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23.06.2008

Verwunderliche Studie zu Banken und Web 2.0

"Web 2.0 wird von Banken weitgehend ignoriert", titelt ECIN und zitiert eine Studie eines Beratungs- und Softwareunternehmens. Wie sollen die Befragten visionäre Antworten geben, wenn die Studienurheber Web 2.0 bloss als Sammelbegriff für Techniken und Anwendungen verwenden (und wohl auch verstehen)?

Web 2.0 bedeutet vor allem auch Sozialisierung des Webs, vermehrte Interaktion unter den Usern, Diskussionen über Produkte und die Tatsache, dass die User nicht einfach mehr nur willig konsumieren, was kommunikationsdiktatorische Manager ihnen vorzusetzen gedenken (s.auch "Drei Thesen zum Bankkunden von morgen").

Fazit: Web 2.0 bedeutet vor allem, dass die Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsumenten keine lineare Sender-Empfänger-Geschichte mehr ist. Und wer das nicht kapiert, kommuniziert an den Kunden - vor allem der jüngeren Generation mit dem ausgeprägten Web-Interaktionsverständnis - vorbei. Studien, die den Fokus auf Fragen à la "Setzen Sie Weblogs ein?" oder "Steigern Wikis ihren Return on Investment?" legen, sind zu simpel.

Ps. Die Finanzbranche setzte sehr früh schon Web 2.0-Anwendungen wie Wikis oder Social Networks ein. Das ist in relevanten Studien seit Jahren festgehalten.

PPs. Hier geht's zu diversen "Finance 2.0-Beiträgen und -Hinweisen"

Verfasst von Hans Fischer um 23.06.08 10:59