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23.10.2009
Viel Geschwafel um Web 2.0 alias Social Media
Den Begriff Web 2.0 erwähnten wir hier zum ersten Mal am 9. Januar 2006 im Beitrag "Web 2.0 zwischen Bashing und Euphorie". Das war nicht besonders früh, aber auch nicht besonders spät und sorgte im Umfeld für einiges Stirnrunzeln über eine angebliche Laune des Webs, die sich sehr schnell wieder verflüchtigen würde.
Hey, da haben sich viele Protagonisten, Journalisten, (Pseudo-) Evangelisten und Puristen aber schwer getäuscht. Knapp vier Jahre und unter anderem ein Web 2.0-spezifisches Wiki später, sind die unter dem Kunstbegriff Web 2.0 subsumierten Sozialisierung, Interaktion und das entsprechend veränderte Kommunikations- und Konsumationsverhalten so etabliert, dass Google Alerts zum Thema kaum mehr was bringen, weil so viel Schrott und Halbwissen mitangezeigt wird, dass man schnell mal die Lust am Durchstöbern verliert und sich unter anderem wieder auf die Qualitäten der guten alten Newsreader besinnt.
Erstaunlich sind auch menschliche Veränderungen: Plötzlich schwirren ganze Heerscharen von Web 2.0-Experten, sie nennen sich heute eher Social Media- und Social Media Marketing-Spezialisten, durch's Web und Lande. Und unter ihnen befinden sich nicht wenige der einstmals grössten Skeptiker. Aus Nasenrümpfern wurden Twitter-Enthusiasten, aus Kommunikationskontroll-Freaks Viral-Experten. Man könnte sich jetzt Gedanken über Opportunismus und echte oder unechte Expertise machen, doch eigentlich ist das doch völlig egal. Denn das ganze Gewusel 2.0 ist unter dem Strich absolut super. Was soll man gegen Interaktion, Web-Sozialisierung, Wissensaustausch und userfreundliches E-Business denn auch haben? Eben.
Ausserdem warten schon die nächsten Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel einer im Beitrag "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" festgehalten ist. Und hat man mit Solcherlei und Ähnlichem zu tun, trifft man plötzlich auch wieder auf Nasenrümpfer und Ultra-Skeptiker. Zyklisch halt, das Ganze.
Verfasst von Hans Fischer um 23.10.09 09:54

