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10.11.2008

Massenverdummung 2.0?

Bei unseren ersten Blog-Beiträgen zu Web 2.0 vor rund 3 Jahren musste der Begriff noch erklärt werden. Heute ist den meisten klar, dass es sich um eine Denk- und Verhaltensweise mit grossem Einfluss auf soziale, technische und unternehmerische Aspekte unseres Lebens handelt. Während viele in Web 2.0 die Grundlage für eine effizientere, transparentere, wenn nicht sogar bessere Welt sehen, gibt es selbstverständlich Gegenparts. Jüngst hat golem.de im Artikel "Internetkritiker Keen: Web 2.0 macht dumm" dazu geschrieben:

"(...) Die Web-2.0-Revolution sei schuld daran, dass heutzutage Blogs, Wikipediaeinträge, Facebookseiten, Fotos auf Flickr oder Videos auf Youtube "verlässliche oder schöne Inhalte" verdrängten. Damit sei das Web zu einer "Kakophonie unkontrollierter, personalisierter, oft anonymer Meinungsäußerungen geworden, wo alle gleichzeitig reden, aber keiner dem anderen zuhört", so Keen. Das Ergebnis sei Massenverdummung und eine Kultur des digitalen Narzissmus, die die "traditionelle Meritokratie von bewährten Experten" ins Wanken brächten."
Eine ganz andere Meinung als Web 2.0-Kritiker Andrew Keen hat diesbezüglich James Surowiecki. Er sieht in Web 2.0 das Gegenteil eines Volksverdummungsinstruments. Sein Buch "The Wisdom of Crowds" handelt von der These, wonach in Gruppen aggregierte Informationen und gefällte Entscheidungen den einzelnen Gruppenmitgliedern, seien sie noch so brilliant, beinahe immer überlegen seien.

Verfasst von Hans Fischer um 10.11.08 09:28