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30.10.2009

BCV, e-SIDER.COM und PostFinance E-Trading mit neuen E-Börseninfos

Nach einem Jahr Entwicklungs- und Integrationsarbeit konnten die beteiligten Kolleginnen und Kollegen der Rolotec sowie die Auftraggeber und Projektverantwortlichen der Banque Cantonale Vaudoise (BCV) und der PostFinance diese Woche die neu gestalteten Online-Börseninformationsangebote der BCV-Website und der Tradingapplikationen e-SIDER.COM und PostFinance E-Trading in Betrieb nehmen.

Neben diversen inhaltlichen Anpassungen, welche die Kundinnen und Kunden mit viel Begeisterung aufgenommen haben, ist als essentielle Änderung sicherlich der neue Lieferant für Börseninformationen, SIX Telekurs, zu nennen. SIX Telekurs ist Teil des Infrastrukturunternehmens SIX Group.

Verfasst von Rolotec AG um 14:48

Fachartikel über Finance 2.0 & Corporate Twitter

... im neuesten Netzguide IT in Finance unter dem Titel "Finance 2.0 - unumgänglich und doch nicht dringlich":

Banken twittern, sind auf Social Networks aktiv, führen Wikis, produzieren Podcasts oder publizieren via RSS-Feeds. Wird auf User als Kunden abgezielt, geht es nicht anders. Finance 2.0. bleibt aber eine Gratwanderung zwischen Opportunitäten und Risiken.

Web 2.0 lässt sich in der Finanzbranche in vielerlei Hinsicht einsetzen. Für den Community-Aufbau genauso wie für Marketing, Kommunikation, Public Relations, Mitarbeitermotivation, Kundenservice oder Wissensmanagement. Richtig eingesetzt, bedient Twitter, die Anwendung mit den derzeit grössten Zuwachsraten, gleich alle aufgezählten Bereiche. Die 140-Zeichen-Micro-Blogging-Anwendung ist aber heikel für den Bankeneinsatz. Langweilige Beiträge ziehen, wenn überhaupt, Hohn nach sich. Allzu fetzige Tweets gelten dagegen schnell als nicht authentisch. Wer sich für Corporate Twitter entschliesst, braucht trotz der Flüchtigkeit des Mediums gute Inhalte respektive entsprechend befähigtes Personal. Dazu kommt die passende Managementeinstellung: Im Gegensatz zur klassischen Unternehmenskommunikation mit meist umfangreichen Freigabevorschriften sollten die Twitter-Verantwortlichen direkt und selbst über die Inhalte entscheiden können. Wenn das aus unternehmenspolitischen oder regulatorischen Gründen nicht geht, ist aktive Zwitscherei keine Option. Zumindest passiv aber muss Twitter zwingend verfolgt werden. Unendlich schnell verbreiten sich die Tweets – positive wie negative. Wer nicht auf dem Laufenden ist, verliert wertvolle Zeit für entsprechende Massnahmen, falls das eigene Unternehmen ins Twitter-Fadenkreuz geraten sollte. Beispiele gibt es ausreichend.

Massiv gesteigerte Akzeptanz

Twitter, Facebook, Blogs oder andere Social-Media-Anwendungen haben gemein, dass sie insbesondere von den kommenden Kundengenerationen sehr ernst genommen werden. Es ist kein Geheimnis, dass User der Meinung anderer User mehr vertrauen als den unkommentierten Aussagen von Unternehmen – Hochglanzpostille hin oder her. Der Einsatz von Social Media im Unternehmensbereich dürfte für viele Finanzinstitute deshalb von vitalem Interesse sein. Die Implementierung ist aber keinesfalls einfach. Sie sollte gut geplant sein. Zeit dazu ist noch ausreichend vorhanden: Gemäss der aktuellen Bankentrendstudie des Fraunhofer Innovationsforums Bank&Zukunft verfügen derzeit erst gut 25 Prozent der befragten deutschen Banken über Web-2.0-Anwendungen im Test- oder Live-Einsatz.

Anwendungsspektrum

Das Spektrum der möglichen Anwendungen reicht von Intranet-Wikis bis hin zum Aufbau von bankeigenen virtuellen Welten. Letzteres ist nach dem «Niedergang» von Second Life nicht wirklich angesagt. Dass aber Generationen an potenziellen Nutzern von virtuellen Bankwelten heranwachsen, steht ausser Zweifel. Denn die kommenden Kunden – auch Millenials oder Digital Natives genannt – bewegen sich gekonnt in virtuellen Welten. Die Konsequenz: Wird ein heute Jugendlicher finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute, virtuelle Welt dem Gang in eine reale Bankfiliale vorziehen. Die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft wird Begegnungszonen für Kunden und Interessierte genauso bieten wie Diskussionsebenen mit Bankangestellten. Das aber ist Zukunftsmusik – doch sie wird erklingen.
Aktuell sind neben Micro Blogging insbesondere Social Networks wie Facebook, Xing oder BoerseZV angesagt. Es handelt sich um virtuelle Gemeinschaften von Usern mit ähnlichen Interessen oder Bedürfnissen. Insbesondere in Intranets sind Social Networks teilweise bereits etabliert. Vorteil gegenüber klassischen Foren oder Chat-Rooms ist die Tatsache, dass bei Social Networks verschiedenste Verknüpfungen von Kontaktangaben mit Interessengebieten oder Diskussionsbeiträgen erstellt werden können. Treten Bankangestellte via Social-Network-Anwendung miteinander in Kontakt, geschieht das Ganze zwar nach wie vor virtuell, die Diskutierenden verfügen aber über eine gegenseitig ausreichende Informationsbasis, deren Inhalte dokumentiert und von geeigneter Software als kontextspezifische Suchresultate angezeigt werden können.

Zehn konkrete Handlungstipps

  • Potenzialanalyse: Der Einsatz von Web-2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.

  • Zieldefinition: Web-2.0-Anwendungen sind mittlerweile so etabliert, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.

  • Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.

  • Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.

  • Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Web-2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.

  • Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Corporate-Web 2.0-Einsatzes, steigt damit entscheidend.

  • Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte

  • Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.

  • Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.

  • Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

Verfasst von Rolotec AG um 14:14

29.10.2009

Weltumspannend: Happy Birthday Internet

Unter anderem im Beitrag "Internet: Sturmlauf vom Freak- zum Leitmedium" haben wir die Internet-Geschichte thematisiert. Aber genau heute ist Geburtstag angesagt. Unter "40 Jahre Internet - 20 Jahre www" schreibt 3sat:

"Die Geschichte des Internets beginnt am 29.10.1969, als Leonard Kleinrocks Mitarbeiter Charly Klein an der UCLA (Universität von Los Angeles) die erste Netzwerk-Nachricht über eine Strecke von 400 Meilen absetzte. Der Text der Nachricht war „LO“. Das war der welterste Text im Internet - die erste Internetnachricht. Eigentlich wollten Charly Klein und Leonard Kleinrock ein „LOGIN“ schreiben (um sich am entfernten Stanford-Computer einzuloggen), doch beim „G“ stürzte alles ab. Ein paar Stunden später jedoch war alles gut. Das LOGIN klappte. Im Laufe des Jahres schlossen sich noch die Universitäten von Santa Barbara und Utah dem neuen Netzwerk an, das den Namen ARPANET trug."
Anbei eine Auswahl an aktuellen Artikeln zur Entstehungsgeschichte.

Verfasst von Rolotec AG um 10:33

28.10.2009

Enterprise Search: Wichtig und doch kein Renner

Das deutsche Fachmagazin Datenbank Spektrum hat im (öffentlich leider nur als Abstract zugänglichen) Artikel "Enterprise-Search-Systeme im internen Wissensmanagement: Ergebnisse einer Studie zu Perspektiven der Unternehmen" die von uns mitgesponserte Studie "Enterprise Search - Katalysator für den internen Informations- und Wissensfluss" (s. auch "Enterprise Search mit Finanzbranchen-Fokus") zusammengefasst. Anbei einige Schlüsselaussagen:

"Mitarbeiter sind in immer stärkerem Maße als Informations- und Wissensarbeiter tätig, die Informationen suchen, bewerten, produzieren und anwenden. Ihre Produktivität kann durch geeignete Wissensmanagement-Werkzeuge stark erhöht werden. Einen wichtigen Bestandteil stellen Suchlösungen für interne Daten dar. (...)

Dank Enterprise-Search-Lösungen werden Inhalte schneller gefunden, überhaupt gefunden und/oder zu neuen Inhalten aufbereitet. Die Qualität einer Enterprise-Search-Lösung zeigt sich an der Abdeckung der Quellen sowie an der Aktualität, Präsentation und insbesondere an der Relevanz der Resultate, die möglichst unabhängig von der Qualität der Frageformulierung ist. (...)

Die Problematik bei Enterprise-Search besteht darin, aus einer großen Anzahl unstrukturierter Dokumente verschiedener Herkunft relevante (nützliche) Treffer zu finden, welche ein Informationsbedürfnis des Anwenders möglichst gut befriedigen. So werden wissensintensive Geschäftsprozesse optimal unterstützt. Die zugrunde liegende Methodik hinter Enterprise-Search-Lösungen ist als "Information Retrieval" bekannt (...).

Bezüglich der Nutzer haben Untersuchungen ergeben, dass Nutzer auf dem Web oft faktenorientiert sind, und wenige Treffer mit simplen Antworten bevorzugen. In Unternehmungen mit wissensintensiven Geschäftsprozessen werden dagegen tendenziell komplexere Informationsbedürfnisse formuliert, die dann so vollständig und ausführlich wie möglich durch die gefundene Information zu unterstützen sind. (...)

Die Entprise-Search berührt noch weitere Aspekte wie Visualisierung, Social Search und Kategorisieren und Information aggregieren. (...)

Das Bewusstsein für die Nutzenpotenziale ist derzeit als gering zu bewerten. Die Hälfte der Studienteilnehmer weiß nicht, wie viel Zeit die Mitarbeitenden mit Suchen verbringen, wie intensiv vorhandene Suchfunktionen genutzt werden und ob die Suchfunktionen die richtigen, beziehungsweise relevanten Inhalte liefern (...).

Der wichtigste Grund gegen Enterprise-Search-Systeme sind die erwarteten Investitionskosten – wobei fast gleiche viele Studienteilnehmern keine Barrieren sehen und weniger als 10% argumentieren, dass sie keinen Bedarf hätten, weil sie finden, was sie suchen. Weitere Barrieren sind Sicherheitsbedenken, die technische Komplexität, die Betrieb- und Wartungskosten sowie die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fachabteilungen

Insgesamt ergibt sich das Bild, dass einerseits die Probleme durch eine fehlende Enterprise-Search bisher als zu wenig gravierend eingeschätzt wurden, und dass andererseits vor allem der nicht-finanzielle Nutzen durch Qualitätssteigerungen und höhere Arbeitsmotivation angesichts der befürchteten Investitionskosten unterschätzt wurde."

Weiterführende Informationen zu Retrieval, Wissensmanagement oder die Kombination von Wissensmanagement mit Web 2.0-Anwendungen finden sich u.a. auch im frei zugänglichen WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki.

Verfasst von Rolotec AG um 11:05

27.10.2009

Schweizer Banken tun sich schwer mit Finance 2.0

"Die Jugend lebt im Netz - Finance 2.0 wird Pflicht", haben wir jüngst geschrieben. Eine Pflicht, die Bankverantwortliche aller Länder angeht. In den Postings "Konkreter Schritt in die (Twitter-)Banken-Zukunft", "Finance 2.0: Eine weitere Bank auf Twitter" oder "Social Media im Bankeneinsatz" wird auf Entwicklungsschritte in diese Richtung aufmerksam gemacht. Die Beiträge haben eine Gemeinsamkeit: Schweizer Banknamen tauchen darin nicht auf.

Eine Feststellung, die finnews.ch im Beitrag "Mobile Banking: Verpassen die Schweizer den Trend?" recherchiert hat und schreibt:

"Beim Einsatz von neuen Internet-Technologien wie Corporate-Twitter oder iPhone-Apps sind viele Schweizer Banken noch zögerlich. (...) Viele Banken ziehen den Einsatz von Twitter erst gar nicht in Betracht, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Die Kundensicherheit habe Vorrang, heisst es bei den meisten Instituten. (...) Einzig die ZKB hält sich die Corporate–Twitter-Option offen: «Wir beobachten die Szene und könnten jederzeit am Markt auf diesem Kanal aktiv werden», heisst es von der Pressestelle. (...) Dass mobile Geräte kein grösseres Sicherheitsrisiko als das konventionelle Online-Banking darstellen, hat eine Schweizer Bank bereits erkannt: Swissquote. Diese bietet seit wenigen Monaten eine iPhone-Applikation an. Über diese können die Bankgeschäfte von Apples Mobiltelefon verrichtet werden."
Und im Schlussabschnitt wird auf die kommenden Kundengenerationen verwiesen. Diesbezüglich haben wir im Beitrag "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" festgehalten:
"Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel."

Verfasst von Rolotec AG um 14:52

26.10.2009

Software international - Jobs bei Rolotec AG

Mit welch interessanten Themen wir uns hier in Biel beschäftigen, finden Sie hier im Blog im weiteren und unter Dienstleistungen in engeren Sinne beschrieben. Wer sich angesprochen fühlt und die spezifischen Profilanforderungen erfüllt, hat gute Chancen, Teil unserer Erfolgsgeschichte zu werden. Zurzeit suchen wir:

Wir freuen uns auf neue Kolleginnen und Kollegen. Hasta luego.

Verfasst von Rolotec AG um 11:05

23.10.2009

Viel Geschwafel um Web 2.0 alias Social Media

Den Begriff Web 2.0 erwähnten wir hier zum ersten Mal am 9. Januar 2006 im Beitrag "Web 2.0 zwischen Bashing und Euphorie". Das war nicht besonders früh, aber auch nicht besonders spät und sorgte im Umfeld für einiges Stirnrunzeln über eine angebliche Laune des Webs, die sich sehr schnell wieder verflüchtigen würde.

Hey, da haben sich viele Protagonisten, Journalisten, (Pseudo-) Evangelisten und Puristen aber schwer getäuscht. Knapp vier Jahre und unter anderem ein Web 2.0-spezifisches Wiki später, sind die unter dem Kunstbegriff Web 2.0 subsumierten Sozialisierung, Interaktion und das entsprechend veränderte Kommunikations- und Konsumationsverhalten so etabliert, dass Google Alerts zum Thema kaum mehr was bringen, weil so viel Schrott und Halbwissen mitangezeigt wird, dass man schnell mal die Lust am Durchstöbern verliert und sich unter anderem wieder auf die Qualitäten der guten alten Newsreader besinnt.

Erstaunlich sind auch menschliche Veränderungen: Plötzlich schwirren ganze Heerscharen von Web 2.0-Experten, sie nennen sich heute eher Social Media- und Social Media Marketing-Spezialisten, durch's Web und Lande. Und unter ihnen befinden sich nicht wenige der einstmals grössten Skeptiker. Aus Nasenrümpfern wurden Twitter-Enthusiasten, aus Kommunikationskontroll-Freaks Viral-Experten. Man könnte sich jetzt Gedanken über Opportunismus und echte oder unechte Expertise machen, doch eigentlich ist das doch völlig egal. Denn das ganze Gewusel 2.0 ist unter dem Strich absolut super. Was soll man gegen Interaktion, Web-Sozialisierung, Wissensaustausch und userfreundliches E-Business denn auch haben? Eben.

Ausserdem warten schon die nächsten Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel einer im Beitrag "Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!" festgehalten ist. Und hat man mit Solcherlei und Ähnlichem zu tun, trifft man plötzlich auch wieder auf Nasenrümpfer und Ultra-Skeptiker. Zyklisch halt, das Ganze.

Verfasst von Rolotec AG um 09:54

20.10.2009

Second Life? Vielleicht. Virtuelle Welten? Logisch!

Für Schnellleser die Essenz vorneweg genommen: (...) dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können.

Und nun von Anfang an: Gestern habe ich in einem Tweet zum Computerwoche-Beitrag "Zweite Chance für Second Life und Co.?" als Kurzantwort auf die Frage festgehalten: "Virtuelle Spielwelten sind etabliert, die Biz-Welt folgt." Eine Meinung, die einige Gesprächspartner seither nicht teilten. Nun, ich habe keinen Zweifel und gehe sogar davon aus, dass auf Kundeninteraktion angewiesene Unternehmen ohne virtuelle Umgebungen längerfristig nicht überleben können. Die Überlegungen dazu habe ich unter anderem im Fachartikel "Drei virtuelle Thesen zum Bankkunden von morgen" festgehalten - der Artikel ist zwei Jahre alt, der Inhalt scheint mir immer noch stimmig zu sein.

"Es kann durchaus sein, dass «Second Life» wieder von den Bildschirmen verschwinden wird. Es steht aber kaum zur Debatte, dass neue virtuelle Parallelwelten entstehen werden. Die kommenden Bankkunden bewegen sich nämlich so gern wie engagiert in den Spielwelten. Sie investieren viel Geduld und manchmal auch Geld in die Gestaltung ihrer Spielfi guren, die so genannten Avatare. Die Identifi kation mit ihnen ist so gross, dass die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt perforiert werden.

Es braucht nicht viel Fantasie, die Folgen dieser Entwicklung zu abstrahieren. Wird ein heute Jugendlicher in einigen Jahren finanziell selbstständig und will ein reales Konto eröffnen, wird er die ihm vertraute Welt mit Interaktionsmöglichkeiten dem realen Gang in eine Bankfiliale vorziehen. Wer diesen Gedanken beim Lesen sofort negiert, sollte nicht vergessen, dass die virtuelle, dreidimensionale Bank der Zukunft Begegnungszonen für Kunden und Interessierte, Diskussionsebenen mit Bankangestellten und Besuchsmöglichkeiten von Trading-Räumen oder Hypothekenabteilungen beinhalten wird – ein Rundum-Wohlfühlpaket für virtuell Geübte. Kommt dazu, dass die Speicherung der Daten und Interessen eine Komplett-Betreuung ermöglicht. Die grössten Anforderungen sind im regulatorischen Bereich anzusiedeln. Dass die Generation an potenziellen Nutzern solch virtueller Bankwelten heranwächst, steht ausser Zweifel."

Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Rolotec AG um 14:14

19.10.2009

Corporate Social Media brauchen Strategie & Regeln

Bill Ives analyisiert im Beitrag "More on Taking Social Media Policies Inside Enterprise 2.0 - Eight Issues to Consider" die zehn Thesen zum Social Media-Einsatz in Unternehmen von Tech Republic ("10 things you should cover in your social networking policy"):

  1. A clear company philosophy - This is one of the most relevant (...) The company should encourage the use of social media for business within the enterprise but it needs to convey that in the policy. It still needs to define how it is best used and why it should be used, as well as the benefits.

  2. The definition of “social networking” - I would make this one number one and the current top one number two. Tech Republic writes, “It may seem obvious, but it is important that your policy define what is meant by “social networking” or “social media,” since the term means different things to different people.” (...)

  3. Identifying oneself as an employee of the company - This one should not be an issue but people should be identified through the company’s Active Directory or other similar means. This automated identification is one of the benefits of moving inside the enterprise.

  4. Recommending others - Employees should use common sense here but it does not have to be an explicit part of the internal policies.

  5. Referring to clients, customers, or partners - While this is very important on the Web because of client confidentiality issues, it remains an issue inside as many contractual arrangements call for only discussing the client and it’s issues on a “need to know” basis. I remember that some clients of my former employer required all presentations and discussions to use a pseudonym for the client, even when the project team was the only audience for them.

  6. Proprietary or confidential information - Like item five above this remains an issue inside the organization. The power of social media can take information way beyond those who need to know it.

  7. Terms of Service - While those who purchase and bring software inside the enterprise should be responsible for this, employees should be aware of it. Even inside the organization, your policy should hold employees responsible for reading, knowing, and complying with the ToS of the tools they use.

  8. Copyright and other legal issues - Again, this applies to internal use for several reasons. Social media activities can be discoverable if the company is being contested for violation of legal issues. (...)

  9. Productivity impact - This remains an issue inside the enterprise. These policies should not be oppressive and should not discourage use. They should assume that social media is a positive business activity, not a waste of time. However, like anything there can be too much of a good thing. Addressing this issue can reduce the fears of those who are concerned about social media use, as well as provide some clear guidelines for users.

  10. Disciplinary action - Tech Republic writes that the policy should spell out that violation of the policy can result in disciplinary action, up to and including termination, and reference other company policies that lay out the appeals process and other relevant information. I think this applies to any policy guidelines.

Ergänzend: Im Beitrag "Warum scheitern corporate Blogs (und Twitter)?" haben wir 10 Praxistipps für eine erfolgreiche Umsetzung erläutert:
Potenzial-Analyse
Der Einsatz von Web 2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Marketingstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen zu analysieren. Grundsätzlich gilt zu ergänzen, dass die bis anhin verwendeten Zielgruppendefinitionen zur gezielten Ansprache mittels Massenmedien den Anforderungen nicht mehr genügen. Vielmehr hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension „online Affinität“ zu erfolgen, um sicherzustellen, dass die angepeilten Käufergruppen auch tatsächlich mit diesen Web 2.0-Tools erreicht werden. Und noch eine generelle Feststellung: Komplexität und Dynamik der möglichen Web 2.0-Anwendungen erfordern, dass sich die Geschäftsleitung über die mögliche Tragweite des Einsatzes von Web 2.0-Tools bewusst ist und Marketing 2.0 zur Chefsache erklärt.

Ziel-Definition
Trial and Error macht im Internet Sinn. Web 2.0 und Marketing 2.0 sind aber mittlerweile so etabliert, dass diese Vorgehensweise nicht mehr zu empfehlen ist. Spott und Hohn ergiessen sich in der virtuellen Welt deutlich schneller über ungeschickt agierende Marketingabteilungen als im Offline-Geschehen. Wir erachten es deshalb als unumgänglich, konkrete Ziele für die Marketing 2.0-Vorhaben zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren. Drei mögliche Ziele unter Hunderten könnten lauten:

  • Der Webseiten-Traffic soll nach 3 Monaten Einführungszeit monatlich um 5 Prozent zunehmen.
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf der Website soll bis in sechs Monaten auf mindestens 2 Minuten angehoben werden.
  • Nach 12 Monaten Einführungszeit werden monatlich 10 qualifizierte Leads erwartet.
Tool-Evaluation
Wenn Geschäftsleitungsmitglieder schon beim Wort „Weblog“ die Stirnen in Falten legen, macht es wenig Sinn, einen Auftritt in Second Life vorzuschlagen. Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur – Marketing 2.0 bedingt immer auch Change Management! – sind individuell passende Tools zu evaluieren. Grösstmehrheitlich werden Weblogs oder Wikis für Internet, Intranet oder Extranet gewählt werden. Gelegentlich machen auch offene oder geschlossene Social Networks Sinn. Die wenigsten Unternehmen werden sich von Beginn weg mit viralem Marketing oder mit RSS-Feed-Werbung auseinandersetzen – ausser, sie kooperieren mit externen Agenturen. Letzteres empfehlen wir aber nicht, da die Durchbrechung des klassischen Sender-/Empfänger-Kommunikationsmodells immer auch mit einem Kontrollverlust einhergeht. Es ist sicherlich besser, wenn sich Unternehmen die Marketing- und Web 2.0-Kompetenz selber aufbauen und sich nicht externen Stellen ausliefern.

Risiko-Bewusstsein
Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Ausserdem ist es relativ einfach, sich mit ungeschickten Kommunikationsmassnahmen ins virtuelle Abseits zu stellen. Im besten Fall ist man wie BMW nach einigermassen stümperhaftem Suchmaschinenmarketing lediglich kurzzeitig Weg vom Fenster – respektive aus dem Google-Index –, im schlechtesten Fall ziehen ungelenke Aktionen massive Geschäftsschädigungen wie beim Klingeltonanbieter Jamba nach sich: Als die Blogosphäre festgestellt hatte, dass Jamba-Mitarbeitende unter Pseudonymen die eigenen Produkte lobten, donnerte eine virtuelle Schmählawine auf das Unternehmen ein, die noch heute Nachwirkungen zeitigt. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Für Marketing 2.0-Anwendungen zuständige Mitarbeitende ohne entsprechende Ausbildungen verwenden nicht selten ungefragt Personenbilder oder copyrightgeschützte Inhalte ohne entsprechende Abklärungen. Insbesondere in Deutschland und Österreich haben sich Juristen auf solche Belange – respektive auf Abmahnungen – spezialisiert. Generell ist festzustellen, dass im Bereich des Immaterialgüterrechtes ungleich grössere Toleranz gegenüber privaten Anwendern (zum Beispiel Bloggern oder Video-Produzenten) herrscht, als gegenüber Corporate Bloggern & Co. Letztere müssen besondere Vorsicht walten lassen. Was die eingangs erwähnte kriminelle Energie betrifft, sind Internetbetrug (zum Beispiel Nigeria-Connection), Phishing, Virenattacken oder Spionageangriffe hinlänglich bekannt. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen diesbezüglich weitreichende Gedanken machen und die Resultate bevorzugt auch in Form von verbindlichen Richtlinien für die (angestellten) Web 2.0-Anwender festhält.

Personal-Schulung
Es gibt nichts langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Wikis oder andere Web 2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn Marketing 2.0 nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden betrieben wird. Werden die Anwendungen vor allem für internes Marketing im Intranetbereich (zum Beispiel für Diskussionen unter Technikern und Vertrieb, etc.) eingesetzt, ist der Mitarbeiter-Know-how-Faktor sehr viel weniger wichtig als bei Anwendungen im öffentlichen Bereich. Nichtsdestotrotz braucht auch internes Marketing 2.0 Aufmerksamkeit, Kompetenz und entsprechende Ressourcen – wenn nicht, steht von Vornherein mit allergrösster Sicherheit fest, dass die Anwendungen kaum genutzt würden.

Pilot-Anwendungen
Im Sinne der bisher beschriebenen Handlungsempfehlungen liegt auf der Hand, dass strategie- und zielkonforme Anwendungen ausgiebig getestet werden müssen. Aus eigener Erfahrung ist hierfür ein möglichst heterogener Teilnehmerkreis zu wählen, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert oder zumindest simuliert. Bei Tests erkennen die zuständigen Mitarbeitenden, die teilnehmenden (künftigen) Konsumenten und die zuständigen Verantwortlichen in aller Regel viel Optimierungspotenzial – was als angenehmer Nebeneffekt die gefühlte Toleranz gegenüber diesen neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann.

Lösungs-Etappierung
Strategie- und Zielabklärungen laufen idealerweise auf einer inhaltlich breiten Linie. Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenslage aufdrängen. Verschiedene konkrete Erfahrungen im Gruppenbereich haben klar aufgezeigt, dass die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung wenig Sinn macht. Marketing 2.0 steht auch für Dynamik und laufende Weiterentwicklung. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln ist Grundlage der möglichen Erfolgsgeschichte. Externe Beratungsunternehmen, die das Gegenteil behaupten, dürfen unseres Erachtens durchaus sehr kritisch hinterfragt werden.

Mitarbeiter-Einbezug
Wird hauptsächlich internes Marketing 2.0 betrieben, müssen die tangierten Mitarbeitenden zwingend, eingehend instruiert und geschult (E-Learning drängt sich in dem Zusammenhang auf) werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Unter anderem geht es um freiwilliges Preisgeben von Wissen – was häufig mit dem Gefühl des Machtverlustes einhergeht. Mentale Blockaden können nur aufgebrochen werden, wenn die Mitarbeitenden über Sinn, Zweck, Erwartungen, Chancen und Gefahren der Anwendungen informiert wurden und die Usability sehr gut ist. Komplizierte Anwendungen haben keine Chance auf Breitenwirkung. Werden die Marketing 2.0-Anwendungen hauptsächlich für externe Kommunikation und Interaktion eingesetzt, hat dieser Punkt der Instruktion und Information der Belegschaft nach wie vor volle Gültigkeit: Die Mitarbeitenden müssen strategie- und zielkonform Auskunft geben können, wenn sie von Aussenstehenden auf die Marketing 2.0-Anwendungen angesprochen werden.

Zielgruppen-Kommunikation
Dieser Punkt könnte von der Bedeutung her gesehen auch der erste sein. Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Marketing 2.0 basiert auf Interaktion. Wenn User-Anregungen, -Fragen oder was auch immer nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet und beantwortet werden, verpufft der ganze Marketing 2.0-Effekt, respektive kann sich sehr schnell eine Imageproblematik ausbilden. Unter diesem Gesichtspunkt verdeutlicht sich vorgängig formulierte Forderung nach ausreichend viel und kompetentem Personal.

Ziel-Überprüfung
Nichts ist für die Ewigkeit und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. Das Internet als massentaugliche Plattform gibt es seit wenigen Jahren. Und trotzdem hat es sich zum Leitmedium emporgeschwungen. Diese ungeheure Dynamik setzt sich fort, weil eine riesengrosse Masse an der Weiterentwicklung mitwirkt, weil zukunftsträchtige Businessmodelle Start-ups initiieren und weil wenigstens ansatzweise das emergente Prinzip der Wisdom of Crowds zu funktionieren scheint. In diesem Kontext ist völlig klar, dass auch webbasierte Marketinglösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Marketing 2.0-Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder wenigstens Kapital) verbrennen.


Wir twittern @rolotec.

Verfasst von Rolotec AG um 11:12

16.10.2009

Social Media bieten KMU enormes Potenzial

Zweifler (s. auch "Die fünf Phasen des Social Media-Leid(en)s") finden u.a. im BBC News-Artikel "Twitter and Facebook aid small firms" konkrete Beispiele und die übergeordnete Aussage:

"Companies that have jumped on the Twitter and Facebook bandwagon are reporting a surge in customers while others struggle.

With minimal marketing budgets available to many small businesses, social networking sites offer a quick and, more importantly, free means of promoting their wares to a global audience.

In the face of stiff competition and a global economic downturn, it is a route more and more companies are going down."


Weitere Beiträge zur Thematik:

Verfasst von Rolotec AG um 14:20

14.10.2009

Die Jugend lebt im Netz - Finance 2.0 wird Pflicht

Finance 2.0 ist aktuell wichtig und in näherer Zukunft wohl auch überlebenswichtig. Kurz: Finanzunternehmen, welche die Netzgewohnheiten und -bedürfnisse der jüngeren Generationen - aus Kunden- und Mitarbeitersicht - nicht berücksichtigen, dürfen entweder nicht auf Neuakquisitionen angewiesen sein oder bugsieren sich unweigerlich ins Abseits. Die Meinung, "Ach, die kommen dann schon zu uns an den Schalter oder arbeiten, das war schon immer so", geistert nicht ganz selten noch in den Führungsetagen rum. Meldungen wie diese von BBC News (via Golem.de) "Britische Studie: Jugendliche leben im Netz - 75 Prozent könnten nicht auf das Internet verzichten", sollten aber eindeutig klar machen, dass Passivität - oder z.B. auch die Sperrung von Social Media-Angeboten (s. u.a. "Für Facebook während der Arbeitszeit") - keine erfolgversprechenden Mittel für die Zukunftsbewältigung sind.

Verfasst von Rolotec AG um 15:58

12.10.2009

"Für Facebook während der Arbeitszeit"

Gesperrte Social Media-Seiten wie Facebook oder Twitter gibt es relativ häufig. Sicherheitsaspekte oder allfällige Unproduktitvität werden als Hauptgründe genannt. Nun, die Social Media-Interessierten weichen ganz einfach auf Smart Phones aus oder umgehen die Sperre via zahlreichen Dienstleistungsseiten im Web.

Es liegt auf der Hand, dass Verbote in eine Sackgasse führen und die Diskussion ernsthaft(er) geführt werden müsste. Inbesondere da jüngere Arbeitnehmer schlicht und einfach nicht mehr bereit sind, auf Social Media-Anbebote während der Arbeitszeit zu verzichten. Warum? Weil das Teil ihres Kommunikationsverhaltens ist, wie unter anderem auch Beratungsunternehmen vor einiger Zeit schon festgestellt haben (s. auch Beitrag "Mitarbeiter-Loyalität dank Web 2.0-Toleranz").

Einen interessanten Beitrag zur Diskussion trägt die Computerwoche im Artikel "E-Mail stirbt: Für Facebook während der Arbeitszeit", respektive der zitierte "Wikinomics"-Autor Don Tapscott, bei:

"Ein großes Problem in Europa ist der fehlende Nachwuchs. Der Kampf um Fachkräfte wird sich weiter verstärken. Gewinnen werden ihn die Unternehmen, die sich auf die jetzt in die Arbeitsgesellschaft eintretenden "Digital Natives" einstellen. Das heißt in erster Linie, ihre auf das Internet und dessen Möglichkeiten fokussierte vernetzte Denk- und Arbeitsweise verstehen zu lernen. Das fängt schon damit an, dass die Unternehmen aufhören müssen, die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook während der Arbeitszeit zu verbieten."
Und das den im Titel erwähnten Tod der E-Mail anbelangt, ist Tapscott überzeugt:
"Die E-Mail ist eine sehr primitive Art, sich miteinander auszutauschen - ich nutze sie seit 1977. Sie hat nur so lange überlebt, weil modernere Kommunikationsformen erst in den vergangenen Jahren entstanden sind."
Im Frühling wird sein neues Buch zur Thematik erscheinen.

Verfasst von Rolotec AG um 10:19

09.10.2009

Weekend-Spezial - Dinge, die die Welt nicht braucht

Heute mit dem "Moo Mixer Supreme", erhältlich bei Amazon für schlappe $14.30 - und der Kaffee muss nie mehr selber umgerührt werden. Wurde höchste Zeit, kommt dieser Lebensbereichssupport ;-)

coffee-stir-cup.jpg

(Bildquelle: Amazon)

=> Bisherige Dinge, die die Welt nicht braucht

Verfasst von Rolotec AG um 16:01

KnowTech-Rückblende - Wissen ist kein Objekt

Im Posting "Eine kurze Reise ins Land des Wissensmanagements" resümiert Peter Geißler (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationsmanagement) über die KnowTech 2009 und streicht insbesondere folgende Thesen aus der Präsentation von Dave Snowden heraus.

  • Wissen ist immer freiwillig und kann nicht zwangsverpflichtend sein,

  • Wir wissen immer nur das, was wir tatsächlich gerade benötigen, wir sind keine „informations processors“,

  • Im Rahmen eines wirklichen Wissensbedarfs lehnen einige Leute es ab, ihr Wissen zu teilen,

  • Was wir tatsächlich wissen ist nicht das gleiche was wir sagen zu wissen,

  • Wir wissen mehr als wir sagen können, wir können mehr sagen, als wir aufschreiben können,

  • etc.

Verfasst von Rolotec AG um 13:22

08.10.2009

UBS erweitert und migriert ETF-Angebot

Exchange Traded Funds (ETFs) werden Mainstream. Wir kennen sie noch aus der Pionierzeit und berechnen seit dem Start der Aktivitäten in der Schweiz die indikativen Nettoinventarwerte der UBS Exchange Trades Funds (s. auch "Bestandsaufnahmen im Viertelminutentakt" und "The Eye for ETFs").

UBS ETF hat das Angebot von am ETF-Segment der SIIX Swiss Exchange nun um sieben Instrument erweitert: UBS-ETF MSCI Europe, UBS-ETF MSCI EMU Value, UBS-ETF MSCI Pacific (ex Japan), UBS-ETF MSCI Canada, UBS-ETF MSCI USA I, UBS-ETF MSCI World I und UBS-ETF MSCI Europe I.

Desweitern teilt SIX Swiss Exchange heute mit, dass sechs UBS ETFs im Rahmen der VTX-Auflösung von der XVTX- auf die XSWX-Umgebung migriert werden. Per Stichtag 12. Oktober sind dies: UBS-ETF DJ EURO STOXX 50, UBS-ETF FTSE 100, UBS-ETF MSCI EMU, UBS-ETF MSCI Japan, UBS-ETF MSCI USA und UBS-ETF MSCI World

Verfasst von Rolotec AG um 10:57

07.10.2009

10 Jahre Blogger (im 140-Zeichen-Zeitalter)

"Blogger marks 10 year milestone", titelt BBC News und sinniert:

"In an age when online dialogue lasts no more than 140 characters, some have pondered just how relevant the business of blogging remains."
Nun, Blogger, 2002 von Google übernommen, hat die 10-Jahresmarke erreicht und generierte während dieser Zeit laut BBC mehr als 300 Millionen aktive Leser und Beiträge, die Worte für 3,2 Millonen Romane liefern würden. Das entspricht 270'000 Wörter pro Minute oder 388 Millionen gepostete Wörter pro Tag. Zur einleitend erwähnten, auf Blogs allgemein ausgeweiten, Zukunftsfrage schreibt BBC:
"Blogging has become part of the air on the internet. And I believe we will see a bit of a renaissance in blogging where whole new groups of people will understand this gives them a lot more control and flexibility in what they share and how they share it." (...)

"If you can express an idea in 140 characters, Twitter is great. But there are a significant number of ideas and stories that don't fit that format and blogs are simply a better outlet for that."

Die eigenen Erfahrungen kurz eingebracht: Twitter ist schnell und eignet sich hervorragend für dynamischen Publizieren und persönliches Wissensmanagement (u.a. als Ersatz für das eher umständliche Social Bookmarking). Twitter ist aber unglaublich oberflächlich - in allen Belangen. Weblogs verlangen mehr Aufmerksamkeit und Know-how bezüglich Inhaltserstellung und auch beim Auswählen und Lesen. Demgegenüber kann die Wertigkeit sehr viel höher sein als bei Twitter. Im Idealfall ergänzen sich die beiden Anwendungen. Synergiepotenzial gibt es ausreichend.

Verfasst von Rolotec AG um 10:40

05.10.2009

Ohne Wissensmanagement? Just forget it.

Ausnahmsweise trudelten heute mehrere Google Alerts zum Thema "Wissensmanagement" rein. Grund sind Vorabmeldungen zur KnowTech, die am 6. und 7. Oktober in Bad Homburg v.d.Höhe stattfinden wird. VisAVis zum Beispiel schreibt unter "Wissensmanagement schafft Wettbewerbsfähigkeit":

"Insbesondere die Generation der so genannten Digital Natives erwartet von ihren Arbeitgebern moderne Formen der Zusammenarbeit und technischen Ausstattung. „In einer globalen Wirtschaft hängen Geschäftserfolg und Innovationskraft von Unternehmen verstärkt von zwei Dingen ab: der organisatorischen Offenheit und neuen Formen der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens“, betont Achim Berg, Vizepräsident des BITKOM."
Solcherlei Information ist nicht neu. Und der Titel ist eigentlich sogar falsch oder zumindest zu harmlos. Grund: Ohne geeignete Wissensmanagementmassnahmen überleben wissensbasierte Unternehmen, und das sind sehr viele, schlicht und einfach nicht. Peter F. Drucker, einer der bedeutendsten Management-Visionäre des 20. Jahrhunderts, brachte die Notwendigkeit unter anderem mit folgender Aussage zum Ausdruck:
"Besonders für Führungskräfte stellen Informationen die Schlüsselressource schlechthin dar. Der Kontakt der Manager zu ihren Kollegen, zur ihren Organisationen und zu ihrem "Netzwerk" wird in Zukunft immer stärker von Informationen abhängen. Mit anderen Worten: nur wer über Informationen verfügt, kann sein Wissen einsetzen."
Mittlerweile, und das hat auch Achim Berg vom BITKOM im Kurzzitat oben klargemacht, gilt Drucker's Aussage für einen grossen Teil der Belegschaften.

Weiterführende Informationen finden sich unter anderem im Wisssensmanagement 2.0-Wiki oder im Blog-Archiv.

Verfasst von Rolotec AG um 15:02

Business-Begriffe für mehr Airtime mit dem CEO

Beginnen wird den Montag mit etwas Alltäglichem: Der expansiv wachsenden Verwendung von Businessfloskeln. Financial Times Deutschland bietet eine Aufzählung unter "Neues Futter für den Businesstalk". Ein, zwei Begriffe rausgepflückt und zusammengeführt, ergeben dann Leseübungen wie zum Beispiel:

Announcement: Blue sky thinking asap canceln, Cherry picks committen und C-Level Face-to-Face-Presentation finalisieren.
Weitere Begriffe und Beispiele finden sich u.a. bei Denglisch für Anfänger oder "The Marketing Denglisch Wordbook of Horrors".

Verfasst von Rolotec AG um 09:44

02.10.2009

Weekend-Spezial - Dinge, die die Welt nicht braucht

Heute mit "The Unbreakable Walking-Stick Umbrella" von Real-Self Defence für $179.95. Zur Verdeutlichung der Auswahl dient folgendes Video (insbesondere die 2. Hälfte mit der Melone und dem Sandsack ist aussagekräftig):

(Videoquelle: YouTube)

Verfasst von Rolotec AG um 16:42

01.10.2009

Konkreter Schritt in die (Twitter-)Banken-Zukunft

Die Finance 2.0-Beiträge werden heute mit dem Posting "Kontoinformationen und Überweisungen per Twitter" von Finance 2.0 (electrouncle) erweitert. Es geht dabei um die Dienstleistung TweetMyMoney der Vantage Credit Union. Finance 2.0 (electrouncle) schreibt:

"Vantage Kredit Union aus den USA wartet mit einem spannenden Twitter Dienst auf, der andeutet, welches Potential in Social Media Plattformen und Diensten wie twitter liegt. Während viele Banken noch darüber nachdenken ob und wie sie twitter im Kundendialog einsetzen können, bietet die Vantage Kredit Union ihren Kunden die Möglichkeit über Twitter Kontostände abzufragen und Geld zu überweisen. Twitter wird damit Teil der vorhandenen Bankprozesse und fungiert als Anwendung, um Finanztransaktionen auszuführen."
The Financial Brand publiziert Videos zur Twitter-Finanz-Applikation und zählt folgende sieben Basisfunktionalitäten auf:
#bal – Reports balances for as many as five different types of deposit accounts
#15d – Returns the last 5 deposits, including the date posted.
#15w – Returns the last 5 withdrawals, including the date posted.
#15c – Returns the last 5 checks to clear, including the check number and date cleared.
#15t – Returns the last 5 transactions, including the date posted.
#holds – Reports any active point-of-sale (POS) holds on the account, including the name of the merchant and the amount of the hold. Hotels are one type of merchant that commonly put holds on debit cards. The amount of the hold counts against your balance, which, if you didn’t know about it, could trigger overdraft fees.
#tran – Allows a member to transfer money between their deposit accounts. A transfer can only be make between various accounts held by a specific member. Money cannot be transferred to any external third-party.

Verfasst von Rolotec AG um 11:21

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