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20.02.2009

Roloblog-Pause bis 4. März

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Verfasst von Hans Fischer um 17:04

Web 2.0 Killed the Media Star

Gestern haben wir im Posting "The New York Times setzt konsequent auf Web 2.0" über die Vorwärtsstrategie 2.0 der New York Times geschrieben. Die Änderungen müssen aber auf magerem Boden gedeihen: Manager Magazine Online schreibt heute unter "Verlagshaus in der Krise - "New York Times" streicht Dividende":

"(...) Mit dem Wegfall der Ausschüttung spart die New York Times Company nochmals rund 34,5 Millionen Dollar pro Jahr, nachdem sie im November die Dividende bereits massiv gekürzt hatte. Der Schritt gebe dem Konzern angesichts der unsicheren Aussichten mehr Spielraum, teilte Herausgeber Arthur Sulzberger am Donnerstagabend (Ortszeit) mit."
Spiegel Online treibt das Gedankenspiel deutlich weiter und resümiert über "Eine Welt ohne Presse":
"(...) Zeitschriften sterben, US-Zeitungshäuser beerdigen Regionalblätter - und die Zielgruppe lässt das völlig kalt. Viele Leser halten das Modell Presse für überholt. Aber wie würde eine Welt ohne Journalismus klassischer Prägung aussehen? Ein Szenario."
Falls der Titel irgendwie verwirrte, hier die Auflösung Anlehnung.

Verfasst von Hans Fischer um 16:51

Weekend-Spezial - Dinge, die die Welt nicht braucht

Heute mit den Racing Grannies für $19.95 bei What on Earth.

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(Bildquelle: What on Earth)

=> Bisherige Weekend-Spezials

Verfasst von Hans Fischer um 14:01

19.02.2009

The New York Times setzt konsequent auf Web 2.0

Eine Ergänzung der Postings "Web 2.0: Tunnelblick der Finanzmedien" und "Der K(r)ampf der Medien": FAZ.net schreibt im Netzökonom-Blog unter "New York Times und die Revolution im Internet":

"Verleger müssen wie Google denken", rät Journalismus-Professor Jeff Jarvis den Printhäusern und meint damit die konsequente Vernetzung der Inhalte im Web 2.0 statt Isolation. Die New York Times geht diesen Weg so gradlinig wie bisher kein großes Printhaus (vielleicht mit Ausnahme des britischen Guardian). Die Zeitung stellt einen großen Teil ihrer Inhalte, zum Beispiel alle 2,8 Millionen Artikel, die seit 1981 geschrieben wurden, über eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung. Alle Internetseiten können sich darüber mit der New York Times verbinden, deren Inhalte kostenlos in ihre eigenen Seiten einbauen und sie mit anderen Inhalten zu sogenannten Mashups verknüpfen - genauso wie es Google mit seinen Landkarten oder Videos macht. Die New York Times wird also zu einem Anbieter von Daten, die von Maschinen und nicht nur von Menschen gelesen werden können."

Verfasst von Hans Fischer um 09:53

18.02.2009

Web 2.0: Tunnelblick der Finanzmedien

Über den "K(r)ampf der Medien" mit dem neuen Internet-Verständnis und den entsprechend angepassten Verhaltensweisen haben wir geschrieben. Über Negativberichterstattung klassischer Medien à la "Finanzkrise - jetzt geht's Web 2.0 an den Kragen" könnte beinahe täglich berichtet werden. Ein aktuelles Beispiel: "Web 2.0 im freien Fall" von Handelsblatt.com.

Im freien Fall sind die Bewertungen von Web 2.0-Unternehmen wie Facebook oder Twitter ja in der Tat, da muss der Redaktion durchaus zugestimmt werden. Versteht man "Web 2.0" aber als Komplex aus sozialen Nutzungsmustern und modernen Online-Technologien, dann ist Web 2.0 keinesfalls im freien Fall - vielmehr nehmen Akzeptanz und Nutzerzahlen laufend zu.

Attraktive Bewertungen von Jungunternehmen und Erfüllung von Venture Kapitalisten-Träumen fördern mitunter den Fortschritt, sind aber nicht Grundlage dafür (das hat schon Web 1.0 gezeigt). Also: "Bewertungen von Web 2.0-Unternehmen im freien Fall", müsste der Titel wenn schon lauten.

Verfasst von Hans Fischer um 11:11

17.02.2009

Mobiles Internet mit Vorwärtsdrang

Dass die Zukunft des Internets stark mobil geprägt sein wird, bezweifeln die wenigsten. Wer ein Smartphone (und eine Datenpauschale) besitzt, wird auf die mobilen Internetzugriffe kaum mehr verzichten wollen. Im Bereich der Börseninformation haben wir bereits im September 2005 über eine BlackBerry-Lösung informiert, die wir entwickelt haben. Die iPhone-Variante wurde selbstverständlich nachgereicht.

Im Artikel "Das Plakat im Hosensack" schreibt die NZZ am Sonntag:

"(...) In der Schweiz sind bereits rund eine Million Smartphones, also Handys mit einfachem Internetzugang, auf dem Markt. Auch sie ermöglichen zum Teil eine Standort-Lokalisierung. Doch das Google-Betriebssystem Android, mit dem das G1 ausgerüstet ist, geht einen Schritt weiter: Kaum ist es eingeschaltet, ist der Benutzer online – und, wenn er die Funktion «Mein Standort» aktiviert, vom Grossrechner in Kalifornien lokalisierbar. Genau dieser Faktor dürfte den Fluss der Werbegelder künftig noch vehementer aufs mobile Internet lenken. Denn während die bisher marktdominierenden Konkurrenten Symbian (Nokia), Apple, Microsoft und Blackberry auch das eine oder andere über ihre Kunden wissen mögen, kennt Google seine Nutzer (für viele beängstigend) gut. Und künftig dürfte der Konzern zusätzlich auch wissen, wo sich diese aufhalten."
Das ermöglicht zielgenaue Werbung in Echtzeit und in passendem geografischem Kontext. Dass dies klassische "Streubomben"-Werbung und deren Trägermedien in arge Nöte bringen wird, liegt auf der Hand. Auf der anderen Seite stehen Datenschutz- und Transparenzfragen - die derzeit mehrheitlich verdrängt werden.

Verfasst von Hans Fischer um 09:26

16.02.2009

Interessante Net-Häppchen

  • Do We Need a New Internet?, The New York Times "(...) Bad enough that there is a growing belief among engineers and security experts that Internet security and privacy have become so maddeningly elusive that the only way to fix the problem is to start over. What a new Internet might look like is still widely debated, but one alternative would, in effect, create a “gated community” where users would give up their anonymity and certain freedoms in return for safety."
  • Hunderte Bundeswehr-Rechner von Conficker befallen, heise online "(...) Der Computer-Wurm hatte in der Vergangenheit auch schon Rechner von Streitkräften anderer europäischer Staaten befallen. In Frankreich hatte "Conficker" Mitte Januar das Intranet der Marine befallen. Ein Armeesprecher wies vor wenigen Tagen einen Bericht zurück, wonach mehrere Kampfflugzeuge wegen des Virusbefalls am Boden bleiben mussten. (...) "Conficker" ist nach Angaben des Anti-Viren-Herstellers F-Secure "ungewöhnlich schwierig zu entfernen". Der Wurm lädt zudem über das Internet weitere schädliche Software nach. Damit können die Angreifer beispielsweise Passwörter ausspähen oder Spam-Mails versenden."
  • Mikro-Blogging: Wozu ist dieses seltsame Twitter überhaupt gut?, Welt Online "(...) Thorsten Schäfer-Gümbel von der hessischen SPD hat das Medium benutzt, um sich als Kandidat für den Ministerpräsidenten-Posten zu promoten. Und um vom Flirt seiner Partei mit den Linken abzulenken. Mit persönlichen Einträgen hat er die Menschen sehr dicht an sich herangelassen und als einer der ersten deutschen Parlamentarier erkannt, dass hier ein mächtiges Marketinginstrument zur Verfügung steht, das nichts kostet und einen unglaublichen Vervielfältigungseffekt erzielen kann. Inzwischen nutzt jeder zehnte deutsche Politiker Twitter. Ob sie sich das vom neuen US-Präsidenten abgeschaut haben? Barack Obama war selbstverständlich bereits im Wahlkampf dabei."
  • Cleveres Wissensmanagement schafft Arbeitsplatz der Zukunft, eGovernment "(...) „Polizei-Online“ ist das Wissensportal der Polizei Baden-Württemberg (BW): Das System stellt knapp 32.000 Polizeibediensteten an über 700 Standorten aktuelle Informationen, Handlungsanleitungen und Rechtsvorschriften zur Verfügung. Eine einheitliche Oberfläche und der Zugriff auf sämtliche integrierten Anwendungen im Single-Sign-on-Verfahren schaffen dabei die Voraussetzungen für den Wissensarbeitsplatz der Zukunft."
  • Microsoft: Virtuell liebt es sich besser, Persoenlich.com "(...) In einer groß angelegten Internet-Befragung von Microsoft zu den Themen "Online-Dating" und "Flirt-Techniken" gaben über die Hälfte der 78.000 Umfrageteilnehmer an, dass sie schon mal per Instant Messenger geflirtet haben, ein Drittel gestand "Ich liebe Dich" lieber zu tippen als zu sagen. 46 Prozent der Befragten suchen neue Partner über Freunde oder Bekannte. Auf Platz zwei folgt unmittelbar das Internet als "Kuppler": Fast ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmer gab an, dass das Internet der beste Weg sei, eine neue Liebe zu finden."

Verfasst von Hans Fischer um 10:02

13.02.2009

Börsen-Communities

Über Opportunitäten und Notwendigkeiten von Finance 2.0 informieren wir regelmässig. Boerse.ARD.de beschreibt im Artikel "Die neue Macht der Börsen-Communitys" die derzeit so angesagte Social Network-Thematik und hält fest:

"(...) Youtube, Flickr oder Facebook haben es vorgemacht. Nun wollen auch die Anleger-Portale und Online-Broker das Web 2.0 erobern. Sie wollen Anlegern eine Plattform geben, um sich auszutauschen und um voneinander zu lernen. Denn Tipps von Experten glaubt man inzwischen kaum noch."
Der ARD-Artikel ist zwar umfassend und informativ, die Schlussfolgerung bezüglich der Experten stimmt so wohl aber nicht. Erfahrungsgemäss diskutieren User untereinander und lassen die so evaluierten Tipps dann noch von einem Berufsmann checken - doppelt genäht, hält besser. Nur auf die Usermeinungen alleine verlassen sich die wenigsten. Die Phase der Interaktion während des Entscheidungsprozesses (gilt auch für andere Wirtschaftsbereiche) ist aber in der Tat sehr wichtig geworden und muss von den Unternehmen mit geeigneten Lösungen und Inhalten unterstützt werden.

Verfasst von Hans Fischer um 11:24

Auf ein Wort zum Freitag, dem 13.

Lassen wir Technik und Kommunikation mal sein und widmen uns dem heutigen Tag, respektive dem Freitag, dem 13. Warum eigentlich erschreckt die Kombination von "Freitag" und "13" so viele Menschen?

Die abergläubische Furcht vor der Zahl 13 ("Triskaidekaphobie") geht laut verschiedenen Quellen auf das letzte Abendmahl Jesu Christi zurück - Judas Ischariot war der dreizehnte Anwesende (was aus logischer Sicht keinen Sinn macht, sich aber trotzdem durchgesetzt hat). Dazu kommt, dass Jesus Christus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Zusammen gibt das die Nährlösung für die "Paraskavedekatriaphobie" - der krankhaften Angst vor dem Freitag, dem 13.

Selbstverständlich gibt es auch milde Formen dieser Angst. Je nach Quelle zwischen 30 und 50 Prozent der Bevölkerung zollen diesem speziellem Datum höchsten Respekt und dosieren die Risiken des Alltags auf ein Minimum. Völlig unbegründeterweise, wie viele Studien zeigen wollen. So kommt zum Beispiel "Die Folgen von 'Freitag, dem 13.' auf das Unfallgeschen in Deutschland" zu folgenden Schlüssen:

"(...) An der zu Beginn referierten Erzählung „Freitag, der 13.“ ist so gut wie alles falsch. Es handelt sich nicht um einen „alten Aberglauben“, sondern um eine Erfindung der allerjüngsten Vergangenheit, ein wirkliches Produkt der Moderne. Menschen begegnen dieser von den Massenmedien eingeführten Folklore nicht mit Furcht und Angst, sondern höchstens mit einem amüsierten Kokettieren zu den Themen Glück und Unglück. Phänomene „selbst-erfüllender Prophezeiungen“ im Sinne von Merton (1948) sind vor diesem Hintergrund von vornherein unwahrscheinlich. So verwundert es nicht, dass eine die Zahl der Verkehrsunfälle steigernde Wirkung von „Freitag, dem 13.“ auch nicht nachgewiesen werden
kann. An der so harmlosen Erzählung „Freitag, der 13.“ kann man jedoch lernen, dass es auch so etwas wie einen „Aberglauben über den Aberglauben“ gibt, die Folklore der Spötter und „Aufklärer“."

Verfasst von Hans Fischer um 10:11

11.02.2009

Sammelstücke Teil 2: Semantik und Enterprise 2.0

Nach "CIO-Pflichten, Medien-Dilemma, Social Revolution" vom Morgen drängen weitere interessante Artikel auf Erwähnung:

  • Die Neuerfindung des Internets, Harvard Businessmanager
    "(...) Ein erschreckend hoher Prozentsatz von Geschäftsleuten hat noch nie vom Semantischen Web gehört. Das wirft nicht gerade ein gutes Licht auf ihre Fähigkeit, ein Unternehmen so aufzustellen, dass es mit den Folgen des Semantischen Webs umgehen oder gar dessen Chancen nutzen kann."

  • Enterprise 2.0: Gut geplant ist halb gewonnen, Silicon.de
    "(...) RSS, Blogs, Tags, Wikis, Intranet und Co.: Web-2.0-Techniken sind zwar in aller Munde. Doch wenn es um die Umsetzung geht, stehen viele Unternehmen vor einem riesigen Fragenberg. Dr. Berit Jungmann, Leiterin Stab der Geschäftsführung, und Stefan Ehrlich, Leiter der Business Unit Content and Collaboration Solutions, bei T-Systems Multimedia Solutions haben aufgezeigt, wie Web 2.0 erfolgreich in Unternehmen umgesetzt werden kann."
Zur letztgenannten Thematik passt das Posting "Die Essenz des interaktiven Marketings" (respektive die 10 konkreten Handlungsempfehlungen). Betreffend "Semantic Web" bietet der Blog zahlreiche Beiträge und weiterführende Links.

Verfasst von Hans Fischer um 14:15

Cyberkriminelle lieben den Valentinstag

... weiss heise online und schreibt im Artikel "Valentinstag lässt die Kassen der Cyberkriminellen klingeln":

"(...) Am Valentinstag rollt der Rubel nicht nur in die Kassen der Blumenhändler. Auch eine andere Branche reibt sich die Hände: Cyberkriminelle stürmen Jahr für Jahr am 14. Februar unzählige E-Mail-Postfächer mit vermeintlichen Liebesgrüßen."
Vorsicht also mit den E-Valentinsgrüssen. In diesem Kontext ist offline Kommunikation und Aktion ehedem angebracht.

Weiterführende Informationen finden sich in der Sicherheits-Blogkategorie, respektive in den darin erwähnten Artikeln und Dienstleistungsangeboten.

Verfasst von Hans Fischer um 13:08

CIO-Pflichten, Medien-Dilemma, Social Revolution

Manchmal ist die Zeit zum Bloggen etwas knapp, interessante Themen fallen aber immer an. Anbei einige Newsreader-Sammelstücke:

  • CIOs dürfen keine Rücksicht nehmen, CIO
    "(...) CIOs müssen in der Wirtschaftskrise den Anwendern Einschnitte beim IT-Komfort zumuten. Sie sind aus Kostengründen gezwungen, Service Levels herunterzufahren und nicht rentable Projekte gnadenlos zu streichen. Unternehmen handeln bisher kaum so, wie es die Krise verlangt."

  • "Wer überlebt, geht gestärkt aus der Krise hervor", Persoenlich.com
    "(...) Da für das laufende Jahr die Wachstumskurve des BIP nach unten zeigt, spricht PricewaterhouseCoopers von einer überproportionalen Erosion von Werbeaufträgen, welche die Schweizer Medienunternehmen in Bedrängnis bringt. Zu schaffen macht den Verlegern aber nicht nur die Rezession. Sie müssen auch auf ein stark verändertes Medien-Konsumverhalten und stetig fortschreitende technologische Entwicklungen reagieren."

  • FASTforward09: Charlene Li, FASTforward Blog
    "(...) main topic is how companies are being transformed by social technologies, starting with the statement that social media isn’t about the specific sites that are hot right now, but about engaging and forming relationships with your customers. This requires learning from the community of your customers and prospective customers by listening to what they want to do:"

  • Wie sich die digitale Zusammenarbeit verändert, Welt Online
    "(...) Allerdings haben neue Werkzeuge der Zusammenarbeit aus der Web-2.0-Welt wie Wikis, Blogs oder auch soziale Netzwerke im Büroalltag einen schweren Stand. Europaweit übersteigt die Nutzung dieser Hilfsmittel der Studie zufolge nicht die Quote von fünf Prozent. Ganz anders hingegen sieht es bei den etablierten Mitteln der elektronischen Zusammenarbeit aus: Telefonie, E-Mail, Instant-Messaging und zunehmend Web-Konferenzen sowie teaminterne Websites sind beliebt und werden häufig genutzt."

  • Knowledge Management and SME Growth, fibre2fashion
    "(...) Today success and worth of a business depend more on its intellectual capital than on its physical. Therefore, Knowledge Management (KM) has become a critical input in the growth of SMEs. Globalisation of supply chains, rapid technological advances, superior returns on intellectual capital, growing importance of knowledge-intensive industries make KM a strategic tool in the growth and success of businesses."

Verfasst von Hans Fischer um 10:42

09.02.2009

Die Essenz des interaktiven Marketings

"Was ist der Kern von Marketing 2.0?", fragte ein Leser. Im Kontext einer Nachdiplomarbeit haben Kollegen und ich u.a. geschrieben:

"Marketing 2.0 erweitert das mögliche Spektrum der Interaktion mit dem Kunden und schafft eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für interaktive Marketing-Lösungen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine offene Kommunikation und Kultur in den Unternehmen und die Bereitschaft, den Kunden als gleichwertigen Partner im Wertschöpfungsprozess anzusehen."
Aussderdem haben wir 10 konkrete Praxisempfehlungen vorgeschlagen, die nachfolgend beschrieben sind:

Potenzial-Analyse Der Einsatz von Web 2.0-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Marketingstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen zu analysieren. Grundsätzlich gilt zu ergänzen, dass die bis anhin verwendeten Zielgruppendefinitionen zur gezielten Ansprache mittels Massenmedien den Anforderungen nicht mehr genügen. Vielmehr hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension „online Affinität“ zu erfolgen, um sicherzustellen, dass die angepeilten Käufergruppen auch tatsächlich mit diesen Web 2.0-Tools erreicht werden. Und noch eine generelle Feststellung: Komplexität und Dynamik der möglichen Web 2.0-Anwendungen erfordern, dass sich die Geschäftsleitung über die mögliche Tragweite des Einsatzes von Web 2.0-Tools bewusst ist und Marketing 2.0 zur Chefsache erklärt.

Ziel-Definition
Trial and Error macht im Internet Sinn. Web 2.0 und Marketing 2.0 sind aber mittlerweile so etabliert, dass diese Vorgehensweise nicht mehr zu empfehlen ist. Spott und Hohn ergiessen sich in der virtuellen Welt deutlich schneller über ungeschickt agierende Marketingabteilungen als im Offline-Geschehen. Wir erachten es deshalb als unumgänglich, konkrete Ziele für die Marketing 2.0-Vorhaben zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren. Drei mögliche Ziele unter Hunderten könnten lauten:

  • Der Webseiten-Traffic soll nach 3 Monaten Einführungszeit monatlich um 5 Prozent zunehmen.
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf der Website soll bis in sechs Monaten auf mindestens 2 Minuten angehoben werden.
  • Nach 12 Monaten Einführungszeit werden monatlich 10 qualifizierte Leads erwartet.
Tool-Evaluation
Wenn Geschäftsleitungsmitglieder schon beim Wort „Weblog“ die Stirnen in Falten legen, macht es wenig Sinn, einen Auftritt in Second Life vorzuschlagen. Je nach Strategie, Zielen und vor allem auch Unternehmenskultur – Marketing 2.0 bedingt immer auch Change Management! – sind individuell passende Tools zu evaluieren. Grösstmehrheitlich werden Weblogs oder Wikis für Internet, Intranet oder Extranet gewählt werden. Gelegentlich machen auch offene oder geschlossene Social Networks Sinn. Die wenigsten Unternehmen werden sich von Beginn weg mit viralem Marketing oder mit RSS-Feed-Werbung auseinandersetzen – ausser, sie kooperieren mit externen Agenturen. Letzteres empfehlen wir aber nicht, da die Durchbrechung des klassischen Sender-/Empfänger-Kommunikationsmodells immer auch mit einem Kontrollverlust einhergeht. Es ist sicherlich besser, wenn sich Unternehmen die Marketing- und Web 2.0-Kompetenz selber aufbauen und sich nicht externen Stellen ausliefern.

Risiko-Bewusstsein
Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Ausserdem ist es relativ einfach, sich mit ungeschickten Kommunikationsmassnahmen ins virtuelle Abseits zu stellen. Im besten Fall ist man wie BMW nach einigermassen stümperhaftem Suchmaschinenmarketing lediglich kurzzeitig Weg vom Fenster – respektive aus dem Google-Index –, im schlechtesten Fall ziehen ungelenke Aktionen massive Geschäftsschädigungen wie beim Klingeltonanbieter Jamba nach sich: Als die Blogosphäre festgestellt hatte, dass Jamba-Mitarbeitende unter Pseudonymen die eigenen Produkte lobten, donnerte eine virtuelle Schmählawine auf das Unternehmen ein, die noch heute Nachwirkungen zeitigt. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Für Marketing 2.0-Anwendungen zuständige Mitarbeitende ohne entsprechende Ausbildungen verwenden nicht selten ungefragt Personenbilder oder copyrightgeschützte Inhalte ohne entsprechende Abklärungen. Insbesondere in Deutschland und Österreich haben sich Juristen auf solche Belange – respektive auf Abmahnungen – spezialisiert. Generell ist festzustellen, dass im Bereich des Immaterialgüterrechtes ungleich grössere Toleranz gegenüber privaten Anwendern (zum Beispiel Bloggern oder Video-Produzenten) herrscht, als gegenüber Corporate Bloggern & Co. Letztere müssen besondere Vorsicht walten lassen. Was die eingangs erwähnte kriminelle Energie betrifft, sind Internetbetrug (zum Beispiel Nigeria-Connection), Phishing, Virenattacken oder Spionageangriffe hinlänglich bekannt. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen diesbezüglich weitreichende Gedanken machen und die Resultate bevorzugt auch in Form von verbindlichen Richtlinien für die (angestellten) Web 2.0-Anwender festhält.

Personal-Schulung
Es gibt nichts langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Wikis oder andere Web 2.0-Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn Marketing 2.0 nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden betrieben wird. Werden die Anwendungen vor allem für internes Marketing im Intranetbereich (zum Beispiel für Diskussionen unter Technikern und Vertrieb, etc.) eingesetzt, ist der Mitarbeiter-Know-how-Faktor sehr viel weniger wichtig als bei Anwendungen im öffentlichen Bereich. Nichtsdestotrotz braucht auch internes Marketing 2.0 Aufmerksamkeit, Kompetenz und entsprechende Ressourcen – wenn nicht, steht von Vornherein mit allergrösster Sicherheit fest, dass die Anwendungen kaum genutzt würden.

Pilot-Anwendungen
Im Sinne der bisher beschriebenen Handlungsempfehlungen liegt auf der Hand, dass strategie- und zielkonforme Anwendungen ausgiebig getestet werden müssen. Aus eigener Erfahrung ist hierfür ein möglichst heterogener Teilnehmerkreis zu wählen, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert oder zumindest simuliert. Bei Tests erkennen die zuständigen Mitarbeitenden, die teilnehmenden (künftigen) Konsumenten und die zuständigen Verantwortlichen in aller Regel viel Optimierungspotenzial – was als angenehmer Nebeneffekt die gefühlte Toleranz gegenüber diesen neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann.

Lösungs-Etappierung
Strategie- und Zielabklärungen laufen idealerweise auf einer inhaltlich breiten Linie. Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenslage aufdrängen. Verschiedene konkrete Erfahrungen im Gruppenbereich haben klar aufgezeigt, dass die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung wenig Sinn macht. Marketing 2.0 steht auch für Dynamik und laufende Weiterentwicklung. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln ist Grundlage der möglichen Erfolgsgeschichte. Externe Beratungsunternehmen, die das Gegenteil behaupten, dürfen unseres Erachtens durchaus sehr kritisch hinterfragt werden.

Mitarbeiter-Einbezug
Wird hauptsächlich internes Marketing 2.0 betrieben, müssen die tangierten Mitarbeitenden zwingend, eingehend instruiert und geschult (E-Learning drängt sich in dem Zusammenhang auf) werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Unter anderem geht es um freiwilliges Preisgeben von Wissen – was häufig mit dem Gefühl des Machtverlustes einhergeht. Mentale Blockaden können nur aufgebrochen werden, wenn die Mitarbeitenden über Sinn, Zweck, Erwartungen, Chancen und Gefahren der Anwendungen informiert wurden und die Usability sehr gut ist. Komplizierte Anwendungen haben keine Chance auf Breitenwirkung. Werden die Marketing 2.0-Anwendungen hauptsächlich für externe Kommunikation und Interaktion eingesetzt, hat dieser Punkt der Instruktion und Information der Belegschaft nach wie vor volle Gültigkeit: Die Mitarbeitenden müssen strategie- und zielkonform Auskunft geben können, wenn sie von Aussenstehenden auf die Marketing 2.0-Anwendungen angesprochen werden.

Zielgruppen-Kommunikation
Dieser Punkt könnte von der Bedeutung her gesehen auch der erste sein. Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Marketing 2.0 basiert auf Interaktion. Wenn User-Anregungen, -Fragen oder was auch immer nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet und beantwortet werden, verpufft der ganze Marketing 2.0-Effekt, respektive kann sich sehr schnell eine Imageproblematik ausbilden. Unter diesem Gesichtspunkt verdeutlicht sich vorgängig formulierte Forderung nach ausreichend viel und kompetentem Personal.

Ziel-Überprüfung
Nichts ist für die Ewigkeit und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. Das Internet als massentaugliche Plattform gibt es seit wenigen Jahren. Und trotzdem hat es sich zum Leitmedium emporgeschwungen. Diese ungeheure Dynamik setzt sich fort, weil eine riesengrosse Masse an der Weiterentwicklung mitwirkt, weil zukunftsträchtige Businessmodelle Start-ups initiieren und weil wenigstens ansatzweise das emergente Prinzip der Wisdom of Crowds zu funktionieren scheint. In diesem Kontext ist völlig klar, dass auch webbasierte Marketinglösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Marketing 2.0-Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Web 2.0 nicht die Finger (oder wenigstens Kapital) verbrennen.

Verfasst von Hans Fischer um 14:26

Twitternde Web 2.0-Grössen

Ohne zu urteilen (und selber zu twittern), muss dem 140-Zeichen-Selbstdarstellungs-Gewitscher schon Respekt gezollt werden: Twitter ist derzeit äusserst angesagt (s. auch bisherige Beiträge). Verblüffend ist die Liste von twitternden Web 2.0-Spezialisten. Auf der von Susan Scrupski unterhaltenen Liste finden sich einige sehr klangvolle Namen.

Verfasst von Hans Fischer um 13:42

06.02.2009

Social Software setzt den Siegeszug fort

Was Social Software wie Blogs, Wikis oder Social Networks sind und leisten (insbesondere auch in der Finanzbranche), findet sich in unzähligen Postings in der Web 2.0-Blogkategorie oder natürlich auch im WM 2.0 Wissensmanagement-Wiki beschrieben. Wie etabliert Social Software in den USA schon ist, schreibt Computerworld im Artikel "Social Software setzt sich durch":

"(...) 49 Prozent der befragten Unternehmen teilten mit, dass sie derzeit Social Software für den Aufbau sozialer Netzwerke einsetzen. Im Jahr 2007 waren es erst 27 Prozent gewesen. Die Zahl derjenigen Unternehmen, die angaben, keine Social-Media-Anwendungen einzusetzen, sank im Jahresvergleich von 43 Prozent auf 23 Prozent."
Befragt wurden in den Jahren 2007 und 2008 rund 210 Unternehmen aus der "Inc. 500"-Liste - am schnellsten wachsende Unternehmen in Privatbesitz.

Verfasst von Hans Fischer um 10:51

04.02.2009

Krisenwinnler Social Networks?

Das Social Network LinkedIn startet eine deutschsprachige Plattform und konkurrenziert damit in erster Linien XING. Details des Rollouts finden sich heute in unzähligen Medien (s. Google News). Manager Magazin Online spekuliert im Beitrag "Neuanfang im 'nuklearen Winter'" über Chancen in Krisenzeiten:

"Alle Angelegenheiten und Probleme, mit denen wir uns derzeit auf der ganzen Welt konfrontiert sehen, sind globaler Natur - also müssen auch die Lösungen global sein", wirbt Eyres. Er ist sich sicher: "LinkedIn wird die aktuelle Krise überstehen." Und nicht nur das: "Wir werden für viele Unternehmen Überlebensmechanismus sein."
Einen völlig anderen Ansatz wählt die Welt im Artikel "Online-Netzwerke pfeifen auf das einfache Volk". Beschrieben werden die Vorteile der Fokussierung auf Kader und Akademiker. In der Ausgrenzung von Handwerkern und einfachen Angestellten wird aber auch ein grosses Risiko gesehen:
"Am Ende komme es vor allem darauf an, wer die meisten Mitglieder habe, egal aus welcher Berufsgruppe. Die Business-Plattformen konkurrieren dabei immer mehr mit Massen-Portalen wie Facebook: Dort wird es künftig wohl neue Funktionen für Firmen geben."
Apropos Social Networks: Die Presse schreibt unter "Realitätsflucht: Arbeitslose stürmen Blogs und Web-Netzwerke":
"Die zunehmende Arbeitslosigkeit treibt immer mehr Menschen ins Internet. Während vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise die Zahl der Arbeitslosen steigt, nimmt gleichzeitig auch die Nutzung von Web-2.0-Angeboten zu. Jobsuchende, die unfreiwillig über deutlich mehr Freizeit verfügen, stürmen Blogs, soziale Netzwerke und Online-Games, um sich Ablenkung zu verschaffen. Wie das Wall Street Journal berichtet, spielen Online-Angebote für Arbeitslose eine wichtige soziale Rolle."

Verfasst von Hans Fischer um 13:22

03.02.2009

Die Top 10 Technologie-Prioritäten 2009

Im Artikel "Diese IT-Themen trotzen der Krisenstimmung" hält IT Business zusammenfassend fest:

"(...) Outsourcing, Software as a Service (SaaS) und Mobilität sind die drei wichtigsten IT-Trends des Jahres 2009. Das hat eine Umfrage des Bitkom unter rund 100 Mitgliedern ergeben. Danach folgen Service-orientierte Architekturen (SOA), Security und Anwendungen basierend auf Web 2.0."
Zur Web 2.0-Thematik schreibt das Bitkom:
"Kräftigen Aufwind bekommen nach den Ergebnissen der BITKOM-Umfrage im Jahr 2009 Business-Anwendungen rund um das Thema Web 2.0. Die Prinzipien von Facebook, StudiVZ oder Xing werden auch in Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und anderen Organisationen eine immer stärkere Rolle spielen. Die intensive Vernetzung der Mitarbeiter führt zu einer besseren Kommunikation untereinander. Zudem werden firmeninterne Blogs, Wikis und Foren dazu beitragen, das Wissen der einzelnen Mitarbeiter besser auszuschöpfen."
In Tabellenform präsentieren sich die "Die zehn Top-Technologie-Prioritäten weltweit" von Gartner wie folgt:
  1. Business Intelligence
  2. Unternehmens-Anwendungen: ERP, CRM und andere
  3. Server- und Storage-Technologien/Virtualisierung
  4. Modernisierung von Legacy-Applikationen
  5. Technologien für Collaboration
  6. Netzwerk, Sprach- und Datenkommunikation
  7. Technische Infrastruktur
  8. Sicherheitstechnologien
  9. SOA-Applikationen und Architekturen
  10. Dokumenten-Management

Verfasst von Hans Fischer um 13:24

02.02.2009

Vertonte Finanzkrisen-Börsenkurs-Charts

Heise online schreibt dazu im Beitrag "So klingt die Finanzkrise: Musik aus Aktienkursen":

"Der Komponist Johannes Kreidler (...) hat sich mal wieder etwas Neues ausgedacht. Mittels der vor kurzem veröffentlichten Software Songsmith von Microsoft erzeugte er aus den Charts diverser Aktien das Musikstück Charts Music, indem er die Kurswerte als Tonhöhen interpretierte. Damit nicht alle Melodien nur düster abwärts gehen, mischte er noch einige nach oben weisende Kurven darunter, etwa die Zahl der toten US-Soldaten im Irak-Krieg."


(Quelle: Youtube)

Verfasst von Hans Fischer um 09:45