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11.04.2008

Nachtrag zum ECM forum 2008

... wie versprochen: Neben interessanten Lösungspräsentationen, verteilt über den ganzen Tag, boten insbesondere die beiden Panels am Nachmittag Substanz. Das deutschsprachige Panel "WM Studie deutschsprachiges Europa 2008" basierte auf Zwischenergebnissen der (von Rolotec unterstützten) Online-Umfrage, die noch bis am 25. April läuft. Die Essenz: 55 Prozent der Befragten betreiben aktiv Wissensmanagement, 15 Prozent planen entsprechende Massnahmen und 35 Prozent haben nichts in Planung. Als wichtigste Anforderung gilt der notwendige kulturelle Wandel in den Unternehmen oder Organisationen. So brauche es die Unterstützung von den Führungsspitzen genauso, wie die grundlegende Bereitschaft der Belegschaft, Wissen zu teilen. Peter Dahinden von KPMG Ltd. brachte in die Diskussion ein, dass eine neue Generation an Mitarbeitenden in die Berufswelt einsteige, die mit Web 2.0-Anwendungen sehr vertraut und in ständigem Kontakt mit ihrem social network sei. Die grundsätzliche Bereitschaft, Wissen zu teilen, sei diesbezüglich sicherlich nicht (mehr) das Problem - dafür rückten nun Sicherheitsprobleme und Regulationsfragen in den Vordergrund.

Das zweite Panel widmete sich internationalen Trends. Zentrales Themen neben Unternehmenskultur war u.a. die Messbarkeit von Wissensmanagementmassnahmen. Während Yvonne Ackermann von Ernst & Young meinte, grössere Investitionen in diesen Bereich würden wenig Sinn machen, hielt Dr. Geoff Turner von der European University Cyprus entgegen, dass unbedingt und zwingend in Bewertungsmöglichkeiten investiert werden müsse: "Wenn Wissensmanagement als strategische Anforderung definiert wird, muss auch eine Bewertung stattfinden." Das wäre sonst wie ein Mensch, der einen Marsch beschliesse, während des Laufens aber nicht feststellen könne, in welche Richtung er ginge, hielt Turner fest. Dr. Ashof Jashapara von der Royal Halloway University of London bezeichnete Balanced Scorecards als mögliches Mittel im sehr schwierigen Bereich. Jashapare erklärte zudem die Visualisierung von Wissen, respektive von aggregierter Information als wichtigen Zukunftstrend.

Verfasst von Hans Fischer um 11.04.08 10:53