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03.04.2006

«Das Internet ist in Gefahr»

Financial Times Deutschland (FTD) schreibt unter «Das Internet ist in Gefahr»:

Telekomkonzerne und Kabelnetzbetreiber wollen für Internetinhalte kassieren, die durch ihre Leitungen fließen. Für das Netz und seine Nutzer hätte das verheerende Folgen.

Über solcherlei Ansinnen wurde des Öfteren schon diskutiert und geschrieben. FTD konkretisiert die drohenden Gefahren nun aber in engagierter Manier:
Das demokratische Internet würde zu einem rein privatwirtschaftlich vermarkteten Angebot. Nahezu alles, was wir heute online machen, dürfte dann Geld kosten. Kurz: Es wäre der Verrat an der Idee des Internets, wenn sich die Breitbandanbieter mit ihrer Strategie durchsetzen, die bereits den amerikanischen Gesetzgeber beschäftigt.

Der Kontext:
Die Breitbandanbieter wollen zusätzliche Gebühren für große Datenmengen verlangen, die durch ihre Leitungen geschickt werden - und dabei insbesondere von den großen Anbietern von Inhalten kassieren, also etwa von Google, dem Online-Musikverkäufer Apple oder dem Internet-Telefonanbieter Skype. Der Vorstandsvorsitzende des US-Telekomgiganten AT&T, Ed Whitacre, sagte es im November gegenüber "Business Week" offen: "Wir und die Kabelbetreiber haben Investitionen getätigt - und zu akzeptieren, dass Google, Yahoo, Vonage oder irgendjemand die Leitungen kostenlos nutzen kann, ist Blödsinn."

Auf den Punkt gebracht:
Gute Bits wären eigene Bits, genehme Bits wären bezahlte Bits - und nicht bezahlte Bits würden wie Schnecken durchs Netz kriechen oder eben gar nicht.

Aber:
Die Netzneutralität muss geschützt werden. Sollte dies der Gesetzgeber nicht tun, so könnten dies immer noch die Nutzer leisten: Niemand würde wohl seinen Internetzugang bei einem Service-Anbieter kaufen, der den Zugang zu Google oder Yahoo sperrt.

Verfasst von Hans Fischer um 03.04.06 13:49

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