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11.12.2009
Murks versus Leichtigkeit - Wissensmanagement heute
Ich habe es unzählige Male schon geschrieben und wiederhole es gerne wieder: Wir leben in der Informationsgesellschaft (manche nennen sie auch Wissensgesellschaft). Wer persönliches und unternehmerisches Wissen nicht bewirtschaftet, erlebt das Schicksal eines Bauern, der während der Agrargesellschaft mit seinem Grund und Boden liederlich umgegangen ist.
Klar, bisherige Wissensmanagement-Inititativen sind oft gescheitert. Oftmals waren sie zu akademisch, nicht auf Prozesse und Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten, zu umständlich oder ganz einfach ohne erkennbaren Nutzen. Die etablierte, webbasierte soziale Interaktion hat nun aber völlig neue Grundlagen geschaffen: Wo früher Kommunikationsverweigerung (Wissen war ja schliesslich Macht) an der Tagesordnung war, wird heute via Social Media-Anwendungen nahezu schrankenlos Information ausgetauscht. Vernünftige Such- und Mustererkennungssoftware sowie das unternehmerische Grundverständnis für die existenzielle Wichtigkeit vorausgesetzt und das Wissensmanagement hat beste Erfolgschancen. Ok, das war massiv verkürzt dergestellt. Für Details gibt es Literatur, Webseiten, das WM 2.0 Wiki oder das Roloblog-Archiv.
Fakt ist, dass sich die Leichtigkeit und Freiwilligkeit der neuen Wissensmanagement-Möglichkeiten mit der Schwere der alten Denk- und Verhaltensmuster noch duelliert. Zur Illustration dieser Aussage zwei Blog-Beiträge von gestern Donnerstag:
Interview Wissensmanagement – Teil I, T-Systems: "Die früheren universitären Ansätze von Wissensmanagement sind i.d.R. durchweg gescheitert. Einer der Hauptgründe war die mangelnde Veränderung der Unternehmenskultur. Jeder schrieb einfach auf was er wusste. Das Zwischenmenschliche ist dabei aber oft zu kurz gekommen. Der Aufschreibende tat dies meist in einem anderen Kontext als der Wissenssuchende, insofern war die Wissensverwertung schwierig. Oft fehlte schlichtweg auch die Zeit für Wissensmanagement. Mit Web 2.0 haben sich die Menschen mehr vernetzt und das hat vieles leichter gemacht. Wissensmanagement ist nicht mehr Aufschreiben und Konsumieren, sondern Kommunizieren."Wissen und seine unterschiedlichen Aggregatszustände, EduMu:
"Informationswissen ist in einem starken Maße an die technische Verarbeitung geknüpft, daran muss sich auch der Managementstil ausrichten. Es muss mehr Wert auf Regelhaftigkeit gelegt werden – algorihmisches Denken ist die Leitidee, da die Natur des Wissens über einen hohen Grad an „Berechenbarkeit“ verfügt.Dem gegenüber steht der Versuch, beim Fokus auf das Handlungswissen mehr Bezug zur menschlichen Seite zu nehmen und damit auf eine verbesserte Mitarbeiterführung achten. In diesem Fall ist eher eine heuristische Herangehensweise gefragt, denn die Vorhersagbarkeit ist in diesem Fall deutlich geringer und fraglicher. Man muss also zwischen Informations – und Kompetenzmanagement trennen."
Verfasst von Hans Fischer um 11.12.09 09:31


