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28.01.2008

Unternehmen verschenken wertvolle Erfahrung

"Ältere Mitarbeiter veredeln Wissensmanagement", haben wir vor einiger Zeit geschrieben. CIO kommt zum Schluss, dass diese Option insbesondere im Management-Bereich zu wenig genutzt wird und titelt: "Firmen verschenken Wissen pensionierter Manager". Ein Auszug:

"(...) Das Know-how der ehemaligen Entscheider ist hierzulande nicht gefragt. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass ältere Mitarbeiter nach dem Ausscheiden aus ihrem Unternehmen dort keine Rolle mehr spielen. Nur 22 Prozent der Betriebe binden pensionierte, ehemalige Mitarbeiter in aktuelle Firmenentscheidungen ein. Weitere acht Prozent denken immerhin zurzeit darüber nach."
Die Konsequenz, dass pensionierte Managerinnen und Manager beruflich nicht zur Ruhe kommen sollten, wäre falsch. Mit geeigneten Wissensmanagement-Massnahmen wird das Wissen dieser Know-how-Träger aber weitestgehend systematisch erfasst und den nachfolgenden Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellt. So sollte es jedenfalls sein. Fragen?

Verfasst von Hans Fischer um 28.01.08 14:44


Vorhandene Kommentare:

Pensionierte in Reserve, titelt ein Leserbrief von heute in der NZZ. Der Autor glaubt, dass die Wirtschaft bei Bedarf auf ein Reservoir an gut ausgebildeten Fachleuten aus dem Bundespersonalbereich stossen würde. Und er hofft, dass der Bund weiterhin auf seinem sturen Personalgesetz verharrt, welches eine Weiterbeschäftigung über das Pensionierungsalter hinaus zulassen würde (Beispiel Rudolf Strahm, Preisüberwacher, der von BR Leuthard mit "Handkuss" abserviert wurde). Nun, wer glaubt, dass sich jemand nach jahrzenhnte langer Tätigkeit in einem "beschützten" Umfeld nach der Pensionierung im harten Gegenwind der Wirtschaft bewähren möchte, glaubt wohl an den Storch. Ausserdem: die vernachlässigten befinden sich im Alter 50+

Verfasst von: hodermatt um 29.01.08 09:26

Nun, viele pensionierte Manager betätigen sich als Business Angels und/oder als Verwaltungsräte in Unternehmen - von Start-ups bis etablierten Konzernen. Damit sorgen sie für den im Beitrag angesprochenen Wissenstransfer und ziehen zudem auch persönliche Befriedigung aus solcherlei Tätigkeiten. Nicht wenige setzen sich nach der Pensionierung gerne den Anforderungen der Wirtschaft aus. Warum das per se als Gegenwind bezeichnet wird, verstehe ich persönlich nicht.

Beste Grüsse, H. Fischer

Verfasst von: Hans Fischer um 29.01.08 11:26

Der Wind bläst in der freien Wirtschaft im Vergleich zu staatlichen Betrieben stärker oder anders. Die Regelungsdichte ist in der freien Wirtschaft geringer und wenn hoch, dann vermutlich anders als gewohnt. Dass ein abtretender Professor auch nach der Pensionierung noch etwas zu bieten hat, ist nachvollziehbar. Es gibt auch die löblichen Ausnahmen. 860 Beamte des Bundes quittieren den Dienst. Sie profitieren von günstigen Konditionen einer Frühpensionierung (einen Teil der Kosten wird der Steuerzahler tragen). Diese Verjüngungskur hat gar dem Bundesrat den Respekt abgekauft. Der von ihm verlangte Bericht des eidg. Personalamtes zeigt Richtung Entwarnung. Einen "unverkraftbaren Verlust an Knowhow" werde es nicht geben. Eine böse Zunge meinte, wo nichts ist, kann nichts verloren gehen. So sehe ich es nicht - bezüglich dem "Nichts". Aber ich dürfte eine gute Flasche wetten, dass keine 2% der freien Wirtschaft etwas besonderes anzubieten hat. Das vermeintliche Reservoir gibt es in diesem Bereich nicht.

Es Grüessli us de Bärge Richtig grösseri Äbene im Mittuland. H.Odermatt

Verfasst von: hodermatt um 29.01.08 19:20