “And so many people are living their lives on Facebook.” In the next two months, at least 20 more retailers will set up similar shops on Facebook using the same technology provider, Alvenda, according to a Financial Times report. "

  • "Computer 'agents' take to the web; BBC News":
    "(...) Software "agents" that automatically negotiate on behalf of shoppers and sellers are about to be set free on the web for the first time.
    The "Negotiation Ninjas", as they are known, will be trialled on a shopping website called Aroxo in the autumn. "

Verfasst von Hans Fischer um 13:44

05.08.2009

@rolotec - nach der Theorie die Twitter-Praxis

Nach vielen Postings über Twitter im Allgemeinen oder im Zusammenhang mit der Finanzbranche im Speziellen, zwitschern wir versuchsweise auch mit: Wir sehen uns also @rolotec.

Verfasst von Hans Fischer um 15:45

Verzicht: lieber auf Prada als auf Social Networking

Unter "You Want Me to WHAT?" hat Social Media Marketing Blog eine interessante Umfrage von ShesConnected zusammengefasst. Auf die Frage, ob eher Social Networking (via Facebook, Blogs, Twitter, LinkedIn etc.) oder auf etwas anderes verzichtet würde, antworteten 36 Prozent der befragten Frauen, dass sie lieber auf Schokolade, Prada-Taschen oder ihre Schwiegermütter verzichteten, als ihre Social Media-Aktivitäten einzustellen.

Trotz dieses Bekenntnisses würden nur die Hälfte der Befragten für die webbasierten Dienstleistungen bezahlen. Einigermassen verwunderlich: Auf die Prada-Tasche würde zu Gunsten von Web-Services verzichtet, dafür bezahlen mag die Hälfte aber nicht. 92 wären Prozent mit werbefinanzierten Geschäftsmodellen einverstanden. 22 Prozent könnten sich vorstellen, dass ihre Daten an Werbetreibende verkauft würden und 28 Prozent hätten auch gegen ein Bezahl-Modell nichts einzuwenden.

Die beliebtesten Aktivitäten sind:

  • Videos anschauen
  • Blogbeiträge lesen
  • Fotos hochladen
  • Blogbeiträge verfassen
  • Kommentare verfassen

Verfasst von Hans Fischer um 13:28

28.07.2009

Mobiles Internet: "Das Geschäft mit der Angst"

Mobiles Internet ist Thema der Gegenwart und der Zukunft (s. frühere Beiträge). Datenübertragung, GPS-Services und Mashups bringen viele Erleichterungen, wie zum Beispiel das iPhone App "AroundMe", bergen demgegenüber aber selbstverständlich auch kritische Aspekte. Die Zeit schreibt im Artikel "iPhone-Apps: Das Geschäft mit der Angst":

"(...) Mit einem Blick aufs iPhone können besorgte Eltern in den USA jetzt ihre Nachbarschaft nach Sexualstraftätern scannen. Die Anwendung Offender Locator ist für 99 US-Cent im App Store zu haben. Sie ermittelt mithilfe der GPS-Funktion im neuen iPhone den eigenen Standort und zeigt anschließend, wo verurteilte Sexualstraftäter im Umfeld wohnen, komplett mit ihrer Adresse und genauen Angaben zu Größe, Alter, Gewicht und Einzelheiten ihrer Tat. Dazu gibt es auch ein Foto."
Selbstredend ist auch die Schweinegrippe ein App-Thema. Die Zeit schreibt:
"(...) Die Influenza Swine Flu Info hält den Nutzer für 79 Cent mit Nachrichten über die Grippe-Verbreitung auf Deutsch auf dem Laufenden. Kostenlos ist hingegen der Swine Flu Tracker. Er zeigt, ähnlich wie die Verbrecher-Karten, die Grippefälle auf einer Weltkarte an. Die Daten für seinen Dienst bezieht der Tracker von der Seite healthmap.org, die auch Informationen zur Verbreitung anderer Krankheiten wie HIV oder Dengue-Fieber sammelt, basierend unter anderem auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO)."

Verfasst von Hans Fischer um 13:59

08.07.2009

Prognose: Interaktives Marketing legt stetig zu

The Forrester Blog zeigt im Beitrag "Interactive Marketing Nears $55 Billion; Advertising Overall Declines" eine interessante Grafik mit den prognostizierten Ausgaben für interaktives Marketing bis 2014. Von aktuell gut $ 25 Milliarden wird eine Steigerung auf rund $ 56 Milliarden erwartet - und das bei gleichzeitig sinkenden Werbegesamtausgaben. Die Schätzungen teilen sich für das Jahr 2014 wie folgt auf:

  • Mobile Marketing: 2,3%
  • Social Media: 5,7%
  • E-Mail Marketing: 3,8%
  • Display-Werbung: 30,7%
  • Suchmaschinenmarketing: 57,5%

Verfasst von Hans Fischer um 14:05

29.06.2009

Twitter wird zum Muss für Unternehmen

Twitter beobachten wir schon eine Weile (s. frühere Beiträge) und haben die Nachhaltigkeit bezüglich Kommunikationsverhalten und das Potenzial für den Unternehmenseinsatz durchaus erkannt. Solcherlei wird im Artikel "Firmen-«Gezwitscher» - Chance oder Katastrophe?" bei InformationWeek aufbereitet. Der Schlussabsatz lautet

:"(...) So manches Unternehmen mag es deshalb vorziehen, auf das riskante «Gezwitscher» vorerst ganz zu verzichten. Das aber ist nach Ansicht der Experten keine Option: «Twitter ist extrem schnell extrem groß geworden. Es geht nicht mehr darum, ob oder ob nicht. Sondern darum, wie man es effizient und sinnvoll macht.» Skeptiker verweisen gern darauf, dass es noch gar nicht lange her sei, dass die Online-Welt «Second Life» auf ähnliche Weise als «Muss für Unternehmen» gepriesen wurde. Viele Firmen steckten Unsummen in die Plattform - die dann nie so bedeutsam wurde wie angekündigt. «Twitter ist eine ganz andere Nummer. Ich würde es als Revolution bezeichnen», betont Schwarz."
Apropos Twitter: Unter "200 Twitter Mashups" ist bei ProgrammableWeb.com u.a. TweeSpeed zu finden. Eine Spielerei, welche die Twitteraktivität in Anzahl Tweets je Minute anzeigt.

tweespeed.jpg

(Bildquelle: TweeSpeed)

Verfasst von Hans Fischer um 10:30

22.06.2009

Banken und Social Media ...

... keine Traumpaarung zwar, aber eine mit viel Potenzial, wie unter dem Begriff "Finance 2.0" gelegentlich schon dokumentiert war. Anbei der neueste Hinweis von internetworldbusiness.de im Artikel "Banken ignorieren Social-Media-Trend":

"(...) Anette Rehm, Geschäftsführerin vom Geld-Magazin, fordert deshalb von den Banken ein verstärktes Engagement in den Social-Media-Angeboten: "Banken, die in den öffentlichen Dialog mit den Kunden treten, und am besten noch den Kunden in die Produkt- und Konditionsgestaltung einbeziehen, werden in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine wichtige Rolle in der Kreditinstitutswelt spielen. Alle anderen werden verlieren."

Verfasst von Hans Fischer um 15:35

17.06.2009

Web 2.0 als Krisenbewältigungs-Katalysator?

Welches Potenzial sogenannte "Web 2.0-Anwendungen" wie Wikis, Blogs, Social Networks und Co. für grosse, mittlere und kleine Unternehmen im Allgemeinen und im Bereich Wissensmanagement im Speziellen haben, ist hier in der entsprechenden Blog-Kategorie und auch im WM 2.0 Wissensmanagement Wiki mannigfaltig festgehalten und dokumentiert.

Wer die Hintergründe und Möglichkeiten gerne kompakt, in einem gut strukturierten Artikel präsentiert haben möchte, findet Solcherlei u.a. bei All About Security im Beitrag "Web 2.0: Großes Potenzial für mittelständische Unternehmen".

Ausgangslage:

"Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Rezession in Europa sind die Unternehmen massiv gefordert, sich nach neuen Wegen zur Produktivitätssteigerung umzusehen. Den Schlüssel für erhebliche Kostensenkungen könnten Web-2.0-Lösungen liefern."
Hürden:
"Trotz der offensichtlichen Vorteile zögern manche Unternehmen, sich voll auf die Web-2.0-Tools einzulassen. Die Popularität des firmeninternen Intranets sowie Sicherheitsbedenken und die Sorge um das Bekanntwerden vertraulicher Informationen sind nur einige Hürden, mit denen der europäische Web-2.0-Markt zu kämpfen hat."
Kulturelles:
"In Europa herrscht das verbreitete Missverständnis, dass sich echte Leistung daran messen lässt, wie viel Kilo Papier jemand produziert und einem Kunden aushändigt“, erklärt Petruczynik. „Diese Einstellung behindert den Einsatz von Web-2.0-Lösungen, weil hier mehr Endprodukte in Form von Wikis oder Blogs geliefert werden."
Tipps:
"(...) empfehlen wir, klare und einfache Leitlinien zu implementieren sowie zu beschreiben, wie man soziale Medien richtig nutzt. So lassen sich Sicherheitsrisiken und die Weitergabe vertraulicher Informationen vermeiden und eine Unternehmenskultur schaffen, die Offenheit und Zusammenarbeit fördert. Außerdem sollten die Mitarbeiter darin geschult werden, wie sie die Web-2.0-Tools so nutzen können, dass sie noch produktiver und effizienter werden(...).“

Verfasst von Hans Fischer um 15:55

16.06.2009

Geschichte von Social Networking/Media

Unter dem Begriff "Social" finden sich alleine im Roloblog unzählige Beiträge und Links zu den Themen Social Networking, respektive Social Media. Die Begriffe sind zwar eher neu und mit "Web 2.0" assoziiert, die Prinzipien sind es aber nicht. iMedia Connection visualisiert im Artikel "Why Twitter will soon become obsolete" (an sich schon ein höchst spannendes Thema) die Geschichte von Social Networking und schreibt:

"(...) but the whole concept of the internet was based on social networking from the start -- going all the way back to bulletin boards, email, and forums right up to today's blogs, social networking sites, and, yes, Twitter. As far back as 1978, bulletin board systems were essentially doing the same thing that modern networks are doing. The big difference now is that the usability and usefulness of the newer networks are infinitely better."
Genau, handlicher sind die Anwendungen geworden, sozial war das Internet aber immer schon. Zumindest wollte das WWW-Erfinder (WWW ist eine Internet-Anwendung und nicht ein Synonym) Tim Berners-Lee so. Er erklärt, dass er das Web immer mehr für eine soziale, denn eine technische Erfindung gehalten habe. Er habe das Web für einen sozialen Zweck entwickelt, damit die Zusammenarbeit verbessert werde und nicht als technisches Spielzeug.

socialnetworks_history.gif
(Klick ins Bild für Grossansicht; Bildquelle: iMedia Connection)

Verfasst von Hans Fischer um 09:51

11.06.2009

Das 1-millionste Englische Wort

Laut BBC ("'Millionth English word' declared ") gebührt dem Term "Web 2.0" diese Ehre:

"(...) A US web monitoring firm has declared the millionth English word to be Web 2.0, a term for the latest generation of web products and services."
Logisch, gibt es Zweifel. By the way: Für eine anspruchslose Verständigung im Alltag sind laut einem älteren Beitrag von Werner Voigt 400 bis 800 Wörter nötig.

Verfasst von Hans Fischer um 14:06

Roloblog im HTR-Fokus über neue Web-Realitäten

Die Fachzeitung htr hotelrevue von hotelleriesuisse hat in der neuesten Ausgabe einen facettenreichen und spannenden Fokus über Internet-Entwicklungen und Auswirkungen auf Hotellerie und Gastgewerbe, die auch für andere Branchen gelten, geschrieben. Im Beitrag "Was heisst eigentlich ..." wird der Roloblog repräsentiert. Mit bestem Dank und ebensolchen Grüssen nach Bern ;-)

htr_rolo.jpg
(Bildquelle: htr hotelrevue)

Weitere Themen sind:

Verfasst von Hans Fischer um 10:31

09.06.2009

Twitter ist bloss Hype, ist es sicher nicht

Ja was nun? "10 Prozent der Twitter-Nutzer zwitschern 90 Prozent der Inhalte", titelt heise online heute und zitiert eine Studie der Harvard Business School (s. "New Twitter Research: Men Follow Men and Nobody Tweets"):

"(...) Sie haben herausgefunden, dass 10 Prozent der Twitterer 90 Prozent der Inhalte erzeugen. Über die Hälfte der Twitter-Nutzer "zwitschert" statistisch gesehen weniger als einmal in 74 Tagen."
Auch BBC ("Twitter hype punctured by study") relativiert die Bedeutung von Twitter und schreibt:
"(...) Micro-blogging service Twitter remains the preserve of a few, despite the hype surrounding it, according to research."
Eine völlig andere Perspektive nahm Umair Haque in seinem Harvard Business Publishing-Blog ("Twitter's Ten Rules For Radical Innovators") vor wenigen Tagen ein:
"(...) Is the hype justified? Yup: Twitter isn't just changing how we communicate — it is changing how we innovate.
Twitter is one of the world's most radical management innovators. It's revolutionary because it brings 21st Century DNA roaring raucously to life: it is a living expression of the new principles of organization and management we've been discussing."
Und zum Abschluss noch die Frage "Is the social web party over?" von The Financial Services Club Blog mit der Antwort:
"(...) Twitter, Facebook, MySpace and more could come and go as quickly as a politician’s seat in government, but their model of communication is here to stay. After all, these tools are just replacing Instant Messaging, Friendster and Friends Reunited with easier ways of socialising. In another few years, they may have been replaced again."

Verfasst von Hans Fischer um 14:28

26.05.2009

Social Media-Marketing-Mythen

Gestern haben wir "Social Media kompakt erklärt" (resp. erklären lassen). Heute nun geht es um Marketing-Mythen, die sich um Social Media und Social Networking ranken. BusinessWeek nennt im Artikel "Beware Social Media Marketing Myths" folgende Mythen:

  1. Social media sites are free: Gute gemachte Angebote brauchen Know-how und generieren teure Arbeitszeit.

  2. Social media sites are a great place to find new customers: Die meisten User der grossen Social Networks passen nicht ins Zielsegment und fokussieren ehedem auf private Interessen. Deutlich erfolgversprechender sind Engagements zu Gunsten spezialisierter Angebote und Communities.

  3. You need to be on all the big sites: Ein klarer Fokus bringt sehr viel mehr als breit gewalzter Aktionismus.

  4. Social networking sites are for marketing: Der Autor ist überzeugt, dass nicht Marketingbelange relevant sind, sondern Services, die dank der direkten Kommunikationswege schnell und glaubwürdig geleistet werden könnten (was dann natürlich doch wiederum Marketing-Relevanz generiert).

  5. Social networking is the future: Mitunter ein wichtiger, aber doch bloss ein Teil der Zukunft.

Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 10:24

25.05.2009

Social Media kompakt erklärt

Obwohl es von Artikeln, Studien und Postings (z.B. "Roloblog-Beiträge") zur Thematik "Social Media" und "Social Networks" nur so wimmelt, ist es gelegentlich sehr angenehm, gut verständliche Grundlagenartikel zu lesen. So sucht zum Beispiel Meedia nach Definitionen von Social Media, findet viele Ansätze und eine Essenz:

"Social Media bezeichnet interaktive Kommunikationsprozesse zwischen Individuen, die über verschiedene Plattformen des Internets ermöglicht werden."

Verfasst von Hans Fischer um 16:06

18.05.2009

Digital Natives, unsere Kinder und neue Realitäten

Unter anderem im Posting "Buchbesprechung: Digital Natives und Immigrants" haben wir auf die Generationen der "Digitial Natives" und die Annäherung von realer und virtueller Welt angetönt. Manager Magazin Online bringt unter "Die Revolution der Web-Eingeborenen" einen facettenreichen Einblick in die Welt, in welcher der Graben zwischen der Generation Web allen andern immer grösser wird. Die Essenz:

"(...) Menschen, die mit den digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind, lernen, arbeiten, schreiben und interagieren anders als noch die Generationen zuvor. Sie treffen und verlieben sich sogar online - im Netz kommunizieren sie mit Menschen, denen sie real vielleicht nie begegnen würden. Gegenüber den Generationen vor ihnen unterscheiden sich die digitalen Revolutionäre durch die vier folgenden Eigenheiten: 1. Die Digital Natives sind Netzbewohner, 2. Die Digital Natives sind Freigeister, 3. Die Digital Natives leben gleichzeitig, 4. Die Digital Natives sind medial."
Erklärungen und weitere Details finden sich in besagtem Artikel.

Verfasst von Hans Fischer um 09:41

Die gute alte Welt 1.0

Start in die Kurzwoche mit Geek and Poke (empfehlenswert):

20_cartoon.jpg

(Bildquelle: Geek and Poke)

Verfasst von Hans Fischer um 09:10

13.05.2009

Twitter-Splitter

Auch wenn man persönlich auf die 140-Zeichen-Kommunikation problemlos verzichten kann und darf, kommt man nicht umhin festzustellen, dass Twitter derzeit einen unheimlichen Lauf hat (s. auch frühere Beiträge zum Thema). Anbei einige Twitter-News-Splitter:

  • The New York Real Times, Nicolas Carr's Blog
    "(...) Twitterification continues. Not only are other social networking sites, such as Facebook, scrambling to pour their members' energy into the realtime stream, but more traditional publishers are also adopting the Twitter model to firehose their content. Build your arks, my friends: The stream is going mainstream.

    Yesterday, it was the New York Times that took the realtime plunge with the launch of Times Wire, a jittery twittery service that the paper describes as "a continuously updated stream of the latest stories and blog posts."


  • Die Heilige Schrift im Twitter-Format, golem.de
    "(...) Die Geschichten der Heiligen Schrift sollen im Rahmen der evangelischen Twitter-Mission jeweils in nur 140 Zeichen zusammengefasst werden. Für die Aktion haben Theologen die Bibel in rund 3.000 Abschnitte aufgeteilt. Diese werden während des Kirchentags unter twitter.com/evangelisch_de getwittert. "

  • Pixelpark twittert für Lufthansa, Internet World Business
    "(...) Das deutsche Luftverkehrsunternehmen Lufthansa kommuniziert ab sofort über einen eigenen Twitteraccount mit seinen Kunden. (...) Lufthansa will zunächst einmal das Potential von Twitter austesten. Zunächst will der Konzern darüber aktuelle Angebote, reiserelevante Informationen und aktuelle News verbreiten."

  • What Twitter Needs to do for Personal Knowledge Management, FASTforward Blog
    "(...) Another part is the ability to use Twitter as a personal knowledge management system. I do this with my blog so I naturally started doing this with Twitter. I tweet or retweet links to things I want to go back to. Since it is Twitter, a social tool, I am also sharing them but in many cases that is secondary. Twitter does the social part fairly well. But the archive part is very primitive. It reminds me of del.icio.us. Once I got a few hundred links it became clumsy and I stopped using it."

  • Die Angst der Unternehmer vor Twitter, FAZ.net
    "(...) Wo Menschen sich unterhalten, wittern auch Unternehmen ihre Chance. Zum Beispiel Dell. Der amerikanische Computerbauer nutzt Twitter als Vertriebskanal und versorgt seine knapp 480.000 Follower mit speziellen Angeboten, die schon zu Umsätzen in Millionenhöhe geführt haben. Die amerikanische Kabelgesellschaft Comcast setzt Twitter für den Kundendienst ein, reagiert auf Beschwerden und kommuniziert mit Kunden. In Amerika hat sich Twitter in kurzer Zeit als Kommunikationskanal für Unternehmen etabliert."

Verfasst von Hans Fischer um 10:50

06.05.2009

Finance 2.0 - "Die erste Google-Bank"

Im Beitrag "User stehen auf Finanzen - Banker gefordert" finden sich viele weiterführende Links zur Kooperation von traditionellem Bankgeschäft und neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Manager Magazin Online bringt im Artikel "Die erste Google-Bank" nun einerseits einen Überblick über die wichtigsten Finance 2.0-Lösungen und andererseits Visionäres, da besagter Artikel auf dem Buch "Was würde Google tun?" von Jeff Jarvis basiert. Jarvis schreibt:

"(...) Banken könnten sicher etwas davon lernen. Warum sollte man nicht direkte Marktplätze einrichten, wo ich mir mein Portfolio selbst zusammenstellen kann, aus kleinen Geschäftsdarlehen, Hypotheken und Krediten an Studenten? Warum sollte man nicht die Infrastruktur einer Bank nutzen, wie Virgin Money und PayPal es praktizieren, um uns unsere finanziellen Transaktionen zu erleichtern? (...)

Auch für Finanzmärkte bietet das Internet neue Chancen. Online stehen uns neue Informationsquellen und Analysemöglichkeiten zur Verfügung, und zwar andere als die der Analysten, die im Auftrag von Kreditinstituten tätig sind. Investoren selbst können sich über Wissen, Daten, Strategien, Erfolge und Fehlschläge austauschen. Der CAPS-Service von Fool sammelt die Erkenntnisse von Investoren, um jedem Mitglied der Community behilflich zu sein. Ich habe in Covestor investiert, dort geben Börsenanleger Einblick in die nachweisliche Entwicklung ihres Handels, so dass andere an ihrer Seite investieren können. Jeder Investor kann selbst zu einem Anlagefonds werden. So kann ein erfolgreicher Investor obendrein davon profitieren, dass er richtig gelegen hat."

Der Artikel bietet viele weitere Aspekte und ist sehr zu empfehlen - das Buch selbstverständlich auch.

Verfasst von Hans Fischer um 09:31

05.05.2009

Schule der Zukunft ist virtuell und interaktiv

Auf Futurezone von ORF werden im Artikel "Soziale Netzwerke als Schule der Zukunft" Thesen zur Verschmelzung neuer Kommunikations- und Interaktionsformen mit dem Schulwesen beschrieben. Ein Auszug:

"(...) Die 14-Jährigen gestalten mit ihren Lehrern beispielsweise in Kleingruppen virtuelle Rundgänge über den Wiener Ring und lernen dabei etwas über die Geschichte der Stadt. Sie sehen die Gebäude wie Parlament und Rathaus via Google Earth und fügen die recherchierten Information daneben in einem Blog-Eintrag ein."
Ausserdem können dank Netzwerklösungen à la Facebook & Co. Themen von Schülern aus verschiedensten Klassen gleichzeitig und gemeinsam bearbeitet werden.

Dass Solcherlei spannender ist als viele der bisherigen E-Learning-Lösungen, liegt auf der Hand. Genauso wie die Tatsache, dass die Entwicklung der virtuellen Lernumgebungen noch am Anfang steht.

Verfasst von Hans Fischer um 10:07

01.05.2009

Buchbesprechung: Digital Natives und Immigrants

Im Artikel "Wie Wikis der Wirtschaft nutzen" rezensiert Die Zeit die Bücher "Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen" und "Die Kunst, loszulassen", greift dabe interessante Aspekte auf und macht auf die Kluft zwischen Digital Natives und Digital Immigrants aufmerksam (s. auch Beitrag "Mitarbeiter-Loyalität dank Web 2.0-Toleranz").

Kleiner Exkurs zu Digital Natives und Digital Immigrants

Am Finance Forum 08 nannte Prof. Dr. Ewald Wessling die Generation der „Digital Natives“, also mit Internet und anderen Medien seit Kindheit an vertraute Konsumenten, als grosse Herausforderung für die Unternehmen und insbesondere für deren Marketing. Während die „Digital Immigrants“ früher im Schnitt 1,6 verschiedene Medien genutzt hätten, gelte für die Digital Natives (resp. die Web Generation) ein Schnitt von 5,4 parallel genutzter Medien.

Ein nicht „im Internetzeitalter Geborener“ könne trotz allergrösster IT- oder Gadget-Affinität nie zum Digital Native werden. Umso schwieriger gestalte sich die Aufgabe für Entscheidungsträger heutiger Marketingstrategien.

Leitmedium für Digital Natives – und damit für aktuelle und kommenden Kundengenerationen – ist laut Wessling das Internet. Nachfolgende Grafik zeigt das veränderte Medienverhalten:

wess_08.jpg

(Bildquelle: Wessling, Ewald (2008): Präs. Revolution 2.0, Seite 11)

Als Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Web 2.0-Anwendungen, respektive Interaktion und Mitarbeit der Digital Natives, nannte er:

  • Einfach – interaktiv – selbsterklärend (EIS)
  • Permanente Verfügbarkeit
  • Personalisierung
  • Authentische Kommunikation
  • Schnelle Kommunikationswege (zum Beispiel wird Instant Messaging der E-Mail vorgezogen)
  • Glaubwürde Marken
  • Gleichberechtigte Anerkennung aller User/Konsumenten/Prosumenten
  • Respekt

Verfasst von Hans Fischer um 09:58

24.04.2009

Web 2.0: Vom Affenhorden-Kritiker zum Twitterer

Über den Web 2.0-Kritiker Andrew Keen haben wir im Sommer 2006 im Beitrag "Web 2.0: Diktatur der Idioten" zum ersten Mal geschrieben. Wenn man sein Buch "The Cult of the Amateur: How Today's Internet Is Killing Our Culture" gelesen hat und nun das heute erschienene Interview mit Spiegel Online ("Bei Twitter entsteht eine neue Elite") zu Rate zieht, erkennt man einen beinahe schon radikal geläuterten Menschen, der in der Web-Sozialisierung nicht mehr nur eine Spielwiese für "Affen", sondern auch die Grundlage für eine "neue Elite" sieht:

"(...) In meinem ersten Buch konzentrierte ich mich auf das unendliche Geltungsbedürfnis der Internetnutzer. Jetzt geht es um die neuen Facts of Life. Viele Leute wollen nicht bei Web 2.0 mitmachen, weil es sie nervt. Aber sie haben keine andere Wahl. Idealismus wird durch Selbstmarketing ersetzt. Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Das Microblogging Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen. Die Hierarchie zwischen Talent und Publikum beginnt das Amateurhafte wieder zu verdrängen."

Verfasst von Hans Fischer um 09:05

21.04.2009

Web 2.0, Networks & Co.: Was geht eigentlich ab?

Die Berichterstattung über soziale Netzwerke (s. frühere Blog-Postings), interaktives Marketing (s. u.a. E-Marketing wird salonfähig) und Co. hat eine hohe Pace angeschlagen. Der FAZ-Artikel "Google und Web 2.0 treiben klassische Portale in die Enge" bietet viel mehr, als der Titel vermuten lassen könnte: Einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen nämlich und damit die Chance, sich mal wieder in aller Unaufgeregtheit den Zukunftsanforderungen zu widmen.

Verfasst von Hans Fischer um 09:56

20.04.2009

Einige Net-Häppchen, ...

... die während des Osterurlaubs im Newsreader hängengeblieben sind.

  • Bloggen mit gemischten Gefühlen, ECIN
    "(...) Über fünfzig Prozent der bereits bloggenden Unternehmer sehen im Bloggen vor allem eine Chance, die Interaktion mit ihren Kunden zu intensivieren. Weitere 23 Prozent der aktiv bloggenden Firmen möchten sich auf diese Weise an branchenrelevanten Debatten und Themen beteiligen. Nur 14 Prozent werten Blogs als Chance, das Firmenprofil zu stärken; elf Prozent nutzen Bloggen einfach als Mittel für die Suchmaschinenoptimierung. Nach Angaben der Studienmacher wissen zwar viele Unternehmen um die Potenziale von Blogs, könnten mit diesem Medium aber nicht umgehen, da sie den Vorteil der Transparenz fürchten."

  • Social Media Marketing: Mehr Umsatz in der Online – Community?, Business-on.de
    "(...) Millionen begeistertet Internetnutzer verbringen Unmengen von Zeit auf unzähligen Blogs und Foren, bilden Communities, posten Texte, Bilder und Videos. Die Kommunikationswege scheinen grenzenlos. Ein Grund warum sich Unternehmen mit Hilfe des Social Media Marketing an der Web 2.0-Vielfalt beteiligen wollen. Doch wo viele Wege, da auch viele Irrwege und Sackgassen. Noch will die Verkaufsansprache auf Social Networks nicht so recht gelingen."

  • Profit 2.0: Das neue Web wird gewinnbringend!, Computerwelt
    "(...) Die Anzahl jener, die Web 2.0 als reines Schlagwort ohne Substanz sehen, wird täglich geringer. Das „neue“ Web - eine Kombination aus geändertem Userverhalten und gereiften Technologien - ist längst Realität. Auch den Unternehmen ist mittlerweile klar, dass der Einsatz von Web-2.0-Elementen nicht per se zu besser funktionierenden oder neuen Geschäftsmodellen führt. Sie erkennen, dass aktuell der Erfolg im Web auf einer neuen Haltung aller Beteiligten basiert. Bei den Konsumenten sind massive Veränderungen im Informations- und Kaufverhalten bereits voll im Gange."

  • Banking 2.0: Finanzgeschäfte im Dialog, Horizont.net
    "(...) Während klassische Finanzinstitute mit Imagekampagnen den Ruf aufpolieren, sehen Anbieter wie Fidor oder Smava den Vertrauensverlust weiter Teile der Branche als Chance, um mit den Prinzipien des Web 2.0 beim Kunden zu punkten. Mit Banking 2.0 gewinnen Mitbestimmungs- und Mitverdien-Elemente an Fahrt."

  • Understanding the role of Enterprise 2.0 and moving towards a Social Business, FASTforward Blog
    "(...) In the last few years the concept of social software in the enterprise has matured significantly, but we are still grasping for a real understanding of its role, and what to call it. I believe that understanding the separation of social software and social strategies can bring us closer to seeing the complete picture."

Verfasst von Hans Fischer um 09:52

25.03.2009

Substanzielles zu Web 2.0 ...

... findet sich im bei Computerwoche im Interview mit Clay Shirky. Ein kleiner Auszug:

"(...) Der Wert, der von kooperierenden Individuen im Web geschaffen wird, wächst von Tag zu Tag. Damit Firmen davon profitieren können, brauchen sie eine bestimmte Kultur. In den nächsten fünf Jahren wird sich bei den Technologiefirmen die Spreu vom Weizen trennen und es wird sich zeigen, wer am besten aus diesem enormen Pool schöpfen kann."
Stichwort: Crowdsourcing.

Verfasst von Hans Fischer um 17:18

Corporate Getwitter wird intensiver

Unglaublich, wie viel Publizität ein auf 140 Zeichen limitierter Micro Blogging-Dienst erreichen kann. Artikel und Postings über Twitter feiern Hochkonjunktur. Neben der Tatsache, dass der grösste Teil der Tweets Ego-Content ohne nachhaltigen Wert transportiert, haben wir in bisherigen Beiträgen auch über Aspekte geschrieben, die für Unternehmen durchaus relevant (s. u.a. "How Companies Use Twitter to Bolster Their Brands") sein können. ECIN schreibt dazu unter "Twitter erobert die Geschäftswelt" heute:

"(...) O2 schätzt, dass mittlerweile über 700.000 Firmen mit twittern und somit Tag für Tag um die drei Millionen Nachrichten verschicken. (...) Fast zwei Drittel der befragten Unternehmer bekannten sich besonders beim Thema Marketing und Promoting zu Twitter und satte 42 Prozent nannten das Auffinden neuer Kontakte als Einstiegsgrund. (...) 34 Prozent der UK-Firmen bei denen die Erhebung durchgeführt wurde, überwachen auch die Twitter-Nachrichten („Tweets“) der Konkurrenz. (...) 28 Prozent der Befragten enthüllten, dass der ständige Kontakt untereinander und der Überblick, den man sich verschaffen kann, für mehr Selbstbewusstsein und positive Aussichten sorgen."
Das Ganze erinnert an die Anfangszeiten der Weblogs: Es dauerte eine Weile, bis sich gut und langfristig gemachte Coroporate Weblobs etabliert hatten und die entsprechenden Opportunitäten ausserhalb der Technology Evangelisten-Kreise wahrgenommen wurden. Ähnlich wird es sich mit Micro Blogging - oder auch Social Networks-Marketing - verhalten.

Twitter hat übrigens auch Bereiche wie Jobsuche (s. microjobs) und die Welt der Schönen und Reichen ("Why Celebrities twitter") erreicht. Wenn Sie den Twitter-Einsatz überlegen, sollten Sie diese "Liste der 20 grössten Twitter-Fehler" konsultieren.

Verfasst von Hans Fischer um 15:06

24.03.2009

E-Marketing wird salonfähig

Dass Marketing und Anwendungen wie Blogs, Micro Blogging, Wikis oder Social Networks hervorragend zusammenspielen (könnten), haben wir in einigen Beiträgen schon beschrieben und illustriert (s. Beispiele am Textende). Laut ECIN ("Marketer entdecken das Web 2.0 – endlich") hat eMarketer (s. "Marketers Moving to Social Media") festgestellt, dass die Marketingverantwortlichen langsam aber sicher die Scheu vor den neuen Kommunikationsmöglichkeiten verlieren:

"(...) Laut aktuellen Zahlen der Aberdeen Group wollen insgesamt 63 Prozent der Marketer ihr Web 2.0-Werbebudget erhöhen, 21 Prozent sogar um 25 Prozent des ursprünglichen Etats. 34 Prozent wollen keine Budgetänderung vornehmen, nur drei Prozent planen Kürzungen im Rahmen von einem bis zehn Prozent. Bei der Entwicklung von Web 2.0-Stragegien widmen die Marketer der Kommunikation mit den Konsumenten besondere Aufmerksamkeit: 39 Prozent möchten Methoden entwickeln, die Konsumenten in einen Dialog mit den Werbetreibenden treten lassen, 26 Prozent möchten verstärkt in sozialen Netzwerken werben.
Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 10:35

18.03.2009

Social Networks und die Invasion der Freunde

Sind Social Network-Freunde wirklich Freunde? Diese Frage steht im Zentrum des Zeit-Artikels "Freundschaft per Mausklick". Eines scheint klar, Network-Mitglieder mit Tausenden von virtuellen Kontakten scheinen vor allem (Eigen-)Marketingziele zu verfolgen. Die Zeit schreibt diesbezüglich:

"(...) Nur 150 Kontakte könne das menschliche Gehirn verwalten, behauptet der Anthropologe Robin Dunbar in einer Studie. Für mehr habe das Gedächtnis gar nicht die Kraft."

Verfasst von Hans Fischer um 09:41

17.03.2009

(Noch mehr) Gezwitscher bei Facebook

Dass das derzeit wohl angesagteste Social Network Facebook den Erfolge des Short-Message-Kommunikationsdienstes Twitter antizipieren wird, war klar. Wie, schreibt NZZ Online im Artikel "Facebook verändert sein Gesicht":

"(...) Die Neugestaltung der bisherigen Statuszeile ist die auffälligste Neuerung, weil sie ganz oben auf der Startseite steht. Der Frage nach den Gedanken folgte am Montag die Aufforderung: «Schreib drauf los!» Neu ist auch das Tempo, mit der diese Statuszeile jetzt auf den Seiten aller anderen Facebook-Mitglieder im virtuellen Freundeskreis auftaucht."
"Noch mehr belanglose Meldungen", ist man spontan versucht zu denken. Doch NZZ Online schreibt:
"(...) Während der Strom von manchmal interessanten, oft aber belanglosen Twitter-Infos weltweit für alle sichtbar ist, sind die Facebook-Mitteilungen nur innerhalb der eigenen Community sichtbar - also unter den «Followern», wie die «Freunde» bei Twitter genannt werden."
Und die lassen sich filtern. Besagter NZZ-Artikel beinhaltet zudem interessante Aspekte zur Entwicklung der Social Networks im Allgemeinen und Werbeanstrengungen im Speziellen.

Postings zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 09:04

10.03.2009

Facebook statt Krisenbewältigung

Verleger und Web 2.0-Co-Namensschöpfer Tim O'Reilly äusserte gemäss Futurezone von ORF gestern Abend während seiner Eröffnungsrede zur Emerging-Technology-Konferenz (ETech) in San Jose einen durchaus beachtenswerten Aspekt von Social Networks:

"Wir haben die schlimmste soziale Ungleichheit seit dem Ende des 19. Jahrhunderts", so O'Reilly, "und was machen unsere klügsten Köpfe? Sie schmeißen auf Facebook mit virtuellen Schafen um sich."
Dass Social Networks infantil machen, wie der Guardian geschrieben hat ("Facebook and Bebo risk 'infantilising' the human mind"), scheint gar dick aufgetragen. Dass Facebook und Co. aber häufig auf absolut unproduktive Weise während der Arbeitszeit genutzt werden, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Verfasst von Hans Fischer um 16:15

06.03.2009

Soziale Netzwerke werden Teil des Arbeitsalltags

Im Rahmen der CeBIT Global Conferences traten heute Verantwortliche von LinkedIn, Yahoo, Sevenload und Amazon auf. Bahnbrechendes sei nicht geäussert worden, ist in diversen Blogs zu lesen. Computerworld fasst die wichtigsten Statements unter "Plädoyers fürs Web 2.0" fest und schreibt unter anderem:

"(...) Für den Manager ist zudem klar, dass Social Networks keine vorübergehende Erscheinung sind, sondern eine wesentliche Komponente des Arbeitsalltags werden: "Jeder professionelle Anwender braucht ein künftig ein Netzwerk, weil er schneller arbeiten muss und sich Wettbewerbsvorteile verschaffen kann."

Verfasst von Hans Fischer um 16:54

05.03.2009

CH-Banken tun sich schwer mit Web 2.0

... schreibt Inside-IT in "Schweizer Retail-Banken: Web 2.0? Was ist das?" und begründet:

"(...) Laut IBM werden konkrete Möglichkeiten des Web 2.0 noch von praktisch keiner der untersuchten Banken genutzt. "Dabei wäre es durchaus denkbar, einen Kundenberater online anzuchatten und so unkompliziert mit der Bank in Kontakt zu treten. Diese Instrumente entsprechen heute den Gewohnheiten einer ganz neuen Generation, welche in den nächsten Jahren für die Banken immer interessanter wird", analysiert IBM."
Die Aussage von IBM Global Business Services basiert auf der Untersuchung der Sparkonto-Eröffnung bei 36 Schweizer Retail-Banken. Andere Bereiche wie E-Banking und Webauftritte werden aber ausdrücklich gelobt. Aus eigener Erfahrung wissen wir zudem, dass insbesondere in Banken-Intranets Web 2.0-Anwendungen wie Social Networks, Wikis oder Weblogs seit langer Zeit schon rege benützt werden. Entsprechende Hinweise zum Thema finden sich u.a. hier:

Verfasst von Hans Fischer um 15:25

Wissensmanagement 2.0

Das Fachmagazin "wissensmanagement" widmet die aktuelle Ausgabe Web 2.0 und dessen Einluss auf Wissensmanagement (ein Thema, das im WM 2.0-Wiki detailliert behandelt ist). Während der Hauptartikel "Quo vadis Web 2.0" keine neuen Erkenntnisse bringt (Hauptaussage: Informations- und Konsumverhalten der User hat sich verändert, Unternehmen dürfen diesen Trend nicht ignorieren), bergen Beiträge wie "Unified Communications verändert das Wissensmanagement" oder "Auf dem Weg zum Web der nächsten Generation" teilweise interessante Aspekte. Grundsätzlich tut sich das "Fachmagazin für Führungskräfte" schwer, die Thematik auf Praxislevel und auf neueste Entwicklungen herunterzubrechen. Unternehmensverantwortliche, die sich in kürzester Zeit neu ins Thema einlesen möchten, finden darin aber eine solide Informationsbasis.

Verfasst von Hans Fischer um 10:14

04.03.2009

Das Web als Kern der Veränderung

Über die derzeit laufende Cebit wird viel geschrieben. Ob Ausstellerschwund, Arnold Schwarzenegger oder technische Inhalte - wortwörtlich zentral bleibt die Tatsache, dass sich alles rund um das Internet dreht. Financial Times Deutschland arbeitet diesen Aspekt im Artikel "Überall im Netz, immer informiert" heraus und schreibt:

"(...) Rechner, die am Netz hängen, gibt es inzwischen überall: die Smartphones in den Hosentaschen, die kleinen Netbooks, die in die Handtasche passen, oder die Laptops, die sich über das Funknetz im Café ins Internet einwählen. Die Welt, die die Nutzer dort erwartet, ist noch vielfältiger als die Endgeräte: Soziale Netzwerke wie Facebook sind Treffpunkte und Informationsbörsen der digitalen Welt.

Eine junge, an die enorme Flexibilität des Internets gewöhnte Generation erwartet von ihren Arbeitgebern nun die gleiche technische Geschmeidigkeit. Sie will sich auch am Arbeitsplatz über soziale Netzwerke, Wiki-Software oder Chatprogramme vernetzten, auch wenn die Sicherheitsverantwortlichen in den Firmen deshalb Blut und Wasser schwitzen."

In der Blog-Kategorie "Web 2.0" finden sich viele weiterführende Informationen und Links.

Verfasst von Hans Fischer um 14:11

20.02.2009

Web 2.0 Killed the Media Star

Gestern haben wir im Posting "The New York Times setzt konsequent auf Web 2.0" über die Vorwärtsstrategie 2.0 der New York Times geschrieben. Die Änderungen müssen aber auf magerem Boden gedeihen: Manager Magazine Online schreibt heute unter "Verlagshaus in der Krise - "New York Times" streicht Dividende":

"(...) Mit dem Wegfall der Ausschüttung spart die New York Times Company nochmals rund 34,5 Millionen Dollar pro Jahr, nachdem sie im November die Dividende bereits massiv gekürzt hatte. Der Schritt gebe dem Konzern angesichts der unsicheren Aussichten mehr Spielraum, teilte Herausgeber Arthur Sulzberger am Donnerstagabend (Ortszeit) mit."
Spiegel Online treibt das Gedankenspiel deutlich weiter und resümiert über "Eine Welt ohne Presse":
"(...) Zeitschriften sterben, US-Zeitungshäuser beerdigen Regionalblätter - und die Zielgruppe lässt das völlig kalt. Viele Leser halten das Modell Presse für überholt. Aber wie würde eine Welt ohne Journalismus klassischer Prägung aussehen? Ein Szenario."
Falls der Titel irgendwie verwirrte, hier die Auflösung Anlehnung.

Verfasst von Hans Fischer um 16:51

19.02.2009

The New York Times setzt konsequent auf Web 2.0

Eine Ergänzung der Postings "Web 2.0: Tunnelblick der Finanzmedien" und "Der K(r)ampf der Medien": FAZ.net schreibt im Netzökonom-Blog unter "New York Times und die Revolution im Internet":

"Verleger müssen wie Google denken", rät Journalismus-Professor Jeff Jarvis den Printhäusern und meint damit die konsequente Vernetzung der Inhalte im Web 2.0 statt Isolation. Die New York Times geht diesen Weg so gradlinig wie bisher kein großes Printhaus (vielleicht mit Ausnahme des britischen Guardian). Die Zeitung stellt einen großen Teil ihrer Inhalte, zum Beispiel alle 2,8 Millionen Artikel, die seit 1981 geschrieben wurden, über eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung. Alle Internetseiten können sich darüber mit der New York Times verbinden, deren Inhalte kostenlos in ihre eigenen Seiten einbauen und sie mit anderen Inhalten zu sogenannten Mashups verknüpfen - genauso wie es Google mit seinen Landkarten oder Videos macht. Die New York Times wird also zu einem Anbieter von Daten, die von Maschinen und nicht nur von Menschen gelesen werden können."

Verfasst von Hans Fischer um 09:53

18.02.2009

Web 2.0: Tunnelblick der Finanzmedien

Über den "K(r)ampf der Medien" mit dem neuen Internet-Verständnis und den entsprechend angepassten Verhaltensweisen haben wir geschrieben. Über Negativberichterstattung klassischer Medien à la "Finanzkrise - jetzt geht's Web 2.0 an den Kragen" könnte beinahe täglich berichtet werden. Ein aktuelles Beispiel: "Web 2.0 im freien Fall" von Handelsblatt.com.

Im freien Fall sind die Bewertungen von Web 2.0-Unternehmen wie Facebook oder Twitter ja in der Tat, da muss der Redaktion durchaus zugestimmt werden. Versteht man "Web 2.0" aber als Komplex aus sozialen Nutzungsmustern und modernen Online-Technologien, dann ist Web 2.0 keinesfalls im freien Fall - vielmehr nehmen Akzeptanz und Nutzerzahlen laufend zu.

Attraktive Bewertungen von Jungunternehmen und Erfüllung von Venture Kapitalisten-Träumen fördern mitunter den Fortschritt, sind aber nicht Grundlage dafür (das hat schon Web 1.0 gezeigt). Also: "Bewertungen von Web 2.0-Unternehmen im freien Fall", müsste der Titel wenn schon lauten.

Verfasst von Hans Fischer um 11:11

13.02.2009

Börsen-Communities

Über Opportunitäten und Notwendigkeiten von Finance 2.0 informieren wir regelmässig. Boerse.ARD.de beschreibt im Artikel "Die neue Macht der Börsen-Communitys" die derzeit so angesagte Social Network-Thematik und hält fest:

"(...) Youtube, Flickr oder Facebook haben es vorgemacht. Nun wollen auch die Anleger-Portale und Online-Broker das Web 2.0 erobern. Sie wollen Anlegern eine Plattform geben, um sich auszutauschen und um voneinander zu lernen. Denn Tipps von Experten glaubt man inzwischen kaum noch."
Der ARD-Artikel ist zwar umfassend und informativ, die Schlussfolgerung bezüglich der Experten stimmt so wohl aber nicht. Erfahrungsgemäss diskutieren User untereinander und lassen die so evaluierten Tipps dann noch von einem Berufsmann checken - doppelt genäht, hält besser. Nur auf die Usermeinungen alleine verlassen sich die wenigsten. Die Phase der Interaktion während des Entscheidungsprozesses (gilt auch für andere Wirtschaftsbereiche) ist aber in der Tat sehr wichtig geworden und muss von den Unternehmen mit geeigneten Lösungen und Inhalten unterstützt werden.

Verfasst von Hans Fischer um 11:24

11.02.2009

Sammelstücke Teil 2: Semantik und Enterprise 2.0

Nach "CIO-Pflichten, Medien-Dilemma, Social Revolution" vom Morgen drängen weitere interessante Artikel auf Erwähnung:

  • Die Neuerfindung des Internets, Harvard Businessmanager
    "(...) Ein erschreckend hoher Prozentsatz von Geschäftsleuten hat noch nie vom Semantischen Web gehört. Das wirft nicht gerade ein gutes Licht auf ihre Fähigkeit, ein Unternehmen so aufzustellen, dass es mit den Folgen des Semantischen Webs umgehen oder gar dessen Chancen nutzen kann."

  • Enterprise 2.0: Gut geplant ist halb gewonnen, Silicon.de
    "(...) RSS, Blogs, Tags, Wikis, Intranet und Co.: Web-2.0-Techniken sind zwar in aller Munde. Doch wenn es um die Umsetzung geht, stehen viele Unternehmen vor einem riesigen Fragenberg. Dr. Berit Jungmann, Leiterin Stab der Geschäftsführung, und Stefan Ehrlich, Leiter der Business Unit Content and Collaboration Solutions, bei T-Systems Multimedia Solutions haben aufgezeigt, wie Web 2.0 erfolgreich in Unternehmen umgesetzt werden kann."
Zur letztgenannten Thematik passt das Posting "Die Essenz des interaktiven Marketings" (respektive die 10 konkreten Handlungsempfehlungen). Betreffend "Semantic Web" bietet der Blog zahlreiche Beiträge und weiterführende Links.

Verfasst von Hans Fischer um 14:15

CIO-Pflichten, Medien-Dilemma, Social Revolution

Manchmal ist die Zeit zum Bloggen etwas knapp, interessante Themen fallen aber immer an. Anbei einige Newsreader-Sammelstücke:

  • CIOs dürfen keine Rücksicht nehmen, CIO
    "(...) CIOs müssen in der Wirtschaftskrise den Anwendern Einschnitte beim IT-Komfort zumuten. Sie sind aus Kostengründen gezwungen, Service Levels herunterzufahren und nicht rentable Projekte gnadenlos zu streichen. Unternehmen handeln bisher kaum so, wie es die Krise verlangt."

  • "Wer überlebt, geht gestärkt aus der Krise hervor", Persoenlich.com
    "(...) Da für das laufende Jahr die Wachstumskurve des BIP nach unten zeigt, spricht PricewaterhouseCoopers von einer überproportionalen Erosion von Werbeaufträgen, welche die Schweizer Medienunternehmen in Bedrängnis bringt. Zu schaffen macht den Verlegern aber nicht nur die Rezession. Sie müssen auch auf ein stark verändertes Medien-Konsumverhalten und stetig fortschreitende technologische Entwicklungen reagieren."

  • FASTforward09: Charlene Li, FASTforward Blog
    "(...) main topic is how companies are being transformed by social technologies, starting with the statement that social media isn’t about the specific sites that are hot right now, but about engaging and forming relationships with your customers. This requires learning from the community of your customers and prospective customers by listening to what they want to do:"

  • Wie sich die digitale Zusammenarbeit verändert, Welt Online
    "(...) Allerdings haben neue Werkzeuge der Zusammenarbeit aus der Web-2.0-Welt wie Wikis, Blogs oder auch soziale Netzwerke im Büroalltag einen schweren Stand. Europaweit übersteigt die Nutzung dieser Hilfsmittel der Studie zufolge nicht die Quote von fünf Prozent. Ganz anders hingegen sieht es bei den etablierten Mitteln der elektronischen Zusammenarbeit aus: Telefonie, E-Mail, Instant-Messaging und zunehmend Web-Konferenzen sowie teaminterne Websites sind beliebt und werden häufig genutzt."

  • Knowledge Management and SME Growth, fibre2fashion
    "(...) Today success and worth of a business depend more on its intellectual capital than on its physical. Therefore, Knowledge Management (KM) has become a critical input in the growth of SMEs. Globalisation of supply chains, rapid technological advances, superior returns on intellectual capital, growing importance of knowledge-intensive industries make KM a strategic tool in the growth and success of businesses."

Verfasst von Hans Fischer um 10:42

09.02.2009

Die Essenz des interaktiven Marketings

"Was ist der Kern von Marketing 2.0?", fragte ein Leser. Im Kontext einer Nachdiplomarbeit haben Kollegen und ich u.a. geschrieben:

"Marketing 2.0 erweitert das mögliche Spektrum der Interaktion mit dem Kunden und schafft eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für interaktive Marketing-Lösungen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine offene Kommunikation und Kultur in den Unternehmen und die Bereitschaft, den Kunden als gleichwertigen Partner im Wertschöpfungsprozess anzusehen."
Aussderdem haben wir 10 konkrete Praxisempfehlungen vorgeschlagen, die nachfolgend beschrieben sind:

Potenzial-Analyse Der Einsatz von Web 2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Marketingstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen zu analysieren. Grundsätzlich gilt zu ergänzen, dass die bis anhin verwendeten Zielgruppendefinitionen zur gezielten Ansprache mittels Massenmedien den Anforderungen nicht mehr genügen. Vielmehr hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension „online Affinität“ zu erfolgen, um sicherzustellen, dass die angepeilten Käufergruppen auch tatsächlich mit diesen Web 2.0-Tools erreicht werden. Und noch eine generelle Feststellung: Komplexität und Dynamik der möglichen Web 2.0-Anwendungen erfordern, dass sich die Geschäftsleitung über die mögliche Tragweite des Einsatzes von Web 2.0-Tools bewusst ist und Marketing 2.0 zur Chefsache erklärt.

Ziel-Definition
Trial and Error macht im Internet Sinn. Web 2.0 und Marketing 2.0 sind aber mittlerweile so etabliert, dass diese Vorgehensweise nicht mehr zu empfehlen ist. Spott und Hohn ergiessen sich in der virtuellen Welt deutlich schneller über ungeschickt agierende Marketingabteilungen als im Offline-Geschehen. Wir erachten es deshalb als unumgänglich, konkrete Ziele für die Marketing 2.0-Vorhaben zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren. Drei mögliche Ziele unter Hunderten könnten lauten:

  • Der Webseiten-Traffic soll nach 3 Monaten Einführungszeit monatlich um 5 Prozent zunehmen.
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf der Website soll bis in sechs Monaten auf mindestens 2 Minuten angehoben werden.
  • Nach 12 Monaten Einführungszeit werden monatlich 10 qualifizierte Leads erwartet.
Tool-Evaluation
Wenn Geschäftsleitungsmitglieder schon beim Wort „Weblog“ die Stirnen in Falten legen, macht es wenig Sinn, einen Auftritt in Second Life vorzuschlagen. Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur – Marketing 2.0 bedingt immer auch Change Management! – sind individuell passende Tools zu evaluieren. Grösstmehrheitlich werden Weblogs oder Wikis für Internet, Intranet oder Extranet gewählt werden. Gelegentlich machen auch offene oder geschlossene Social Networks Sinn. Die wenigsten Unternehmen werden sich von Beginn weg mit viralem Marketing oder mit RSS-Feed-Werbung auseinandersetzen – ausser, sie kooperieren mit externen Agenturen. Letzteres empfehlen wir aber nicht, da die Durchbrechung des klassischen Sender-/Empfänger-Kommunikationsmodells immer auch mit einem Kontrollverlust einhergeht. Es ist sicherlich besser, wenn sich Unternehmen die Marketing- und Web 2.0-Kompetenz selber aufbauen und sich nicht externen Stellen ausliefern.

Risiko-Bewusstsein
Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Ausserdem ist es relativ einfach, sich mit ungeschickten Kommunikationsmassnahmen ins virtuelle Abseits zu stellen. Im besten Fall ist man wie BMW nach einigermassen stümperhaftem Suchmaschinenmarketing lediglich kurzzeitig Weg vom Fenster – respektive aus dem Google-Index –, im schlechtesten Fall ziehen ungelenke Aktionen massive Geschäftsschädigungen wie beim Klingeltonanbieter Jamba nach sich: Als die Blogosphäre festgestellt hatte, dass Jamba-Mitarbeitende unter Pseudonymen die eigenen Produkte lobten, donnerte eine virtuelle Schmählawine auf das Unternehmen ein, die noch heute Nachwirkungen zeitigt. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Für Marketing 2.0-Anwendungen zuständige Mitarbeitende ohne entsprechende Ausbildungen verwenden nicht selten ungefragt Personenbilder oder copyrightgeschützte Inhalte ohne entsprechende Abklärungen. Insbesondere in Deutschland und Österreich haben sich Juristen auf solche Belange – respektive auf Abmahnungen – spezialisiert. Generell ist festzustellen, dass im Bereich des Immaterialgüterrechtes ungleich grössere Toleranz gegenüber privaten Anwendern (zum Beispiel Bloggern oder Video-Produzenten) herrscht, als gegenüber Corporate Bloggern & Co. Letztere müssen besondere Vorsicht walten lassen. Was die eingangs erwähnte kriminelle Energie betrifft, sind Internetbetrug (zum Beispiel Nigeria-Connection), Phishing, Virenattacken oder Spionageangriffe hinlänglich bekannt. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen diesbezüglich weitreichende Gedanken machen und die Resultate bevorzugt auch in Form von verbindlichen Richtlinien für die (angestellten) Web 2.0-Anwender festhält.

Personal-Schulung
Es gibt nichts langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Wikis oder andere Web 2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn Marketing 2.0 nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden betrieben wird. Werden die Anwendungen vor allem für internes Marketing im Intranetbereich (zum Beispiel für Diskussionen unter Technikern und Vertrieb, etc.) eingesetzt, ist der Mitarbeiter-Know-how-Faktor sehr viel weniger wichtig als bei Anwendungen im öffentlichen Bereich. Nichtsdestotrotz braucht auch internes Marketing 2.0 Aufmerksamkeit, Kompetenz und entsprechende Ressourcen – wenn nicht, steht von Vornherein mit allergrösster Sicherheit fest, dass die Anwendungen kaum genutzt würden.

Pilot-Anwendungen
Im Sinne der bisher beschriebenen Handlungsempfehlungen liegt auf der Hand, dass strategie- und zielkonforme Anwendungen ausgiebig getestet werden müssen. Aus eigener Erfahrung ist hierfür ein möglichst heterogener Teilnehmerkreis zu wählen, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert oder zumindest simuliert. Bei Tests erkennen die zuständigen Mitarbeitenden, die teilnehmenden (künftigen) Konsumenten und die zuständigen Verantwortlichen in aller Regel viel Optimierungspotenzial – was als angenehmer Nebeneffekt die gefühlte Toleranz gegenüber diesen neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann.

Lösungs-Etappierung
Strategie- und Zielabklärungen laufen idealerweise auf einer inhaltlich breiten Linie. Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenslage aufdrängen. Verschiedene konkrete Erfahrungen im Gruppenbereich haben klar aufgezeigt, dass die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung wenig Sinn macht. Marketing 2.0 steht auch für Dynamik und laufende Weiterentwicklung. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln ist Grundlage der möglichen Erfolgsgeschichte. Externe Beratungsunternehmen, die das Gegenteil behaupten, dürfen unseres Erachtens durchaus sehr kritisch hinterfragt werden.

Mitarbeiter-Einbezug
Wird hauptsächlich internes Marketing 2.0 betrieben, müssen die tangierten Mitarbeitenden zwingend, eingehend instruiert und geschult (E-Learning drängt sich in dem Zusammenhang auf) werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Unter anderem geht es um freiwilliges Preisgeben von Wissen – was häufig mit dem Gefühl des Machtverlustes einhergeht. Mentale Blockaden können nur aufgebrochen werden, wenn die Mitarbeitenden über Sinn, Zweck, Erwartungen, Chancen und Gefahren der Anwendungen informiert wurden und die Usability sehr gut ist. Komplizierte Anwendungen haben keine Chance auf Breitenwirkung. Werden die Marketing 2.0-Anwendungen hauptsächlich für externe Kommunikation und Interaktion eingesetzt, hat dieser Punkt der Instruktion und Information der Belegschaft nach wie vor volle Gültigkeit: Die Mitarbeitenden müssen strategie- und zielkonform Auskunft geben können, wenn sie von Aussenstehenden auf die Marketing 2.0-Anwendungen angesprochen werden.

Zielgruppen-Kommunikation
Dieser Punkt könnte von der Bedeutung her gesehen auch der erste sein. Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Marketing 2.0 basiert auf Interaktion. Wenn User-Anregungen, -Fragen oder was auch immer nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet und beantwortet werden, verpufft der ganze Marketing 2.0-Effekt, respektive kann sich sehr schnell eine Imageproblematik ausbilden. Unter diesem Gesichtspunkt verdeutlicht sich vorgängig formulierte Forderung nach ausreichend viel und kompetentem Personal.

Ziel-Überprüfung
Nichts ist für die Ewigkeit und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. Das Internet als massentaugliche Plattform gibt es seit wenigen Jahren. Und trotzdem hat es sich zum Leitmedium emporgeschwungen. Diese ungeheure Dynamik setzt sich fort, weil eine riesengrosse Masse an der Weiterentwicklung mitwirkt, weil zukunftsträchtige Businessmodelle Start-ups initiieren und weil wenigstens ansatzweise das emergente Prinzip der Wisdom of Crowds zu funktionieren scheint. In diesem Kontext ist völlig klar, dass auch webbasierte Marketinglösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Marketing 2.0-Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder wenigstens Kapital) verbrennen.

Verfasst von Hans Fischer um 14:26

Twitternde Web 2.0-Grössen

Ohne zu urteilen (und selber zu twittern), muss dem 140-Zeichen-Selbstdarstellungs-Gewitscher schon Respekt gezollt werden: Twitter ist derzeit äusserst angesagt (s. auch bisherige Beiträge). Verblüffend ist die Liste von twitternden Web 2.0-Spezialisten. Auf der von Susan Scrupski unterhaltenen Liste finden sich einige sehr klangvolle Namen.

Verfasst von Hans Fischer um 13:42

06.02.2009

Social Software setzt den Siegeszug fort

Was Social Software wie Blogs, Wikis oder Social Networks sind und leisten (insbesondere auch in der Finanzbranche), findet sich in unzähligen Postings in der Web 2.0-Blogkategorie oder natürlich auch im WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki beschrieben. Wie etabliert Social Software in den USA schon ist, schreibt Computerworld im Artikel "Social Software setzt sich durch":

"(...) 49 Prozent der befragten Unternehmen teilten mit, dass sie derzeit Social Software für den Aufbau sozialer Netzwerke einsetzen. Im Jahr 2007 waren es erst 27 Prozent gewesen. Die Zahl derjenigen Unternehmen, die angaben, keine Social-Media-Anwendungen einzusetzen, sank im Jahresvergleich von 43 Prozent auf 23 Prozent."
Befragt wurden in den Jahren 2007 und 2008 rund 210 Unternehmen aus der "Inc. 500"-Liste - am schnellsten wachsende Unternehmen in Privatbesitz.

Verfasst von Hans Fischer um 10:51

04.02.2009

Krisenwinnler Social Networks?

Das Social Network LinkedIn startet eine deutschsprachige Plattform und konkurrenziert damit in erster Linien XING. Details des Rollouts finden sich heute in unzähligen Medien (s. Google News). Manager Magazin Online spekuliert im Beitrag "Neuanfang im 'nuklearen Winter'" über Chancen in Krisenzeiten:

"Alle Angelegenheiten und Probleme, mit denen wir uns derzeit auf der ganzen Welt konfrontiert sehen, sind globaler Natur - also müssen auch die Lösungen global sein", wirbt Eyres. Er ist sich sicher: "LinkedIn wird die aktuelle Krise überstehen." Und nicht nur das: "Wir werden für viele Unternehmen Überlebensmechanismus sein."
Einen völlig anderen Ansatz wählt die Welt im Artikel "Online-Netzwerke pfeifen auf das einfache Volk". Beschrieben werden die Vorteile der Fokussierung auf Kader und Akademiker. In der Ausgrenzung von Handwerkern und einfachen Angestellten wird aber auch ein grosses Risiko gesehen:
"Am Ende komme es vor allem darauf an, wer die meisten Mitglieder habe, egal aus welcher Berufsgruppe. Die Business-Plattformen konkurrieren dabei immer mehr mit Massen-Portalen wie Facebook: Dort wird es künftig wohl neue Funktionen für Firmen geben."
Apropos Social Networks: Die Presse schreibt unter "Realitätsflucht: Arbeitslose stürmen Blogs und Web-Netzwerke":
"Die zunehmende Arbeitslosigkeit treibt immer mehr Menschen ins Internet. Während vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise die Zahl der Arbeitslosen steigt, nimmt gleichzeitig auch die Nutzung von Web-2.0-Angeboten zu. Jobsuchende, die unfreiwillig über deutlich mehr Freizeit verfügen, stürmen Blogs, soziale Netzwerke und Online-Games, um sich Ablenkung zu verschaffen. Wie das Wall Street Journal berichtet, spielen Online-Angebote für Arbeitslose eine wichtige soziale Rolle."

Verfasst von Hans Fischer um 13:22

30.01.2009

Kundenbindung im Online-Handel

Jüngst haben wir geschrieben:

"(...) Web 2.0 steht im Kern für ein verändertes User- und Kommunikationsverhalten. (...) Tools und Anwendungen verändern sich stetig, der veränderte Stellenwert des Internets als Kommunkations- und Interaktionsplattform, als Community-Arrangeur, als Wissensmanagement-Katalysator oder als Grundlage für Konsumentscheide aber bleibt."
Wem das zu wenig griffig ist, findet im Beitrag "Fünf Tipps zur Kundenbindung im Handel" von IT-Business handfeste Beispiele für die Auswirkungen der veränderten Internetwahrnehmung und -handhabung auf die reale Wirtschaft. Einige Auszüge:
"Der potenzielle Kunde möchte selber wählen, wie er sich informiert. Deshalb ist für einen professionellen Online-Auftritt die Kommunikation über mehrer Kanäle ein Muss. (...)

Potenzielle Käufer informieren sich heutzutage erst einmal im Internet über das Produkt. Dabei vertrauen sie den Ratschlägen von Dritten eher als denen des Anbieters. (...)

Mit der Recommendation-Funktion, wie beispielsweise Amazon sie eingesetzt, werden dem Kunden automatisch Produkte empfohlen, die mit dem aktuellen Suchbegriff oder einem zuvor schon einmal gekauften Artikel verwandt sind. (...)"

Die im letzten Zitat angesprochene Longtail-Thematik haben wir unter anderem im Posting "Verleger, Web 3.0 und Semantik-Wirrnisse" beschrieben und illustriert.

Verfasst von Hans Fischer um 15:24

28.01.2009

Mitarbeiter-Loyalität dank Web 2.0-Toleranz

Im Posting "Web 2.0: Unternehmen-Nutzen und Talent-Garantie" haben wir geschrieben, dass gewisse Web 2.0-Anwendungen für jüngere Arbeitnehmer schlicht und einfach ein Must seien. ZDNet.de zitiert im Artikel "Studie: Internet-Generation nutzt im Büro eigene Tools" nun eine Studie von Accenture mit folgenden Worten:

"(...) 14- bis 32-Jährige wollen im Beruf ihre eigenen Anwendungen verwenden und über Instant Messaging sowie Social-Network-Plattformen wie Facebook kommunizieren. Mindestens jeder dritte Berufstätige in dem Alter nutzt diese Kanäle für seine Arbeit. Etwa jeder zweite davon tut es ohne Wissen seines Arbeitgebers."
Das wussten (oder vermuteten) wir ja. Interessant ist die Schlussfolgerung:
"(...) "Der Umgang von Millennials mit Technologie fördert die Entwicklung, dass Unternehmen mehr Interaktionen und Prozesse internetbasiert und in Echtzeit abwickeln." (...) "Die Millennials werden den Wandel hin zu einer flexibleren und internetorientierten IT vorantreiben."
Und wenn man die Möglichkeiten der Millennials (oft auch "Digital Natives" genannt) einschränkt? Dann werden sie sich nach Kräften einen passenderen Arbeitgeber suchen, zeigen sich sowohl die Accenture-Verantwortlichen als auch andere Consultingsunternehmen überzeugt.

Verfasst von Hans Fischer um 15:51

Nervt "Web 2.0" oder doch bloss die Veränderung?

Seit die Finanzkrise wütet, richtet sich immer häufiger Frust gegen den Begriff "Web 2.0". "Nervig", "unnütz", "völlig überbewertet", etc. lautet der Kontext.

Nun, Web 2.0 steht im Kern für ein verändertes User- und Kommunikationsverhalten. Ob dies nun von Social Network-Anwendungen, Blogs, Wikis, Mashups oder was auch immer getragen wird, ist völlig egal. Tools und Anwendungen verändern sich stetig, der veränderte Stellenwert des Internets als Kommunkations- und Interaktionsplattform, als Community-Arrangeur, als Wissensmanagement-Katalysator oder als Grundlage für Konsumentscheide aber bleibt. So gesehen, kann der Begriff "Web 2.0" eigentlich nicht nerven. Ausser, man ärgert sich über die gesellschaftliche Veränderung an sich, was - aus subjektiver Sicht und entsprechend formuliert - natürlich absolut legitim ist.

Selbstverständlich gibt es auch sehr viele positive Artikel zu lesen (denen es gelegentlich ebenfalls an kritischer Distanz mangelt). Anbei eine kleine Sammlung neuerer Artikel beider Couleur:

Verfasst von Hans Fischer um 13:57

27.01.2009

Der K(r)ampf der Medien

Das Internet hat sich in Rekordzeit zum neuen Leitmedium aufgeschwungen und die Finanzkrise rüttelt an den Grundfesten der Traditionshäuser: Die alteingesessenen Medienunternehmen sehen sich zwangsläufig mit völlig neuen Denk- und Strategieansätzen konfrontiert. Zur Ausgangslage schrieb die NZZ anlässlich der Verlegertagung ("Die Zukunft der Medien"):

"(...) Es ist noch nicht so lange her, da konnten Schweizer Tageszeitungen auf den beiden Säulen Lesermarkt und Werbemarkt gut bestehen. Neben der gegenwärtigen Krise machen ihnen nun auch die Veränderungen in der Medienbranche zu schaffen. Vor kurzem lauerte die Gefahr noch in Form von Gratiszeitungen und dem Internet. Die Wirtschaftskrise hat die Probleme noch verstärkt, doch nun drängen auch noch neue Akteure in den Markt, weshalb rasch effiziente Geschäftsmodelle gefragt sind."
Die Financial Times Deutschland verdeutlicht die Thematik und schreibt im Artikel "Die Zukunft der Medien - Welt ohne Verleger":
"(...) Ein Zwei-Fronten-Krieg für die alteingesessenen Medienkonzerne: Sie werden von großen aber auch von kleinen, unabhängigen Inhalteanbietern attackiert, die Neuigkeiten über ihre Blogs oder Netzwerke verbreiten und praktisch keine Distributionskosten haben. Und sie konkurrieren um die Werbekunden im Netz nicht mehr nur mit den alten Wettbewerbern, sondern mit einer Fülle neuer Anbieter, die bei der Nutzung der neuen Möglichkeiten oftmals innovativer sind - etwa, wenn es gilt, die Werbung gezielt zu platzieren und mit dem Konsumenten zu kommunizieren."
Werden die inhaltliche Kompetenz und die Möglichkeiten der neuen Marketing- und Kommunikationsmöglichkeiten kombiniert und daraus neue, auf individuelle User-Bedürfnisse abgestimmte Inhalte aggregiert, haben hätten die traditionellen Medienunternehmen aber zweifelsohne eine hervorragende Ausgangslage.

Verfasst von Hans Fischer um 10:59

21.01.2009

Cyborgs und die Versklavung durch Maschinen

Ein ziemlich abgefahrener Titel, zugegeben. Aber über Cyborgs haben wir ja schliesslich gelegentlich schon geschrieben. Unter anderem im Fachartikel "Wenn die Wissensgesellschaft zum Cyborg mutiert" oder im Posting "Bang - und die Cyborgs rücken näher".

Nun wird es aber richtig spacig: Spiegel Online lässt im Artikel "EVOLUTION 3.0 - Wie Maschinen uns eines Tages versklaven könnten" die Evolutionstheoretikerin Susan Blackmore sagen:

"(...) Haben wir ungewollt einen dritten Replikator freigesetzt, der auf menschlichen Memen huckepack reitet? Ich glaube ja. Die Informationen, die diese Maschinen kopieren, sind nicht menschliche Sprache oder Bewegungsabläufe. Es sind digitale Informationen, die um den verfügbaren Platz in riesigen Servern und elektronischen Netzwerken konkurrieren, wobei sie durch elektronische Prozesse mit extrem hoher Güte kopiert werden. Wenn erst einmal alle drei Vorgänge – Kopieren, Variation und Selektion – von diesen Maschinen durchgeführt werden, wird meiner Meinung nach tatsächlich ein neuer Replikator entstanden sein. Wir könnten diese Replikatoren der dritten Ebene als "Teme" (technische Meme) oder "Treme" (tertiäre Meme) bezeichnen. Egal wie wir sie nennen, sie und ihre Kopiermaschinen sind nun da. Wir dachten, wir hätten schlaue Werkzeuge erfunden, die unserem eigenen Vorteil dienen, doch in Wirklichkeit haben uns blinde, unaufhaltsame evolutionäre Prozesse ausgenutzt, als Sprungbrett zur nächsten Ebene der Evolution."
Das ist doch mal wieder ein intellektueller Challenge ;-) Die Details finden sich in besagtem Artikel. Als "Mem" wird laut Wikipedia eine Gedankeneinheit bezeichnet, die sich durch soziologisch-dynamische Prozesse vervielfältigt (reproduziert) und auf diesem Weg ihre Existenz (als Replikator) sichert; z.B. ein Gerücht, das weiterverbreitet wird.

Verfasst von Hans Fischer um 14:35

20.01.2009

Virtuelle Ersatzeltern für Soldatenkinder

Klingt ziemlich abstrus, nicht? Heise online liefert die Erklärung im Artikel "Pentagon: Virtueller Ersatz für Vater oder Mutter im Kampfeinsatz":

"(...) Daher überlegt man sich auch, wie man mehr für die Kinder und Partner machen kann, wenn Vater oder Mutter bzw. Partner im Einsatz sind (...) Die Defense Centers of Excellence for Psychological Health and Traumatic Brain Injury glauben, eine Lösung gefunden zu haben. Besonders für die Kleinen könne es gut sein, wenn sie während der Abwesenheit des realen Elternteils zumindest einen virtuellen Ersatz hätten. In einer Ausschreibung (...) wird um Vorschläge für die Entwicklung eines multimedialen Computerprogramms gebeten, das es Kindern erlauben soll, mit dem virtuellen Elternteil zumindest einfache, aber überzeugende Gespräche führen zu können."
Da sässe John-Boy also vor dem Bildschirm und würde von seinem virtuellen Soldatenelternteil ein "Ich Dich auch, Süsser" auf die "Ich liebe Dich"-Aussage zu hören bekommen.

Diese Pentagon-Anfänge klingen zweifelsohne etwas plump. Sie läuten aber eine neue Qualität der Kommunikation ein, die in Science Fiction-Filmen in vielfältiger Art und Weise schon thematisiert wurde.

Verfasst von Hans Fischer um 11:26

16.01.2009

Hudson - und plötzlich machte Twitter(n) Sinn

Nicht zu Unrecht fragen sich viele, warum den meistens so unglaublich belanglosen, maximal 140 Zeichen langen Twitter-Inhalten überhaupt Beachtung geschenkt wird. Nun, Mikro-Blogging im unternehmensinternen oder -externen Einsatz hat fallweise natürlich absolut seine Berechtigung. Grösstmehrheitlich ist das Ganze aber Privatgezwitscher ohne Anspruch auf öffentliches Interesse.

Mit der Airbus-Notlandung auf dem Hudson River hat Twitter nun aber eine neue Dimension betreten. Spiegel Online schreibt im Artikel "Da ist ein Flugzeug im Hudson River. Verrückt.":

"(...) Es war eine Sternstunde für Twitter, den seltsamen Kurznachrichtendienst: Viel schneller als über die professionellen Medien verbreiten sich dort erste Informationen und Fotos über die Notlandung eines Airbus auf dem Hudson River. Schlägt nun die Stunde des Bürgerjournalismus?"
In besagtem Artikel wird detailliert auf die "Feuertaufe als echtes Nachrichtenmedium" eingegangen. Letzteres bezieht sich vor allem auf die Geschwindigkeit der Nachrichtendistribution nach der Notwasserung, denn inhaltlich wurden schon einige Krisen- und Unglückssituation über Twitter kommuniziert.

Verfasst von Hans Fischer um 16:07

"Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube"

Eine spannende Ausstellung "Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube" hat von heute bis am 15. Februar in der kestnergesellschaft, Hannover, geöffnet - und ist auch im Internet mit spannenden Inhalten präsent. Die Verantwortlichen schreiben zur Ausstellung:

"Das Internet verändert unseren Umgang mit Wissen radikal. Wie wir Wissen heute schaffen und ihm eine Form geben, es verbreiten, archivieren und darauf zugreifen, unterscheidet sich in vielfältiger Weise von früheren Verfahren. Zugleich setzen die digitalen Möglichkeiten neben partizipativen Elementen auch eine Ästhetisierung in Gang, die vielfältige Erscheinungen von Wissen und neue Formen der ästhetischen Erfahrung schafft.

In Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und der Leibniz Universität Hannover entzündet die Ausstellung »bookmarks | wissenswelten von der keilschrift bis YouTube« eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Wissenskultur am Beispiel ihrer populärsten Ausprägung YouTube – und konfrontiert sie mit 42 wertvollen Büchern, Schriften und Exponaten der vergangenen Jahrhunderte aus der Schatzkammer der GWLB, sowie einer Keilschrift aus der Sammlung des Museums August Kestner (MAK). Viele dieser Schätze können in der Form erstmals öffentlich gezeigt werden – Originale, die von Paradigmenwechseln in der Wissensproduktion vergangener Zeiten erzählen."

Verfasst von Hans Fischer um 10:07

Social Senior Networking

Spiegel Online fasst im Artikel "Ansturm der Älteren" eine Studie des PEW Internet & American Life Project zusammen und hält fest:

"(...) Während sich die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahre in den sozialen Netzen nicht mehr groß verändert, ziehen also die Älteren nach - und das immer schneller.

(...) Eine Veränderung des Nutzerprofiles in Richtung einer zahlungskräftigeren, älteren Kundschaft käme ihnen [den Werbetreibenden] gelegen. In Bezug auf die US-Dienste scheinen sogar noch ganz andere Dinge möglich: Laut PEW-Studie bieten sich MySpace und Co. für die gezielte Ansprache spezifischer ethnischer Gruppen an. Denn in Social Networks seien Minoritäten überproportional vertreten. (...) Das alles, argumentiert Douglas MacMillan in einem aktuellen Beitrag der "Business Week", eröffne Chancen für zielgruppenspezifische Werbung."

Höchste Zeit, sich mit Marketing 2.0 - oder "interaktivem Marketing" für alle, welche die 2.0-Endung nicht mögen - beschäftigen.

Social Network für Senioren-Links finden sich u.a. im WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki.

Verfasst von Hans Fischer um 09:21

13.01.2009

Internet-Taschenrechner vom Feinsten

news.de verweist im Surftipp "Rechnen mit dem Web 2.0-Taschenrechner" auf den abgebildeten Web2.0-Calc und den vor allem bei Mathematikern und Informatikern beliebten eCalc.

web20ecalc.bmp

(Bildquelle: Web2.0calc.com)

Der erste Rechner trägt seinen "Web 2.0"-Namenszusatz übrigens aus folgendem Grund:

"(...) Bereits gelöste Probleme können unter einem selbstgewählten Namen samt Beschreibung abgespeichert werden. Auch der Vernetzungsgedanke trägt hier Früchte: Dem Anwender steht es mit der Funktion «Shared Calculations» frei, seine Ergebnisse mit anderen zu teilen oder Rechenweisen anderer Nutzer zu verfolgen."

Verfasst von Hans Fischer um 14:27

Marketing-Trends 2009 & Web 2.0-Bashing

Anderson Analytics hat die rund 2000 Mitglieder der Marketing Executives Networking Group nach den Marketing-Top-Trends 2009 befragt. Im Resultat der Befragung findet sich u.a. dieser Punkt:

"(...) Twice as many marketers are “sick” of hearing about Web 2.0 and related buzzwords such as “blogs” and “social networking” compared to last year’s survey; however, marketers still admit they don’t know enough about it. This was evident in the results of a social media study MENG released on November 6, 2008 showing 67% of executive marketers consider themselves beginners when it comes to using social media for marketing purposes."
Interessant ist nun, wie der Fachdienst ECIN das im Artikel "Fünf Marketing-Trends für 2009" übersetzt und zusammenfasst:
"(...) Der große Hype ums „Web 2.0“ ist für viele Marketer ein rotes Tuch geworden; Trend Nummer vier ist eine wachsende Ablehnung von Begriffen wie „Blog“ oder „soziales Netzwerk“. Die Diskussion über das Web 2.0 sei übersättigt und hat viele Erwartungen nicht erfüllt."
Den zweiten Teil, wonach die Marketingspezialisten grossen Nachholbedarf an Wissen um ebendiese Anwendungen und daraus resultierenden Marketingopportunitäten äusserten, haben die ECIN-Journalisten nicht mitgeliefert - was die Aussage verzerrt. Wahrscheinlich ist es zurzeit halt einfach opportun, die neueren, etablierten Internet-Verhaltensweisen und -Anwendungen zu bashen.

Verfasst von Hans Fischer um 13:33

07.01.2009

Verleger, Web 3.0 und Semantik-Wirrnisse

Die NZZ in allen Ehren, aber in der Berichterstattung über die gestrige Verlegertagung ("Die Zukunft der Medien") ist folgende Passage wenig gelungen:

"(...) Der Schlüsselbegriff dazu heisst Web 3.0. Gemeint ist damit ein semantisches Verfahren, das die Bedürfnisse der Nutzer, etwa auf Grund des Klickverhaltens, erfasst. So bietet etwa der Online-Buchhändler Amazon den Kunden jeweils eine maschinell generierte Liste weiterer Bücher an, die sie interessieren könnten.

Die Daten errechnen sich in Sekundenschnelle aus Hunderttausenden von Kundenprofilen und die Trefferquote, das heisst die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein zusätzliches Buch gekauft wird, ist hoch. Der Vorteil eines solchen Verfahrens ist, dass auch Marginalien gefördert oder gefunden werden."

Was Web 3.0 dereinst wirklich sein könnte, ist unter anderem im Beitrag "Web 3.0 und die Bedeutung der Bedeutung" oder im WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki festgehalten. Der Begriff "Semantik" selber steht für Bedeutungslehre. Beim Semantic Web geht es um:
"(...) Die Vision des semantischen Web von Tim Berners-Lee, dem Begründer des World Wide Web, sieht eine Erweiterung des WWW um maschinenlesbare Daten vor, die die Bedeutung der Inhalte beschreiben. Hinter die sichtbaren Online-Daten soll also eine zweite unsichtbare Informationsebene treten. Diese liefert in einer für Computersysteme verständlichen Sprache semantische Annotationen, letztlich genaue Definitionen von den online publizierten Daten und deren Zusammenhänge."
Und was im NZZ-Artikel im Zusammenhang mit Amazon und den Büchervorschlägen genannt wird, hat mit Web 3.0 nichts zu tun, sondern nennt sich The Long Tail:

long tail_422px.jpg

Im Zentrum steht die Ausnützung der Kostenvorteile im Internet. Bis zu einem gewissen Grenzkostensatz (vertikale Linie in der Abbildung oben) ist klassischer (stationärer) Versandhandel ökonomisch sinnvoll. Wenn eine Internetplattform gebaut und in Betrieb ist, sind die Kosten für den Verkauf von zusätzlichen Produkten minimal. Konkret: Ob eBay 1'000’000 oder 1'000'001 Produkte anbieten, resultiert in gleich hohen Betriebs- und Unterhaltskosten. Deshalb können Long Tail-Produkte angeboten werden. Bestellt man zum Beispiel bei Amazon einen Beststeller, werden Bücher als Tipps angezeigt, die teilweise Kleinstauflagen haben. Die Masse solcher Long Tail-Produkt-Bestellungen generiert aber enorme Umsätze ausserhalb der Bestsellerbereiche.

Verfasst von Hans Fischer um 09:43

05.01.2009

Vertrauensseeligkeit 2.0

Web 2.0 charakterisiert sich ja unter anderem durch die aus Kundensicht selbstverständliche und aus Unternehmersicht notwendige User-Interaktion. Wie Interaktion unter Kunden und Interessenten das Konsumverhalten beeinflussen kann, zeigt exemplarisch die Hotelbranche (s. "Web 2.0 in der Hotellerie"). Auch wenn sich Kaufentscheide vermehrt auf aggregierte Konsumentenmeinungen und nicht mehr auf Hochglanzpostillentexte der Unternehmen stützen, sollte der gesunde Menschenverstand dabei nicht vergessen werden. Welt Online schreibt dazu im Artikel "Bei Online-Empfehlungen ist Vorsicht geboten":

"(...) Viele Beiträge in Verbraucherforen, in denen jeder von der Auspuffanlage bis zur Zahnarztpraxis alles bewerten kann, lesen sich wie Werbebotschaften aus dem Prospekt. Zufall? Verbraucherschützer beklagen gezielte Manipulationen durch Unternehmen. "Man sollte diese Foren sehr kritisch nutzen", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen."
Allzu offensichtlich "manipulierte" Angebote setzen sich langfristig ehedem nicht durch. Nachhaltiger Marketingnutzen wird nur erzielt, wenn die Angebote glaubwürdig und transparent sind und von den Usern entsprechend wahrgenommen und weitergereicht werden.

Verfasst von Hans Fischer um 09:55

23.12.2008

Gesunde "Soziale Schrumpfung"

Technology Review schreibt im Artikel "Gesunde Schrumpfung":

"(...) Wenn man derzeit einen Blick ins Silicon Valley wirft, stellt man schnell fest, dass die Luft aus der Blase, die in den letzten Jahren unter dem Label "Web 2.0" lief, langsam zu entweichen scheint. Abgelassen wird sie nicht nur durch die aktuell schwere wirtschaftliche Lage. Von größerer Tragweite ist, dass sich immer mehr Geschäftsmodelle als nur schwerlich umsetzbar erweisen. Nahezu alle Start-ups aus dem einst so heißen Bereich der Social Networks schrumpfen derzeit."
Nun, wenn der Wildwuchs an sozialen Netzwerken ausgedünnt wird, ist das noch lange nicht mit dem Niedergang von Web 2.0 gleichzusetzen. Web 2.0 ist weit mehr als Community-Plattformen und Blogs. Web 2.0 ist eine Haltung und hat viele Facetten. Dazu gehören Anwendungen, Technologien, neue Kommunikationsmodelle, interagierende User und angepasstes Konsumverhalten. Als Ganzes lässt sich die Zeit nicht mehr zurückdrehen: das Internet hat Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nachhaltig beeinflusst - Krise hin oder her.

S. auch: "Verfangen im Web 2.0", Financial Times Deutschland, 23.12.2008

Verfasst von Hans Fischer um 09:05

12.12.2008

Weniger Budget = > mehr Marketing 2.0

Blog-Leser wissen um Spielarten und Beispiele, die 10 wichtigsten Handlungsempfehlungen und andere Aspekte von Marketing 2.0. Die Kombination von Web 2.0 und Marketing nimmt in Zeiten der sinkenden Marketingkommunikations-Budgets massiv an Bedeutung zu.

Virale Kampagnen, externe Kommunikation mit Corporate Blogs oder Wikis, Social Network Marketing, etc. haben den Vorteil, dass die Unternehmen kostengünstig User und Kunden erreichen können. Nachteile: Die Kommunikationskontrolle im Rahmen des klassischen Sender-Empfänger-Kommunikationsmodelles geht verloren und vor allem funktioniert Marketing 2.0 nur, wenn die Massnahmen adäquat und gut sind. Virale Kampagnen sind Rohrkrepierer, wenn sie nicht ansteckend sind oder als manipulativ empfunden werden. Corporate Blogs sind ätzend, wenn die Verfasser keine journalistischen Kenntnisse haben. Interaktion in Social Networks bleibt Wunschgedanke, wenn den Community-Mitgliedern nicht echte Werte geboten werden.

Kurz: Im Marketing 2.0 kann man sich so schnell wie nachhaltig blamieren. Die Entscheidung pro/contra Marketing 2.0 sollte von höchster Stelle (mit-)getragen werden. Ausserdem muss intern Know-how aufgebaut werden. Angesichts des erwähnten Kontrollverlustes über die Information ist eine vollständige Auslagerung der Marketing 2.0-Aktivitäten sicherlich wenig empfehlenswert. Demgebenüber ist klar, dass Marketing 2.0 enormes Potenzial und bei gelungenen Aktivitäten einen höchst attraktiven ROI bietet.

Passender Medienbeitrag von heute:

Verfasst von Hans Fischer um 10:59

25.11.2008

Auf ein Wort zum Web 2.0, 3.0. 4.0-Gebrabel

Computer Zeitung schreibt im Artikel "Trendforscher: Was uns im SmartWeb erwartet":

"(...) Web 3.0 steht vor der Tür und bietet große Chancen für Marken, Medien und Agenturen"
Das mit den Chancen stimmt durchaus. Nur steht Web 3.0 nicht vor der Tür. Die sogenannten Web 3.0-Anwendungen sind derzeit in etwas so semantisch, wie ein Autonavigationssystem intuitiv ist.

Tim Berners-Lee und viele andere kluge Köpfe forschen seit Jahren an der diesbezüglichen Weiterentwicklung des Internets. Den kurz bevorstehenden grossen Durchbruch zum begreifenden, Wissen repräsentierenden und Informationen automatisch in Beziehung setzenden semantischen Internet propagieren diese Forscher aber nicht. Trendforscher haben offensichtlich eine andere Perspektive.

Wie auch immer: In besagtem Artikel ist nicht viel mehr als eine Ansammlung von Schlagwörtern (unter anderem schon "Web 4.0") zu finden. Besser, man konzentriert sich aus Unternehmens-Perspektive derzeit auf Web 2.0; das bietet nämlich ausreichend Potenzial (s. auch Beiträge "10 Web 2.0-Handlungsempfehlungen" und "Online-Marketing, zweite Generation").

Verfasst von Hans Fischer um 10:34

10 Web 2.0-Handlungsempfehlungen

Im Rahmen einer Weiterbildung an der HSG wurde mit Kollegen das Potenzial von interaktivem Marketing (s. auch Beitrag "Online-Marketing, zweite Generation") analysiert. Dies auf der Basis von praktischen Erfahrungen (Erfolge und Misserfolge) sowie Einbezug der aktuellen Forschung. Neben vielen weiteren Aspekten resultierten unter anderem 10 konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmens- und Marketingverantworliche, die nachfolgend ohne Detail-Erklärungen abgebildet werden (Interessierte können die Ausführungen gerne kostenlos beziehen):

  • Analysiere Potenziale innerhalb der vier Kernaufgaben* des Marketings
  • Definiere konkrete Ziele
  • Evaluiere passende Tools
  • Mache Dir Risiken und Gefahren bewusst
  • Schule oder akquiriere entsprechend befähigtes Personal
  • Teste Tools und einzusetzendes Personal mit Pilotanwendungen
  • Etappiere auf Basis der Testergebnisse und wähle einen ersten Teilbereich
  • Informiere und instruiere die übrige Belegschaft vor dem Launch
  • Kommuniziere die Neuerungen und interagiere mit den Zielgruppen
  • Überprüfe laufend die Zielerreichung und adjustiere das Zielsystem
Wird nicht so oder ähnlich verfahren, ist die Wahrscheinlichkeit eines Flops erfahrungsgemäss sehr gross.

*Kundenakquisition, Kundenbindung, Leistungsinnovation, Leistungspflege

Verfasst von Hans Fischer um 10:06

24.11.2008

"Online-Marketing, zweite Generation"

FAZ schreibt im Artikel "Online-Marketing, zweite Generation":

"(...) 40 Mitarbeiter hat der Computerkonzern Dell abgestellt, die nichts anderes tun als mit Internetnutzern in Blogs oder Foren über die Produkte des Hauses zu kommunizieren. „Wir haben realisiert, dass unsere Kunden im Internet über uns und unsere Produkte sprechen, und wir haben die Chance, an dieser Konversation teilzunehmen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Sie weiß warum. Allein über den Micro-Blogging-Dienst Twitter habe Dell 500000 Dollar Umsatz generiert. Diese digitale Mundpropaganda hat sich zuerst in den Vereinigten Staaten, nun aber auch in Deutschland zu einem Teil des Marketings entwickelt, der sich nicht mehr ignorieren lässt."
Was mit dem konkreten Dell-Beispiel beginnt, wird mit vielen weiteren Aspekten ergänzt. Emfpehlenswert.

Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 09:47

21.11.2008

Virtuelles Krankenhaus "Second Health"

VDI nachrichten schreibt im Artikel "Medizin 2.0: Der Avatar im weißen Kittel":

"(...) Web-2.0-Technologien erlauben Gesundheitsvorsorge außerhalb des Wartezimmers. In virtuellen Kliniken und Praxen studieren Spezialisten digitale Krankenakten, schreiben Rezepte oder Überweisungen und teilen Befunde mit. Vorreiter ist Großbritannien, das mit Polikliniken und niedergelassenen Ärzten unterversorgt ist."
Die kommenden Generationen - die Digital Natives - werden reine Offline-Angebote schlicht nicht mehr akzeptieren. Das betrifft insbesondere auch die Finanzbranche, wie wir u.a. in folgenden Beiträgen und Fachartikeln festgehalten haben:

Verfasst von Hans Fischer um 10:57

20.11.2008

Youtube-Erfolge mathematisch entschlüsselt

YouTube kennen mittlerweile wohl alle. Die ETH Zürich schreibt im Beitrag "Youtube-Nutzung entschlüsselt" nun:

"(...) Weshalb werden einzelne Videos auf YouTube millionenfach angeschaut, während 90 Prozent der Beiträge nur einzelne Zuschauer finden? Eine neue Studie zeigt, dass die wachsende Aufmerksamkeit in sozialen Systemen wie der YouTube-Gemeinschaft nach bestimmten, wiederkehrenden Mustern verläuft. Mit mathematischen Modellen können diese beschrieben werden."
Details finden sich in besagtem Artikel von ETH life. Spannend ist insbesondere diese Schlussfolgerung:
"(...) Cranes Ergebnisse sind besonders für Anwendungen im Marketing interessant. Sein Modell könnte zum Beispiel für die Überwachung von Online-Buchverkäufen in Echtzeit genutzt werden. Durch stetigen Vergleich von Daten könnten Marketing-Fachleute frühzeitig erkennen, welches Buch aufgrund der Verkaufskurve das Zeug zum „Blockbuster“ hat. Der kritische Punkt, der sogenannte „Tipping Point“, an welchem ein viraler Effekt im sozialen System einsetzt und das Potenzial eines Buches tatsächlich in einem Blockbuster mündet, könnte danach mit den nötigen Werbemassnahmen bewusst provoziert werden."

Verfasst von Hans Fischer um 14:28

19.11.2008

Bankkunden wollen On- und Offline-Dienstleistung

CIO bringt im Artikel "Internet-Banking: Panik lässt sich nicht online abfangen" spannende Aspekte ans Licht und fasst zusammen:

"(...) Die Bankenkrise wirkt sich auch auf das Online-Banking aus. Plötzlich möchten die Kunden wieder den Mann mit Schlips am Schalter sehen. Durch den wachsenden Bedarf an persönlicher Beratung rücken technische Welt und die physische Realität zusammen. Die Angestellten der verschiedenen Vertriebskanäle müssten stärken miteinander kooperieren."
Wichtig, die Online-Bereiche werden nicht ersetzt. Wie geschrieben, rücken vielmehr reale und virtuelle Channels zusammen. Da die Kunden zwischen verschiedenen Kanälen wie Bankschalter, Online-Banking oder E-Mail-Kommunikation hin- und herwechseln, ist Multi Channel Marketing und Management gefragt. Eine anspruchsvolle Sache, insbesondere auch wegen häufig wenig harmonisierten Schnittstellen zwischen Marketing, Vertrieb und IT.

Verfasst von Hans Fischer um 09:45

17.11.2008

CEOs und Social Media

BusinessWeek schreibt in "CEOs take on Social Media":

"(...) Many CEOs use social media sites like Facebook, MySpace, YouTube and Twitter personally, but few use them to communicate with stakeholders. And while 29% say social media can be a very or extremely effective way for companies to communicate, just as many find it ineffective."
Warum werden Social Media-Anwendungen nicht mehr für die Kommunikation mit Stakeholdern verwendet? Die befragten CEOs geben als Gründe an:
  • 48 Prozent sehen keine Relevanz für die Ziel-Gruppen
  • 37 Prozent befürchten den Verlust der Kommunikationskontrolle
  • 28 Prozent sehen keinen vernünftigen Return on Investment
  • 23 Prozent glauben, dass dafür internes Know-how und Kapazität nicht gegeben seien
Nun, Social Media ersetzt über kurz oder lang die klassische PR-Kampagne und wird Standard im Bereich der internen Kommunikation. Aufgeschlossenheit und eine gewisse Experimentierfreude sind sicherlich angebracht.

Verfasst von Hans Fischer um 09:27

14.11.2008

Interaktive Werbung 2.0

Konkrete Marketing 2.0-Beispiel haben wir vor einiger Zeit publiziert. ECIN bringt nun im Artikel "Werbung 2.0 via Facebook" einen interessanten Aspekt aus der Welt der Sozialen Netzwerke:

"(...) Nutzer sollen von nun an nach dem Einloggen auf der Hauptseite aufgefordert werden, mit einer eingeblendeten Werbung zu interagieren, etwa durch Abgabe eines Kommentars. Über diesen werden daraufhin auch alle Freunde des Nutzers benachrichtigt. So sollen Kunden aktiv in die Gestaltung einer Markenbotschaft miteinbezogen und der Markendialog innerhalb der Community gefördert werden."
Passend auch zur Thematik: "Web 2.0 noch nicht vollständig ins Marketing integriert", ECIN, 14.11.2008

Verfasst von Hans Fischer um 09:32

10.11.2008

Massenverdummung 2.0?

Bei unseren ersten Blog-Beiträgen zu Web 2.0 vor rund 3 Jahren musste der Begriff noch erklärt werden. Heute ist den meisten klar, dass es sich um eine Denk- und Verhaltensweise mit grossem Einfluss auf soziale, technische und unternehmerische Aspekte unseres Lebens handelt. Während viele in Web 2.0 die Grundlage für eine effizientere, transparentere, wenn nicht sogar bessere Welt sehen, gibt es selbstverständlich Gegenparts. Jüngst hat golem.de im Artikel "Internetkritiker Keen: Web 2.0 macht dumm" dazu geschrieben:

"(...) Die Web-2.0-Revolution sei schuld daran, dass heutzutage Blogs, Wikipediaeinträge, Facebookseiten, Fotos auf Flickr oder Videos auf Youtube "verlässliche oder schöne Inhalte" verdrängten. Damit sei das Web zu einer "Kakophonie unkontrollierter, personalisierter, oft anonymer Meinungsäußerungen geworden, wo alle gleichzeitig reden, aber keiner dem anderen zuhört", so Keen. Das Ergebnis sei Massenverdummung und eine Kultur des digitalen Narzissmus, die die "traditionelle Meritokratie von bewährten Experten" ins Wanken brächten."
Eine ganz andere Meinung als Web 2.0-Kritiker Andrew Keen hat diesbezüglich James Surowiecki. Er sieht in Web 2.0 das Gegenteil eines Volksverdummungsinstruments. Sein Buch "The Wisdom of Crowds" handelt von der These, wonach in Gruppen aggregierte Informationen und gefällte Entscheidungen den einzelnen Gruppenmitgliedern, seien sie noch so brilliant, beinahe immer überlegen seien.

Verfasst von Hans Fischer um 09:28

03.11.2008

Finance 2.0-Fachartikel

Für den heute publizierten Netzguide IT in Finance 2009 haben wir den Fachartikel "Finance 2.0 - User machen Druck oder springen ab" und den damit zusammenhängenden Use-Case "Börseninformation intelligent verknüpfen" geschrieben.

Verfasst von Hans Fischer um 10:30

27.10.2008

Cloud Computing, Web 2.0, Suche der Zukunft & Co.

Auch dieses Wochenende blieben wieder einige interessante Artikel im News-Reader hängen (s. auch Empfehlungsseite). Anbei eine kleine Auswahl:

  • Web 2.0 fürs Business, InfoWeekOnline
    "(...) Die augenfälligsten Beispiele stammen aus dem Marketing: Die «Kunden-Community» ist in einigen Branchen längst ein wichtiges Instrument zur Kundenbindung und zur Steigerung der Attraktivität der Marke. Intern eingesetzt, können Web-2.0-Methoden nicht nur die Identifikation mit dem Unternehmen verstärken, sondern auch als Stimmungsbarometer dienen und Abläufe verbessern helfen. Im Support kommt schon länger ein Urahn des Web 2.0 zum Tragen: Diskussionsforen bieten Hilfeleistung bei Problemen und stärken quasi nebenbei die Identifikation mit dem Produkt."

  • Social Media Versus Knowledge Management: Generational War?, FASTforward Blog
    "(...) Along came Web 2.0 and social media which provided new technologies for the grassroots to simply not wait for some project manager to start a harvesting session which is then converted into retrievable assets from some application requiring significant custom coding. Instead, the notion of Wikis, blogs, microblogs, chats, forums and so on is to use the right tool for the purpose as the purpose arises. Some call it fun. We’ve thought of the new social media as the next generation Knowledge Management."

  • Die Suchmaschinen der Zukunft verstehen uns, Die Welt
    "(...) Die Zukunft der Suche geht daher weg von reinen Linklisten, die den Nutzer mit der Identifikation des für ihn besten Ergebnisses alleine lassen. Künftig wird es Suchergebnisse geben, die abhängig vom angefragten Inhalt Bilder, Videos, Nachrichten, Kaufempfehlungen oder Testergebnisse anzeigen."

  • A Reminder of What Web 2.0 Is, John Battelle's Searchblog
    "(...) ... value is migrating to a new kind of layer, which we now call Web 2.0, which consists of applications driven not just by software but by network-effects databases driven by explicit or implicit user contribution."

  • Web 2.0 and Cloud Computing, O'Reilly Radar
    "(...) So here's the real trick: cloud computing is real. Everything is moving into the cloud, in whole or in part. The utility layer of cloud computing will be just that, a utility, without outsized profits.

    But the cloud platform, like the software platform before it, has new rules for competitive advantage. And chief among those advantages are those that we've identified as "Web 2.0", the design of systems that harness network effects to get better the more people use them."

Verfasst von Hans Fischer um 09:41

24.10.2008

Unternehmensherausforderung 2.0

E-Business Community schreibt unter "Experte: Unternehmen müssen mit Web 2.0 umzugehen lernen" über eine Expertenrunde in Wien. Die Essenz:

"(...) Der Mythos der "Net Generation" und der aktuelle Hype um das Thema sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit der Einführung von Web 2.0 im Unternehmen massive Herausforderungen auf die Betriebe zukommen, erklärte Josef Herget, Leiter des Zentrums für Wissens- und Informationsmanagement an der Donau-Universität Krems."
Thematisiert wurden Gründe und Lösungen für Produktivitätsverluste durch ständige Ablenkung, die notwendigen Organisationsanpassungen in Unternehmen, der Einfluss der verändertern Kommunikationsgewohnheiten auf die Kundenbeziehung und Sicherheitsaspekte.

Verfasst von Hans Fischer um 14:06

23.10.2008

Web 2.0-Genuss braucht Security 2.0-Schutz

Im Interview mit wiwo.de ("Web 2.0 braucht Security 2.0 – auch im Bewusstsein des Nutzers") macht Symantec-Zentraleuropachef Andreas Zeitler auf die veränderte Bedrohungslage im Zuge der Web 2.0-Entwicklung aufmerksam:

"(...) Datenschutz muss eine ganzheitliche Strategie sein. Cyberkriminalität wird nicht durch ein paar verrückte Hacker organisiert, sondern durch professionelle kriminelle Organisationen. Die wissen genau, wie wir uns verhalten, wenn wir uns im Internet bewegen – und nutzen das aus. Letztendlich ist es dabei egal, ob der Datendieb über die Putzkolonne ins Unternehmen eindringt und Daten auf den USB-Stick zieht oder ob er über das Internet angreift."
Deswegen aber Web 2.0-Anwendungen wie Social Networks zu meiden, sei falsch. Es sei eine grosse Stärke der Technologie, dass Informationen und Dateien im Web mit anderen geteilt werden könnten. Damit Solcherlei nicht von Hackern ausgenutzt werde, brauche es "Aufklärung und einen ganzheitlichen Ansatz aus persönlicher Sensibilität und Softwareschutz".

Verfasst von Hans Fischer um 13:27

22.10.2008

Tim O'Reilly prophezeit viele Web 2.0-Pleiten

... wobei "prophezeit" ein zu starkes Wort ist. Dass die Finanzkrise als Katalysator bei der Web 2.0 Unternehmensstrukturbereinigung wirkt, liegt auf der Hand. Tim O'Reilly erklärt gegenüber FAZ.NET:

"(...) Am Beginn einer jeden Revolution gibt es immer viele Start-Ups, bevor die Konsolidierung einsetzt. Die wirtschaftliche Krise wird diese Entwicklung nur beschleunigen. Die Krise wird auch einiges Gutes bewirken. Zum Beispiel werden wir weniger soziale Netzwerke haben. Außerdem wird die Krise dazu führen, dass sich die Menschen auf neue Probleme konzentrieren, weil es keine Finanzierung mehr für irgendeine me-too-Firma gibt. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Welche Geschäftsmodelle lösen echte Probleme und verdienen Geld?"
Und zu technologischen Entwicklung meint er:
"(...) Die größte Herausforderung ist das Web 2.0 auf dem Mobiltelefon. Google hat das schon sehr gut verstanden. Daher haben sie Android entwickelt. Sie wissen: Ihr Geschäftsmodell ist in Frage gestellt, denn das Mobiltelefon ist die nächste große Plattform."

Verfasst von Hans Fischer um 14:01

21.10.2008

Semantic Web als Dienstleistungs-Katalysator

Forbes erklärt im Artikel "Leveraging The Semantic Web", dass die "normale" Suchtechnologie mit den immer umfangreicher angebotenen Internet-Services nicht mehr klar kommt. Diese werden nur gefunden, wenn die Dienstleistungen in Prosa beschrieben und damit als Wörter für die Suchmaschinenroboter indexierbar sind. Was den Service per se ausmacht, könnten die Suchmaschinen nicht erkennen, weil sie deren Bedeutung nicht erfassen können. Der Autor des Artikels sieht hier einen wichtigen Anwendungsbereich des künftigen Semantischen Webs.

"(...) There are three main use cases for semantic service discovery. First, there is you and me wanting to do something. If a service could help us, how would we know? Second, there is the developer seeking to build an application using services. How can the right services be found? Third, there is the idea that an intelligent program could automatically assemble a new service or application based on a machine-readable semantic description. Is this even possible?"
Eine Sammlung an weiterführenden Links zum Thema findet sich u.a. im Beitrag "Semantisches Web - wenn's so einfach wäre".

Verfasst von Hans Fischer um 13:52

20.10.2008

Monatlich 10 Milliarden Wikipedia-Aufrufe

Wenn man Web 2.0 erklären und nicht lange über Sozialisierung, Interaktion und Technologie philosophieren will, dann drängt sich Wikipedia als erhellendes Beispiel ganz besonders auf. Die von heise online publizierten Zugriffszahlen unterstützen die Wahl dieses Web 2.0-Exempels: Im September wurden über 10 Milliarden Seiten der gemeinschaftlich aufgebauten und gepflegten Online-Enzyklopädie aufgerufen. Damit gehört Wikipedia zu den Top-Sites weltweit.

Wer sich für Statistiken interessiert, findet u.a. bei Internet World Stats eine gute Quelle. Inhaltlich anders aber auch einen Besuch wert ist Worldometers.

Verfasst von Hans Fischer um 14:05

17.10.2008

Literatur 2.0

Web 2.0 für einmal aus anderer Warte bei Deutsche Welle:

Wer die gewohnte Finance 2.0-Thematik vermisst, klicke auf den den Sammellink und sei versichert, das demnächst ein neuer Fachartikel zum Thema erscheinen wird.

Verfasst von Hans Fischer um 11:05

13.10.2008

Neues zur Internet-Zukunft und Marketing 2.0

Beim Durchstöbern des Wochenend-Newsfeeds sind einige interessante Beiträge aufgefallen (s. auch Empfehlungsseite). Anbei eine kleine Auswahl:

  • Seeking the next net generation, BBC News
    "(...) With an increasing number of businesses embracing Web 2.0 technologies, Ian Hardy met a webmaster hoping to turn his website idea into a revenue stream."

  • The End of Web 2.0, Beginning of Web Infinity, monkey_bites
    "(...) As our economy sours, more and more nervous technologists are writing off Web 2.0 as dead. We believe web 2.0 (whatever it really means) isn’t on the decline, the economy is. The web is evolving. In fact, there’s no sign it will ever stop."

  • Digitales Marketing ist gefragter denn je, Ecin
    "(...) Jedes vierte Unternehmen in Deutschland will in den nächsten 12 Monaten eine Marketing-Agentur mit größerer Expertise in digitalen Medien engagieren oder hat dies im letzten Jahr bereits getan. Soziale Medien und interaktive Kanäle gewinnen zunehmend an Relevanz gegenüber traditionellen Interaktionen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Report der Unternehmensberatung Sapient."

  • SALES 2.0: SOCIAL MEDIA FOR KNOWLEDGE MANAGEMENT AND SALES COLLABORATION, TMCnet.com
    "(...) As the proliferation of social computing has forever changed the way customers gain information and feedback concerning a particular company's products or services, sales representatives are challenged to sell to a prospect base that potentially knows as much, ifnot more, about the competitive landscape than the reps themselves.

Verfasst von Hans Fischer um 13:31

09.10.2008

Studie zu Finance 2.0

Ende Monat wird im neuen Netzgudie IT in Finance 2009 ein Fachartikel von uns zu den Auswirkungen von Web 2.0, respektive des veränderten User- und Konsumentenverhaltens, auf die Finanzbranche erscheinen.

Die Wartezeit kann thematisch passend verkürzt werden ;-) ibi research macht auf die Studie "Web 2.0 bei Finanzdienstleistern" aufmerksam. Ziele der Studie waren die Evaluation der Bedeutung der neuen Web Anwendungen und Technologien für die Branche der Finanzdienstleister, die Identifikation der relevante Herausforderungen und die Ableitung der möglichen Zukunftstrends.

ibi research hält unter"ausgewählte Ergebnisse" fest:

  • Institute schrecken vor "user content" generierenden Web 2.0 Anwendungen an der Kundenschnittstelle zurück. Lediglich 5 % der befragten Institute setzen beispielsweise Weblogs bzw. Communities ein.

  • Zwischen den Potenzialeinschätzungen der Experten und dem tatsächlichen Einsatz von Web 2.0 Diensten in der Internetpräsenz der Institute besteht eine große Diskrepanz.

  • Banken und Sparkassen investieren eher in die Usability der Webseite, als in die Stimme der Kunden mittles "user content" generierenden Web 2.0 Anwendungen.

  • 41 % der teilnehmenden Institute planen 2008 Investitionen in unternehmensinterne Wikis bzw. 43 % in die Erweiterung ihrer internen Weblog-Plattform.

  • Lediglich 17 % der Befragten Experten rechnen Peer-to-Peer Kreditplattformen eine realistische Marktchance zu.

Verfasst von Hans Fischer um 11:26

06.10.2008

Finanzkrise und Social Network-Korrelation

Aus Börsensicht geht ein Tag mit enormen Tagesverlusten zu Ende. Die NZZ beschreibt das Kursmassaker im Artikel "Dow Jones reisst Europas Börsen tiefer in den Keller". Einen interessanten Link zwischen Talfahrt, Arbeitsmarkt und Web 2.0-Anwendungen macht Wiwo unter "Banker suchen online dringend Freunde":

"(...) Seitdem in den Finanzzentren immer mehr Jobs kippen, entdecken die Banker dieser Welt eine lange ignorierte Spezies: ihren Nächsten. Soziale Netzwerke im Internet erleben einen Ansturm aus der Finanzindustrie. Viele Banker suchen jetzt Kontakte, die sie durch die Krise tragen. Der Erfolg ist fraglich."
Ob "fraglich" oder nicht: Chancen bieten die virtuellen Aktivitäten allemal.

Verfasst von Hans Fischer um 17:32

03.10.2008

"Web 3.0: Not Yet"

... titelt Forbes und Sramana Mitra, die Frau mit der Web 3.0-Formel Web 3.0 = (4C + P + VS), hält im Artikel fest, dass es wohl noch fünf bis sieben Jahre dauern werde, bis das Web 3.0-Stadium erreicht werden könne. Insbesondere beim "P" der Formel, der Personalisierung" hake es derzeit am meisten. Interessant sind auch die Ausführungen zum "VS", der vertikalen Suche und den vielen Initiativen diesbezüglich.

Verfasst von Hans Fischer um 14:29

02.10.2008

Web 2.0 trendiger als Wissensmanagement

... zumindest wenn man die beiden Begriffe "Web 2.0" und "Knowledge Management" bei Google Trends eingibt:

km_web20.png

(Bildquelle: Google Trends)

Welches Potenzial die Managementdisziplin Wissensmanagement hat, warum Web 2.0 mehr als ein publizistischer Begriff ist und wie das Fusionsprodukt Wissensmanagement 2.0 neue Wege ermöglicht, beschreibt u.a. das WM 2.0 Wissensmanagement Wiki.

Verfasst von Hans Fischer um 17:11

01.10.2008

Enterprise 2.0 verlangt adäquate Mitarbeitende

BITKOM stellt zwei interessante Studien kostenlos zum Download zur Verfügung:

"Enterprise 2.0 - Empirische Analyse: Weltweit werden Überlegungen angestellt, wie die Web-2.0-Technologien, die im privaten Bereich eine phänomenale Ausbreitung gefunden haben, auch im geschäftlichen Umfeld nutzbringend einzusetzen sind. Dafür hat sich der Begriff Enterprise 2.0 durchgesetzt. Mit der vorliegenden Studie will der BITKOM Entscheidungsträgern fundierte Informationen zu Stand und Perspektiven von Enterprise 2.0 in deutschen Unternehmen und Organisationen zur Verfügung stellen. Die empirische Analyse ergänzt und konkretisiert das BITKOM-Positionspapier „Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0: Neue Unternehmensphilosophie gewinnt Konturen".

Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0. Der Wandel zum Enterprise 2.0 ist die konsequente Antwort auf aktuelle Herausforderungen globaler und dynamischer Märkte. Enterprise 2.0 setzt auf die Talente von Menschen und unterstützt deren intelligente Vernetzung. So können Unternehmen schneller, flexibler und besser reagieren, Innovationszyklen verkürzen und sich im Kampf um Talente besser positionieren."

Verfasst von Hans Fischer um 09:53

30.09.2008

Web 2.0-Erfahrungsbericht von Cisco

Readers Edition bringt mit "Das Web 2.0 ist eine Chance" einen sehr informationen Einblick in die Cisco-Web 2.0-Unternehmenswelt:

"(...) Instant Messaging, Telefon- und Webkonferenzen seien an der Tagesordnung und auch oder besser gesagt gerade in der Aus- und Weiterbildung spielen sie mittlerweile eine entscheidende Rolle. “Web 2.0 bedeutet für mich, nicht hierarchisch Inhalte vorzugeben, sondern dass jeder welche dazu gibt”, erklärt er vor allem mit Blick auf das Erfindungsmanagement bei Cisco. Jeder könne dort seine Ideen und Vorschläge eingeben, die dann, ab einer gewissen Popularität, auf die nächste Stufe gestellt werden würden: “Survival of the Fittest” in Sachen Technologie und Kreativität, sozusagen.

(...) Auch könne jeder auf diese Weise sein eigenes Wissensmanagement zusammenbauen und die Infoströme auf seine speziellen Bedürfnisse hin filtern. Doch genau hier lägen auch die Probleme, gibt er zu. “Für uns ist es eine große Herausforderung die große Anzahl an Inhalten zu bewältigen.” Ideal wäre es, wenn die richtige Information zur richtigen Zeit den richtigen erreichen würde."

Verfasst von Hans Fischer um 10:08

29.09.2008

"Ohne soziale Netzwerke geht nichts mehr"

Wenn CIO - ein nicht unbedingt Trend setzendes Medium - so titelt, müssten nun langsam aber sicher auch die letzten Köpfe aus dem Sand gezogen werden. CIO schreibt in besagtem Artikel über die Folge von Ignoranz:

"(...) Unternehmen sind fester Bestandteil einer immer stärker vernetzten Gesellschaft. Das Beratungshaus Gartner warnt: Reagieren Firmen gar nicht oder zu langsam, kann das sehr teuer werden. Im schlimmsten Fall kann es das Ende des Unternehmens bedeuten."
Wer vertiefte Informationen und weiterführende Links sucht, findet diese hier.

Verfasst von Hans Fischer um 09:35

26.09.2008

Sicherheit und/versus Social Networking

Das Thema "Sicherheit und Datenschutz" wird insbesondere im Zusammenhang mit Social Networks (wie z.B. XING, LinkedIn, Facebook, StudiVZ, MySpace & Co.) zum Dauerbrenner. Heute stellt heise online in "Social-Networking-Portale gefährden Privatsphäre" eine Fraunhofer Studie vor und schreibt:

"(...) Social-Networking-Plattformen verlangen von ihren Nutzern bei der Registrierung viele private Daten, bieten aber nur wenig Möglichkeiten, diese persönlichen Informationen vor ungewollten Zugriffen zu schützen."

Irgendwie paradox, da geben Menschen bewusst private Daten auf öffentlichen Web-Portalen ein und fürchten sich dann um deren Sicherheit. Klar sind Schutzmassnahmen notwendig. Im Bereich von mehr oder weniger öffentlichen Social Networks sollte aber schon das Bewusstsein vorherrschen, dass die eingebenen Daten auch mehr oder weniger öffentlich sind. Anders verhält es sich selbstverständlich im Intranet.

Wer unsicher ist, sollte z.B. das Buch "Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!" von Klaus Eck lesen. In die "Imagefalle Web 2.0" tappen laut Financial Times Deutschland übrigens auch Promis.

Jüngst habe ich im Posting "Seien Sie unbescheiden im Netz" erwähnt, dass eine völlige Abstinenz vom solcherlei Web-Angeboten auch nicht empfehlenswert sei:

(...) Zunehmend irritiert es Personalverantwortliche, wenn Sie nichts über jemanden im Netz finden. „Was haben Sie die letzten Jahre denn online gemacht? Können Sie nicht mit dem Internet umgehen oder waren Sie gar im Gefängnis?“ Mit derartigen Fragen werden heute in den USA Bewerber konfrontiert."

Verfasst von Hans Fischer um 14:19

25.09.2008

Enterprise 2.0-Erfolg mit passender Unternehmenskultur

Computerwelt.at bringt unter "Web 2.0 und das Business der Zukunft: Wiki, Facebook und Youtube für mehr Unternehmenserfolg" einen Rückblick auf den "talk the future"-Kongress in Form von Gedankensplittern weltweit führender Experten wie Don Tapscott, Andrew McAfee oder Bret Swanson. Ein kurzer Ausschnitt:

"(...) Enterprise-2.0-Technologien eröffnen den Unternehmen neue, innovative Wege zum Businesserfolg und ermöglichen es, neue Personengruppen anzusprechen, die über normale Netzwerke nie erreicht werden können. Interne Strukturen eines »Enterprise 2.0«, wie Funktionen, Workflow oder Informationsmanagement, sind nicht von vornherein festgelegt, sondern können von den Usern bzw. Mitarbeitern modifiziert werden. Will ein Unternehmen zum Enterprise 2.0 werden, muss es grundlegende Änderungen in der Firmenkultur vornehmen, so McAfee, der in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Innovationen kommen sieht."

Verfasst von Hans Fischer um 09:35

24.09.2008

Seien Sie unbescheiden im Netz

... rät PR Blogger Klaus Eck im Posting "Verzichten Sie lieber auf jegliche Bescheidenheit!". Einige Aussagen:

"(...) Wer seine persönliche Reputation im Berufsleben ernst nimmt, sollte lieber darauf verzichten, „bescheiden“ zu sein. Denn wer sich im Internet zurückhält und darauf achtet, keine digitalen Spuren zu hinterlassen, der verhält sich vermutlich ehrenwert, findet dann aber auch nicht statt oder tritt hinter andere Suchtreffer bei Google zurück.

(...) Zunehmend irritiert es Personalverantwortliche, wenn Sie nichts über jemanden im Netz finden. „Was haben Sie die letzten Jahre denn online gemacht? Können Sie nicht mit dem Internet umgehen oder waren Sie gar im Gefängnis?“ Mit derartigen Fragen werden heute in den USA Bewerber konfrontiert."


Ausgewählte Links rund um die Marketing 2.0-Thematik finden sich auch auf meiner Google Reader Empfehlungsseite.

Verfasst von Hans Fischer um 13:27

23.09.2008

Social Media- und Web 2.0-Trends

Awareness stellt einige interessante Whitepapers zur Verfügung. So jüngst "Trends and Best Practices in Adopting Web 2.0 in 2008". Wissensmanagement-Crack Bill Ives schreibt dazu:

"(...) The number of organizations that allow social networking for business purposes has increased dramatically to 69 percent in 2008 up from 37 percent last year.

Employers are finding the benefits of using social media: 63 percent are using social media to build and promote their brand, 61 percent are using it to improve communication and collaboration, and 58 percent re using it to increase consumer engagement.

Seventy five percent of employees are already using social networking sites such as Facebook, MySpace and LinkedIn for business purposes, up 15 percent from 2007. (...)

Use of internal-facing communities is on the rise with 6 percent of organizations already reporting they deployed internal-facing communities, while 33 percent indicate their organization plans to implement internal-facing social media initiatives.

Similarly external-facing communities are increasing: 27 percent of respondents said their companies were planning to deploy external-facing communities while only 13 percent indicated their organizations already have external-facing communities.

Online communities directed at specific interests and groups of people allow for more targeted marketing techniques and better results so for this reason 37 percent of organizations have specific areas of focus for their communities.

"

Verfasst von Hans Fischer um 16:24

22.09.2008

Finanzkrise und Web 2.0

Netzwertig.com beschreibt im Beitrag "Die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Web" Chancen und Risiken (wobei die Risiken zuerst genannt werden), verlinkt auf weiterführende Artikel und kommt zu folgendem Fazit:

"(...) Egal welche dieser Risiken und Chancen sich letztendlich bewahrheiten, so ist eines sicher: Auch das Web wird von den Folgen der Finanzkrise und des weltweiten konjunkturellen Abschwungs betroffen sein. Doch das Internet ist kein vorübergehender Trend sondern eine Wachstumsbranche mit enormem Potenzial für alle, Privatpersonen wie Unternehmen. Deshalb darf angenommen werden, dass Online einer schwachen Wirtschaftslage erheblich mehr entgegenzusetzen hat als andere Branchen.

Für Startups ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich für turbulentere Zeiten in Form zu bringen. Anders als zum Höhepunkt des New-Economy-Hypes vor acht Jahren sind heute nur sehr wenige Webunternehmen börsennotiert, weshalb ein weiterer Niedergang der Aktienkurse keine direkte Gefahr darstellt. Das ein oder andere Startup wird die kommenden Monate vermutlich trotzdem nicht überleben. Doch eine Konsolidierung würde in jedem Fall geschehen - mit oder ohne Finanzkrise. Dieser Prozess könnte nun beschleunigt werden; und wer gut gerüstet ist, wird am Ende profitieren."

Verfasst von Hans Fischer um 09:59

19.09.2008

Web 2.0 Web 2.0 Web 2.0 Web 2.0 Web 2.0

Drei Tage nicht im Büro und der Newsreader quilt über. Der Term "Web 2.0" dominiert in den Headlines. Als "Web 2.0" am 1. September 2006 in diesem Blog zum ersten Mal erwähnt wurde ("Web 2.0 zwischen Bashing und Euphorie"), musste man sich die Informationen noch relativ umständlich zusammensuchen. Wie geschrieben, sind Web 2.0-News und Studien heute Massenware. Viel davon ist natürlich Stuss, das liegt ob dem Hype 2.0 auf der Hand. Während der Kurzabwesenheit sind aber natürlich auch einige spannende Headlines aufgetaucht. Anbei eine Auswahl:

Verfasst von Hans Fischer um 10:44

12.09.2008

Banken + Web 2.0 = interimistische Ratlosigkeit

Das Thema Finance 2.0 finden Sie facettenreich dokumentiert. Was fällt am schnellsten auf? Genau, die Widersprüchlichkeit der Expertenmeinungen. "Banken und Web 2.0 geht gar nicht", die einen, "Gerade Banken können dank Web 2.0 User an sich binden", die anderen. Die Unsicherheit im Umgang mit dem sozialisierten Web spiegelt sich auch in der Studie von Datamonitor wieder, die unter "Banken scheuen Web-2.0-Technologien" bei pressetext zusammengefasst wird.

Fakt ist, dass sehr viele Banken Web 2.0-Anwendungen wie Social Networks, RSS für Dokumenten-Push, Weblogs oder Wikis im Intranet einsetzen, im Bereich des Internets aber noch sehr zögerlich agieren. In welcher Art sich das ändern könnte, ist in den "Drei Thesen zum Bankkunden von morgen" festgehalten. Einige Auszüge:

"(...) In letzter Konsequenz sammeln Suchroboter selbständig passende Inhalte, gewichten sie nach Aktualität und Bedeutung, stellen sie zu einer Newsshow zusammen und lassen sie von virtuellen Moderatoren, die nach eigenem Gusto gestaltet werden können, zur individuell gewünschten Tageszeit vortragen. Aus den heutigen Börseninformationsseiten werden Zugangsportale zur Steuerung persönlicher Börsennews-Shows. (...)

Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gerne wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfiguren, die sogenannten Avatare. Die Identifikation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden. Es braucht nicht viel Phantasie, die Folge dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird. Ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. (...)

Der Blick in die nahe Zukunft: Schreibt ein Analyst einen Report über eine Branche oder ein Unternehmen, erkennt die semantische Suchmaschine im Hintergrund die Bedeutung der Aktivität und liefert laufend zum Kontext passende Informationen. Dabei handelt es sich um Dokumente aus dem eigenen Unternehmen, um Kolleginnen und Kollegen mit passender Expertise und Informationen aus dem Internet. Eine Reizüberflutung wird nicht stattfinden, da die Anwender die virtuellen Helfer tunen können. Mittels einfachen Klickbewegungen werden angezeigte Treffer markiert, von unnötig bis sehr wertvoll. Das System merkt sich die Parametrisierung und wendet die Erkenntnisse in Zukunft an. Die Kollaboration von Mensch und Maschine erreicht hocheffiziente Sphären."

Und dann gibt es natürlich noch viele, viele Marketingeffekte.

Verfasst von Hans Fischer um 10:04

08.09.2008

Social Network für Spione

Jüngst in "10 Gründe für Banken gegen Social Media" und diverse Male zuvor haben wir über Nützlichkeit und Effizienz von Social Networks als Kommunikationsmassnahme geschrieben. Von der Nützlichkeit sind nun offensichtlich auch die US-Geheimdienste überzeugt. Golem.de schreibt in "Social Network für US-Agenten":

"(...) Das System sei "ein Facebook und Youtube für Spione", erklärte Michael Wertheimer, Assistant Deputy Director of National Intelligence for Analysis bei CNN. Aber es sei auch viel mehr: Über das Portal sollen Agenten Überlegungen über Belange ihres Metiers wie Terrorismus oder Truppenbewegungen anstellen können. "Das ist ein Ort, wo Spione sich nicht nur treffen, sondern auf bisher nie dagewesene Art und Weise Informationen austauschen können. Das gibt ihnen zum ersten Mal die Möglichkeit, unter dem Schutz des A-Space unter ihresgleichen laut nachzudenken."

Verfasst von Hans Fischer um 13:01

05.09.2008

10 Gründe für Banken gegen Social Media

Wir sehen bekanntermassen grosses Potenzial für Finance 2.0 und haben eine ganze Reihe von Argumenten, Dokumenten und Links zusammengetragen. In Sachen Finanzbranche + Web 2.0 ist Christophe Langlois von Visible Banking in den USA und in Europa unterwegs , sieht enormes Potenzial und eben so grosse Widerstände.

Obwohl Opportunitäten wie Interakation mit Kunden, Markensupport (durch Kunden), Transparenz, Authentizität oder kundenbindendes Engagement auf der Hand lägen, gebe es immer noch viel zu wenig Social Media-Know-how und Web 2.0-Fürsprecher in der Branche. Langlois hat sich deshalb entschlossen, fortan 10 Gründe aufzulisten, warum Finanzunternehmen sich von Web 2.0, respektive Social Media, fernhalten sollten. In "Banking 2.0: 10 "good" reasons not to embrace social media" nennt er:

"1. We have already tried!
2. UGC is too risky (Anm. d. Red: UGC = user generated content)
3. No clear ROI
4. Limited Marketing budget, limited resources
5. Only good for small financial institutions and direct banks
6. The mighty Press Office and L&C departments
7. Personal branding & external blogging: loosing our best people
8. Wait! Our new online channel will deliver everything... eventually
9. Intranet 2.0 & Enteprise Search: confidential documents made visible
10. Focus on the basics: investment portfolio, single view of the customer...

Verfasst von Hans Fischer um 10:52

"Web 2.0 macht Google zu schaffen"

... titelt boerse.ARD.de und lässt im Interview Ralf Steinmetz, Leiter des Fachgebietes Multimedia Kommunikation der Technischen Universität Darmstadt, u.a. sagen:

"(...) Es ist uns noch nicht möglich tatsächlich Fragen zu stellen. Dazu arbeiten auch wir selbst in der Forschung an verschiedenen Ansätzen. Die Technologien der semantischen oder strukturellen Analyse spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich bin mir sicher, dass auch Google daran arbeitet. (...)

Meine Prognose lautet, dass Google noch in vielen neuen Feldern aktiv werden wird, die wir heute noch kaum kennen. Zudem, das zeigen die aktuellen Aktivitäten der Entwicklung des Browsers Chrome, adressiert Google auch etablierte Felder. Ich vermute aber, dass der Erfolg der Suchmaschine nicht erneut gelingen wird. Aber ich glaube, dass Google auch in fünf Jahren noch die Suchmaschine Nr. 1 sein wird. Ob das auch in zehn Jahren noch gilt, vermag ich nicht zu sagen."

Verfasst von Hans Fischer um 09:44

28.08.2008

Marketing 2.0-Beispiele

1. Virales Marketing

Werbeanzeige.de: „Obwohl laut Jupiter Research bereits 24 Prozent der Werbeagenturen virales Marketing eingesetzt haben, gibt es keine Garantie für erfolgreiche Kampagnen. Marketingagenturen wollen jedoch weiterhin am Ball bleiben und versuchen, virale Werbekampagnen in Gang zu setzen. Virales Marketing wird meist zusätzlich zu traditionellen Werbeformen eingesetzt. Auch YouTube sei dabei behilflich. In der Werbebranche sehen 14 Prozent das Videoportal als den wichtigsten Ausgangspunkt für virales Marketing. Weniger Bedeutung wird hingegen MySpace, Yahoo und Open Social zugeschrieben. MSN wird sogar nur von drei Prozent als Nummer Eins für virale Kampagnen genannt.
Bei Facebook werden vor allem Fanseiten zum viralen Marketing genutzt. User können in dem Social Network diesen Seiten beitreten, die unter anderem Filme, Musik oder aber auch Konsumgüter zum Thema haben. So bekommen diese Produkte gratis Werbefläche auf den Profilseiten der Fans. Zudem profitiert die Marke von dem Image ihrer Fans, wenn diese beliebt sind und in ihrem Freundeskreis Vorbildwirkung haben.“

PR Blogger: „Auch wenn Marketing mit Hilfe von Social Tools darauf abzielt, virale Effekte auslösen, entstehen diese nicht von selbst. Stattdessen muss eine Grundaufmerksamkeit geschaffen werden. Dazu eigne sich vor Allem der Einsatz von bezahlten Onlineanzeigen. Erst wenn mit deren Hilfe eine kritische Masse erreicht wurde, verbreitet sich die Kampagne im Anschluss viral von alleine.“

Search Engine Journal: „Viral marketing is a technique that falls into that low risk high reward scenario, but the problem is it can also have a painfully high failure rate. Still many marketers swear by this form of online advertising because one home run campaign can be worth more than a number of failed campaigns combined would cost.
There are a number of key elements marketers need to take into account when they plan a viral marketing campaign including audience, message, distribution, and metrics. Marketers who have a solid grasp on these four key elements will have a better chance of launching a successful viral campaign than those marketers that neglect one or more of these items.“

Wikipedia – Virales Marketing: “Vor allem im Internet kann virale Verbreitung von Marketingbotschaften funktionieren. Ein besonders bekanntes Beispiel ist das kostenlose Werbespiel Moorhuhn, das ein Marketing-Instrument der Firma Johnnie Walker war. Das Spiel konnte auf der Internetseite der Firma kostenlos heruntergeladen werden und wurde zu einem absoluten Hit im Internet. (Es muss allerdings kritisch angemerkt werden, dass das Spiel sich zwar bemerkenswert weit verbreitet hat, ob bzw. in wie weit dies jedoch zu einer positiven Marketingwirkung für die Marke "Johnnie Walker" geführt hat, kann nicht beziffert werden.)
Weitere Beispiele sind der Film Blair Witch Project, der als Log-Budget-Produktion 1999 in die Kinos kam und ein großer Erfolg wurde. Der Erfolg beruhte darauf, dass es den Filmemachern gelang, für sehr viel Mundpropaganda im Internet, per E-Mail und auf Foren, zu sorgen. Ähnliche Methoden wurden auch von J. J. Abrams für sein Film-Projekt Cloverfield angewendet: es wurden viele Hinweise zur Vorgeschichte des Plots im Internet, u.a. im Sozialen Netzwerk MySpace verstreut. So wurde der Film noch vor seinem Start berühmt. Ebenso das Projekt Napster, eine Musik-Tauschbörse, die innerhalb kürzester Zeit 70 Millionen Nutzer vorweisen konnte. In letzter Zeit schafften auch manche Videos auf Video-Plattformen wie YouTube.com einen plötzlichen Aufstieg ins Rampenlicht.“

2. RSS-Feed-Werbung

Heise online: „Suchmaschinen-Betreiber Google hat am vergangenen Freitag den Werbedienst Adsense for Feeds ohne ausdrückliche Ankündigung gestartet. Bereits seit Mai 2008 war der Dienst einer kleinen Gruppe von Adsense-Benutzern zugänglich. Adsense for Feeds baut kontextabhängige Werbung in die RSS-Feeds ein und zeigt diese in RSS-Readern wie dem Google Reader an.
RSS-Autoren können mit Adsense for Feeds die Frequenz und die Platzierung der Werbung festlegen. Außerdem lässt sich bestimmen, ab welcher Länge der RSS-Nachrichten Werbung eingeblendet wird. Für die Auswertung steht den Adsense-Kunden das gleiche Channel-Tool bereit, das auch Werbeeinblendungen auf Webseiten analysiert.“

Internet World Business: „Nur mit aktuellen und wirklich relevanten Produkt- und Marktinformationen können Sie Besucher dauerhaft an Ihren Shop binden. Aber selbstgeschriebene Berichte kosten Zeit – und somit Geld. Hier kann die Einbindung von Fremdinhalten helfen, natürlich unter Beachtung der Urheberrechte. Viele bekannte Informationsquellen erlauben bereits heute die Anzeige der verlinkten Überschriften und bieten einen sogenannten RSS-Feed an.“

Internet World Business: „Wenn Sie einen Blog oder zusätzliche News-Seiten haben, die Sie regelmäßig mit neuen Inhalten füllen, sollten Sie in jedem Newsletter auf die Möglichkeit eines RSS-Feeds hinweisen - entweder mit einem prominenten Banner oder als Hinweis in der Kopf- oder Fußleiste. So bekommen Sie Kontakt zu Kunden, auch wenn Sie gerade keine Newsletter verschicken.“

3. Virtuelle Welten

Crealogix: „INOUK ist die faszinierende virtuelle Welt des Reiseunternehmers Kuoni. Die Namensgebung lässt auch schon einiges erahnen. So ist der Name INOUK die Umkehrschreibweise für KUONI. Hinter dem Konzept verbirgt sich der Anspruch, ein kompetenter Partner in allen Fragen zum Thema "Reiseerlebnisse" nicht mehr nur ausschliesslich in der realen sondern ab sofort auch in der virtuellen Welt gerecht zu werden.
So findet der interessierte Besucher auf der INOUK-Insel einem überdimensionalen "3D-Globe", welcher hilfreiche Reiseinformationen zu diversen Destinationen in Second Life aber auch in der realen Welt preisgibt. Ein frei verfügbares "Travel Book" versorgt seinen Besitzer in stets topaktuell mit den neusten Sehenswürdigkeiten aus dem First wie auch Second Life.
Wer den kurzen Spass für zwischendurch sucht kommt auf der INOUK-Insel ebenfalls nicht zu kurz. Der grosse Community-Bereich hält bereits heute diverse Attraktionen für seine Besucher bereit. So gilt es einen verborgenen Schatz in "The Labyrinth" zu entdecken und beim "Snowball Battle" wird die zu Ende gehende Winterzeit noch etwas verlängert. Dieser Bereich soll auch in Zukunft Platz für Ideen kreativer Zeitgenossen im Universum von Second Life bieten.“

WM 2.0 Wissensmanagement Wiki: „Web 2.0 und virtuelle Welten erfordern auch eine Anpassung seitens der Unternehmen. Nach Angaben des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner entwickelt sich virtuelle Erfahrung in den kommenden zehn Jahren zum größten Einflussfaktor in Bezug auf wirtschaftliches Handeln. So wird bis 2015 mehr Geld für Online- als für Offline-Marketing und -Vertrieb ausgegeben. Für die "Generation V" liefert die virtuelle Umgebung faire, wettbewerbsbedingte Voraussetzungen, wo Alter, Geschlecht, Klasse oder Einkommen eines Individuums weniger wichtig sind als Kompetenz, Motivation und Fleiss. Schließlich prognostiziert Gartner für 2017 mehr als 20 Millionen „Bots“ allein in den USA. Bots sind automatisch handelnde Avatare, die für eine reale Person stehen. Gartner rät Unternehmen, ihrerseits Bots einzusetzen, um Marketing, Kundenservice und Verkauf für diese Käufergruppe angemessen zu gestalten.“
Netzguide IT in Finance 2008: „’Second Life’ ist bei vielen Webverantwortlichen ein Reizwort. Einerseits testen Unternehmen wie die Deutsche Bank (Q110), IBM, Daimler Chrysler oder Axel Springer die Möglichkeiten eingehend aus, andererseits schaden sexuelle oder rassistische Pöbeleien innerhalb der dreidimensionalen, virtuellen Welt der Reputation. Es kann durchaus sein, dass «Second Life» wieder von den Bildschirmen verschwinden wird. Es steht aber kaum zur Debatte, dass neue virtuelle Parallelwelten entstehen werden.
Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gern wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfiguren, die so genannten Avatare. Die Identifikation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden.
Es braucht nicht viel Fantasie, die Folgen dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte.“

4. Social Networks / Community Marketing

Handelsblatt.com: „Während einer Bank bei der Beobachtung und Analyse von Blogs und Communities eher eine passive Rolle zukommt, steht beim Chat mit internen Finanzexperten der unmittelbare Kontakt mit dem Kunden im Fokus. Dieser ist nach Ansicht der WG-Data durchaus wünschenswert - und auch die befragten Personen sehen hier ein großes Potenzial.“

BusinessWeek: „Greg Sterling, of Sterling Market Intelligence, considers social network sites primarily for meeting people, asking for advice or referrals and, carefully, doing online marketing. The uses vary by application or site, he notes: "Sites such as LinkedIn can be helpful in connecting with people you want to meet for one reason or another. Twitter and Facebook can be helpful when you're trying to notify a group of people about something you want to promote or about a happening of some kind.”

Internet World Business: „Unter www.n-lounge.de hat der Versandhändler Neckermann.de jetzt eine interaktive Kundencommunity gelauncht. Darauf können Mitglieder eigene Profile anlegen und individuell den eigenen Stil präsentieren. Um gleichzeitig aber auch den Produktverkauf im eigenen Onlineshop anzukurbeln, will die Plattform aber auch Mehrwert bei der Kaufentscheidung liefern: User finden auf der nLounge alle Multimedia-Inhalte des Unternehmens: Produktpräsentationen aus dem Online-Shop ebenso wie Imagefilme und Reportagen rund um neckermann.de. Diese können in die individuellen Profile und Lifestyle-Listen übernommen und mit persönlichen Videos und Fotos ergänzt werden.“

Persoenlich.com: „Obwohl knapp zwei Drittel der Jugendlichen und Twens in Deutschland Social Networks wie Facebook, MySpace oder SchülerVZ meist täglich besuchen, sind die möglichen Werbeeinnahmen solcher Plattformen zu relativieren. Dies ergibt eine Online-Erhebung des Jugend-Marktforschungsinstituts Youngcom. 63.6 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, oft oder sehr oft Social Communities zu besuchen. Ob es auf der Lieblings-Community Werbung für Unternehmen oder Produkte gibt, beantwortete knapp die Hälfte (47.1 Prozent) mit "Weiss nicht/achte nicht darauf".
54.4 Prozent geben an, Werbung in Social Communities noch nie angeklickt zu haben. Knapp ein Drittel (29.9 Prozent) klickt immerhin monatlich eine Werbung an. Noch weniger Anklang finden zugeschickte Werbeclips oder Links zu einer Website. 61.8 Prozent klicken solche nicht an oder können sich nicht daran erinnern, je einen solchen benutzt zu haben. Die Erhebung wurde im April bei 974 Jugendlichen zwischen 13 und 29 Jahren durchgeführt.“

Presse Box: „(…)„Soziale Netzwerke wie XING sind nicht nur nützlich, wenn man auf der Suche nach einem neuen Job oder alten Studienfreunden ist“, erklärt Elmar Bransch weiter. „Im Business-Bereich habe ich hier die Chance, Geschäftspartner wiederzufinden, die das Unternehmen gewechselt haben, oder gezielt nach bestimmten Dienstleistungen und Qualifikationen zu suchen.“

Werbeanzeige.de: „(…) „Kunden nutzen digitale Medien heute virtuos. In Communities bewerten sie Produkte und Firmen. Das Machtverhältnis zwischen Marketing und Konsumenten verlagert sich so klar zugunsten der Verbraucher”, so Gregor Harter, Marketing- und Vertriebsexperte und Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton. In der Praxis ziehen Marketer daraus jedoch noch nicht die nötigen Konsequenzen. Sie müssen Bedürfnisse und Verhaltensmuster von Kunden durch direkten Dialog erfassen und in harte, belastbare Daten umwandeln. “Ziel ist ein Marketing, das seinen Medienmix dem Verhalten der Verbraucher in Echtzeit anpasst”, so Harter.“

5. Handel & Shopping 2.0

Internet World Business: „Noch zögerlicher verhalten sich die Händler beim Thema Web 2.0: Insgesamt 60,1 Prozent der Befragten gaben an, in Web-2.0-Diensten Gefahren und Risiken zu sehen. Von allen sozialen Features haben in der Gunst der Händler interaktive Bewertungssysteme die Nase vorn. Sie haben 9,4 Prozent der Händler bereits integriert, bei weiteren 16,5 Prozent sind sie geplant. Auch Tag-Wolken, News-Feeds und Foren finden sich zumindest in einem kleinen Teil der Shops wieder.“

Fudder: „H&M, Zara, Esprit, Vero Moda, Mango: Eine handvoll Bekleidungsfirmen liefert nicht nur deutschland- sondern weltweit die gleichen Kollektionen aus. Und alle ziehen sie an. Abhilfe vom Einheitsbrei im Kleiderschrank schafft das Internet. Caro verschafft Euch den Überblick über die Modeseiten des Netzes.“
Ecin: „Unter den routinierten Online-Einkäufern sind 50 Prozent der Meinung, dass Produktbewertungen anderer Nutzer glaubhaft seien. Unter den Gelegenheits-Shoppern vertraut jedoch nur jeder Dritte solchen Informationsquellen. Während bei den Nutzern im Alter unter 20 Jahre rund 60 Prozent auf nutzergenerierte Produktbewertungen vertrauen, ist es bei den Usern ab 50 Jahre nur noch jeder Dritte. Immerhin 45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass von Nutzern erzeugte Online-Inhalte manchmal bewusst manipuliert werden. Fast zwei Drittel bemängeln, dass der Wahrheitsgehalt dieser Inhalte schwer zu überprüfen sei.
Trotzdem bewerten ein Drittel der Befragten die nutzergenerierten Informationen oft als detaillierter und vielfältiger. Ein Grund weshalb auch die Bedeutung von nutzergenerierten Inhalten als Informationsquellen im Vorfeld eines Online-Kaufes relativ hoch ist. So sind für 47,8 Prozent der Befragten Nutzerkauflisten bei Online-Shops und für 45,7 Prozent Meinungsportale von Bedeutung. Die Statistik wird angeführt von den unabhängigen Testberichten mit 78,9 Prozent und Preisvergleich-Websites mit 58,7 Prozent.“

Ecin: „Für registrierte Nutzer ist es möglich, bis zu neun Freunde oder Bekannte in sein eigenes schnellig.de-Rudel einzuladen. Das Rudel kann einfach nach dem Einloggen angelegt, oder potenzielle Mitglieder mittels Formular angeschrieben werden. Rudelmitglieder bekommen bei Kaufabschluss eines Mitgliedes die Möglichkeit den gekauften Artikel zum selben Preis zu erlangen. Dazu muss man wissen, dass schnellig.de nicht wie andere Live-Shopping-Angebote neue Artikel um Mitternacht einstellt und zum Festpreis verkauft. Stattdessen startet es zu einer willkürlichen Tageszeit mit einem Preis , der sich mit jedem getätigten Kauf durch einen User sukzessive erhöht.“

6. Interaktion / Partizipative Werbung

Werbeanzeige.de: „Auch immer mehr Firmen und Werbeagenturen setzen auf die Macht der Partizipation und machen damit potenzielle Kunden zum Werbebotschafter für sich selbst.
Mit wenigen Klicks können Internet-User bei Online-Kampagnen von McDonald’s, Nokia oder Ballantineskann zum schuhplattelnden Bajuwaren, zum coolen Street-Dancer oder gleich zum Hauptdarsteller eines Werbespots für Whiskey werden. Das Prinzip ist einfach, der Effekt erstaunlich: Internetuser laden ihr Foto hoch, das persönliche Konterfei wird dann automatisch in Animationen oder Filme integriert.
(…) Doch selbst die witzigsten Kampagnen brauchen in der Regel Schützenhilfe, um zum Erfolg zu werden: “Partizipative Online-Werbung funktioniert meist nur in Kombination mit anderen Marketingmaßnahmen, die als Katalysator dienen.
(…) Dabei ist der partizipative Ansatz keineswegs auf Spaßelemente beschränkt. Zahllose Fachforen, Wikis und Communities auf Unternehmenswebsites zeigen, dass auch Kosumenten gerne zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Vorausgesetzt, man lässt sie und nimmt die so entstehenden Beziehungen ernst.
Am Ende zeigen partizipative Online-Kampagnen aber vor allem eines: Das klassische Ansprachemodell “Werbung trifft auf Konsumenten” ist in der Online-Welt durchlässiger denn je zuvor. Wenn der Konsument gleichzeitig Produzent, Hauptdarsteller und Zuschauer von Werbung wird, sind Produkt und Käufer, Markenidentität und Persönlichkeit schon vor dem Kauf vereinigt. Es entsteht eine Beziehung, mit der klassische Werbung kaum konkurrieren kann. Auch wenn aktuelle Web-Kampagnen diesen Effekt meist mit Ironie und Witz nutzen, wird hier eine tiefere Entwicklung sichtbar: Partizipation der Konsumenten wird immer mehr zu einem der wichtigsten Marketinginstrumente für Unternehmen.“

OpenPR: „(…) Werber und Marketingstrategen traditioneller Unternehmen neigen dazu, sich ausschließlich zu präsentieren. Dabei geht es in den sozialen Netzwerken ums Mitmachen, Mitarbeiten, Teilen und Kommunizieren.“
Der Nutzer beziehungsweise „Prosumer“ (aus Producer und Consumer) sei es gewohnt, in dieser Form aktiv zu sein. Diese Plattform müssten ihm die Unternehmen bieten: (…) „In Online-Kampagnen in sozialen Netzwerken entsteht immer ein Dialog zwischen dem Werbetreibenden und seiner Zielgruppe. Das kann verschiedene Formen haben: ein tatsächlicher Dialog, ein Wettbewerb oder ein Gewinnspiel. Auf jeden Fall geht es darum, eine Interaktion, eine Einbindung oder eine Begegnung mit der Marke herzustellen“, bestätigt Joel Berger, Deutschlandchef von MySpace.
Anzeigen haben gegenüber der Werbung 2.0 einen deutlichen Nachteil. Bewegt man sich in den Online-Gemeinschaften richtig, dann kommt man mit den potenziellen Kunden auch ins Gespräch. „Wenn ein Unternehmen zuhört und die Kunden ernst nimmt, kann es sich auf diese Weise teuer Marktforschung sparen“, sagte Klemens Skibicki, Marketing-Professor an der Europäischen Fachhochschule in Brühl, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) www.faz.net. Eifrige Internetbenutzer schreiben nämlich manchmal von selbst auf, was sie an einem Produkt schätzen und was sie geändert haben möchten. Die FAS nennt Beispiele, wie sich Unternehmen im Web engagieren: „BMW lädt Fahrer seiner Sportwagen-Serie ‚M’ in der ‚M Power World’ zum Chat mit Ingenieuren, der Autovermieter Sixt organisiert Fahrsicherheitstrainings für die Mitglieder seiner Online-Welt ‚Carmondo’, und der Tiernahrungshändler Fressnapf hat inzwischen 200.000 Mitglieder in seine Gemeinschaft für Tierfreunde gelockt.“

7. Corporate Weblogs

Handelsblatt.com: „Von besonderem Interesse seien die Bloggingfunktionen, die sich sehr gut als Marktforschungs- und Qualitätssicherungsinstrument einsetzen ließen. Dazu sollten die in den Blogs von Kunden geäußerten Ansichten genauestens analysiert werden, um anschließend gezielte Online-Marketing-Maßnahmen zu starten beziehungsweise die Qualität von Produkten und der Kundenbetreuung zu verbessern.“

Oetting, Martin (2008): „Um sich mit neuen Methoden der Internetkommunikation auseinander zu setzen, begann Frosta Ende Juni 2005 damit, ein eigenes Weblog einzurichten. Im ersten Blog-Eintrag erklärte Marketing- und Vertriebsvorstand Felix Ahlers damals: „Vor einigen Monaten las ich im ‚Economist‘ zum ersten Mal über das ‚Blogging‘ und dachte gleich, dass so ein ‚Internet-Tagebuch‘ gut zu unserer Markenphilosophie passen würde. Zwar sind wir bei FRoSTA alles andere als erfahrene ‚Blogger‘, aber seit wir bei unseren FRoSTA Produkten auf sämtliche Zusatzstoffe verzichten, möchten wir so direkt und so offen wie möglich über unsere tägliche Arbeit mit Lebensmitteln berichten und damit noch transparenter werden.”
Von Anfang an haben viele Blogger diesen mutigen Kommunikationsansatz des Unternehmens begrüßt und wohlwollend kommentiert - mit der Folge, dass das Blog sehr viel Aufmerksamkeit im Internet gefunden hat.“

8. Social Media Monitoring

PR Blogger: „Wenn Sie ein aktives Blog-Monitoring betreiben, lernen Sie neue Informationsquellen kennen und können proaktiv auf die Kundenwünsche eingehen und zeigen, dass Sie erreichbar sind. Dadurch wächst Ihre positive Online Reputation.“

Presseportal: „Noch nie war es so einfach, seine Zielgruppen kennen zu lernen: Im Mitmach-Internet geben Menschen unzählige Informationen über sich preis - freiwillig. Dennoch nutzen laut einer Studie des Software-Anbieters SPSS bisher nur zehn Prozent aller europäischer Unternehmen Informationen aus dem Web 2.0. Dies geht aus einem Bericht des Fachmagazins acquisa hervor.
Spezielle Programme durchsuchen das Internet oder zuvor definierte Websites und filtern Informationen über die Nutzer automatisch. Den meisten Nutzern ist nicht bewusst, dass sie im Web viele Spuren hinterlassen, die ausgewertet werden können. Das ist ein enormer Wissensschatz für Unternehmer, denn er verrät viel über die Interessen des einzelnen Kunden. So können mit den Daten aus dem Web 2.0 Marketing und Vertrieb optimiert werden.“

Webreputation: „Foren und Blogs liefern wichtige Informationen, wie Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte von Konsumenten gesehen und bewertet werden. Technische Unzulänglichkeiten Ihrer Produkte lassen sich durch diese Informationen früh identifizieren sowie Kundenwünsche und Bedürfnisse einfach erkennen.
Ein kontinuierliches Internet-Monitoring hilft Ihnen, rechtzeitig kritische Artikel zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dabei reicht die Nutzung von Suchmaschinen allein nicht aus, da diese nur einen kleinen und veralteten Teil wiedergeben (siehe Deep- Web).“

Online Marketing Blog: „Social media has simplified the art of the soapbox shout. Information is shared with the masses now using easy-to-use Web 2.0 tools and is recorded and cached for infinity. A shout out loud in social media has no geographic boundaries and is not time-limited. These two points make the non-stop monitoring of social media an important to-do for any brand owner. And monitoring social media does not just mean blogs. It should include video and image sharing sites and microblogging sites like Twitter, along with opinion and discussion forums.“

Presse Box: „(…) „Web-2.0-Funktionalitäten bieten den Unternehmen Möglichkeiten, die Nutzer interaktiv in Anwendungen einzubinden und dadurch einen tiefen Kundeneinblick zu erhalten“, erklärt der Geschäftsführer von Minkenberg Medien, Elmar Bransch, die Marketing-Aspekte der zweiten Web-Generation. „Außerdem kann man die in Blogs und Nutzerforen geäußerten Ansichten kompakt einfangen, um herauszufinden, wie die öffentliche Meinung zum Unternehmen oder zu bestimmten Fragestellungen ist.“ Dies eröffne ganz neue Chancen, aktive Marktforschung zu betreiben.“

Verfasst von Hans Fischer um 10:38

27.08.2008

Golfplatz oder Facebook & XING

Manager Magazin Online schreibt in "Golfen für die IT-Karriere", dass insbesondere jüngere Arbeitnehmer Social Networking dem realen Gang auf den Golfplatz mit Vorgesetzten und Kunden je länger je mehr vorziehen würden.

Business auf dem Golfplatz hat laut den Redaktoren nicht ausgedient. Social Networking nimmt aber eine mittlerweile bedeutende Stellung ein und sollte auch von Unternehmensverantwortlichen mit Single Handicap ernsthaft beobachtet werden.

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(Bildquelle: Wikimedia Commons)

Verfasst von Hans Fischer um 09:18

19.08.2008

Wie überzeugt man Vorgesetzte von Social Media?

Obwohl der Nutzen für Kommunikation, Meinungsbildung, Motivation und Wissenstransfer längstens bewiesen ist, verkauft sich der Einsatz von Wikis, Intranet-Foren, Mailinglisten, Weblogs, Podcasting, Vlogs, Social-Bookmarking oder Social Tagging-Anwendungen (s. Web 2.0 im WM 2.0 Wissensmanagement Wiki) im eigenen Unternehmen meistens schlecht. Chris Brogan kennt das zur Genüge und hat deshalb "Twelve Ways to Sell Social Media to Your Boss" verfasst:

  1. Social media tools like blogging, social networks, and social bookmarking are more effective in reaching the millions online than a traditional website.

  2. Blogging can act as a way to reduce customer service calls (if there’s helpful how-to information on the blog).

  3. Cost of implementing a blog is free or cheap. No more than $100 for a year of hosting. And most software is free. (There are some benefits from professional blogging software, but for most people, free is plenty fine).

  4. Social networks are now used frequently by your customers, your prospects, and your competitors. Connect with people, learn their business needs, and respond more simply and flexibly.

  5. Social media provides robust tools for listening, ranging in price from free to inexpensive, to reasonably expensive. Even the free tools help an organization find out who’s talking about them, so they can choose to respond.

  6. First steps can be simple, like establishing a blogger relations process to go along with your press relations process. You might find bloggers who will want updates on your space, and even this is a good first step.

  7. Internally, social media tools can be used to help with status information, training, project collaboration. Most tools like blogs, twitter-clones like identi.ca, etc can be set up internally instead of used on the public web, for more privacy.

  8. Building an online social media component to most marketing and PR efforts ensures a better reach for the media created, and potentially better tracking through clicks and other metrics captured online versus in traditional media (like TV, newsprint, magazines, radio).

  9. Blogging helps a business differentiate and establish a thought leadership position.

  10. Using social network sites helps in customer prospecting, HR background checks, product marketing, and community awareness.

  11. Building a social network group (either on someone else’s platform or around your primary site) encourages customer retention (a huge metric for lots of companies).

  12. Another way to help is to find other companies or organizations, either in your vertical, or similar, and present information on how they’ve used social media.

Verfasst von Hans Fischer um 10:10

18.08.2008

Grosses Potenzial für Finance 2.0

Angereichert mit aussagekräftigen Grafiken informiert die bank über "Web-2.0-Anwendungen bei Banken: Innovationen im Direktvertrieb".Die Redaktion zieht folgendes Fazit:

"Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich deutsche Finanzdienstleister, wenn es um die Interaktion mit den Kunden und anderen Internetnutzern via Web 2.0 geht, derzeit noch relativ zurückhaltend zeigen. Dennoch haben die im Verlauf der Forschungsarbeiten am Fraunhofer IAO gewonnenen Erkenntnisse gezeigt, dass die ausgewählten Anwendungen sowie die für die Nutzung dieser in Frage kommenden Nutzer ein sehr hohes Potenzial hinsichtlich des Einsatzes derartiger Lösungen mit sich bringen."
Als Wettbewerbsvorteile des Vertriebskanals Internet wurden u.a. die Optimierung der Leistungs- und Informationsbeschaffungsprozesse, die Gewährleistung unternehmensübergreifenden Wissenstransfers (s. Wissensmanagement) sowie neue Formen des Kundendialogs und des medialen Beratungsgesprächs genannt.

Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 10:25

14.08.2008

IT-Trends, Suchmaschine der Zukunft und Wissen

Am Morgen noch Käse, kommen die interessanten News nun im Sekundentakt. Eine Auswahl:

Verfasst von Hans Fischer um 16:17

07.08.2008

Übersicht: Social Media Marketing

Social Media im Intranet ("Angst vor sozialen Netzwerken in Unternehmen") sind das eine, Internet-Anwendungen das andere. Während im Intranet Wissensaustausch und -generierung im Vordergrund stehen, geht es im Internet um Informationsbeschaffung und Netzwerkpflege (Usersicht) und Umsatzgenerierung oder Exit Szenarien (Betreibersicht). Völlig klar, bietet das hervorragende Marketingschnittstellen. Forrester Research ("B2B Marketers Eye Social Media, Web 2.0 Tactics") hat US-Marketingverantwortliche über den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen befragt. Nachfolgend der E-Marketing-Mix-Überblick:

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(Bildquelle: Forrester Research)

Internet World Business ("Studie: Social Media Marketing steckt noch in den Kinderschuhen"; Link verfällt nach einigen Wochen) fasst das Umfrageresultat zusammen:

"(...) Rund 35 Prozent der US-Marketer nutzen Web-2.0-Technologien wie Blogs, Online-Foren, Videoclips, Podcasts oder nutzergenerierte Inhalte zu Marketingzwecken. (...) Ob ihre Social-Marketing-Aktivitäten erfolgreich sind, kann die Mehrheit der Umfrageteilnehmer indes noch nicht beziffern. (...) Trotzdem sollen bei 65 Prozent der Umfragteilnehmer unter den Web-2.0-Marketing-Features vor allem Video-Marketing und Online-Foren eine signifikante Rolle im Marketing-Plan für 2009 spielen. Indes sehen 55 Prozent der Marketer andere Technologien wie RSS-Feeds, Podcasting, Widgets oder virtuelle Welten als marginal bedeutend oder irrelevant für die Zukunft an."

Verfasst von Hans Fischer um 11:00

Angst vor sozialen Netzwerken in Unternehmen

... war Gegenstand einer Gartner-Untersuchung. ECIN schreibt dazu im Artikel "Keine Angst vor sozialen Netzwerken":

"(...) Laut einer Analyse von Gartner gehen immer noch viele Unternehmen der Verwendung sozialer Netzwerke aus dem Weg, meist aus Angst vor schlechtem Benehmen innerhalb der Community. Statt ihrer Angst nachzugeben, sollten sie jedoch derartiges Nutzerverhalten vorhersehen und passende Leitsätze zur Regelung solcher Netzwerke formulieren. Denn ihr Einsatz ist durchaus lohnenswert."
"Schlechtes Benehmen" im Intranet? Also, bitte. Werden für Gespräche in den Kaffeepausen auch Grundsätze gegen schlechtes Benehmen erlassen? Intranets sind überwacht und die Urheber "unpassender" Beiträge könnten jederzeit evaluiert werden. Wenn, dann braucht man vor der Inaktivität der Belegschaft Angst zu haben. Eine social networking-Lösung zu installieren, bedeutet nämlich noch lange nicht, dass diese auch aktiv genutzt wird. Es braucht eine sehr gute Lösung und eine noch viel bessere Einführungsplanung, damit sich die Anwendung zum sozialen Netzwerk belebt.

Verfasst von Hans Fischer um 10:12

06.08.2008

"What's Your Vision of the Future of the Web? "

... wollte Mozilla wissen. ReadWriteWeb publiziert einige der Visionen und fokussiert in dazugehörigen Videos auf den Aspekt "user interfaces". Es gebe wenig, das wichtiger sei als eine optimierte Schnittstelle zwischen Anwender und Internet.

Anbei eines der erwähnten Videos:


Aurora (Part 1) from Adaptive Path on Vimeo.

(Quelle: ReadWriteWeb)

Verfasst von Hans Fischer um 10:26

04.08.2008

Porsche, Manta-Witze und e-Marketing

"E-Marketing im Sog von Web 2.0", titelten wir jüngst und machten auf das Potenzial aufmerksam. Ein wunderbares Beispiel beschreibt Internet World Business im Artikel "Warum Porsche die Mantawitze erfand":

"(...) Porsche-Fans wird ein neues Enthüllungsvideo, das derzeit durch das Internet geistert, wenig Freude machen. Darin gibt kein geringerer als der Komiker Karl Dall zu, in einer Zeit der eigenen finanziellen Krise im Auftrag von Porsche Manta-Witze erfunden zu haben, um sich selbst über Wasser halten zu können. Porsche-Vertriebler Herbert R. erläutert hinter der Schattenwand in breitestem Schwäbisch die Gründe dafür: Manta sei technologisch so mächtig geworden, dass Porsche Gegenmaßnahmen ergreifen musste, um den weiteren Erfolg der Marke zu verhindern.

"Spiegel Online" suchte nach der Enthüllungsgeschichte zum Enthüllungsvideo, telefonierte mit Porsche und Manta und fand eine Auflösung: Zwei Filmstudenten drehten den Clip - ohne Wissen der beiden Automarken - und wollten so testen, wie sich Nachrichten über das Web verbreiten. Karl Dall machte mit, weil er das Projekt lustig fand, der Porsche-Vertriebler Herbert R. ist nichts als Fiktion."


(Quelle: Youtube)

Verfasst von Hans Fischer um 09:19

28.07.2008

"Banken zögerlich beim Einsatz von Web-2.0-Instrumenten"

... schreibt Businessportal24.com, zitiert das Beratungsunternehmen microfin und sieht die Situation recht düster:

"(...) Banken verschenken Chancen für die interne und externe Kommunikation, weil sie kaum Web-2.0-Instrumente einsetzen: (...) Dabei können sie mit ‚User-generated Content’ internes Wissen besser verfügbar machen, die Vernetzung innerhalb des Unternehmens fördern, kollaboratives Arbeiten ermöglichen und auch die Interaktion mit den Kunden verbessern“, erklärt Roland Hölscher, Partner der Unternehmensberatung microfin. Anders als in Branchen wie Pharma oder Reise stecken die Web-2.0-Aktivitäten der Banken noch in den Kinderschuhen, so die Erfahrung der Experten von microfin."
Viele Finanzdienstleister sind aber weit besser als von den Beratern dargestellt. Seit Jahren sind Wikis und Weblogs im Intranet im Einsatz, Versuche mit virtuellen Welten wurden gemacht und Social Networking ist genauso ein Riesenthema wie eMarketing-Analysen für aktuelle oder künftige Adaption. Anbei einige Beiträge zu Finance 2.0.

Verfasst von Hans Fischer um 15:52

Die Muppet Show-Opas stehen auf Web 2.0

Statler und Waldorf, die beiden Opas in der Loge der Muppet Show, sind begeistert vom Web 2.0:

(Gesehen bei Internet World Business; Quelle: Youtube)

Verfasst von Hans Fischer um 13:36

25.07.2008

Unternehmensspezifische Social Networks

... haben laut ECIN ("Soziale Netzwerke für Unternehmen") ein Marktvolumen von 1,3 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2013:

"(...) Möglich werden soll dies durch sogenannte „White Label Social Networks“, die von Software-Herstellern angeboten werden und individuell an die Unternehmensidentität angepasst werden können. Vor allem in den Bereichen Marketing und Kundenbeziehungs-Management sollen spezifische Enterprise Social Networks dann durch das Zusammenbringen von Beschäftigten, Kunden und anderen Interessengruppen von Nutzen sein."

Verfasst von Hans Fischer um 09:31

24.07.2008

Google's Knol stellt sich Wikipedia (nicht)

Die Abhandlungen über Web 2.0 und den Einfluss auf Konsum, Marketing, Wissensmanagement, Kommunikation, Gesellschaft und weiss Gott noch was alles, sind äusserst spannend. Unter dem Strich bleibt aber die Gewissheit, dass Web 2.0 eine Über-Anwendung hervorgebracht hat: Wikipedia. Der kritischen Stimmen (z.B. "Entwurzelung des Wissens", "Criticism of Wikipedia", "Wikipedia: Kritik") zum Trotz, hat sich Wikipedia neben Google's Suchmaschine in der höchsten massentauglichen Internetsphäre festgesetzt.

Mit Knol dringt Google nun aber in das Hoheitsgebiet von Wikipedia vor. Die Welt schreibt im Artikel " Wissensportale - Google startet Wikipedia-Herausforderer Knol":

"(...) Googles Wissensportal Knol setzt im Gegensatz zum Mitbewerber stark auf den einzelnen Autoren. (...) Die Community hat nicht das Recht, den Artikel zu verändern, sie darf dem Autor nur Vorschläge unterbreiten, (...). Allerdings sind im Gegensatz zu Wikipedia mehrere Artikel zum gleichen Thema möglich, (...). Um möglichst viele Autoren zur Mitarbeit zu bewegen, lockt Google mit Geld. Denn die Schreiber dürfen über Googles Werbeplattform AdSense an den Werbeumsätzen ihres Artikels teilhaben."

Verfasst von Hans Fischer um 11:05

22.07.2008

E-Marketing im Sog von Web 2.0

Viele wissen, dass Web 2.0 nicht ein technischer Begriff ist, sondern vereinfacht gesagt für verstärkte User-Interaktion und die veränderte Wahrnehmung des Internets steht. Manager Magazin Online hat dazu im Artikel "Social Commerce - Das Netz-Kaufhaus" geschrieben:

"(...) So wie sich das Internet von der ersten Version zum Web 2.0 entwickelte, verändert sich nun auch das Einkaufen im Netz. Der Kunde wird vom passiven Nutzer zum Berater, Verkäufer oder gar Produzenten. Klick für Klick ergreift er die Macht und stellt damit die herkömmlichen Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Kunden auf den Kopf."
Die Entwicklung wirkt sich massiv auf Marketing aus, wenn Marketing so umfassend verstanden wird, wie es die American Marketing Association in der neuesten Version vom Januar 2008 definiert:"
Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large."
Nachfolgend einige Pressehinweise zum Thema:
  • Behavioral Targeting mit Zukunftsausblick
    "Systeme für Behavioral Targeting verschaffen Marketern einen Überblick über Kundensegmente, Werbeerfolge und Profitchanchen. Nun sollen sie auch objektive Vorraussagen machen können." (ECIN)

  • Otto bloggt
    ""Die Emotionalisierung des Online-Shoppings und die Einbindung der User ist einer der strategischen Pfeiler unserer Innovationsoffensive E-Shopping 2.0", erläutert Rainer Hillebrand, Sprecher des Otto-Vorstands und verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und E-Commerce, die Ziele des Blogs." (Internet World Business)

  • Search, Social Media and Brands: Don’t Mess With the Brand Rep – Your Online Rep is Written on Your Superwall
    "Some brand marketers continue to think that online brand management is secondary to their overall reputation management campaigns." (searchviews)

  • Rudelkauf im Live-Shop
    "Um den Herdentrieb zu verstärken, setzt ein Live-Shopping-Anbieter auf den Kauf in der Gruppe. Dann sichert ein Käufer einen festen Preis für alle Mitglieder." (ECIN)

  • Versandhandel: Umsatzbringer Internet
    "Das Versandgeschäft in Deutschland wird in diesem Jahr doppelt so schnell wachsen wie im Vorjahr und damit die klassischen Kaufhäuser weit hinter sich lassen - dank des Internetbooms. Der Onlineverkauf touchiert erstmals die 20-Milliarden-Euro-Grenze und macht den Versandhandel somit fast zum Onlinehandel." (Manager Magazin Online)

  • Email Marketing Benchmark Guide 2008
    "The guide is best suited to those with some familiarity with email marketing and who want to move beyond the basics, ramp up their results, better understand the issues involved or gain awareness of the current position of the industry." (eMail-Marketing-Reports.com)
Auswahl eigener Beiträge:

Verfasst von Hans Fischer um 13:46

21.07.2008

Presseschau 2.0 (und 3.0) am Montag

Einige Fundstücke aus dem Newsreader-Fundus vom Wochenende und dem heutigen Morgen:

  • Finanzkommunikation - Verloren im Netz
    "Börsen, Banken und andere Finanzdienstleister haben Web-Videos für sich entdeckt und wollen damit neue Kundengruppen erschließen. Doch die ersten Schritte zeigen: Es ist schwer, Videos im Netz zu platzieren, ohne sich zu blamieren und Geld zu versenken." (Handelsblatt)

  • Musiksuchmaschinen: Dem Ohrwurm einen Namen geben
    "Ohrwürmer können gemein sein - diese eine Melodie will nicht aus dem Kopf heraus. Wenn man die Tonfolge irgendwo aufgeschnappt hat, aber weder Titel noch Interpret kennt, gibt es Hilfe im Internet. Spezielle Onlinedienste identifizieren namenlose Lieblingshits." (Manager Magazin Online)

  • Web 2.0 erleichtert Detektiven das Leben
    "Privatdetektive müssen heutzutage oft nicht einmal mehr ihren Schreibtisch verlassen, um den Aufenthaltsort einer Person herauszufinden. Web-2.0-Anwendungen wie Myspace, Twitter oder Flickr sind bei Nachforschungen außerordentlich hilfreich." (derStandard.at)

  • Erfolgreich Web 2.0-Communities aufbauen
    "Wie macht man sein Netzwerk attraktiv, welchen Zeitaufwand verursacht das Management der Community, wie stark soll man die nutzererstellten Beiträge kontrollieren? Mit welchen Messinstrumenten kann man den Erfolg des Projektes objektiv dokumentieren?" (ECIN)

  • Web 2.0 ist veraltet - Es lebe Web 3.0
    "Aus unscharfen und beeinflussbaren Suchmaschinen werden präzise wissenschaftliche Antwortmaschinen, die eigenständig Daten abgleichen und auf Konsistenz prüfen." (ONLINEWELTEN.COM)

  • Chinesische Internetnutzer laut Bericht an der Spitze bei Web 2.0
    "Heutzutage übertreffen die chinesischen Internet-Nutzer nicht nur zahlenmäßig die USA mit 2,7 Stunden täglich – oder kollektiv 570 Millionen Stunden pro Tag, sondern sie verbringen auch mehr Zeit online." (China Internet Information Center)

Verfasst von Hans Fischer um 10:09

18.07.2008

Internet als Lebensmittelpunkt

"Wo die Grenze zwischen einer normalen und einer exzessiven Nutzung liegt, ist schwer festzulegen", schreibt die NZZ im Kontext mit dem Internetkonsum von Jugendlichen unter "Wenn der Computer zum besten Freund wird". Eine interessante Auseinandersetzung mit einem Thema, das für viele Eltern an Bedeutung gewinnt.

Abgesehen von Problembereichen, bildet sich als Folge der verstärkten Internetnutzung durch jüngere Generationen ein neues Medienverständnis heraus, das Schulen, Universitäten und Arbeitgeber zu Anpassungen zwingt. Social Media-Anwendungen wie Blogs, Vlogs, Wikis, Social Bookmarking, Social Networking oder auch Instant Messaging-Dienste gehören zum normalen Kommunikationsspektrum. Potenzial- und Motivationsförderung geht nur unter Einbezug dieser Entwicklung.

Verfasst von Hans Fischer um 09:05

16.07.2008

Tag Clouds von Texten oder Blog-Feeds

Andrea Back, Direktorin des Learning Centers an der Universität St. Gallen, macht in ihrem neuesten Newsletter u.a. auf die interessante Anwendung Wordle.net aufmerksam. Gibt man einen beliebigen Text in das entsprechende Fenster ein, erhält man eine Tag Cloud, deren Layout und Schrift sich individuell anpassen lässt. Als Visualisierung des Inhaltes nimmt sich dies bei längeren Texten sicherlich ganz nett aus. Wordle.net verarbeitet auch Webseiten (wenn sie RSS oder Atom-Feed haben). Nachfolgend die Tag Cloud des Roloblogs:

roloblog_cloud3.jpg
(Bildquelle: Wordle.net

Verfasst von Hans Fischer um 15:50

15.07.2008

Königsdisziplin 2.0 - Social Networking

Im Zusammenhang mit der Web 2.0- und Wissensmanagement 2.0-Berichterstattung haben wir Social Networking regelmässig erwähnt. Nun, die Interaktion in schwach oder stark segmentierten virtuellen Netzwerken kommt dem Web 2.0-Grundgedanken - im Sinne der verstärkten User-Interkation veränderte Internetnutzung - auch am nächsten. Kommt dazu, dass die Risikokapitalgeber den Social Networking-Betreibern (bisher) sehr zugetan waren.

ZDNet schreibt unter "Nutzung von Social Networking am Arbeitsplatz steigt" über weltweite Zahlen und das Gefahrenpotenzial bei der Nutzung am Arbeitsplatz.

Verfasst von Hans Fischer um 13:30

14.07.2008

"Warum der Mittelstand Web 2.0 braucht"

Computerwoche.de erklärt in "Warum der Mittelstand Web 2.0 braucht" Web 2.0, leitet über zu Enterprise 2.0, Corporate Weblogs, Wikis und Social Networks. Ein umfassender Artikel, der sich angenehm liest und die Notwendigkeit entsprechender Konzeptionen aufzeigt.

Weitere Informationen zur Thematik finden sich unter anderem im Beitrag "Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0". Die erwähnten Begriffe werden im WM 2.0-Wiki erklärt und mit Beispielen unterlegt.

Verfasst von Hans Fischer um 09:05

09.07.2008

Internet schafft zwei neue Kundenklassen

In "Firmen der Zukunft" zitiert ECIN eine IBM-Studie über die Organisation der Unternehmen der Zukunft und deren Kundenanforderungen. In diesem Kontext wurden zwei wichtige Kundenklassen herausgestrichen:

"(...) Der Studie zufolge haben die Geschäftsführer zwei Kundenklassen beobachtet: der wissenshungrige Konsument und der sozial gesinnte Kunde. Der wissenshungrige Konsument* zeichne sich dadurch aus, dass er umfassend nach allen Informationen sucht und häufig seine Meinung und seine Erwartungen über das Internet mitteilt. Konsumenten werden damit gleichsam zu Produzenten, die innerhalb ihrer Peer-Groups oft eigene Unterhaltung und Werbung gestalten.

(...) Für die sozial gesinnten Kunden wollen die Unternehmen stärker auf die so genannte unternehmerische Verantwortung als wettbewerbliches Unterscheidungsmerkmal setzten. Immer mehr Kunden interessieren sich demnach für das soziale Profil eines Unternehmens und verlangen auch nach moralischen und sozialen Gesichtspunkten einwandfreie Produkte, Services und Lieferketten."

*Web 2.0-Kunde

Dem Thema widmet sich u.a. auch der Artikel "Unternehmen riskieren Umsatzflop ohne Web 2.0" (Pressetext, 9.7.2008).

Verfasst von Hans Fischer um 10:15

07.07.2008

Web 2.0: Unternehmen-Nutzen und Talent-Garantie

Forbes zeigt im Kommentar von Mike Schaffner ("Why Companies Need Web 2.0") sehr praxisnah auf, wie sich Web 2.0 positiv auf und in Unternehmen auswirken kann. Er zählt nicht nur Anwendungen wie RSS, Blogs, Wikis oder Mashups auf, er illustriert diese auch mit Beispielen.

Nach einem etwas gar familiären Einstieg bringt der Kommentator einen äusserst wichtigen Punkt zur Sprache. Die jüngeren Generationen wachsen mit einem Medienverständis auf, das eine restriktive Kommunikationsinfrastruktur in den Unternehmen schlicht nicht erlaubt. Bloggen, Twittern, Skypen, freier Internet-Zugang & Co. sind für diese jungen Mitarbeiter ein Must:

"(...) The point in all this is that there is a new generation of potential employees and customers that are accustomed to a variety of technologies being available, and they expect to see and use them in the corporate world. Whether and how we deploy these technologies likely will have an impact on our ability to attract new talent to our companies and to find and retain customers.
Eine Tatsache, die insbesondere auch einige Consulting-Unternehmen zu Anpassungen veranlasst hat - oder noch veranlassen wird. Ohne Kommunikationsfreiheit 2.0 suchen sich die Jungtalente nämlich sehr schnell neue Jobs oder sie entfalten ihr Potenzial nur teilweise.

Verfasst von Hans Fischer um 14:37

04.07.2008

Semantisches Web - wenn's so einfach wäre

Obwohl Manager Magazin Online meistens als sehr gute Quelle für qualitativ hoch stehende Inhalte dient, ist der Artikel "Semantic Web - das klügere Netz" sicherlich kein Meisterwerk. Nicht nur wird die Funktionsweise von traditionellen Suchmaschinen fälschlicherweise auf das Handling von Metadaten reduziert - die indexieren sehr viel mehr -, sondern auch der Eindruck vermittelt, das semantische Web stehe vor Vollendung. Der Fairness halber sei erwähnt, dass einige Beispiele sehr gelungen die Funktionsweise des Semantic Web erklären.

By the way: Die Idee des semantischen Web geht nicht nur auf Tim Berners-Lee zurück; er forscht nachwievor daran. Über den Stand der Forschungen, und damit über den wirklichen Entwicklungsstand des Semantic Web, gibt u.a. "W3C Semantic Web Activity" mit einer Sammlung an Spezifikationen, Publikationen, Präsentationen und Links zu Diskussionsgruppen Auskunft.

Weitere Artikel zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 09:36

30.06.2008

"Web 2.0 ist erst der Anfang"

... titelt silicon.de ein Interview mit Wolfgang Wahlster, CEO des DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) und Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Themen sind u.a. semantisches Web, Web 2.0 und Web 3.0.

Semantisch passend, ein Suchmaschinen-Test von Telepolis ("Semantische Suchmaschinen - Ein Test") mit folgendem Fazit:

"(...) es steht zu vermuten, dass Google die Forschung etwa an einer "sematischen" Auswertung der Wikipedia verstärkt hat, seit Powerset hier viel Geld investiert. Aber Powerset ist nicht nur vom Index her wesentlich beschränkter als Google, sondern auch wesentlich langsamer - und Google findet selbst bei Wikipedia die genauer der Frage entsprechenden Ergebnisse. Cluuz bietet ein neuartiges Interface für eher visuell orientierte Benutzer, für die es sinnvoll ist, sich große Mengen an Dokumenten als miteinander vernetzte Icons anzeigen zu lassen und navigieren zu können; die Qualität des Top-Ergebnisses liegt jedoch unter der von Google, und auch Cluuz ist erheblich langsamer. Die interessantesten Alternativ-Dokumente im Vergleich zu Google liefert Hakia, die auch geschwindigkeitsmäßig gut mithält (...)."

Verfasst von Hans Fischer um 15:58

27.06.2008

Banken-Business Networks

In "Verwunderliche Studie zu Banken und Web 2.0" wurde zuletzt auf das Thema Finance 2.0 aufmerksam gemacht. Obwohl Beiträge wie "Die Unternehmen halten noch nichts von Web 2.0" (Medianet.at von heute) immer wieder zu fundamentaler Kritik (u.a. wegen Mediengewohnheiten künftiger Kunden) Anlass geben könnten, verweisen wir im Sinne einer Inspiration lieber auf den netbanker-Beitrag "Small Business Networks from American Express, Capital One, Advanta, Bank of America, QuickBooks, and HSBC" und damit auf Versuche von US-Finanzunternehmen mit Social Networks. Wie heisst es doch so schön: "Der Fortschritt geht nicht rückwärts."

Verfasst von Hans Fischer um 11:14

25.06.2008

Wider Community-Hysterie

Logisch, virtuelle Gemeinschaften sind absolut zeitgeistig und wichtig. Geht es um Risikofinanzierungen, haben Jungunternehmer mit Social Networking-Projekten auch mit Abstand die besten Karten. Wer aber glaubt, dass eine Community schnell aufgebaut und Garant für geschäftlichen Erfolg sei, sieht die Welt durch die rosarote Brille. Tausende von virtuellen Communities formieren sich aus einigen wenigen Teilnehmern. Und viele Communities haben zwar ansprechenden Zulauf, generieren damit aber bloss Kapitalerhöhungsbedarf.

Interessant sind die Bestrebungen verschiedener Medienhäuser. Sie reichen von Community-Hysterie bis bis zur totalen Verweigerung. Josef Joffe, Herausgeber der Zeit, gibt in "Klasse, nicht Klicks" einige interessante Gedankenanstösse wie zum Beispiel:

"(...) Aus Community lässt sich Cash machen (siehe Facebook), aber noch nicht Journalismus, jedenfalls kein guter. Wüten und Jubeln machen noch keine Öffentlichkeit".

Verfasst von Hans Fischer um 15:17

23.06.2008

Web 2.0 und die Tradition von Fehleinschätzungen

Kurzer Nachtrag zu der "Verwunderlichen Studie zu Banken und Web 2.0", respektive zur Tatsache, dass kapitale Fehleinschätzungen eine grosse Tradition haben. TEC CHANNEL listet "Die zehn größten IT-Irrtümer und -Fehlprognosen" auf:

  • „Das Telefon hat zu viele ernsthaft zu bedenkende Mängel für ein Kommunikationsmittel. Das Gerät ist von Natur aus von keinem Wert für uns.“
    Manager von Western Union, 1876

  • „Die drahtlose Musikbox hat keinen denkbaren kommerziellen Wert.“
    Ein potenzieller Investor zur Erfindung des Radio in den 1920ern.

  • „Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“
    Thomas Watson, IBM-Vorsitzender, 1943

  • „Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird ein Computer Schachweltmeister werden und innerhalb der nächsten zehn Jahre ein wichtiges und neues mathematisches Theorem entdecken und beweisen.“
    Herbert Simon, KI-Forscher und Nobelpreisträger, 1957

  • „Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus wollen würde.“
    Ken Olson, Präsident, Vorsitzender und Gründer von Digital Equipment Corp., 1977

  • „Das zeitraubende Hin- und Hergeschiebe von Papier wird im Büro der Zukunft durch Informationsverarbeitung mit Computer ersetzt.“
    Prognose des Palo Alto Research Center , 70er Jahre

  • „Bill Gates hat MS-DOS entwickelt“
    Verbreitete „Binsenweisheit“

  • „E-Mail is a totally unsaleable product.”
    Ian Sharp, Sharp Associates, 1979

  • „OS/2 will be the platform for the 90s.“
    Bill Gates, Microsoft, 1989

  • „’Strg’ auf der deutschen PC-Tastatur steht für’String’“
    Binsenweisheit deutschsprachiger PC-Nutzer
Eine weitere Sammlung an Irrtümern hat janko.at zusammengestellt.

Verfasst von Hans Fischer um 13:16

Verwunderliche Studie zu Banken und Web 2.0

"Web 2.0 wird von Banken weitgehend ignoriert", titelt ECIN und zitiert eine Studie eines Beratungs- und Softwareunternehmens. Wie sollen die Befragten visionäre Antworten geben, wenn die Studienurheber Web 2.0 bloss als Sammelbegriff für Techniken und Anwendungen verwenden (und wohl auch verstehen)?

Web 2.0 bedeutet vor allem auch Sozialisierung des Webs, vermehrte Interaktion unter den Usern, Diskussionen über Produkte und die Tatsache, dass die User nicht einfach mehr nur willig konsumieren, was kommunikationsdiktatorische Manager ihnen vorzusetzen gedenken (s.auch "Drei Thesen zum Bankkunden von morgen").

Fazit: Web 2.0 bedeutet vor allem, dass die Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsumenten keine lineare Sender-Empfänger-Geschichte mehr ist. Und wer das nicht kapiert, kommuniziert an den Kunden - vor allem der jüngeren Generation mit dem ausgeprägten Web-Interaktionsverständnis - vorbei. Studien, die den Fokus auf Fragen à la "Setzen Sie Weblogs ein?" oder "Steigern Wikis ihren Return on Investment?" legen, sind zu simpel.

Ps. Die Finanzbranche setzte sehr früh schon Web 2.0-Anwendungen wie Wikis oder Social Networks ein. Das ist in relevanten Studien seit Jahren festgehalten.

PPs. Hier geht's zu diversen "Finance 2.0-Beiträgen und -Hinweisen"

Verfasst von Hans Fischer um 10:59

19.06.2008

Und täglich locken die Social Networks

Wer einen Newsreader installiert hat (leiser Tipp: auch hier bietet DAS US-Suchmaschinenunternehmen wohl die beste Dienstleistung) und sich für Web 2.0, eMarketing und dergleichen interessiert, wird täglich mit Meldungen über Social Networking beglückt oder belästigt (leider können die Newsreader qualitativ gute von schlechten Nachrichten und Postings leider noch nicht unterscheiden). Wie auch immer: Die virtuellen Gemeinschaften nehmen einen zunehmend wichtigen Platz im sozialen Gefüge der User ein. Werbeanzeige.de schreibt dazu heute über die deutschen Nachbarn:

"(...) Neun Millionen Deutsche präsentieren sich in Online-Netzwerken: Bereits 12 Prozent der Bürger ab 14 Jahren veröffentlichen persönliche Infos in Communitys – eine Steigerung um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr."
Etwas aussagekräftiger ist die Erhebung von Nielsen Online zu den "Top 10 U.S. Social Network Sites for May 2008":

nielsen-top-10-social-networks-may-2008.jpg
(Quelle Nielsen Online; Bildquelle: Search Engine Journal)

Wer es lieber in deutscher Sprache mag, findet neben den Grossen wie XING oder StudiVZ hier ein Verzeichnis mit 100 weiteren Social Networks.

Die virtuellen, sozialen Netzwerke haben längst auch schon den Weg in die Unternehmen selber gefunden. Ob eigene Applikation im Intranet oder in Miete bei einer Plattform, die Netzwerkerei fördert die Kommunikation und damit viele Wissensbausteine wie z.B. Wissenstransfer, -verteilung und -generierung - und natürlich auch Bottom-up-Verbesserungsvorschläge (wenn Entscheider aufgeschlossen genug sind).

Relevant ist die kaum zu übersehende Entwicklung selbstverständlich auch für Marketingabteilungen. Dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Verfasst von Hans Fischer um 13:40

17.06.2008

"Bedrohen Wikis die Macht von Managern?"

... fragt Manager Magazin Online heute. Selbstverständlich nicht. Wikis festigen die Macht von Managern. Manager Magazin Online lässt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales im Interview über Chancen und Ängste sprechen. Ein Auszug:

"(...) Sie nutzen sie für jede Art von Wissensmanagement, bei der es auf offene, flexible und schnelle Zusammenarbeit ankommt - insbesondere wenn Mitarbeiter an weit entfernten Standorten arbeiten und gute Beziehungen zueinander aufbauen müssen.

(...) Ein Wiki ist ein wunderbares Werkzeug, mit dessen Hilfe Menschen schnell zu einem einvernehmlichen Beschluss kommen. Das funktioniert sowohl beim Entwurf einer Tagesordnung für das nächste Meeting als auch bei der Frage, wie man die Kunden am besten zufriedenstellt.

(...) Wikis können bei Führungskräften Bauchschmerzen auslösen, insbesondere in Unternehmen mit einer stark hierarchisch geprägten Kultur. (...) Aber es entwickelt ein vages Unbehagen, wenn es sieht, wie Mitarbeiter Probleme unter sich lösen, statt auf die Anweisungen ihrer Vorgesetzten zu warten."

Tja, den Zeitgeist gilt es zu antizipieren. Wikis sind aber keinesfalls für alle Inhalte geeignet. Es gibt verschiendenste Anwendungen für verschiedenste Anforderungen. Allen ist gemeinsam, dass sie preiswert, anwenderfreundlich und kollaborationsfördernd sind.

Im WM 2.0-Wiki finden sich viele weiterführende Informationen und Links zur Thematik.

Verfasst von Hans Fischer um 10:29

09.06.2008

Apropos Zukunft: "Business-Webs ersetzen Unternehmen"

Solcherlei äussert Don Tapscott in der FAZ:

"(...) Der kanadische Managementguru hat die Entwicklung im Internet zum Web 2.0, in dem Unternehmen mit Nutzern und Partnern viel stärker zusammenarbeiten als in der Alten Welt, auf Unternehmen übertragen. "Enterprise 2.0" heißt sein Modell folgerichtig, in dem Informationstechnik und speziell die Vernetzung im Internet eine zentrale Rolle spielen: Forschung, Produktentwicklung oder Innovationen finden nach seiner Ansicht künftig vor allem in Netzwerken statt. "Die Kosten der Kollaboration zwischen Unternehmen sinken im Internet. Unternehmen, die weiterhin alles allein machen wollen, fallen im Wettbewerb zurück", argumentiert Tapscott."
Und der Kunde? Dieser Aspekt sei besonders wichtig, hält Tapscott fest. Neu würden die Kunden nicht bloss Produkte kaufen, sondern diese mitunter auch mitentwickeln - dies insbesondere mittels Diskussion in Online-Communities.

Ein toller Artikel ("Business-Webs ersetzen Unternehmen") über die sich definitiv ändernden Rahmenbedingungen.

Verfasst von Hans Fischer um 13:42

"Equity Research in the Age of Web 2.0"

Im O'Reilly Radar nennt Robert Passarella als einen wichtigen Grund für die Beachtung von Web 2.0 durch tangierte Banking-Bereiche u.a. die Expertise der User:

"(...) In certain domains, enthusiasts and experts are better informed than most analysts on the actual products, goods or services a company may provide. And they are sharing this knowledge and information with each other in open forums. And if you decide to graduate from lurker to participant the gains are even greater. An informed investment professional, that knows his tickers and sectors, can quickly digest this information into his investment process, just like his phone calls with a Gerson Lehman or Coleman Research expert. This type of high quality information can be found if you know where and how to look."
Die Schwierigkeit ist die Unterscheidung in gute und schlechte Quellen, automatisierte Alarmierung und Mustererkennungen sowie passende Aggregation der identifizierten Informationen. Dafür braucht es Erfahrung und passende Tools. Verzichtbar? Kurzfristig ja - Sie holen die Verspätung gegenüber den bereits agierenden Mitbewerbern irgendwann ja bestimmt wieder auf ;-)

Verfasst von Hans Fischer um 10:24

05.06.2008

Tupperware, E-Marketing und Web 2.0

Warum Web 2.0 Marketing beflügeln kann, erklärt für einmal nicht eine lange Abhandlung, sondern ein Beispiel, das auf den ersten Blick trivial erscheinen mag, spätestens auf den zweiten aber viel erklärt:

"(...) Tupperware-Chef Rick Goings setzt auf die Anziehungskraft der Stars, um seine Dosen zu verkaufen. Die Direktvertriebsfirma hat die Schauspielerin Brooke Shields für eine groß angelegte Marketingkampagne verpflichtet. Shields vermarktet für den US-Konzern die Internetseite "Chain of Confidence" (Kette des Vertrauens) - eine Art soziales Netzwerk, auf der Frauen sich über Alltagsprobleme wie Finanzen, Gesundheit oder Aussehen austauschen können. Ab sofort geben dort professionelle Finanz- und Ernährungsberaterinnen Tipps. Das Internetprojekt soll helfen, der Firma ein jüngeres Image zu verpassen. "Wir planen, demnächst auch eine deutsche Version der Seite ins Leben zu rufen", sagte Goings der WELT. "Momentan suchen wir nach dem richtigen deutschen Prominenten, der helfen kann, unser Image zu verjüngen."
(Quelle: Die Welt, Menschen und Märkte, Stand: 5.6.2008)

Verfasst von Hans Fischer um 10:24

27.05.2008

Wissensmanagement-Wiki wird ausgebaut

Das WM 2.0 Wissensmanagement Wiki, das vor Jahresfrist im Rahmen des Nachdiplomstudiums NDK Wissensmanagement (IKF Luzern) initiiert und gestaltet worden ist, erfreut sich mit vielen Besuchen und hervorragenden Suchmaschinenplatzierungen grosser Beliebtheit. Derzeit widmet sich eine zweite NDK-Gruppenarbeit der inhaltlichen Weiterentwicklung. Speziell am Wiki ist sicherlich die Tatsache, dass neben Wissensmanagement und Web 2.0 auch die Synthese Wissensmanagement 2.0 beschrieben wird.

Surfen Sie bei Gelegenheit vorbei und profitieren Sie von der für nachhaltigen Unternehmenserfolg so wichtigen Thematik. Zweifel?

Verfasst von Hans Fischer um 14:22

23.05.2008

Virtuelle Welt ist Pflicht - Second Life nicht

Spricht man von virtuellen Welten, denken die meisten an Second Life (s. diverse Beiträge) und rümpfen die Nase. Dabei geht nicht um Second Life per se, sondern vielmehr um die Tatsache, dass dreidimensionale Web-Darstellungen mit Interaktionsmöglichkeiten neue Kundenbeziehungen erlauben und notwendig machen. Oder verkürzt ausgedrückt: Es geht um die Zukunft. Nebensächlich, ob diese bei Second Life oder in einer unternehmenseigenen Umgebung stattfindet.

Ecin schreibt im Artikel "Vorsicht: Virtuelle Welt" über das Scheitern vieler Unternehmenslösungen, weil klare Zielvorstellungen und vertieftes Verständnis über Demographie, Einstellungen und Erwartungen der Nutzer virtueller Welten fehlen würden. Die Forscher von Gartner gehen mittelfristig aber davon aus, dass die Mehrheit der Unternehmen sich virtuell engagieren muss:

"(...) Unternehmen haben drei Möglichkeiten sich in virtuellen Welten zu engagieren. Zum einen gibt es die Möglichkeit auf bereits bestehende Angebote wie Second Life oder There zurückzugreifen. Zum zweiten eigene öffentliche Welten aufzubauen oder drittens eigene firmeninterne Welten zu kreieren. Bis 2012, so schätzt Gartner, sollen 70 Prozent der Unternehmen eigene, interne virtuelle Welten im Einsatz haben. Diese Welten sollen dann, aufgrund niedrigerer Erwartungen, klareren Zielen und besseren Randbedingungen auch erfolgreicher sein."
Über mögliche virtuelle Lösungsansätze für Finanzunternehmen haben wir u.a. im Fachartikel "Drei virtuelle Thesen zum Bank-Kunden von morgen" geschrieben.

Verfasst von Hans Fischer um 08:53

20.05.2008

Online-Marketing als must-have

Das Online-Marketing Magazin werbeanzeige.de fasst eine Studie von Booz Allen Hamilton mit folgendem Fazit zusammen:

"(...) Marketingentscheider, die den Anschluss nicht verlieren wollen, müssen ihre Kompetenzen und Kapazitäten im Bereich digitale Medien zügig stärken. Denn Marken, die digitale Kanäle nicht intensiv nutzen, haben über kurz oder lang keine Chance, für medial emanzipierte Verbraucher attraktiv zu bleiben."
Die Ausgangslage war - genauso wie das Fazit - in anderen Worten gelegentlich schon in diesem Blog zu finden:
"(...) Marketingverantwortliche erkennen Neue Medien wie Online Communities oder Blogs und damit einhergehende radikale Änderungen des Konsumentenverhaltens als Herausforderung. Die Praxis hinkt dieser Erkenntnis jedoch gefährlich hinterher."
Details finden sich im Artikel "Online-Marketing: Weiter massive Kluft zwischen Theorie und Praxis".

Verfasst von Hans Fischer um 15:50

15.05.2008

Zukunft gehört dem mobilen Web 2.0

... meinen die Marktforscher von Juniper Research. Der Branchendienst Ecin zitiert diese im Artikel "Großes Wachstum im mobilen Web 2.0":

"(...) wird der Markt für mobiles Web 2.0 und mobilen User-Generated-Content von 1,8 Mrd. US-Dollar in 2008 auf bis zu 11,2 Mrd. US-Dollar in 2012 emporschießen. Ian Chard von Juniper Research begründet dies mit der Entwicklung des Konsumenten zum Prosumenten. Das Mobiltelefon sei, so fährt er fort, durch seine ständige Erreichbarkeit die logische Erweiterung von sozialen Netzwerken und anderen Web 2.0-Anwendungen."

Verfasst von Hans Fischer um 10:54

14.05.2008

Warum geben Menschen ihre Daten preis?

Spiegel Online geht im Artikel "Tiefes menschliches Bedürfnis" der Frage nach, warum viele Menschen im Rahmen von Web 2.0-Anwendungen persönliche Daten scheinbar hemmungslos preisgeben. Eine Tatsache, die viele Marketingstrategien beeinflussen wird. Der Soziologie-Professor Nicholas Christakis erklärt im Spiegel-Interview:

"(...) die Vorstellung von Privatsphäre befindet sich gerade in einem Umbruch. Junge Leute finden es völlig in Ordnung, alle möglichen persönlichen Informationen ins Netz zu stellen, ihr Tagebuch mit der Welt zu teilen oder Fotos von sich zugänglich zu machen, aber es gibt durchaus Verhaltensweisen, die sie nicht akzeptabel finden, etwa dass sie jemand online auf Schritt und Tritt verfolgt. Dann kann man zwar zu ihnen sagen: Warte mal, du selbst hast schließlich dein ganzes Leben ins Netz gestellt! Aber sie beharren darauf, dass das nicht Teil der Abmachung war"
Weitere Artikel zum aktuell so angesagten Social-Aspekt finden sich hier.

Verfasst von Hans Fischer um 13:39

13.05.2008

"Semantische Suchmaschine gestartet" ....

... titelt heise online, verweist auf Powerset und schreibt:

"(...) Die Startup-Firma Powerset aus San Francisco hat am Montag erstmals ihre Suchmaschine im Internet angeworfen. Der Start des Dienstes wurde seit Monaten erwartet, über die Erfolgschancen des wechselweise als "Google-Killer" oder Übernahmeziel für Microsoft gehandelten Dienstes bereits in zahlreichen US-Medien spekuliert."
Bei allem Respekt: Vom "Google-Killer" ist Powerset noch sehr weit entfernt. Nach einigen Testsuchläufen könnte man zudem den Eindruck bekommen, dass auch die Semantik bisher ziemlich bedeutungslos sei.

Weiterführende Informationen und Links zum Semantic Web finden sich unter anderem hier.

Verfasst von Hans Fischer um 15:50

09.05.2008

Virtueller Friedhof als Social Network

Wer den Titel gelesen hat, wird die Stirn in Falten gelegt haben. Die Sache ist laut Internet World Business ("Tribute: Social Networking für Tote") aber todernst und wurde vom Monster-Gründer initiiert:

"(...) Jeff Taylor geht im Juni mit einer Social-Networking-Plattform für Verstorbene an den Start. Aktiv werden sollen aber natürlich die Hinterbliebenen, die dem Toten im Netz eine Gedenkstätte errichten. Geplant ist nicht nur, dort Traueranzeigen zu veröffentlichen, sondern auch eine Datenbank zu integrieren, in der nach Informationen über Verstorbene recherchiert werden kann. Hauptgeldgeber der Plattform ist das 'Wall Street Journal'."
Wenn sogar die Toten in den Social Networking-Fokus geraten, sollte eine Information über Möglichkeiten von vitalem Interesse sein. Sie finden diese u.a. im Beitrag "Nachhaltiger Erfolg nur mit Social Networking" oder im Kontext mit weiteren Web 2.0-Aspekten im Artikel "Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0".

Verfasst von Hans Fischer um 10:58

05.05.2008

"Community = Vertrauen = Verkauf" ...

... titelt ECIN und schreibt über Preisvergleichsseite eDrugSearch.com, respektive über die positiven Effekte nach der Einführung von Community-Funktionen:

"(...) Mit der Community-Funktion bekommen Besucher auf eDrugSearch.com die Möglichkeit Medikamente und Apotheken zu bewerten sowie Einschätzungen zu verfassen oder zu lesen. Zudem können sie neueste Veränderungen in den Verordnungen der US Food and Drug Administration, den Medikamentenpreisen und anderen Neuigkeiten in Bezug auf Medikamentenbehandlungen einsehen. Ein Austausch der User untereinander über Behandlungen und Erfahrungen mit Medikamenten kann aber auch ganz direkt stattfinden."
Das Potenzial von Communities (resp. Social Networking) haben wir unter anderem in den Beiträgen "Konsumenten-Vernetzung & Unternehmer-Pflicht" oder "Kundenvertrauen 2.0" beschrieben.

Seit längerer Zeit eine Vorreiterrolle spielen diesbezüglich Hotelbewertungsangebote wie Cooleferien.com, HolidayCheck.de, Hotelcheck.de, Hotelkritiken.de, Travel-and-guide.de, Votello.de, Trivago.dehotelkritiken.de oder TripAdvisor. Wie eine Studie des Marktforschungsinstitutes CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH Anfang Jahr ergeben hat, sind die Onlinerezensioinen beim Management aber nicht beliebt:

"(...) Nur 30 Prozent der Hotelmanager klicken regelmäßig durch die Bewertungsportale, um die jüngsten Bewertungen ihrer Häuser in Erfahrung zu bringen."
Nun, diese Haltung wird sich zwangsläufig ändern.

Verfasst von Hans Fischer um 10:29

Nach Second Life - Büros werden virtuell(er)

Wie künftige Bankkunden virtuelle Welten nutzen könnten, haben wir unter anderem im Fachartikel "Drei Thesen zum Bankkunden von morgen" (Netzguide IT in Finance 2007) beschrieben.

Dass die von vielen Unternehmen in Second Life (s. frühere Postings zum Thema) getesteten Möglichkeiten nun in den Intranet-Bereich Einzug halten, erstaunt wenig. BusinessWeek schreibt dazu im Beitrag "The (Virtual) Global Office", dass Second Life als Marketingplattform viele Unternehmen enttäuscht habe, virtuelle Welten aber hervorragende Möglichkeiten im unternehmensinternen Bereich - z.B. für Ausbildung, interne Kommunikation, Personalrekrutierung - bieten würden.

Verfasst von Hans Fischer um 09:34

30.04.2008

Update zu Finance 2.0

... respektive zum Beitrag von gestern über die Web 2.0 Expo. Die Welt fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Expo und des aktuellen Web 2.0-Geschehens im Artikel "Das Web 2.0 ist aktueller denn je" zusammen und schreibt:

"(...) Kaum einer mag den abgedroschenen Begriff Web 2.0 heute noch verwenden. Doch das sogenannte Mitmach-Internet ist bedeutender denn je, wie ein Besuch der "Web 2.0 Expo" in San Francisco zeigt: Das Internet vernetzt Unternehmen und Kunden in bislang unbekanntem Ausmaß."
Oder in Kurzform: Wer es ignoriert, verliert.

Verfasst von Hans Fischer um 09:15

29.04.2008

Neues zu Finance 2.0

Die Presse.com schreibt im Artikel "Web 2.0 steht erst am Beginn" über die Web 2.0 Expo vergangene Woche in San Francisco unter anderem über den Finance 2.0-Bereich. Erwähnt sind Wesabe (kollektives Wissen für bessere individuelle Anlageentscheide) und Prosper.com (Kreditvermittlungsplattform von und für User).

Communities können für Banken eine gewisse Rolle spielen, vor allem bei der Kundengewinnung und -akquisition. Der öffentlich-transparente Gemeinschaftsgeist kollidiert aber auch mit regulatorischen und strategischen Rahmenbedingungen. Web 2.0-Anwendungen entfalten ihre positive Wirkung denn vor allem im internen Bereich als Wissensmanagement- und Kommunikations-Katalysatoren.

Weitere Beiträge zum Thema:

Verfasst von Hans Fischer um 14:35

"a digital lifestyle - leben und arbeiten mit social software"

... heisst das von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg publizierte Buch, das in der Online-Version kostenlos zur Verfügung steht. Wie dem Inhaltsverzeichnis entnommen werden kann, bietet das Buch neben Lifestyle-Aspekten auch Themen wie "social software im wissensmanagement 2.0" oder "wikis - die wissensmanagement-lösung".

Weiterführende Information zur Thematik findet sich im Roloblog und im WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki.

Verfasst von Hans Fischer um 10:20

28.04.2008

Web 2.0-Nachhilfe für Lehrer

Golem.de nimmt ein wichtiges Thema auf: Die massiv erhöhte Technologie- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen ("Lehreraufklärung: So funktioniert das Web 2.0"):

"(...) Schülerstreiche sind heutzutage immer häufiger elektronischer Natur. Um die Lehrer zu wappnen, hat der Verbund Europäisches Schulnetz (EUN) - ein Zusammenschluss von 28 europäischen Bildungsministerien - eine Internetseite namens teachtoday.eu ins Leben gerufen."
Andererseits hilft die Site beim Unterricht und soll Kindern und Jugendlichen zudem die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, damit sie die Internet-Angebote sicher nutzen und vor möglichem Schaden bewahrt bleiben.

Verfasst von Hans Fischer um 13:28

Was kommt nach den heutigen Suchmaschinen?

... oder in den Worten von TechCrunch: "Is Keyword Search About To Hit Its Breaking Point?" Eine absolut zentrale Frage. Denn, obwohl es nicht ständig geschrieben wird, funktionieren Web 2.0, Wissensmanagement, Wissensmanagement 2.0, das Internet und immer mehr Intranets nur, wenn eine fallweise passende Suchmaschine zur Verfügung steht. Welche Nachhaltigkeit haben Grafiken, Abhandlungen, Analysen, Aktennotizen oder CRM-Bemerkungen, wenn sie nicht mehr gefunden werden? Keine. Eine gute Suchmaschine verhindert diese - in Arbeitsstunden gemessen - unendlich teuren Verluste.

In besagtem Artikel wird der Fakt beschrieben, dass die auf der Eingabe von Schlüsselwörtern basierenden Suchmaschinen wie Google der stetig wachsenden Datenmenge und auch den gestiegenen Anforderungen der Suchenden kaum mehr gerecht werden können. Keyword-Search generiere Heuhaufen und nicht die eigentlich benötigten Nadeln darin als Resultate, schreiben die Autoren.

Pauschal gilt diese Aussage sicherlich nicht. Als Enterprise Search-Spezialist wissen wir um die unterschiedlichen Anforderungen im Unternehmensbereich. Während eine "normale" Indexsuche in einem Fall optimal sein kann, braucht es anderenorts semantische Funktionalität, die Aggregation von strukturierten und unstrukturierten Daten oder die enge Verknüpfungen mit Business Intelligence-Anwendungen.

Wie die Keyword basierte Suche abgelöst werden könnte, zeigt nachfolgende Grafik:

keyword-search-slide.png
(Bildquelle: TechCrunch)

Wer meint, der aktuelle Marktführer schaue der Entwicklung tatenlos zu, irrt sich natürlich. Passend zum Thema der heutige Beitrag "Google’s Vision of the Future of Image Search" vom Search Engine Journal.

Verfasst von Hans Fischer um 10:40

24.04.2008

Wikis in Unternehmen

Dass Wikis in Unternehmen wertvolle Dienste leisten können, haben wir vor zwei Jahren schon geschrieben ("Social Software im Untenrehmen"), seither immer mal wieder in Erinnerung gerufen (z.B. "Blind ist, wer Web 2.0 keine Beachtung schenkt") und selbstverständlich auch selber angewendet - in Intranet und Internet ("WM 2.0-Wissensmanagement Wiki").

Echo Online bringt im Artikel "Teamleistung zählt mehr als persönliche Erfolge" Erfahrungsberichte deutscher Unternehmen mit ein und endet mit der Idealvorstellung:

"(..) Während der Informationsaustausch entlang der Hierarchien oft langsam und fehleranfällig ist, kann ein Unternehmens-Wiki direkt in den Arbeitsablauf der Mitarbeiter integriert werden. Im Idealfall verbessert jeder einzelne permanent sowohl die Struktur, als auch die Inhalte der Informationsplattform."

Verfasst von Hans Fischer um 10:22

23.04.2008

Der Social Content Spitze

Social Content, von Usern erarbeitete Inhalte für die Web-Gemeinschaft, ist wichtiger Bestandteil der Web 2.0-Erfolgsgeschichte. Welche Höhen - respektive Niederungen - solcherlei soziales Publizieren erreichen kann, beschreibt Spiegel Online im Artikel "Meine Freundin hat die Katze geköpft". Es geht um die französische Seite Vie de merde und von Usern geschriebenen Texten wie diesem:

"Ich habe heute zwei SMS von meiner Freundin bekommen. In der ersten teilte sie mir mit, dass alles aus ist. In der zweiten, dass sie sich mit dem Adressaten vertan hat. Scheiß Leben."

Verfasst von Hans Fischer um 13:56

22.04.2008

Nachhaltiger Erfolg nur mit Social Networking

Laut Forrester Research werden Web 2.0-Anwendungen und insbesondere Social Networking zu den wichtigsten Anforderungen für die Unternehmen überhaupt ("Forrester: Social networking will be biggest enterprise 2.0 priority by 2013; Smaller businesses reticent"). ZDNet hat die Forrester-Studie illustriert, beschrieben und als Kernaussage festgehalten:

"(...) In Forrester’s view, the key hallmark of Web 2.0 is efficiency for end users, and the ultimate goal is to use technology like Ajax, rich Internet applications, blogs, wikis, and social networks to foster productive, advantageous behavior among employees, customers, partners, and other networks such as Social Computing, the Information Workplace, and collective intelligence."

Die Investitionen in Web 2.0-Awendungen werden sich laut Forrester Research bis zum Jahr 2013 verzehnfachen:

FR_web20.jpg
(Bildquelle: Forrester Research)

Erklärungen zu Begriffen wie RSS, etc. finden sich unter anderem im Wissensmanagement-Wiki.

Verfasst von Hans Fischer um 10:05

14.04.2008

"Näher beim Kunden mit Web 2.0"

... titelt InfoWeekOnline und schreibt über das Grundsätzliche:

"(...) Dass es sich bei Web 2.0 nicht nur um einen PR-lastigen Hype wie um Second Life handelt, unterstreicht auch Gartner in einer aktuellen Studie: Die Analysten bewerten Web-2.0-Technologien in ihrem «Hype Cycle 2007» als Top-IT-Thema der nächsten Jahre."
Es folgt die - in diesem Blog oder im WM 2.0-Wiki schon oft gemachte - Verknüpfung von Web 2.0 und Wissensmanagement (zu Wissensmanagement 2.0):
"(...) Unternehmen stehen kontinuierlich vor der Aufgabe, Informationen und vor allem Wissen besser zu vernetzen. Vorausschauende Unternehmen wollen darüber hinaus das Wissen ihrer Mitarbeiter langfristig erhalten. (...) Bislang schlummert solches Know-how in Köpfen, Ablagen, Meeting-Protokollen und E-Mail-Archiven der Experten jeweiliger Abteilungen. Das Wissen ist streng hierarchisch und an Personen gebunden abgelegt. Der direkte Zugriff für andere ist nicht möglich. Der Einzelne hat die Wissenshoheit. Wer dieses Wissen braucht, muss zum Telefonhörer greifen oder eine E-Mail schreiben – sofern er überhaupt weiss, wer über das Wissen im Unternehmen verfügt. Einen Ausweg versprechen Web-2.0-Technologien und webbasierte soziale Netzwerke."
Und für die Skeptiker noch folgende Passage:
"(...) Wie hätte man wohl vor zehn Jahren auf folgende Wette reagiert? «Ich wette, dass in den nächsten zehn Jahren eine lose Web-Community die gesamte Encyclopaedia Britannica (und noch mehr) quasi ohne Budget und ohne zentrale Erfolgskontrolle im Web mittels einer recht simplen Technologie abbilden und kontinuierlich weiterentwickeln wird.» Das Beispiel Wikipedia veranschaulicht die Kraft der Veränderung, die darin liegt, Nutzermassen in Entwicklungsprozesse zu involvieren und diese so durch Nutzer lenken zu lassen. Diese Kraft wird in vielen Bereichen Auswirkungen haben."

Verfasst von Hans Fischer um 09:02

09.04.2008

Konsumenten-Vernetzung & Unternehmer-Pflicht

Im Fachartikel "Blind ist, wer Web 2.0 keine Beachtung schenkt" (2007) haben wir geschrieben:

"(...) Dass das Internet die Kraft hat, mittels Vernetzung die Märkte und das Konsumverhalten zu beeinflussen, wurde bereits 1999 von den erfassern des berühmten «Cluetrain Manifesto» prophezeit."
Der starke Einfluss von Web 2.0-Aspekten auf das Konsumverhalten wurde im Fachartikel "Drei virtuelle Thesen zum Bankkunden von morgen" aus Finanzbranchen-Sicht erläutert.

Im Artikel "Social Commerce - Das Netz-Kaufhaus" bezieht sich Manager Magazin Online heute ebenfalls auf die Cluetrain Manifesto-Aussagen und hält ganz grundsätzlich fest:

"(...) So wie sich das Internet von der ersten Version zum Web 2.0 entwickelte, verändert sich nun auch das Einkaufen im Netz. Der Kunde wird vom passiven Nutzer zum Berater, Verkäufer oder gar Produzenten. Klick für Klick ergreift er die Macht und stellt damit die herkömmlichen Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Kunden auf den Kopf."
Die Unternehmensverantwortlichen sind in der Pflicht - ausser ...

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(Bildquelle: Uni Giessen)

Verfasst von Hans Fischer um 09:23

08.04.2008

Virtuelles Recht

Roloblog berichtet regelmässig über verschiedene Aspekte virtueller Welten. Abgesehen von der leidigen Abmahnerei in Nachbarländern geht der Aspekt Recht in virtuellen Welten oft vergessen. Diesem Thema hat sich laut heise online die Virtual Law Conference jüngst gewidmet. heise schreibt im Artikel "Virtual Law: Was ist Recht in virtuellen Welten?" über die Erkenntnisse.

Ähnliche Thematiken behandeln die heutigen Artikel "Soziale Netzwerke im Visier der Kriminellen" von heise online und "Soziale Netzwerke sind jetzt Unterrichtsfach" von Welt Online.

Verfasst von Hans Fischer um 16:28

03.04.2008

"Auf dem Weg zum Hypernet"

Auf die Schnelle einen Hinweis auf einen kompakten und spannenden Beitrag zur Internet-Zukunft: "Auf dem Weg zum Hypernet". Don Tapscott, Bestsellerautor und Managementberater, erklärt:

"(...) Das alte Internet drehte sich um Websites, Klicks und passives Zuschauen. Es diente lediglich der Informationsbeschaffung und glich in vielen Bereichen den alten einseitig übertragenden Medien als dem modernen interaktiven Web. Mit der Vervielfachung der Rechenleistung und der Nutzerzahlen stehen nun einfach anzuwendende Werkzeuge zur Verfügung, sodass sich das Internet zu einem globalen, lebendigen Computer entwickelt, den jeder Nutzer praktisch selbst programmieren kann."
Die Auswirkungen - unter anderem auf Userverhalten, Marketing oder Geschäftsmodelle - sind enorm.

Verfasst von Hans Fischer um 09:33

26.03.2008

Web 2.0: "Gründerboom und leere Kassen"

Wer die regelmässige Berichterstattung über Web 2.0 oder z.B. den Fachartikel "Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0" gelesen hat, wurde auf Grundtendenzen aufmerksam gemacht, die zweifelsohne nachhaltig sein werden. So zum Beispiel der Willen der User zu mehr Interaktion und das damit gekoppelte Bedürfnis nach mehr Information und bedienungsfreundlichen Anwendungen - und auch Websites. Viele dieser Aspekte werden auch im spezialisierten Wiki WM 2.0 Wissensmanagement beschrieben.

Das Ganze hat natürlich auch Kehrseiten. Eine davon hat mehrere Facetten: Nur dank dem Unternehmergeist möglichst vieler Gründer, werden laufend neue Innovationen generiert. Andererseits können schlicht und einfach nicht alle dieser Start-ups erfolgreich sein. Kurz mal eine Community-Idee abzukupfern und auf die von selber hereinflutende Masse an Usern zu warten, geht in den meisten Fällen fürchterlich schief. ZDF hat diese Tatsache im Beitrag "Gründerboom und leere Kassen" beschrieben.

Verfasst von Hans Fischer um 14:15

18.03.2008

Tipps: Top Tools von Top Cracks

Im Newsletter E-Learning des Learning Center IWI-HSG (Universität St. Gallen) wird auf die Liste " Top 10 Tools for Learning Spring 2008" aufmerksam gemacht.

Die Aufstellung hat aber keinesfalls nur mit E-Learning zu tun. Die empfohlenen Tools der 128 internationalen Experten sind vielmehr eine wunderbare Inspirationsquelle für Web 2.0, E-Learning, Wissensmanagement & Co.

Viele der empfohlenen Anwendungen sind kostenlos.

Verfasst von Hans Fischer um 09:34

12.03.2008

Unternehmen investieren in Web 2.0

Wer sein Unternehmen längerfristig nicht auf Grund fahren will, muss sich mit Web 2.0 auseinandersetzen. Warum dem so ist, wird unter anderem im Beitrag "Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0" erläutert. Im Artikel "Web 2.0 sichern statt blocken" bestätigt die Computer Zeitung diese Aussage und zitiert eine Gartner-Studie:

"(...) Das benutzerzentrierte Internet der nächsten Generation hält verstärkt in Firmen Einzug. Laut einer Gartner-Umfrage unter 1500 CIOs weltweit plant die Hälfte der Firmen, im Jahr 2008 zum ersten Mail Investitionen in das Web 2.0. Gartner rät daher: Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter vom Web 2.0 nicht ausschließen, wenn sie von der beachtlichen Kreativität profitieren möchten, die das Next-Generation-Web 2.0 freisetzt."

Verfasst von Hans Fischer um 15:23

11.03.2008

Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0

Was ist Wissensmanagement, wie wird es durch Web 2.0 wiederbelebt und wie wirkt sich das Ganze in naher Zukunft auf unsere Gesellschaft aus? Nachfolgend einige Antworten:
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Web 2.0 ist Ausdruck eines dynamischen, gesellschaftlichen Wandels. Eine Entwicklung, die der Wissensgesellschaft neue Bedeutung und Aufgaben gibt. Werden sie nicht umgesetzt, scheitern Personen und Organisationen. Das zeigt eine Reise von den Anfängen bis hin zur total vernetzten Wissensgesellschaft.

Grundsätzliche Zweifel an Wissensmanagement sind nicht angebracht. Management-Visionär Peter F. Drucker brachte die Notwendigkeit im Buch «Management im 21. Jahrhundert» mit folgender Aussage auf den Punkt: «Besonders für Führungskräfte stellen Informationen die Schlüsselressource schlechthin dar. (…) Nur wer über Informationen verfügt, kann sein Wissen einsetzen». Oder mit den Worten des englischen Philosophen Lord Francis Bacon (1561-1626) ausgedrückt: «Wissen ist Macht».

Boden, Arbeit, Kapital und Wissen

Wir leben im Informationszeitalter. Informationen und das darauf basierende Wissen hat sich neben Boden, Arbeit und Kapital zu einem klassischen Produktionsfaktor entwickelt. Was, wenn ein Bauer in der Agrargesellschaft dem Boden nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hätte? Obwohl Antwort und Analogie zur Gegenwart auf der Hand liegen, schenken viele Unternehmensverantwortlichen der Information – und dem darauf basierenden Wissen – nicht die gebührende Aufmerksamkeit. Zweifelsohne verschenken sie dadurch einen Teil des möglichen Erfolges oder verbauen sich eine wirtschaftlich prosperierende Zukunft ganz. Mit den Worten von Sokrates verdeutlicht: «Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiss schon alles besser.»

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Über die Frage, was denn Wissen genau ist und ob man Solcherlei überhaupt managen kann, sollte man sich aus Unternehmerperspektive nicht allzu lange aufhalten. Die vermeintlich einfachen Fragen sind philosophischer Natur und werden in entsprechenden Kreisen auch mit Verve diskutiert. Kurz: Eine schlüssige Definition für Wissen gibt es nicht. Es steht aber fest, dass Daten die Grundlage für Informationen sind und diese wiederum die Grundlage für Wissen.

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Wissen ist nicht definiert, Wissensmanagement aber schon: Eine etablierte Version von Bukowitz und Williams (1999) lautet: «Wissensmanagement ist der Prozess, durch den eine Organisation Wohlstand aus ihren intellektuellen oder wissensbasierten Ressourcen schöpft». Da Wissen immer Kopfsache ist, stehen die Angestellten im Zentrum aller entsprechenden Anstrengungen. Vereinfacht gesagt, geht es vorrangig um die Förderung von Kommunikation und Interaktion mit Zielsetzungen wie Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung, Wissensbewahrung und Wissensbewertung. Oder noch anders: Vorhandene Informationen werden so aufbereitet, dass sie den Mitarbeitenden im richtigen Moment in passender Form zur Verfügung stehen.

Mehrwert von Wissensmanagement

Für Unternehmensverantwortliche steht naturgemäss die Frage nach dem betrieblichen Mehrwert an oberster Stelle. Wissensmanagement-Spezialist Klaus North von der Fachhochschule Wiesbaden hat auf der Webseite «Modellprojekt zur Erprobung von Wissensmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen» den konkreten Nutzen von Wissensmanagement aus verschiedenen Perspektiven aufgelistet.

  • Prozessperspektive: Prozessbeschleunigung, Vermeidung von Redundanzen, Steigerung Prozesstransparenz, Re-Use von internem Wissen, Reduzierung von Fehlern, Zeitersparnis bei Routinearbeiten
  • Mitarbeiterperspektive: Motivationssteigerung, Verbessertes Teamwork, kürzere Einarbeitungszeiten, Kompetenzentwicklung, Steigerung persönlicher Marktwert, Erweiterung persönliche Wissensbasis
  • Kundenperspektive: Kürzere Reaktionszeiten, Qualitätssteigerungen (Produkte & Service), verbesserte Kommunikation, Steigerung Kundenzufriedenheit, Steigerung Kundenbindung, gesteigerte Informationstransparenz, Innovationsperspektive, Generierung neuer Geschäftsfelder, Angebot neuer Produkte/DL, Anwendung neuer Technologien, Trendforschung
  • Finanzperspektive: Steigende Umsätze, bessere Einschätzung von Risikofaktoren, höherer Marktanteil, sinkende Verwaltungskosten
Aus Mitarbeitersicht fehlt ein wichtiger Punkt: Betriebliches Wissensmanagement reduziert den sogenannten «Brain Drain». Fluktuationen erodieren die Wissensbasis eines Unternehmens. Geeignete Wissensmanagement-Massnahmen können diese – zumindest zeitweilige – Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit mildern. So oder so braucht es wenig Fantasie, um zu erkennen, dass für beinahe jede Unternehmensform potenzieller Nutzen vorhanden ist.

Dass Wissensmanagement positive Effekte auf Produktivität, Effizienz, Einnahmen und Kosten haben kann, ist seit längerer Zeit bekannt. Die erste grosse, softwareunterstützte Wissensmanagement-Welle ist trotzdem fundamental gescheitert; und das, obwohl enorme Summen in Datenbankanwendungen investiert wurden. Warum der Misserfolg? Profilangaben von sich oder spezifisches Prozesswissen in eine Datenbank einzugeben, widerspricht vielen Mitarbeitenden ganz grundsätzlich: Aus den Profilangaben könnten nämlich Schwächen herausgelesen werden und durch Bekanntgabe von spezifischem Wissen macht man sich zweifelsohne leichter ersetzbar. Wenn zu diesen fundamentalen Bedenken noch die Tatsache dazukommt, dass die Applikationen mühsam zu bedienen sind, wäre alles andere als ein Scheitern der Wissensmanagement-Initiativen eine Überraschung.

Warum soll nun aber funktionieren, was früher gescheitert ist? Warum sollen die Angestellten nun plötzlich gerne und freiwillige Wissen mit den Kolleginnen und Kollegen teilen oder persönliche Daten von sich abspeichern? Das Zauberwort heisst «Web 2.0».

Web 2.0 fördert die soziale Interaktion

Eines vorweg: Web 2.0 ist keinesfalls bloss Schlagwort und die viel beschworene Blase wird lediglich (wieder) im Kapitalbereich platzen. Wenn alle renommierten Beratungsunternehmen einhelliger Meinung sind, dürfte die Wichtigkeit einer Entwicklung bewiesen sein. Und wenn diese Entwicklung sowohl den Technologiebereich als auch die Gesellschaft - und damit das Kundenverhalten – beeinflusst, sollten Unternehmensverantwortlichen hinhören, adaptieren und profitieren. Der Begriff selber beschreibt laut dem Namensgeber Tim O’Reilly eine Haltung, einen qualitativen Wandel des Internets. Andréa Belliger, Co-Leiterin des Instituts für Kommunikationsforschung (IKF) in Luzern, konkretisiert: «Das Internet selbst wird die Anwendung. Nutzergenerierte Inhalte werden Mainstream.» Dank der Vernetzung und sozialen Interaktion werden laut Belliger Informationen flexibler, effizienter und kostengünstiger generiert, gespeichert, abgerufen und angewendet. Das klassische Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell wird aufgebrochen. Die vollständige Kontrolle der Unternehmenskommunikation hat als Zielsetzung ausgedient. Es geht nun vielmehr um Kooperations- und Kritikfähigkeit. User-Diskussionen über Produkte und Unternehmen lassen sich kaum mehr verhindern. Die Unternehmenskommunikation ist gefordert, die Diskussionen zu beobachten und wenn immer möglich positiv zu beeinflussen. Letzteres in transparenter Weise. Falschinformationen oder getarntes Mitdiskutieren von Unternehmensangestellten sorgen nach dem Auffliegen für in Windeseile ausgebreitetes Negativfeedback im sozialisierten Internet.

«Andere arbeiten lassen»

Diese Sozialisierung bietet aber viele Chancen. Denn bei Web 2.0 geht es auch um das «Aal-Prinzip» («Andere arbeiten lassen»). Ein Klassiker: Der Siegeszug von Amazon beruht unter anderem auf der Tatsache, dass die durch Kunden verfassten Buchbesprechungen einen enormen Mehrwert gegenüber Mitbewerbern darstellen. Ausgenutzt wird bei diesem und vielen anderen E-Business-Beispielen die Schwarmintelligenz. Marktvorsprung hat, wer das Wissen der Belegschaft, der Kunden und der Partnern zu Nutzen lernt. Wird dieses Wissen intensiv ausgetauscht, analysiert und angewendet, werden unter anderem Produkte verbessert, Markttests verkürzt, Streuverluste bei Werbung und Kommunikation verringert, Motivation erhöht und neue Ideen kreiert. Klassische Web 2.0-Unternehmen wie Threadless gehen soweit, dass sie die bestehenden und potenziellen Kunden in den Produktionsprozess einbeziehen. Konkret: Erst wenn ein T-Shirt-Motiv genügend User-Resonanz erzielt, geht es in die Produktion. «Social Commerce» in Reinkultur.

Communities als selbst organisierende Netzwerke

«Social» ist denn auch ein Web 2.0-Schlüsselbegriff. User vernetzen sich in «Social Networks», publizieren «Social Bookmarks» und generieren Inhalte dank «Social Software». Jede Interaktion, jeder neue Eintrag, jeder neue Inhalt stärkt die Netzwerke oder Communities. David J. Krieger, Co-Leiter des Instituts für Kommunikationsforschung (IKF) in Luzern verdeutlicht: «Über diese Verbindungen unter Menschen mit gleichgelagerten Interessen entstehen neuartige Communities, die selber wie Netzwerke organisiert sind. Wissen und Information sammeln sich um ‚Hubs’ und organisieren sich durch Links zwischen den Akteuren.» Die Communities seien selbstorganisierende Netzwerke und Basis für einen funktionierenden Wissensaustausch und informelles Lernen. Kriegers Aussage wird von Tim O’Reilly gestützt. In seinem berühmten Artikel «What Is Web 2.0?» hat er neben anderen Punkten als Kernkompetenzen von Unternehmen die Nutzung kollektiver Intelligenz und Errechen des «Long Tail» mittels Bildung von Communities festgehalten.

Finanzunternehmen adaptieren Web 2.0

Wenig Berührungsangst vor Web 2.0 zu Gunsten der Unternehmensmaximierung haben unter anderem Finanzunternehmen. Die deutsche Bank Dresdner Kleinwort setzt seit einigen Jahren schon Wikis und Weblogs ein. Während Wikis laut watersonline.com vor allem von der IT-, Compliance- und der Trading-Abteilung genutzt werden, tauschen sich Analysten, Händler und ausgesuchte Kunden auf über 120 verschiedenen Intranet-Weblogs aus. Selbstredend, dass mit jedem Beitrag und jedem Kommentar wertvolles Wissensmanagement betrieben wird.

Dem stellvertretend genannten Beispiel werden viele folgen, ist Andréa Belliger überzeugt: «Web 2.0 verändert Arbeitsprozesse, Unternehmensstrukturen und Kommunikationsverhalten.» Warum gibt sich die Kommunikationsforscherin so sicher? Warum schreiben so viele Bankangestellte in Wikis oder Weblogs? Warum bestehen die Hemmungen der Preisgabe von persönlichem Wissen nicht mehr? Im Grunde genommen, ist es eine Frage der Motivation und des gesellschaftlichen Wandels. Als Beispiel sei die realativ simple Web 2.0-Anwendung «Social Bookmarking» genannt: Hunderte, wenn nicht Tausende Favoriten oder Bookmarks waren bisher in den Browsern der Angestellten gespeichert. Darunter immer auch solche, die genau den Informationsbedürfnissen einer Kollegin oder eines Kollegen entsprochen hätten – wenn denn danach gefragt worden wäre. Dank Web 2.0 ist das nun anders: Favoriten lassen sich einfach speichern, mit Stichworten («