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21.01.2009

Cyborgs und die Versklavung durch Maschinen

Ein ziemlich abgefahrener Titel, zugegeben. Aber über Cyborgs haben wir ja schliesslich gelegentlich schon geschrieben. Unter anderem im Fachartikel "Wenn die Wissensgesellschaft zum Cyborg mutiert" oder im Posting "Bang - und die Cyborgs rücken näher".

Nun wird es aber richtig spacig: Spiegel Online lässt im Artikel "EVOLUTION 3.0 - Wie Maschinen uns eines Tages versklaven könnten" die Evolutionstheoretikerin Susan Blackmore sagen:

"(...) Haben wir ungewollt einen dritten Replikator freigesetzt, der auf menschlichen Memen huckepack reitet? Ich glaube ja. Die Informationen, die diese Maschinen kopieren, sind nicht menschliche Sprache oder Bewegungsabläufe. Es sind digitale Informationen, die um den verfügbaren Platz in riesigen Servern und elektronischen Netzwerken konkurrieren, wobei sie durch elektronische Prozesse mit extrem hoher Güte kopiert werden. Wenn erst einmal alle drei Vorgänge – Kopieren, Variation und Selektion – von diesen Maschinen durchgeführt werden, wird meiner Meinung nach tatsächlich ein neuer Replikator entstanden sein. Wir könnten diese Replikatoren der dritten Ebene als "Teme" (technische Meme) oder "Treme" (tertiäre Meme) bezeichnen. Egal wie wir sie nennen, sie und ihre Kopiermaschinen sind nun da. Wir dachten, wir hätten schlaue Werkzeuge erfunden, die unserem eigenen Vorteil dienen, doch in Wirklichkeit haben uns blinde, unaufhaltsame evolutionäre Prozesse ausgenutzt, als Sprungbrett zur nächsten Ebene der Evolution."
Das ist doch mal wieder ein intellektueller Challenge ;-) Die Details finden sich in besagtem Artikel. Als "Mem" wird laut Wikipedia eine Gedankeneinheit bezeichnet, die sich durch soziologisch-dynamische Prozesse vervielfältigt (reproduziert) und auf diesem Weg ihre Existenz (als Replikator) sichert; z.B. ein Gerücht, das weiterverbreitet wird.

Verfasst von Hans Fischer um 21.01.09 14:35