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23.01.2007

Arbeit, Kapital, Boden und Wissen

Dass Arbeit, Kapital, Boden und (neuerdings auch) Wissen klassische Produktionsfaktoren sind, gehört zum volks- und betriebswirtschaftlichen Grundwissen. Paradox ist aber: Während der Agrargesellschaft war klar, dass Boden entscheidend für Erfolg oder Misserfolg ist. Für die Industriegesellschaft war es Arbeitskraft und für die Dienstleistungsgesellschaft Kapital. Diese mehr oder weniger klar Zuordnung gilt heute nicht mehr: Obwohl wir in der Wissensgesellschaft (viele erachten den Begriff Informationsgesellschaft als passender) leben, gehen viele Unternehmensverantwortliche mit dem entscheidenden Produktionsfaktor äusserst sorglos um. Unternehmensinterne Suchmaschinen, die das Finden von Informationen in nützlicher Zeit erlauben und die Produktion von Doppelspurigkeiten verhindern, sind trotz offensichtlichem Return on Investment noch selten. Erst recht fehlen vielerorts geeignete Massnahmen, welche das Wissen in den Köpfen der Mitarbeitenden in wiederverwendbarer Form festhalten und damit für Mitarbeitende und Nachfolger verfügbar machen.

Letzteres wird nun durch eine Entwicklung beschleunigt, die viele als schieren Hype bezeichnen: Web 2.0. Die Sozialisierung des Internets mit der damit verbundenen verstärkten User-Interaktion sorgt für eine Revitalisierung von Informations- und Wissensmanagement. Im Fachartikel "Blind ist, wer Web 2.0 keine Beachtung schenkt" haben wir darüber geschrieben. Aktuell sorgt IBM mit der angekündigten Lancierung von Lotus Connections für einige Beachtung. Golem.de schreibt im Artikel "Web-2.0-Social-Software erreicht die Unternehmenslandschaft" u.a.:

Die Softwareplattform, die IBM als Lotus Connections vorgestellt hat, soll das so genannte "Social Computing" reif für den Alltagseinsatz im Unternehmensnetzwerk machen. Lotus Connections beinhaltet fünf Hauptkomponenten - Aktivitäten, Communitys, Lesezeichen, Profile und Blogs. Mit Lotus Connections sollen die Mitarbeiter Verbindungen zu Arbeitsgruppen im Unternehmen, aber auch zu Partnern und Kunden knüpfen und Informationen auf einfache Art und Weise zugänglich machen.

Auch die Suche nach Personen und Gruppen, die sich mit bestimmten Themen besonders gut auskennen, soll im Rahmen der Profilsuche möglich gemacht werden. Letztlich soll daraus eine Zeit- und Kostenersparnis resultieren, prognostiziert IBM.

Mit Lotus Connections sollen zum Beispiel auch Teams leichter zusammenarbeiten können, die geographisch verstreut miteinander arbeiten müssen. Die Zusammenarbeit soll damit auch leichter von der Hand gehen als mit starren Knowledgebase-Werkzeugen, deren praktischer Einsatzwert stark von der Akzeptanz der Anwender abhängt.

Das IBM-Beispiel sei stellvertretend für viele Möglichkeiten, von preiswerten Einzelmassnahmen bis hin zu komplexen Systemen, genannt. Informationen über die grundsätzlichen Möglichkeiten finden Sie u.a. in den Blogkategorien "Knowlegde Management" und "Web 2.0" oder gerne auch bei einem persönlichen Gespräch.

Verfasst von Hans Fischer um 23.01.07 14:09