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26.04.2011
Wir, die Cyborgs oder "Virtuell bin ich besser"
Im Fachartikel "Wissensgesellschaft 2.0 - Mitmachen oder Verlieren!" haben wir vor einer ganzen Weile schon geschrieben, dass das Internet als Ganzes eine weltumspannende Wissensmanagement-Maschine und folglich auch ein Cyborg, ein bio-kybernetisches Wesen sei. Dessen Aufgabe sei es, Wissen in allen Formen zu schaffen, zu bewahren, zu verteilen und zu nutzen. Zeit Online bringt nun das sehr interessante Interview "Virtuell bin ich besser" mit der Anthropologin Amber Case, die unter anderem festhält:
"Jedes Mal wenn Sie auf einen Computerbildschirm schauen oder Ihr Handy nutzen, gehen Sie eine Beziehung mit nicht menschlicher Technologie ein. Sie machen das regelmäßig, es gehört zu Ihrem Alltag. Somit sind Sie ein Cyborg. Das ist eigentlich nichts Besonderes, und dennoch sind viele überrascht, als wollten sie es nicht wahrhaben."Und:
"Die virtuelle Realität sickert durch unsere kleinen Geräte in das analoge Leben. Und ebenso fließt die Realität ins Netz – in Form von Wörtern, Ideen und Kultur. Junge Menschen müssen somit gleich zweimal durch die Pubertät: zuerst in ihrem echten Leben, was irritierend ist, und zudem mit ihrem digitalen Selbst, was noch unangenehmer ist. Denn hier wird die Entwicklungsgeschichte für immer online festgehalten. Jeder, der neu in die virtuelle Welt kommt, kann Fehler und Peinlichkeiten noch sehen, auch wenn die Person bereits ein gestandener Erwachsener ist."
Verfasst von Rolotec AG um 26.04.11 10:04


