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24.04.2009
Web 2.0: Vom Affenhorden-Kritiker zum Twitterer
Über den Web 2.0-Kritiker Andrew Keen haben wir im Sommer 2006 im Beitrag "Web 2.0: Diktatur der Idioten" zum ersten Mal geschrieben. Wenn man sein Buch "The Cult of the Amateur: How Today's Internet Is Killing Our Culture" gelesen hat und nun das heute erschienene Interview mit Spiegel Online ("Bei Twitter entsteht eine neue Elite") zu Rate zieht, erkennt man einen beinahe schon radikal geläuterten Menschen, der in der Web-Sozialisierung nicht mehr nur eine Spielwiese für "Affen", sondern auch die Grundlage für eine "neue Elite" sieht:
"(...) In meinem ersten Buch konzentrierte ich mich auf das unendliche Geltungsbedürfnis der Internetnutzer. Jetzt geht es um die neuen Facts of Life. Viele Leute wollen nicht bei Web 2.0 mitmachen, weil es sie nervt. Aber sie haben keine andere Wahl. Idealismus wird durch Selbstmarketing ersetzt. Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Das Microblogging Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen. Die Hierarchie zwischen Talent und Publikum beginnt das Amateurhafte wieder zu verdrängen."
Verfasst von Hans Fischer um 24.04.09 09:05


