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18.11.2009
Schwerpunkt Denken und Wissen
Das Wirtschaftsmagazin brand eins 11/2009 widmet sich im November dem "SCHWERPUNKT: DENKEN". Wer sich jetzt schon denkfaul und gelangweilt fühlt, sollte sich wenigstens den Titel der Publikation kurz zu Gemüte führen und über dessen Tragweite reflektieren:
"Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt."
Das Zitat stammt von Betty Zucker und Christof Schmitz (2000): Wissen gewinnt. In diesem Kontext entfaltet brand eine thematische Vielfalt mit Überschriften wie "Die Besserwisser", "Das Gehirn denkt nicht", "Vom Schlachten heiliger Kühe", "Die Eselstreiber", "Projekt Vernunft", "Wie wär's mit Argumenten?" oder "Denken ist böse". Chefredakteurin Gabriele Fischer schreibt im Editorial:
"Fast scheint es, als habe die zunehmende Verfügbarkeit von Information den Denker endgültig ins Abseits gedrängt [resp. an Consultingunternehmen ausgelagert; Anm. des Bloggers]. Wozu noch selber denken, wenn alles, was jemals gedacht wurde, mit einem Mausklick abrufbar ist? Wozu noch grübeln, lernen, sich auseinandersetzen und mutig in Diskurse gehen, wenn Meinung längst wichtiger ist als Verstand?"Die Inhalte liefern Antworten auf die editoriale Provokation und unterscheiden sich wohltuend von den meistens äusserst nüchtern gehaltenen Wissensmanagement-Beiträgen etablierter Fachzeitschriften oder Websites.
Dass die Ressource Wissen in der Wissensgesellschaft zu den klassischen Produktionsfaktoren gehört, haben wir unter anderem im Beitrag "Arbeit, Boden, Kapital und Wissen" festgehalten. Management-Guru Peter F. Drucker machte während Jahrzehnten auf die Wichtigkeit von Wissen und Informationen aufmerksam. 2005 publizierte Manager Magazin Druckers "Vorsprung durch Wissen". Er hielt darin unter anderem fest:
"Wirtschaftliches Wachstum kann nicht länger, wie das in der Vergangenheit meist der Fall war, durch mehr Beschäftigung - das heißt durch erhöhten Einsatz von Arbeitskräften oder durch gesteigerte Verbrauchernachfrage - erzielt werden. Allein durch eine drastische und fortgesetzte Steigerung der Produktivität der Ressource Wissen kann für weiteres Wachstum gesorgt werden. Nur bei Wissensarbeit beziehungsweise Wissensarbeitern verfügen die entwickelten Länder noch über einen komparativen Wettbewerbsvorsprung. Und daran wird sich wohl in den nächsten Jahrzehnten auch nichts ändern."
Verfasst von Hans Fischer um 18.11.09 10:38

