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17.06.2009

Power Point - und das Hirn geht auf Standby

Der Spiegel Online-Artikel "Beamer an, Hirn aus" beschreibt, was wohl sehr viele kennen:

"(...) Kaum wird das Licht gedimmt, kaum wirft der Beamer das Bild der ersten Folie an die Wand, kaum hat der Referent angehoben, uns die Mühe abzunehmen, die Folie selbst lesen zu müssen, da legt sich eine Art wuscheliger, muffeliger aber warmer Flokati-Teppich um unsere grauen Zellen. Er isoliert das Hirn vom Rest des Körpers, der Aufmerksamkeit simulierend, in Wahrheit in eine Art Winterschlaf-Stasis, ein temporäres Wachkoma verfällt. Der Hirnstamm nimmt gerade noch so eben seine Aufgaben wahr, für Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel zu sorgen. Ansonsten: tabula rasa."
Richtig eingesetzt, kann Power Point aber selbstverständlich sehr passend und hilfreich sein. Laut Spiegel Online wird diese Präsentationsform aber vor allem aus folgenden Gründen so häufig eingesetzt:
"(...) Denn natürlich liegt der Verdacht nahe, dass Powerpoint nicht zuletzt dafür eingesetzt wird, simple Sachverhalte chic aufzublasen. Zur multimedialen Präsentation kommt es im akademischen wie im Arbeitsleben allzu oft, weil das halt erwartet wird: Beamer und Präse wirkt besser als kompetenter Redner mit Tafel und Kreide. Die "gekonnte" Präsentation wird so zum beeindruckenden Federschmuck des in den Krieg ziehenden Corporate-Indianers - sie sorgt dafür, dass er besser aussieht, als er ist."
Am besten, man testet bei Gelegenheit (mal wieder) die Wirkung von freier Rede, allenfalls ergänzt durch Papierunterlagen und Flip Chart-Skizzen. Eine hellwache Sache.

Verfasst von Hans Fischer um 17.06.09 14:39